Goldener Fonds
Die Ikone der menschlichen Freiheit28. Dezember 2011
Die Entkirchlichung9. Oktober 2009
Der geistliche Kampf in der modernen Welt8. Oktober 2009
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Der iPad-Altar, oder: Dürfen Heilige Texte elektronisch sein?18. Oktober 2010
Neulich sind für das Apple iPad Anwendungen („Apps“) wie das orthodoxe Gebetbuch und die Bibel erschienen. Der elektronische Text ist direkt vom Bildschirm zugänglich, die Seiten sind leicht umzublättern, die Schrift ist skalierbar. Doch dürfen die Heiligen Texte elektronisch sein? Wird dies ihre Sakralität nicht beeinträchtigen? Auf diese Fragen, gestellt vom Portal „Orthodoxie und Welt“ («Православие и мир»), antwortet Erzpriester Pawel Welikanow, Dozent und Prorektor für die wissenschaftlich- theologische Arbeit der Moskauer Geistlichen Akademie und Chefredakteur des wissenschaftlichen theologischen Portals „Bogoslov.ru“.
Diese Frage kann auch anders gestellt werden: wieso sollten die Heiligen Texte nicht elektronisch sein dürfen? Was für ein heimtückischer Dämon prägt die Natur der elektronischen Gadgets? Bedenken wir, dass das Evangelium (nicht einmal das Evangeliar) nicht geweiht wird (es gibt nicht einmal eine Weihordnung dafür) und nicht einmal mit geweihtem Wasser besprengt wird; dennoch ist es ein Objekt der Verehrung - die Einstellung zur materiellen Seite des Heiligen Textes tritt dabei in den Hintergrund. Es macht keinen Unterschied, wo der Text gedruckt wurde – in einer Lavra von frommen Mönchen oder wer weiß wo und von wem. Wenn es keine Verzerrungen gibt, ist es die Heilige Schrift. In welcher Form auch immer sie vorliegt – gedruckt, elektronisch, als Audioaufnahme – ist sie nach wie vor die Offenbarung Gottes, die sich an dieselben Empfänger richtet, nämlich die sie lesenden, hörenden, sehenden Menschen. Je formaler und sinnentleerter die Einstellung zum Text ist, desto weniger nützt er, in welcher Form auch immer er vorliegen mag. Doch gibt es hier auch die andere Seite. Ein elektronischer Text hat seine eigenen Spezifika, die nicht ignoriert werden dürfen. Er ist „fließend“, also auf jeder Etappe seiner Existenz korrigierbar, und das unterscheidet ihn von einer Hardcopy. In bestimmten Situationen ist dies vorteilhaft, in anderen entnimmt es dem Leser seine Gewohnheit. Es gibt eine jahrhundertelange Kultur der Lektüre gedruckter Texte und der besonderen Einstellung dazu. Der Mensch verlangt nach Versachlichung der für ihn wertvollen Ideen, und darum ist ein in Fetzen gelesenes Buch eines Lieblingsautoren oft schon eine Devotionalie, ein sakraler Gegenstand - auch für einen ungläubigen Menschen. Der Nachteil des elektronischen Textes besteht darin, dass er nie „Sache“ werden kann, und zwar eben kraft seiner digitalen Natur. Alles „Digitalisierte“ ist gesichtslos und allgemein zugänglich – es gibt nämlich keinerlei Unterschied zwischen den gleichen Sätzen der Ziffer in der Quelldatei und deren Kopie, und diese „Dekarnation“ des Textes ist nicht immer von Vorteil. Immerhin geben wir den Heiligen Texte in den Bibliotheken einen besonderen Platz und bezeugen damit nicht nur unsere besondere Einstellung ihnen gegenüber, sondern erziehen auch zu dieser Einstellung. Im digitalen Raum ist es zwar auch möglich, etwas Ähnliches zu tun, aber psychologisch gesehen wenig gewürdigt werden. Deshalb können wir bei Bedarf elektronische Texte nutzen, sollten dabei aber im Kopf behalten, dass ein abgegriffenes Gebetbuch auch ein guter Gefährte und Zeuge unseres Lebens sein kann, was später einmal, so Gott will, unsere Kinder wertschätzen werden. Natürlich ist es aber auch möglich, ein elektronisches Liturgiebuch zu erstellen. Diakon und Priester werden dann nicht von einem auf Papier gedruckten Buch vorlesen, sondern von irgendeinem elektronischen Pocketbook oder iPod. Aber warum sollten sie? Erstens spielen solche elektronischen Gadgets manchmal verrückt – stellt euch vor, dass der Diakon auf der Solea die Ektenie plötzlich abbricht und beginnt, verkrampft die Reset-Taste zu suchen? Oder dass das Wiedergabegerät zum unpassendsten Augenblick wegen einer erschöpften Batterie ausgeht? Die Form des Gottesdienstes und sein physikalischer Ablauf haben sich in den Jahrtausenden herausgebildet, und es gibt keine Gründe, dies jetzt zu ändern. Neulich war ich ein Zeuge, wie während der Vigil, gerade bei der Großen Doxologie an die Kirche ein Blitz einschlug und der Strom ausfiel. Na und? Außer einem kleinen Schreck an der Chorrampe und einem darauffolgenden gefühlstiefen-reuevollen Gesang geschah ja nichts weiter. Nach wie vor brannten die Kerzen, nach wie vor verströmte das Weihrauchfass den Wohlgeruch des Labdanums - es geschah also nichts, was die Fortführung des Gottesdienstes hätte stören können. Aber ohne Kerzen und andere „archaische“ Attribute hätte es ganz anders ausgesehen. Auch das Antlitz des Priesters, erleuchtet vom kalten Flimmern eines LCD-Bildschirms, würde eher infernalisch wirken, denn im Gotteshaus ist ja alles lebendig und sinnvoll, und sogar eine einfache Wachskerze, die brennt und Aufmerksamkeit und Pflege beansprucht, ist mit bemerkenswerten Allegorien verbunden. Gewiss sind wir schon an gedruckte Gedenkbüchlein gewöhnt. Und das ist sehr schade, denn bald könnte die Tradition, Gedenkzettel zu schreiben, ganz verschwinden - und ist doch eine wichtige Seite der Kommemoration durch Gebete. Ein Mensch, der einen Zettel schreibt, lässt das „Gedächtnis des Herzens“ arbeiten; seine Seele ist am Werk, er opfert Zeit, um die Namen aufzuschreiben – ist das nicht geistliches Tun? Jeder Priester weiß, wie viel die Zettel davon erzählen, wer sie geschrieben hat. Manchmal schätzen wir die einfachsten Dinge nicht, obwohl sie doch Aufmerksamkeit und Andacht verdienen. Sicherlich ist ein elektronisches Gedenkbüchlein vorstellbar, doch würde es in der Kirche irgendwie fade aussehen, so wie auch ein Weihrauchfass mit elektronischer EZündung und Fernbedienung. Ein anderer Fall ist es aber, wenn sich das elektronische Buch als einzige Quelle erweist; etwa während einer Dienstreise, wenn nur Gott weiß, in welche Situationen der Priester geraten und welche Texte der gottesdienstlichen Ordnung er brauchen wird. Besteht die Möglichkeit, die gesamte gottesdienstliche Bibliothek, einschließlich des Menäons, des Liturgiebuches, der Euchologia und so weiter, mitzunehmen, verdient dies zweifellos großes Lob. In meinem Leben gab es aber Situationen, in denen sich plötzlich die Möglichkeit ergab, einen Gottesdienst in einem Gotteshaus zu zelebrieren, in dem jahrhundertelang Verwüstung geherrscht hatte (und keinerlei gottesdienstliche Literatur vorhanden war), und es bestand keinerlei Gewähr, dass diese Möglichkeit sich wiederholen würde. In einer solchen Situation ist die einzige Lösung eben die Nutzung der gottesdienstlichen Texte in digitaler Form. Meiner Ansicht nach wäre es herrlich, wenn jeder Priester alle in Notfällen notwendigen Ordnungen als digitale Dateien mit sich führen könnte. Außerdem lassen sich gesuchte Stellen im elektronischen Text viel leichter auffinden als in einem gedruckten. Und der Speicherort spielt dabei keine Rolle. Wie der Übergang vom papiernen zum digitalen Buch die Weltanschauung des Menschen beeinflussen wird – das ist eine schwierige Frage. Heute wird die Zugänglichkeit jeglicher Information durchaus durch ihre Fragmentarität kompensiert, und umgekehrt. Ich kann nicht sagen, ob beispielsweise die Studenten der Moskauer Geistlichen Akademie dümmer oder intelligenter geworden sind, seitdem das Internet und die elektronischen Technologien allgemein verfügbar geworden sind. Eher findet eine immer tiefere Aufspaltung statt: diejenigen, die begabt sind und sich für die Wissenschaft interessieren vervollkommnen sich immer weiter als Forscher, und diejenigen, die gleichgültig oder reine „Praktiker“ sind, kriegen wenig zeitaufwendige und oberflächlichere Kenntnisse in verschiedenen Bereichen. Doch ist es letztendlich nicht entscheidend, was die Menschen an Kenntnissen erwerben, sondern welche Schlussfolgerungen sie daraus für ihr Leben ziehen. Ein guter, tiefer und berührender Spielfilm kann mehr spirituellen Nutzen haben als hundert durchschnittliche Predigten, die hochintellektuell, aber kaltherzig vorgebracht werden. Strebt ein Mensch in seinem Leben nach Tiefe, muss er nicht gezwungen werden, zu lesen und über das Gelesene nachzusinnen, denn dies wird ihm ohnehin ein inneres Bedürfnis sein. Und es ist unwichtig, was dieses Streben nach Tiefe hervorgerufen hat. Ich würde die Situation nicht dramatisieren: im Leben der Menschheit gibt es nur eine wahre Tragödie, und das ist nicht die Tragödie der wissenschaftlich-technischen Revolution, sondern die Tragödie des Sündenfalls, die bis heute weiter stattfindet. Es ist die christliche Einfalt der Tauben, alles, was existiert, auch zu nutzen; und die Klugheit der Schlangen[1] ist es, alles zum Nutzen der Menschheit und der Kirche Christi zu unternehmen, und damit ihre Positionen gegen den Geist dieser Welt[2] zu stärken.
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К слову об электроном варианте Евангелия... Лва года назад была на отпевании родственника, отпевание происходило на дому, так пришедший батюшка читал положенны отрывок из Евангелия по мобильному телефону.... Antworten
Уважаемый о.Павел!
Прошу у Вас прощения. Ваши замечания полностью принимаю как напутствие для исправления. Спаси Господи! Ваша статья очень актуальна и своевременна. Просто хотелось предложить вниманию читателей мнение владыки Климента, митрополита Калужского и Боровского: — Читаете ли Вы электронные книги? Как скажется на деятельности Издательского Совета прогнозируемый переход на цифровые носители подавляющего большинства издателей и читателей? "Если говорить обо мне, то с электроникой я дружу с детства. Еще до поступления в семинарию у меня был небольшой по тем временам магнитофон «Орбита», и я, помню, записывал различные лекции. В том числе были записаны выступления митрополита Антония (Блюма), и я их слушал. Компьютер имею уже 26 лет, и почти 25 лет в поездках использую портативный компьютер. Первый был лэптоп «Toshiba T 1600». Он у меня сохранился, находится в рабочем состоянии, но я на нем не работаю, это уже музейный экспонат. Сейчас я всегда с собой вожу ноутбук, нетбук и электронную книгу. Постоянно приходится ездить на машине в Калугу, иногда два раза в неделю. В дороге бываю по три-четыре часа, а временами и в московской пробке час-два простоишь. Чем заниматься? Смотреть в окно? Уже все дороги изучил. Я включаю компьютер и работаю. Редактирую материалы, читаю электронные книги, просматриваю публикации в интернете, а когда устану, то слушаю аудио-тексты. Они у меня тоже есть в компьютере. Так что, я думаю, мое отношение понятно: мы не должны отказываться от развития электронной и аудио-книги, скажу, даже наоборот, православных электронных и аудио-книг нам сейчас не хватает. Другой вопрос — соотношение этих двух видов книг. В наши дни порой хотят создать видимость, что одна книга — печатная, противостоит другой — электронной. Но это не так. На самом деле они восполняют друг друга. В библиотеках печатная книга нужна. Не всегда человек может читать с монитора. Если текст содержит иллюстрации, то печатная книга воспринимается легче и приятнее, чем электронная. Кроме того, для глаз электронная книга вреднее: когда человек постоянно смотрит на монитор, то у него ухудшается зрение. Но, в тоже время, электронная книга имеет ряд преимуществ. В ней легче найти нужное место, электронный носитель, который меньше по объему и весу, может вместить больше книг, что особенно удобно в поездках. Так что каждый вид книги имеет свое преимущество. Широко используя электронную книгу, все же себя отношу к почитателям традиционной печатной книги. У меня хорошая личная библиотека, и я постоянно ее пополняю новыми изданиями. Уже полок не хватает в шкафах, так что я даже вынужден хранить их в коробках. Печатная книга — это великая ценность для человека. Напечатав первую книгу в Москве, диакон Иван Феодоров изменил образ жизни и мысли человека. Научная информация, историческое и культурное наследие стало более доступным для него. Из поколения в поколение общество становилось более просвещенным. С появлением электронных книг изменился лишь носитель информации. Печатная книга дала нам Пушкина, Достоевского, Гоголя, Карамзина, Менделеева и много духовных писателей, которые, имея дар от Бога, через книгу развили его и оставили свои письменные труды, которые просвещали как современников, так и последующие поколения. Все мы научились грамотности по книгам. И сейчас, имея разнообразные технические средства, мне приятно держать в руках настоящую книгу, листать ее. Кроме того, при чтении печатной книги восприятие текста совершенно иное: более глубоко вникаешь в текст и лучше усваиваешь смысл. По статистике, большинство людей, пользующихся цифровыми носителями, утилитарно относится к цифровой информации, особенно молодежь. Она ограничивается просмотром энциклопедических статей в поисках информации для подготовки к курсовым, семинарам, экзаменам и т. п. Но мало таких людей, кто бы читал книги «в цифре» для души во время досуга. Люди, желающие почитать для удовольствия, по-прежнему тянутся к печатным книгам. Где особенно нужна электронная книга, так это в публикации редких изданий, особенно выпущенных до 1917 года. После революции много трудов по богословию, истории, философии было уничтожено, среди них есть и такие, которые не потеряли своей научной ценности. Новое издание этих книг плохо окупается, т. к. они ориентированы на узкий круг читателей, а учебным заведениям и библиотекам они нужны. Вот здесь должна помочь электронная книга. Оцифровать книгу легче, чем издать. И в этом отношении сейчас делается недостаточно, а поэтому мы разрабатываем программу оцифровки сохранившихся редких изданий. В заключение еще раз скажу, что обе книги — электронная и печатная, не должны вести борьбу, а призваны дополнять друг друга". Antworten
"Зрение лика священника, подсвеченного холодным мерцанием жидкокристаллического экрана, напоминает нечто инфернальное". Ох, люблю я православный юмор! Есть в нем нечто особенное.
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Teil 1: Spendung der Kommunion an Kinder unter sieben Jahren