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Goldener Fonds

Wenn wir beständig versuchen christlich zu leben, kann sich vielleicht der ganze Staat verändern

10. November 2010
Vom 2.- 8. November war der Vorsitzende des Komitees für Bioethik der Orthodoxen Kirchen von Griechenland, der Metropolit von Mesogeisk und Lawreotikijsk Nikolai (Chadshinikolau) mit einer Visite in Moskau. In einem Interview mit der Presseagentur „TD“ antwortete er auf die wichtigsten Fragen der Bioethik und darüber, wie die Griechische Kirche unter den Umständen der Wirtschaftskrise existiert.

- Gebieter Nikolai, Sie sind der Vorsitzende des Komitees für Bioethik im Geweihten Synod der Griechischen Orthodoxen Kirche. Welche Probleme der Bioethik sind heute in Griechenland besonders aktuell?

Das Komitee für Bioethik in Griechenland beschäftigt sich mit drei grundlegenden Fragen: die Transplantation der Organe, die Technik der künstlichen Befruchtung und die Euthanasie.

Wir beschäftigten uns ebenfalls mit dem Problem der Embryonalzellen, mit der Natur des Embryos und der Genethik.

Die Fragen zur Nanotechnik, Neuroethik und Psychoethik sind ebenfalls der Gegenstand unserer Betrachtung.

In letzter Zeit haben wir unsere Aufmerksamkeit den Fragen der Ethik der letzten Augenblicke des Menschenlebens gewidmet. Diese Ethik betrifft vor allem die Therapie, welche die letzten Leiden des Menschen erleichtert, wenn er sich in einem schweren Stadium seiner Krankheit befindet.

- Kommt es oft vor, dass die Regierung und die Mediziner Griechenlands sich für die Meinung der Kirche in diesen Fragen interessieren?

Es ist bekannt, dass die Vertreter des Staates häufig ihr Interesse für diesen Bereich zeigen, besonders die Sozialdienste. Denn heute richtet sich Griechenland nach Europa, und die Fragen der Bioethik stehen nicht an letzter Stelle.

Die Meinung der Kirche ist ebenfalls dann wichtig, wenn verschiedene Medizinkonferenzen stattfinden und dabei Fragen ethischen Charakters auftauchen.

Außerdem ist das Ökumenische Konzil und verschiedene Organisationen anderer Kirchen, z.B. der Vatikanrat, an der Meinung der Griechischen Kirche interessiert.

- Werden in Griechenland viele Dissertationen zu den Fragen der Bioethik verfasst?

Ich würde sagen, relativ viel. Diese Problematik ist bereits seit 10 Jahren in Griechenland ein Thema. Die ersten, die sich damit zu beschäftigen begannen, waren die Theologischen Fäkulten, vorerst in Thessaloniki, darauf in Athen. Heute trägt das Fach Bioethik an der Universität in Kreta einen interdisziplinären Charakter, d.h. jeder Student, ganz gleich aus welcher Fachrichtung, darf an diesem Kursus teilnehmen. Ich selbst schrieb eine Dissertation zu den Fragen der Bioethik.

- Und zu welchem Thema?

Zum Thema „Organtransplantation“.

- Das Komitee für Nobelpreisvergabe hat in diesem Jahr die Prämie im Bereich der Medizin einem Wissenschaftler verliehen, der die extrakorporale Befruchtungsmethode ausgearbeitet hat. Wie aktuell ist das Problem in Griechenland? Wie ist die Meinung der Griechischen Kirche bezüglich der Annahme einer solchen Methode?

Wir haben uns mit dieser Frage etwa 2,5 Jahre beschäftigt. Die Position der Griechischen Kirche spiegelt ein kollektives Dokument, der 80 Kernpunkte behandelt. Dieses Dokument wurde bereits in die englische, französische, deutsche und russische Sprache übersetzt. Wir haben dieses Dokument an verschiedenen Organisationen rausgeschickt, die sich mit den Fragen der Bioethik beschäftigen. Es hilft den Pastoren die Kirchenmeinung der Herde näher zu bringen.

Auf der einen Seite, vertritt die Griechische Kirche die Meinung, dass in diesen Fragen äußerste Vorsicht geboten ist, bestimmte Regeln befolgt werden müssen. Auf der anderen Seite, sind das Fragen der kirchlichen Economy (griech.: οικονομια – in diesem Zusammenhang: Nachsicht, Rücksicht) und, d.h., dass hierbei dem gegenwärtigen Zustand der Dinge zu folgen ist, der sich wandelt.

Die Griechische Kirche kann nur diese Technologien annehmen, wenn drei folgende Bediengungen erfüllt sind.

Erstens, die Embryos dürfen nicht zerstört werden. Zweitens, das genetische Material darf nicht vermischt werden. D.h., dass ein Paar, dass an einer künstlichen Befruchtung teilnimmt, weder fremde Eizelle noch fremde Spermatozoonen nutzen darf. Und drittens, zu diesem Zweck sollen keine „überflüssigen“ Embryonen erzeugt werden, die in nachhinein nicht verwendet werden.

- Was sollen Eltern tun, die keine Möglichkeit haben, Kinder zu bekommen?

Ich, für meinen Teil, bin der Meinung, dass das Paar in einem solchen Fall versucht mit Gottes Hilfe ein Kind zu bekommen, d.h. beten, Gelübde ablegen, sich im geistlichen Kampfe üben. Es ist besser, wenn das Kind vom Herrn kommt, und nicht, dass wir es selbst auf mechische Weise kreieren.

- Das Abtreibungsproblem ist heute ein wichtiges Thema. Wie steht es mit diesem Problem in Griechenland? Was tut die Kirche und Ihr Komitee zur Lösung des Problems?

Bevor wir zu dem Embryonproblem übergehen, muss erwähnt werden, dass immer mehr Frauen nicht schwanger werden wollen. 300 tausend Abtreibungen jedes Jahr ist eine große Zahl, wenn wir natürlich beachten, dass diese Zahl in Amerika fünf mal höher ist, wobei die Bevölkerung Amerikas 20-23 Mal höher ist als in Griechenland.

Wir haben uns zuerst mit der Frage des Status des Embryons beschäftigt, mit dem Wesen des Embryons. Als das Komitee für Bioethik konnten wir unter keinen Umständen der Auslöschung des Embryons zustimmen.

Was das unmittelbare Befolgen dieses Entschlusses betrifft, wurden die Entscheidungen den Menschen und ihren geistlichen Führern überlassen. Somit ist es keine Aufgabe des Komitees für Bioethik.

Die Kirche wird niemals einer Abtreibung des Kindes mit dem Down-Syndrom zustimmen, das widerspricht der kirchlichen Logik.

- Wenn aber die Frucht die Gesundheit der Mutter gefährdet?

Ich wollte gerade auf dieses Thema eingehen. Diese Fragen hat der geistliche Vater zu klären, d.h. der Priester soll in wichtigen Fragen mit dem Ehepaar eine Entscheidung treffen. Eine leichte Antwort auf diese Frage wird weder der Synod, noch der Pastor parat haben.

- Heute muss die Kirche bereit sein, auf die Fragen der Neuzeit antworten zu können. Eine solche Fragen ist das Klonen der Menschen. Die internationalen Bestimmungen verbieten solche Handlungen. Wenn aber ein boshaftgesinnter Mensch auf die Idee kommt, einen Menschen zu klonen, dieser Klon aber den Wunsch äußert sich taufen zu lassen, wird dieser Klon in die Kirchengemeindschaft aufgenommen werden?

Die Frage des Menschenklonens ist eine Frage, mit der wir uns ständig beschäftigen, weil dieser Wissenschaftsbereich sich schnell weiter entwickelt. Deo gratias, gemäß unserer Bitte, wird der Synod in dieser Frage keine voreilige Entscheidung treffen, denn wir haben gesehen, dass selbst die Natur dem Menschenklonen Hindernisse setzt.

Neben der offiziellen Position der Kirche, will ich meine Meinung äußern. Angenommen, ein solcher Mensch wird geschaffen. Warum sollte die Kirche ein Problem haben, diesen Menschen zu taufen? Das Problem wird nicht mit dem sein, der geklont worden ist, sondern mit dem, der ihn geschaffen hat. Er wird, wie sein Erzeuger sein, doch es müssen eigentlich zwei dazu gehören. Jener aber, der Geklonte, wird von der Kirche getauft.

Wir müssen betonen, dass diese Frage moment nicht die Wichtigste ist. Andere Frage sind primär zu lösen.

- Welche Frage ist besonders wichtig?

Wenn es um die Bioethik geht, so steht das Problem der Euthanasie an erster Stelle. Hier, wie in der Frage der künstlichen Befruchtung, glauben wir, bereits zu einer Lösung gekommen zu sein.

Doch es treten neue komplizierte Probleme auf, die die Neuroethik betreffen und andere ernste Erkrankungen, die den Menschen seines Verstandes rauben. Ich spreche hierbei von der Krankheit Alzheimer und ihr ähnlichen. Im November und Dezember wird zu diesem Thema eine Konferenz stattfinden. Wir können nicht behaupten, dass dieses Problem das wichtigste sei, doch es ist das Problem, bei dem eine Lösung gefunden werden muss.

- Auf welche Weise kann die Kirche dem Säkularismus und der Auflockerung der Moralnormen in der Gesellschaft entgegentreten?

Die Kirche ist heute die einzige Hoffnung der Gesellschaft, und ich muss mit Bedauern feststellen, dass sie nicht mit dem nötigen Eifer dieses Werk verrichtet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könnte die Kirche nicht nur die Menschen nähren, sondern auch Glauben, Hoffnung und Wahrheit spenden. Die Kirche kann dem Menschenleben einen Sinn geben, besonders dem Leben eines jungen Menschen. 

Heute wurden solche Bedingungen geschaffen, die es dem jungen Menschen ermöglichen, sich an die Kirche zu wenden. Wo es also gesundes Kirchenleben gibt, dort wird Menschen geholfen.

Wenn wir beständig versuchen christlich zu leben, kann sich vielleicht der ganze Staat verändern. Das ganze Römische Imperium hat sich verändert, dies ist auch in unserer Zeit möglich. Auch in der heutigen Zeit gibt es Heilige, die die Seligkeit erlangt haben, und nicht nur in der vergangenen Zeit.

- Was tut ausdrücklich Ihre Metropole?

In unserer Metropole gibt es Mönchgemeinschaften, die ständig beten. Es gibt Priester, die jederzeit mit dem Volk Seite an Seite den geistlichen Kampf bestreiten. Es gibt Gemeinden, die immerwährend Jugendliche aufnehmen. Doch es gibt auch alltägliche Probleme, wir eine sind eine Metropole, wie jede andere.


(Für die Intervieworganisation bedanken wir uns bei Xenia Klimow)

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