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Goldener Fonds

Das große Abendmal (Mt. 22,1-14)

25. Dezember 2010
„Sind wir, wenn wir zu Christus treten, wirklich fest entschlossen, uns so mit Ihm zu verbinden,  dass wir nicht nur Seine ewige Herrlichkeit, sondern auch Sein Leid und Sein Kreuz ... mit Ihm teilen? Sind wir bereit, durch das gesamte Mysterium Christi zu gehen oder reicht es für uns, dass Er für uns gestorben ist und wir nun durch Ihn leben? Gleichen wir so nicht jenem Gast, der nur zum Festmahl gekommen war, um zu schlemmen ... ohne an dem wahren Mysterium dieses Mahls teilhaben zu wollen, an der Freude am Kreuz um der Auferstehung willen?“ – aus einer Predigt zum Gleichnis der Berufenen zum Festmahl von Metropolit Antonij von Sourozh

Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf zwei Momente in der heutigen, sehr vielschichtigen Evangeliumslesung lenken. Der Herr hatte zu einer Hochzeit geladen, d.h. zu einem Fest, auf dem Freude herrscht: höchste und vollkommensten Freude. Geladen waren alle die, die Ihm sehr nahe waren, Menschen, die in frohen Minuten immer an Seiner Seite waren und mit denen Er all die lichten Momente in Seinen Leben teilen konnten. Als es nun aber zur Hochzeit Seines Sohnes ging, d.h. zum Fest der vollkommenen Freude, der Freude des Herrn, auf dem es darum geht, sich nicht nur mitzufreuen, sondern sich wirklich und wahrhaft für einen anderen zu freuen, begannen sich alle von dieser Hochzeit zu entschuldigen. Der eine hatte ein Stück Land gekauft und wollte es nun bestellen, ein anderer fünf Ochsen, welche ausprobiert werden sollten und ein dritter hatte selbst geheiratet und ihm war deshalb nicht nach der Freude einer anderen Hochzeit.

Ist es nicht auch oft so in unserer Beziehung zu Gott? Ist es nicht auch oft so zwischen uns Menschen? Wenn wir uns mitfreuen können, d.h. wenn eine Freude, die zunächst nicht die unsere ist - sei es nun eine göttliche Freude oder eine menschliche - auch unsere Freude werden kann, wir sie also ebenso miterleben können, dann sind wir dazu immer bereit. Wenn wir uns aber nur für das Glück eines anderen freuen sollen, wenn die Freude also in letzter Konsequenz nicht die unsere sein wird, sondern die eines anderen ist - sei es nun Gottes oder die eines anderen Menschen – dann haben wir keine Zeit, dann sind wir mit allem Möglichen beschäftigt. Wir haben dann unsere eigene Freude, unsere eigene Hochzeit. Wir haben unser Stück Land zu bestellen, wir haben unsere Arbeit, wir haben keine Zeit, uns einfach nur für jemanden zu freuen und mit ihm zu sein, wenn er sich freut.

Fremdes Leid vermögen wir meist – nicht immer – zu teilen. Freude zu teilen fällt uns aber oft sehr sehr schwer. Es bedarf einer wirklich großmütigen Liebe, die ein wenig über den Dinge steht, um sich auch über die Freude eines anderen zu freuen, die in letzter Konsequenz auch dessen eigene Freude bleibt und nicht die unsere. Wenn wir uns aber nicht so freuen können, bedeutet dies, dass wir sehr sehr wenig Liebe für einen Menschen oder für Gott in uns haben. Dann bedeutet dies, dass wir uns immer nur dann freuen können, wenn wir vorraussehen, dass die Freude auch unsere Freude sein wird und wir sie zu unserer eigenen machen können.

Damit bin ich zum dem zweiten Moment der heutigen Evangeliumslesung gelangt, welches ich näher beleuchten wollte. Nachdem alle dem Herrn nahen Menschen abgesagt hatten, gebot Dieser, sämtliche Bettler und Vagabunden zu rufen, die Er zuerst nicht geladen hatte, weil dies Leute waren, die vorher niemals zu seinem engeren Kreis gehört hatten: Lass meine Welt sich füllen! - so hatte Er es geboten. Und so versammelten sich immer mehr Leute. Sie alle hatten eigentlich auf diesem Festmahl und mit der Freude des Herrn nichts zu tun. Es waren Arme, die in ihren Lumpen kamen. Doch sie alle nahm der Herr auf. Jeden empfing Er mit großzügiger Gastfreundschaft, durch welche Er aus den Armen würdige Gästen werden liess, die Ihm gleich standen. Er empfing sie, liess sie waschen und gab ihnen passende Kleidung, damit sie sich in den festlichen Gemächern nicht fehl am Platz fühlten und nicht mehr als Bettler und Gestrandete, für die nur manchmal, für einen kurzen Augenblick ein Funken des Jubels abfällt.

Unter ihnen befand sich jedoch einer, der nicht gekommen war, um sich für den Herrn zu freuen, sondern nur an Dessem Tisch schmausen wollte. Er war scheinbar unbemerkt an denen vorbei hereingekommen, die ihn waschen, einkleiden und zum Festmal vorbereiten wollten. Ich bin nicht deshalb hergekommen, damit ihr mich schöner macht, ich will einfach nur schlemmen – waren seine Gedanken und so ist er wohl geradewegs in den Saal gegangen.

Als aber der Herr den Raum betrat, sah er die vielen armen Leute mit ihren warmen, zärtlichen und dankbaren Herzen. Sie alle wollten solche Gäste sein, dass der Hausherr sich ihrer nicht zu schämen bräuchte, wenn Er sie einen nach dem anderen betrachtete. Er sollte sich ihrer erfreuen können, dass auch sie sich mit weitem Herzen für Ihn freuten und nicht gekommen sind, um zu essen. Er sollte sehen, dass auch sie gut gekleidet, getröstet und auch selbst voller Freude sind. Unter ihnen erblickte der Herr jedoch auch jenen, der nur aus Gier gekommen war. Diesen konnte Er nicht als seinen Gast betrachten, denn Er erkannte, dass dieser Mensch nicht dazu gekommen war, um mit Ihm seine Freude zu teilen und sich für den Herrn zu freuen, sondern nur, um auf Dessen Kosten zu prassen. Für ihn gab es auf dem Fest keinen Platz.

Gehen nicht auch wir oft so zum Fest des Herrn? Erwarten wir nicht etwa oft genau das gleiche von der Kirche, von Gott und vom Himmelreich? Das Mahl ist bereitet, das Lamm geschlachtet. Doch das Lamm ist Christus, der Sohn Gottes. Die Freude des Herrn besteht darin, dass wir, wenn wir an Seinen Sakramenten teilnehmen, zu Kindern Seines eigenen Hauses werden. Die Frage ist nur, ob wir zu Ihm kommen und bereit sind, mit Christus all das zu teilen, was Er in der Tat ist? Sind wir, wenn wir zu Christus treten, wirklich fest entschlossen, uns so mit Ihm zu verbinden,  dass wir nicht nur Seine ewige Herrlichkeit, sondern auch Sein Leid und Sein Kreuz, durch welches Er Seinen Weg bei uns auf der Erde gekrönt hat, mit Ihm teilen? Sind wir bereit, durch das gesamte Mysterium Christi zu gehen oder reicht es für uns, dass Er für uns gestorben ist und wir nun durch Ihn leben, ohne Sein Kreuz auch in unserem Leben tragen zu wollen? Gleichen wir so nicht diesem einen Gast, der zum Festmahl gekommen war, nur um etwas zu bekommen, nur um zu schlemmen, der nur an sich gedacht hatte, ohne an dem wahren Mysterium dieses Festmahles teilhaben zu wollen, an der Freude am Kreuz um der Auferstehung willen?

Lasst uns darüber nachdenken. Wie oft sind wir bereit, wenn der Herr uns ruft: Kommt zu mir! Antworten wir Ihm dann nicht meistens: alles Irdische hält mich, meine Sorgen haben mich gefangen genommen, es geht mir auch ohne Dich recht gut? ... Sind wir dann, wenn wir – nicht nur als Berufene zum Festmahl, sondern auch müde oder geplagt - zu Ihm treten, bereit, mit Ihm ein Leben zu führen, mit Ihm, dem Gott, der uns so liebt, dass Er Seinen Einziggeborenen Sohn dafür hingab, dass wir das Heil erlangen mögen, damit Sein Leben auch das unsere wird? Wollen wir an all Seiner Freude und Liebe teilhaben oder nur an Seiner Herrlichkeit, an Seiner Ruhe, an Seinem Frieden und an Seinem Sieg und vergessen, dass Er uns all dies doch nur zu geben vermag, weil Er mit dem Kreuz und durch den Tod Seines Eingeborenen Sohnes dafür bezahlt hat?

Lasst uns darüber nachdenken, denn das Wort Gottes ist nicht nur Berufung zum Ewigen Leben, sondern auch ein Maß, nach dem wir auch gerichtet werden.

Amen  

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