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Der Metropolit von Wolokolamsk Ilarion sagte, dass wir momentan von keinem Fortschritt in dem orthodox-katholischen Dialog reden können

27. September 2010
Das Dokument, das die Ergebnisse der letzten gemeinsamen internationalen theologischen Kommission zwischen der Römisch-Katholischen und der Orthodoxen Kirche enthält, das auch vor kurzen in den Medien verbreitet worden ist, spiegelt in keiner Weise die Position der Orthodoxen Kirche in der Frage des Papstprimats wider und kann nur als Hilfsmaterial für die zukünftige Arbeit verwendet werden.

Zum trotz der lärmenden Presse, ist zu betonen, dass es keinen „Durchbruch“ in dem orthodox-katholischen Dialog gibt. Das ganze Treffen war der Diskussion der Rolle des römischen Bischofs im I. Jahrtausend gewidmet. In diesem Zusammenhang war von der Koordinationskommission ein Dokument vorbereitet worden, das bereits im letzten Jahr auf Zypern besprochen wurde. Die Skizze dieses Dokuments ist in die Hände der Massenmedien geraten und wurde veröffentlicht.
 
Wir haben angenommen, dass wir die Diskussion zum Inhalt des Dokuments in Wien abschließen werden, doch das Treffen hat eine ganz andere Richtung eingeschlagen: wir haben viel Zeit damit verbracht, den Status des gegebenen Textes zu besprechen. Die orthodoxen Teilnehmer des Treffens haben von Anfang an darauf bestanden, dass das „zyprische Dokument“ weder veröffentlichen werden sollte, noch von den Teilnehmern unterschrieben werden darf. Aus unserer Sicht muss das Dokument einer wesentlichen Überarbeitung unterliegen, doch auch nach seiner Überarbeitung ist dieses Dokument lediglich als „Arbeitsdokument“ zu betrachten, d.h. nur als reines Hilfsmittel (intrumentum laboris), das bei der Anfertigung weiterer Dokumente gebraucht werden, doch keinen offiziellen Status haben kann.
 
Das „zyprische Dokument“ behandelt die Rolle des römischen Bischofs, und verschweigt die Bischöfe der anderen Kirchen, was einen falschen Eindruck erweckt. Außerdem gibt es in diesem Dokument keine klare Aussage darüber, dass die Jurisdiktion des römischen Bischofs sich nicht auf den Osten ausbreitete. Es bleibt die Hoffnung, dass diese Lücken bei der Überarbeitung gefüllt sein werden.
 
Nach langen Diskussionen, kam die Kommission zum Entschluss, dass dieses Dokument notwendigerweise ergänzt werden muss, und dass der Status dieses Dokument auf der nächsten Plenarversammlung der Kommission geklärt werden wird, d.h. voraussichtlich in zwei Jahren. Zu dieser Zeit wird ein Projekt des neuen Dokuments erarbeitet werden, der dieselbe Problematik, jedoch aus theologischer Sicht, behandelt wird.
 
Für die orthodoxen Teilnehmer der Kommission ist es offensichtlich, dass die Jurisdiktion des römischen Bischofs im I. Jahrtausend sich lediglich auf den Westen ausbreitete, wobei der Osten in vier Patriarchate aufgeteilt gewesen ist – Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem. Der römische Bischof hatte keinerlei Rechte im Osten, ungeachtet der Tatsache, dass die Hierarchen in einzelnen Fällen, in theologischen Streitfragen, sich an ihn, wie an einen Schiedsrichter, gewandt haben. Diese Konsultation hatte keinen systematischen Charakter, und kann in keiner Weise so gedeutet werden, dass der römische Bischof im Osten als die höchste Macht der Weltkirche angesehen wurde.
 
„Ich hoffe, dass auf den kommenden Versammlungen die genannte Position, die durch vielfältige historische Zeugnisse bestätigt wird, auf der katholischen Seite Zustimmung findet“, - schloss seine Eminenz, der Gebieter Ilarion, ab.

http://www.mospat.ru/

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