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„Der Tag des Herrn“ im Buch des Propheten Amos

20. Januar 2011
„Der Tag des Herrn“ ist ein Ausdruck, der in den prophetischen Büchern häufig vorkommt. Dieser Begriff, der allen Israeliten bekannt ist und ihnen als ein frohes Fest des Sieges gilt, erscheint beim Propheten Amos plötzlich in einem ganz anderen Licht nämlich als Tag des Schmerzes und des Finsternis. Was ist die Ursache der dieses Bedeutungswandels? Darüber schreibt ein regelmäßiger Autor unseres Portals, Igumen Arseny Sokolov.

Amos 5:18-20          Wehe denen, welche den Tag Jahwes herbeiwünschen!

Wozu soll euch der Tag Jahwes sein?

Er wird Finsternis sein und nicht Licht:

wie wenn jemand vor dem Löwen flieht, und es begegnet ihm ein Bär;

und er kommt nach Hause und stützt seine Hand an die Mauer,

und es beißt ihn eine Schlange.

Wird denn nicht der Tag Jahwes Finsternis sein und nicht Licht,

und Dunkelheit und nicht Glanz?

Der Tag des Herrn, Tag Jahwes, yōm yhwh ist ein wichtiger Ausdruck in den prophetischen Büchern, und erstmals begegnen wir ihm bei Amos. Doch benutzt der Prophet ihn wie einen seinen Zeitgenossen bereits bekannten Begriff; als Terminus, der keine Erklärung bedarf: seinen Zuhörern und Lesern war also klar, wovon die Rede war.

In der modernen Bibelwissenschaft, etwa in dem Artikel von Gerhard von Rad[1], ist es üblich, den „Tag des Herrn“ als Militärterminus bzw. als Schlüsselbegriff im Konzept des „heiligen Krieges“ zu erklären.  Die Vorstellung, dass die Kriege Israels vom Herrn selbst angeführt werden, ist in der Bibel häufig zu finden (Jos. 5:13-15 und 10-10-11; Dtn. 20:1-4; Ri. 5:4-5 und 7:2-7; 2 Chr. 14:9-12 und 20:15-24 u.a.). In der Volksvorstellung galt der „Tag des Herrn“ als der Tag des Sieges des Herrn über die Feinde, die Israel umgaben[2], in eschatologischer Perspektive über alle Feinde generell. Mit dem „Tag des Herrn“ verband das Volk seine frohesten Erwartungen. Doch der Prophet Amos zerstört diese Illusionen; er greift diese naiven Vorstellungen auf und ironisiert sie bitter[3]. Die Israeliten, sagt er, sollten sich von der vergeblichen Erwartung des Triumphes über ihre Feinde verabschieden: der „Tag des Herrn“ würde für sie kein froher Tag des Sieges, sondern eine finstere Niederlage sein. Warum? Da der Herr dann nicht für Israel, sondern gegen sein Volk auf der Seite von dessen Feinden kämpfen werde. Dadurch legt Amos dem Begriff „Tag des Herrn“ einen neuen Sinn, der dem üblichen Sinn zuwiderläuft – genauso wie im Ausdruck „Begegnung mit Gott“ (4:12). Den „Tag des Herrn“, so wie auch die „Begegnung mit Gott“, sollten die Israeliten sich nicht herbeiwünschen, sondern fürchten!

Also, ist der “Tag des Herrn“ nun Licht oder Finsternis? Das hängt vom moralischen Zustand derjenigen ab, die auf ihn warten. Wenn er so ist wie der der Israeliten der Epoche des Jerobeams II, dann ist dieser Tag Finsternis und nicht Licht. Der argentinische Bibelwissenschaftler Horacio Simian-Yofre[4] kommt anhand der prophetischen Texte zu folgender Schlussfolgerung: „Der Tag des Herrn ist die Manifestation seiner aktiven und furchtbaren Präsenz, sowohl in der Zeit des Schutzes seines Volkes, als auch in der Zeit seiner Bestrafung. Nur wenn das Volk treu war, brach dieser Tag gegen die Feinde seines Volkes aus.“[5]

Auch die jüdischen Propheten Zefanja und Joel geben in der Nachfolge des Amos dem Ausdruck „Tag des Herrn“, der ihr zentrales Thema ist, einen negativen Sinn. Für Zefanja ist es „der Tag des Zornes Jahwes“ (Zef. 2:2-3), wenn der Herr seine Hand wider Juda und wider alle Bewohner von Jerusalem ausstrecken (Zef. 1:4). „Nahe ist der große Tag Jahwes; er ist nahe und eilt sehr. Horch, der Tag Jahwes! Bitterlich schreit dort der Held. Ein Tag des Grimmes ist dieser Tag, ein Tag der Drangsal und der Bedrängnis, ein Tag des Verwüstens und der Verwüstung, ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels, ein Tag der Posaune und des Kriegsgeschreis wider die festen Städte und wider die hohen Zinnen“ (Zef. 1:14-16). Für Joel ist dieser Tag auch angstvoll und finster: „Ach über den Tag! Denn nahe ist der Tag Jahwes, und er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen“ (Joel. 1:15). „Stoßet in die Posaune auf Zion, und blaset Lärm auf meinem heiligen Berge! Beben sollen alle Bewohner des Landes; denn es kommt der Tag Jahwes, denn er ist nahe: ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und der Wolkennacht. Wie die Morgendämmerung ist es ausgebreitet über die Berge, ein großes und mächtiges Volk, desgleichen von Ewigkeit her nicht gewesen ist und nach ihm nicht mehr sein wird bis in die Jahre der Geschlechter und Geschlechter (Joel 2:1-2)[6]. Für diese Propheten ist „der Tag des Herrn“ der Tag des militärischen Sieges des neubabylonischen Reiches über Judäa, ihr Vaterland. So wie einst für Amos war er der Tag des Sieges von Assyrien über Israel[7].

Unter den Propheten der Zeit nach der babylonischen Gefangenschaft nutzt Sacharja die Wendung „Tag des Herrn“ für die Beschreibung der Kalamitäten, die auf Jerusalem zukommen: „Siehe, ein Tag kommt für Jahwe… Und es wird ein einziger Tag sein (er ist Jahwe bekannt), nicht Tag und nicht Nacht; und es wird geschehen zur Zeit des Abends, da wird es Licht sein“ (Sach. 14:1 und 14:7). Der Krieg der Völker gegen Jerusalem (Sach. 14:2) werde damit enden, dass der Herr auf der Seite seines Volkes auftrete, um Jerusalem zu schützen, und alle gegen sie streitenden Völker niederkämpfe (Sach. 14:3). Also erhält der „Tag des Herrn“ bei Sacharja wieder eine für Israel positive Bedeutung, die der Deutung bei Amos, Zefanja und Joel völlig entgegengesetzt ist. Für Sacharja bringt dieser Tag, auch wenn es durch heftige Kalamitäten geprägt ist, beglückende Ergebnisse - es ist der Tag des endgültigen, eschatologischen Sieges Gottes über die heidnischen Völker: „Und Jahwe wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tage wird Jahwe einer sein und sein Name einer“ (Sach. 14:9)[8]. Die weitere Entwicklung des Themas „Tag des Herrn“ im eschatologischen Sinne finden wir in den apokalyptischen Apokryphen der intertestamentlichen Periode[9], und dann auch in den neutestamentlichen Büchern, vor allem im Gespräch Jesu auf dem Ölberg  (Mt. 24, Mk. 13, vgl. Lk. 21). Dieser Ort ist keineswegs zufällig (vgl. Sach. 14:4).

Jedoch ist auch eine andere Interpretation des Ausdruckes „Tag des Herrn“ möglich: diese Worte können auch liturgische Bedeutung haben. In diesem Falle sind die Verse Am. 5:18-20 mit den Versen Am. 5:21-27, wo von Festen die Rede ist, direkt verbunden. Bemerkenswert ist auch die Drohung in Am. 8:9-10: „Und es wird geschehen an jenem Tage… ich werde eure Feste in Trauer verwandeln und alle eure Gesänge in Klagelieder…“ Der Ausdruck „jener Tag“ (ha'Yom ha'Hu) ist ein Synonym zur Wendung „Tag des Herrn“ und wird in den prophetischen Büchern viel häufiger als die letzte verwendet. Wenn also in Am. 8:9-10 von demselben „Tag des Herrn“ wie in 5:18 die Rede ist, dann ist auch der Kontext in beiden Abschnitten derselbe, nämlich sakral. An die sakrale Interpretation halten sich auch die Spanier Luis Alonso Schökel und Fernando Sicre Diaz. Sie nehmen an, dass Amos mit dem „Tag des Herrn“ ein liturgisches Fest gemeint haben könnte, eventuell Jom Kippur (vgl. Lev. 16:30) oder ein anderes großes Fest (Lev. 23)[10]. Der feierliche Kontext tritt auch zutage in Hos. 9:5, Klgl. 2:7,22 und Hes. 7:7, sowie in den Texten, wo „der Tag des Zornes des Herrn“ und „der Tag des Festes des Herrn“ ein und derselbe Tag sind. Gewiss widerspricht diese Interpretation der Hauptauffassung nicht.

Es gibt aber auch noch eine dritte Interpretation, die eschatologische, die allerdings keine der beiden anderen ersetzt, sondern eine Ergänzung und Vollendung darstellt. An die eschatologische Interpretation hält sich, u.a., der italienische Bibelwissenschaftler Alberto Soggin, der von einer „populären Eschatologie“ spricht, welche „von der Hoffnung auf die Epoche geprägt ist, in der Gott Selbst seine Herrschaft auf der Erde errichten und sie seinem erwählten Volk für immer und vor allen Völkern anvertrauen und das ewige Heil vollenden wird, das durch die historischen Geschehnisse immer wieder verschoben worden war.“[11]

In der eschatologischen Perspektive erscheint die Wendung „Tag des Herrn“ im Targum, wobei  der Beginn des Verses paraphrasiert wird, wie folgt: „wehe denen, welche den herbeiwünschen, der in der Zukunft von Jahwe kommen wird“. Der „Tag, der von Jahwe kommen soll“ ist eine Wendung, die in den Targumim der Propheten häufig zu finden ist (Jes. 2:12; 13:6; Hes. 30:3; Joel 1:15; 2:1,11; 3:3,4; Obd. 15; Zef. 1:14; Sach. 14:1; Mal. 3:23)[12]; drunter noch einmal im Targum Amos (5:20).

wie wenn jemand vor dem Löwen flieht, und es begegnet ihm ein Bär; und er kommt nach Hause und stützt seine Hand an die Mauer, und es beißt ihn eine Schlange. Mit diesen drei Bildern von Begegnungen mit Tieren, die für den Menschen lebensgefährlich wären, illustriert der Prophet die absolute Unmöglichkeit, dem „Tag des Herrn“ zu entfliehen. Es sei unmöglich, vor dem Löwen fortzulaufen; aber auch wenn dies gelänge, würde das keine Rettung bedeuten, denn der Untergang sei dennoch gewiss – durch den Bären oder die giftige Schlange. Und diesem Untergang kann Israel nicht entfliehen (Vgl. 9:1).

(In Palästina, so wie im gesamten Nahen Osten, lebten einst Löwen und Bären. Sowohl in der Heiligen Schrift als auch in nicht-biblischen Literaturdenkmälern werden sie häufig erwähnt. Diese Raubtiere waren die im Heiligen Land die gefährlichsten Tiere. Sie wurden dort anscheinend erst vor kurzem, weniger als eintausend Jahren, ausgerottet.[13] Heute können in der Wildnis Israels von den vom Propheten aufgelisteten Tieren nur noch Schlangen angetroffen werden.)

Die patristische Exegese widmet der Erklärung dieser Worte des Amos reichliche Aufmerksamkeit. Der Hl. Ephraim der Syrer versteht unter „diesen, die den Tag Jahwes herbeiwünschen“ die Frevler, die Unrechtes treiben und denken, dass Gott ihren Taten keine Schranken auferlegen würde. Das sind solche, die denken, die „Mahnungen der Propheten sind vergeblich, das Wort erfüllt sich in Wirklichkeit nicht“[14]. Ephraim untermauert seine Erklärung mit einem Verweis auf den Propheten Jesaja, bei dem geschrieben steht: „Wehe denen, welche die Ungerechtigkeit einherziehen mit Stricken der Falschheit, und die Sünde wie mit Wagenseilen! Die da sprechen: Er beeile, er beschleunige sein Werk, damit wir es sehen; und der Ratschluß des Heiligen Israels möge herannahen und kommen, damit wir ihn erfahren!“ (Jes. 5:18-19). Für solche selbstgerechte Halunken, die sich gänzlich in Sicherheit fühlen, bringt der „Tag des Herrn“ eine Verfinsterung ihrer Feste: „Und der Tag des Herrn ist Finsternis, und kein Licht, da an diesem Tag euch die Kalamitäten, die ihr nicht erwartet habt, euch für den Spaß eurer Feste begegnen werden“[15]. Für Ephraim ist die Bezichtigung der Feste in Am. 5:21-27 die Fortführung des Themas „Tag des Herrn“, das in Am. 5:18-20 dargestellt ist.

Der „Tag des Herrn“ wird für die Sünder der Tag des Gerichtes und der Bestrafung; daher können die Sünder ihn nicht herbeiwünschen. In seiner Auslegung des Propheten Jesaja zitiert Basilios der Große zweimal die Worte des Amos vom „Tag des Herrn“. Beim ersten Mal betrachtet er ihn in der eschatologischen Perspektive des Jüngsten Gerichtes und erklärt, dieser Tag werde „traurig und schwer für die, welche sich in Sünden befinden“, für diejenigen, „die sich falschen und bösen Taten hingegeben haben und sich den Tag der Entgeltung  herbeiwünschen“[16]. Beim zweiten Mal zitiert er diese Worte nicht für das Ende der Welt, sondern für das Ende des persönlichen Lebens des Menschen: „Viele, die über die Umstände dieses Lebens verbittert sind, möchten baldmöglichst dahinzuscheiden und rufen den Tod herbei. Ihnen täte es gut, mit den Worten des Amos zu sagen:“ (im Weiteren zitiert der Hierarch Am. 5:18-20)[17]. In beiden Fällen dienen die Worte des Propheten dem Basilios als Warnung seiner christlichen Leser, diese sollten sich nicht voreilig die Zukunft – des Gerichtes und des Todes – herbeiwünschen.

Der Selige Theodoret von Kyrrhos sieht in diesen Worten auch eine prophetische Entlarvung der selbstgerechten Dreistigkeit: „Da es solche dreisten, selbstgerechten und anmaßende Menschen gibt, welche die prophetischen Vorbedeutungen bestritten und belacht, die Worte Gottes falsch genannt und verlangt haben, dass die Prophezeiungen sich erfüllen, nennt der Gebieter sie beweinenswert, da sie sich danach sehnen, die Finsternis statt das Licht zu sehen. Wer sich wünsche, die Erfüllung der Prophezeiungen zu erleben, unterscheide sich durch nichts von einem Menschen, der vor dem angreifenden Löwen geflohen ist, dann aber einem Bären begegnet und, wenn er sich voll Angst in seinem Haus verstecke, seine Hand in der Verstörtheit, die seine Seele aufrührt, an die Mauer stütze, und es beiße ihn eine grausame Schlange. Wie solch ein Mensch an jenem Tag die Finsternis und nicht die Sonnenstrahlen sehen werde, so werden auch diese Anmaßenden am Tag der Bestrafung der dunklen Finsternis anheimgegeben werden“[18].

So wie auch Basilios der Große benutzt der Selige Hieronymus von Stridon die Worte des Propheten für seine Vorwarnung. Für ihn bedeutet der „Tag des Herrn“ den Tag des Gerichtes Gottes: „Keiner zweifelt, dass alle Unserigen [die Christen – Ars.] unter dem Tag der Finsternis den Tag des Gerichtes versehen… Auch die Hoffnung der Stolzen zerstört sich, die, indem sie sich wünschen, den Menschen gerecht zu erscheinen, üblicherweise auf den Tag des Herrn warten und sagen: ‚Ach, wenn der Herr nur schon käme; ach, wenn wir nur erlöst und mit Christus sein könnten!‘ Dadurch, dass sie den Tag des Herrn herbeiwünschen anstatt ihn zu fürchten, werden sie Strafe verdient haben; denn es gibt keinen Menschen, der ohne Sünde ist.“[19] Den Bildern der Tiere in Am. 5:19 gibt Hieronymus zwei unterschiedliche Auslegungen: eine in Hinblick auf die Geschichte der Juden als prophetischen Hinweis auf die Kalamitäten der babylonischen Gefangenschaft und danach; und die zweite als allegorische Darstellung des Teufels. Führen wir die beiden Auslegung an: „Während ihr vor Nebukadnezar dem Löwen fliehen werdet, werdet ihr auf Ahasver[20] stoßen, zu dessen Regierungszeit die Geschichte Esters entstand oder nach der Zerstörung des Staates der Assyrer und Chaldäer, werden Meder und Perser aufstehen. Und wenn ihr während der Regierung des Kyros zurückkehrt und nach dem Befehl des Dareios das Haus Gottes bauen und die gesamte Hoffnung in den Tempel setzen werdet, so dass ihr Beruhigung in ihm finden und eure ermüdeten Hände an die Wände stützen wollt, dann wird Alexander, der Kaiser von Mazedonien kommen, oder Antiochos, genannt Epiphanes, der sich im Tempel verbergen und euch wie eine Schlange beißen wird; nicht außerhalb, in Babylon oder in Susa, sondern innerhalb des Heiligen Landes. Das zeigt, dass der Tag, den ihr herbeiwünscht, nicht ein Tag des Lichtes und der Freude sein wird, sondern ein Tag der Finsternis und Trauer. Das haben wir im Hinblick auf die Geschichte gesagt, damit wir die Meinung der Juden nicht ganz verschweigen.“[21] „Diese Worte, so wie es mir vorkommt, bedeuten entweder unterschiedliche Bestrafungen oder den Teufel selbst, der sowohl Löwe als auch Bär als auch Schlange genannt wird… und der an dieser Stelle nahas und im Buch von Hiob Lethiathan genannt wird.“[22]

Diesen kleinen Exkurs in die patristischen Werke beenden wir mit der rhetorischen Frage des Hierarchen Kyrill von Alexandrien: „Wenn Gott zu Niedergang und Leiden verurteilt, wer soll uns dann erlösen, uns beistehen und vor Bestrafung erretten?“[23] 



[1] G. von Rad: The Origin of the Concept of Day of Jahweh, in: “Journal of Semitic Studies”, №4 (1959), S. 97-108. Ср.: G. von Rad: Theologie des Alten Testaments, 2. Band, München 1964. S. 129-133. F.J. Héléwa: L’origine du concept prophétique du “Jour de Yahvé”, in: “Ephemerides Carmeliticae”, №15 (1964), S. 3-36. Weiss M. The Origin of the “Day of the Lord” Reconsidered. “Hebrew Union College Annual”, №37 (1966), S. 41-45. C. van Leeuwen: The prophecy of the yōm yhwh in Amos V 18-20, in: “Oudtestamentische Studiën”, №19 (1974), S. 113-134. Y. Hoffmann: The Day of the Lord as a Concept and a Term in the Prophetic Literature, in: “Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft”, №93 (1981), S. 37-50.

[2] Vgl. die Ausdrucke „Tag Iesreels“ (Hos 1:11) und „Tag Midians“ (Jes. 9:4 und 10:26; Angaben nach der kirchenslawischen Übersetzung) als prophetische Erinnerungen über die für die Geschichte Israels glorreichen Geschehnisse, wenn göttliche Einmischung das Volk vor seinen Feinden rettete.

[3] Adalbert Peter, ehemaliger Professor für alttesamentarische Exegetik an der Universität Fulda: „Soweit wir wissen, war der Prophet Amos der erste, der sein Volk aufrüttelte und aus dem Schlaf riss. Er zerstörte nicht nur die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, sondern auch die Selbstgefälligkeit, mit der Israel eine heilsame Zeit erwartete, (…) ohne sich für seinen ethisch-religiösen Zustand verantworten zu müssen“. (Peter A. I libri di Sofonia, Nahum e Abacuc. Roma, 1974. P. 44. Orig.: Die Bücher Zefania, Nahum und Habakuk. Düsseldorf, 1972)

[4] Horacio Simian-Yofre ist Redakteur der Zeitschrift „Biblica“ und Professor am Pontificio Instituto Biblico in Rom.

[5] Simian-Yofre H. Amos: nuova versione, introduzione e commento. Milano, 2002. P. 123.

[6] Zur Analyse der Verwendung des Ausdrucks „yōm yhwh“ in den Büchern der Propheten Zefanja und Joel s. z.B.:

H. Simian-Yofre, ibid., S. 120-123, und A. Meinhold: Zur Rolle des Tag-JHWHs-Gedichts Joel 2,1-11 im XII-Propheten-Buch, in: A. Graupner et alii: Verbindungslinien, Neukirchen-Vluyn 2000, S.. 207-223. Letzterer Artikel beinhaltet auch eine Literaturliste zu diesem Thema.

[7] Erzpriester Alexander Men: „der Tag Jahwes fand nicht statt, dafür brach der ‚Tag Assurs‘ auf“ (Светлов Э. Вестники Царства Божия. Брюссель, 1986, S. 50).

[8] Die rabbinische Exegese interpretiert Sach.14 als Tag der Beendung der Idolatrie und des endgültigen Triumphes des Monotheismus auf der ganzen Welt. „Der Tag, der für Jahwe kommt“ (Sach. 14:1), jener Tag (Sach. 14:6, 13,21) ist für die jüdischen Kommentatoren des Buches des Propheten Sacharja „der Tag des Gerichtes über die Völker, die am Ende der Zeiten kommen und den Söhnen Israels das Heil bringen wird…  Nachdem die Völker der Welt die geschehenen Wunder sehen werden, wird es ihnen bewusst, dass Gott über die Welt herrscht und dass es keine Kraft gibt, die IHM widerstehen könnte… Die Völker der Welt werden die All-Mächtigkeit Gottes nicht mehr verneinen und die Idolatrie nicht mehr betreiben können“ (Мешков З. (ред.). Зхарья. Ивритский текст с русским переводом и комментарием. Иерусалим-Москва, 2004. С. 192 и 197. Der Herausgeber des Buches, der bekannte israelische Rabbiner Zeev Meschkow, hat diesen Kommentar „anhand des Talmuds, des Midrasches und klassischer früher und späterer rabbinischer Werke“ – s. Titelblatt – erstellt.

[9] Die Periode zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. Jahrhundert n. Chr. ist unter Bibelhistorikern als die „intertestamentliche Periode“ bekannt, d. h., sie wird durch den Abschluss des Kanons der hebräischen Schriften und der Bildung des Kanons der christlichen Schriften gekennzeichnet. Diese Periode ist für die Juden wichtig, weil sie den verheerenden jüdischen Aufstand gegen das  Römische Reich mit einschließt, der zur Zerstörung des Zweiten Tempels führte und das Ende der Anbetung mit Opferdarbringung bedeutete. Sie ist auch für die Christen wichtig, weil sie den Rahmen darstellt, in dem Jesus Christus und seine frühesten Jünger geformt wurden. Weil dies eine Periode mit ungeheurer theologischer Vielfalt innerhalb des jüdischen Brauchtums war, neigten Religionsgelehrte in jüngster Zeit dazu, sie im Plural – als Judaismen – zu charakterisieren, anstatt sie als Repräsentation einer nahtlosen religiösen Orthodoxie zu sehen. Was wir über diese Periode wissen, entstammt mehreren Quellen: den christlichen Schriften (die keine besonders zuverlässigen historischen Dokumente sind, da sie den jüdischen Autoritäten oft feindlich gesonnen waren), dem jüdischen Historiker Flavius Josephus aus dem ersten Jahrhundert und dem Philosophen Philo von Alexandria, den Schriftrollen vom Toten Meer, archäologischen Ruinen und Inschriften. (Thomas L. Long, Survey of the New Testament – Intertestamental Judaism. Zit. nach http://www.gutenachrichten.org/PDF/LIT/tp-wesensart.pdf) (Anm.d.Ü.)

[10] Alonso Schökel L., Sicre Diaz J.L.: Profetas. Vol. II. Madrid, 1980. P. 979. In der modernen Bibelwissenschaft gibt es auch eine andere Meinung, die die Möglichkeit einer solchen Interpretation entschlossen verneint – zum Beispiel bei Ernst Jenni: „Die historisch-religiöse Studie hat gezeigt, dass es nicht zu denken ist, dass ‚der Tag Jahwes‘ einen sakralen Charakter hat, so wie beispielsweise das vermutete Fest der Thronbesteigung Jahwes“ (Jenni E. Yom. In: Jenni E., Westermann C. (ed.).Diccionario teologico manual del Antiguo Testamento. Vol. I. Col. 998-999).

[11] Soggin A.J. Il profeta Amos. Brescia, 1982. P. 129. In der Exegetik wurde das Konzept der “populären Eschatologie” zuerst von Gressmann erarbeitet: Gressmann H.: Der Ursprung der israelitisch-jüdischen Eschatologie. Göttingen 1905. Gressmann H.: Der Messias. “Forschungen zur Religion und Literatur vom Alten und Neuen Testament”, №40. Göttingen 1929. Von den späteren Werken zu diesem Thema s. z.B.: Preuss H.D.: Jahweglaube und Zukunftserwartung. “Beiträge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament”, №87 (1968). Р. 159-181.

[12] In den Targumim der  Propheten wird auch eine kürzere Form verwendet (Vgl.: Jes. 13:9; Nah. 1:2).

[13] Die in Israel wohnende Jungnonne Jelena (Halfen), Altertumsforscherin und Reiseführerin für das Heilige Land, vermutet, dass in Palästina die letzten Löwen und Bären unter den Speeren und Schwertern der Kreuzfahrer fielen. „Die geharnischten Ritter brannten anscheinend darauf, ihre Verwegenheit gegenüber diesen wilden Tieren zu zeigen und danach bei den Damen mit den Fellen zu prahlen.“

[14] Ефрем Сирин, преп. Толкование на книгу пророчества Амоса. Сергиев Посад, 1901. C. 131.

[15] Ефрем Сирин, преп. Ibid. C. 131-132.

[16] Василий Великий, свт. Толкование на пророка Исайю, IV, 2. Творения. Т. I. Санкт-Петербург, 1911. С. 312.

[17] Василий Великий, свт. Толкование на пророка Исайю, XIII, 7. Ibid. С. 416.

[18] Феодорит Кирский, блаж. Толкование на пророка Амоса. Творения. Т. IV. С. 368-369.

[19] Иероним Стридонский, блаж. Три книги толкований на пророка Амоса. Творения. Т XIII. Киев, 1896. С. 96.

[20] Artaxerxes? 

[21] Иероним, блаж. Ibid. С. 95-96. Der Autor führt hier keinen Verweis auf eine jüdische Quelle an. Es wäre möglich, dass es zu seiner Zeit keine Quelle gab – der Bethlehemer Einsiedler konnte von dieser Auslegung mündlich, von ihm bekannten Juden, erfahren haben.

[22] Иероним Стридонский, блаж. Ibid. С. 97.

[23] Кирилл Александрийский, свт. Толкование на пророка Амоса. Творения. Т. 9. Москва, 1891. С. 480.

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