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Christus bedarf keines Images. Wozu braucht die Kirche ein eigenes Informationsministerium?

22. April 2011
Hat die Kirche eine Informationspolitik? Welches aktuelle Bild möchte die Kirche gerne abgeben, und wie sieht es in Wirklichkeit aus? Vladimir Legoyda, Oberhaupt der Synodalen Informationsabteilung der ROK, Hauptredakteur der Zeitschrift „Thomas“, Professor am  Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen in Moskau sprach mit der „Russischen Zeitung“ („Русская газета») über die Versuche, eine Informationspolitik für die Kirche zu bestimmen.

Die Effekte des Glaubens und des Misstrauens

Russische Zeitung:   Das Image der Kirche, also ihr Bild in den Augen der modernen Gesellschaft, hängt weitgehend von der Arbeit ihrer Abteilung ab. Wie möchten Sie dieses Bild gestalten?

Vladimir Legoyda:  Vor einigen Jahren fragte ich den Chefredakteur einer führenden analytischen Zeitschrift: „Welchen Stellenwert haben geistig-sittliche und religiöse Angelegenheiten in der öffentlichen Diskussion?“ Er antwortete: „Gar keinen.“ Leider lag er damit weitgehend richtig. Über die Religion wird es bei uns zwar viel gesagt und geschrieben, aber meistens entweder als „Folklore“ (Rezepte für Osterbrot usw.) oder als Skandal – d.h., religiöse Nachrichten stehen in einer Reihe mit den Ehescheidungen von Prominenten, fliegenden Untertassen u.ä. Und das ist vielleicht keine Herabwürdigung, aber zumindest eine deutliche Verzerrung des „Gegenstandes“. Da wir wollen, dass die Stimme der Kirche in den Medien gehört wird, müssen wir an der großen „Agenda“ teilhaben. Und uns nicht bloß rechtfertigen, wenn wir in einen Skandal hineingezogen werden, sondern unsere eigenen Themen einbringen.

Das Bild der Kirche ist aber eher im Evangelium zu suchen. Christus sagte zum Apostel Paulus:  „…ich werde meine Kirche bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen“. Und seit zweitausend Jahren ist die Kirche der unzerstörbare Ort des Heiles und der Vereinigung mit Gott. Die Kirche steht jedem offen, zwingt sich aber niemanden auf; sie bewahrt die Tradition, aber ihre Predigten sind jeden Tag aktuell… Was aber unsere Arbeit betrifft, besteht sie darin, das Wort der Kirche maximal zugänglich zu machen, auch mit den neuesten technologischen Mitteln des raschen Informationsaustauschs in der modernen Welt.  

Der Patriarch sagte kürzlich auf einer Sitzung des Obersten Kirchenrates über die Entwicklungsziele des kirchlichen „Managements“, die Mission der Kirche in der modernen Welt müsse effektiver werden. Dieses Ziel bewegt auch die Mitarbeiter unserer Abteilung.

 

RZ:  Was kann die Kirche heute den Medien anbieten?

Legoyda:  Wie ich erwähnt habe, ist die Kirche der Raum, wo der Mensch mit Gott kommuniziert. Darüber sollten wir sprechen – auch in den Massenmedien. Zum Beispiel ist eine der Hauptfragen für die Gläubigen: „Was bedeutet es, Christ zu sein? Und was bedeutet es, heute, im 21. Jahrhundert, Christ zu sein?“ Ein Gespräch über den Glauben ist vor allem ein Gespräch über Christus. Und dabei geht es nicht ums Image – Christus bedarf ja keines Images. Hier gibt es andere kreative Probleme – wie soll ein Medienformat das transportieren, was von keinem menschengemachten Format erfasst werden kann? Es gibt auch einfachere Aufgaben – etwa die Mythologie einzudämmen, die sich heute um die Kirche bildet. Hier aus dem Stegreif, einige Mythen über die Kirche: die Kirche sei mit dem Staat verschmolzen; sie sei schrecklich reich, aber sie helfe keinem Menschen.

Außer Mythen gibt es auch noch die Effekte gewissenloser oder unprofessioneller Journalisten. Ich könnte ein ganzes Buch schreiben mit eine Menge Beispiele aus der letzten Zeit dafür, wie Journalisten das, was der Patriarch gesagt oder die Kirche getan hatte, willkürlich oder unwillkürlich verzerrten. Hier ist eines der jüngsten Beispiele: auf einer Sitzung des Koordinationsausschusses zur Förderung sozialer, kultureller, Ausbildungs- und Informationsinitiativen unter der Obhut der Kirche erzählte der Patriarch, dass er morgens im Auto mit seinem Fahrer das Problem der Wohnungsnebenkosten besprochen und dabei gesagt habe: „Die Menschen verstehen nicht, warum die Nebenkosten sich so rasch erhöhen – zwei- bis dreimal jährlich, ohne dass ein entsprechender Gegenwert geleistet wird.“ Einige Massenmedien schrieben daraufhin, dass der Patriarch von den wachsenden Wohnungsnebenkosten von seinem Fahrer erfahren habe! Ist das nicht ein Fall für ein Lehrbuch des Journalismus – wie man es nicht machen sollte? Auf ähnliche Weise wurden auch die Worte des Patriarchen nach der Tragödie auf Haiti verzerrt. Ehrlich, manchmal möchte ich, so etwa wie Nikita Michalkow, ein Videoblog erstellen, um Menschen zu ermöglichen, die Realität der jeweiligen Aussagen mit deren freier Interpretation durch die Journalisten zu vergleichen.

 

RZ: Was ist der lästigste Mythos über die Kirche?

Legoyda:  Die Kirche wird häufig als eine Korporation wahrgenommen – in Analogie zu anderen sozialen Instituten. Und dann wird das, was für Kirchenmenschen das Wichtigste ist, eventuell als Tarnung für mythische „wahre Interessen“ wahrgenommen. Zum Beispiel stellt man uns vor jeder Reise des Patriarchen in die Ukraine mit einer Hartnäckigkeit, die besseren Zwecken würdig wäre, ein und dieselbe Frage: „Wozu aber fährt er wirklich dorthin?“ Gebete an den heiligen Stätten und die pastorale Kommunikation mit den Gläubigen lässt man nicht gelten. Und danach schreibt man, dass die wahren Ziele des Besuchs im politischen Bereich lägen. Und so entsteht der Eindruck, dass wir alle ungläubige Zyniker seien und den Glauben nur zu anderen Zwecken nutzen, nicht wahr?

Die andere Seite der Medaille ist es, die Kirche nur im mystischen Sinne wahrzunehmen und zu behaupten, dass jedwede Organisation ihrer Arbeit ihre oberste Bestimmung profanieren würde. Hier werden Mythen manchmal aus bestem Wissen und Gewissen geboren, um sich in den Schwierigkeiten des kirchlichen Lebens zurechtzufinden. Sagen wir, ein Mensch versucht die Tatsache – auch sich selbst – zu erklären, dass es in der Kirche gleichzeitig Selbstlosigkeit und Heilige, aber auch Mängel und schlechte Menschen gibt, und kommt dabei zu der Annahme, dass es in Wirklichkeit nicht eine, sondern zwei Kirchen gebe: die irdische und die himmlische. Dabei seien kirchlichen Beamten, Bediensteten und Funktionäre die „geerdete“, hiesige Kirche. Es gebe aber auch die „geistreiche“, erhabene, wahrhafte Kirche, in der sich Gott und die Heiligen befinden und wo es weder eine Verwaltung noch einen Kerzenverkauf im Gotteshaus noch einen Priester im neuen Auto geben darf.

 

RZ: Ist das nicht so?

Legoyda:   Nein. Im kirchlichen Leben gab es schon immer eine himmlische und eine irdische Dimension. Die Kirche ist der Leib Christi, das Schiff unserer Errettung, wo der Mensch sich durch die Mysterien mit Gott vereinigt; aber sie ist auch eine Einrichtung, die nach natürlichen Verwaltungs- und Ordnungsgesetzen funktioniert. So etwa wie Leib und Seele beim Menschen. Der Leib ist nicht verächtlich, er ist notwendig. Und ein Konflikt entsteht nicht dadurch, dass das Leben des Leibes verwaltet wird, sondern im Gegenteil, wenn es gar nicht organisiert ist.

Ich kenne viele junge Priester und Hegumene, die aufrichtig, eifrig, liebevoll und ohne sich zu schonen ihre Kraft und Gesundheit in die Verwaltungstätigkeit investieren, und sich dabei sehr darum bemühen, dass im Dienst der Kirche möglichst keine Probleme, keine Mängel und keine Überspitzungen entstehen. Dafür ziehen sie sich dann erbarmungslose Kritik von Journalistenseite zu, weil sie es wagen, nicht nur in den Gotteshäusern zu dienen, sondern sich auch mit „Management“ zu beschäftigen.

Ich will nicht bestreiten, dass Bürokratie immer anfällig für Erstarrungen und Verkrustungen“ ist; deshalb muss sie immer wach gehalten werden,  gegebenenfalls durch Kritik. Wir sollten aber nicht zusammen mit der Spreu auch den Weizen ausrotten. Das Evangelium sagt, dass derjenige, der die Spreu  vom Weizen trennen wird, der Herr selbst ist, und zwar zur rechten Zeit.

 

Der Wahrheitsdetektor

RZ:  In welchem Ausmaß bestimmen Sie selbst das Bild der Nachrichten über die Kirche, und mit in welchem Ausmaß tun dies die Journalisten?

Legoyda:  Wirmöchten in diesem Bild die Hauptakzente setzen. Wenn Journalisten dies übernehmen, geht manchmal das Wesentliche verloren. Ein Beispiel: nach dem schrecklichen Brand im Nachtklub „Lahmes Pferd“[1] sprach der Patriarch seine Teilnahme aus. Das wurde in dem Massenmedien erwähnt und zitiert, aber seine Gebete, seine Hinweise auf die menschliche Verantwortung, die die Inhaber solcher Klubs tragen, die Erinnerung daran, dass die Fastenzeit (die Tragödie war in der Zeit des Weihnachtsfastens geschehen) nicht der rechte Zeitpunkt für hemmungslose Belustigung ist – all das blieb außen vor.

Noch unangenehmer war es, dass die Antwort des Patriarchen auf eine Frage von Dmitrij Kisselew im Interview, welche Begegnung im vergangen Jahr im Leben des Vorstehers die wichtigste gewesen sei, von meinen Journalistenkollegen praktisch unbemerkt blieb. Seine Heiligkeit hatte gesagt, dass er seinen Besuch des Hospizes  dafür halte. Warum auch immer, nirgends ist eine Überschrift „Patriarch hält Besuch des Kinderhospizes für die wichtigste Begegnung des vergangenes Jahres“ erschienen. Natürlich – wer interessiert sich schon dafür, dass das Herz des Patriarchen für die sterbenden Kinder schlägt? Über seinen Chauffeur und seine Wohnungsnebenkosten zu berichten, ergibt eben die interessanteren Schlagzeilen – so funktioniert Infotainment…

 

RZ:  Kann das verändert werden?

Legoyda:  Bestimmt. Stellen Sie sich vor, dass einer der Journalisten sich vorgenommen hätte, eine Kolumne „Wovon der Patriarch diese Woche gesprochen hat“ oder „Wovon man in der Kirche diese Woche gesprochen hat“ zu führen – aufgrund realer Aussagen und Predigten, ausgehend davon,was für die Kirche selbst wichtig ist. Das Bild würde dann garantiert anders. Und das Thema „Dresscode“[2] würde nie ein bestimmendes kirchliches Thema werden. Und viele wichtige Gedanken, die in den Predigten und Reden des Patriarchen geäußert werden, würden nicht an den Menschen vorbeigehen.

 

RZ: Ist die Russische Orthodoxe Kirche heute ein „offenes Institut“?

Legoyda:  Das Wichtigste in der Kirche – das Leben in Christo – war nie ein Geheimnis: komm und sieh, nimm teil. Für das Recht, „offen“ zu sein – sich zu ihrem Glauben offen zu bekennen – haben Tausende Christen in unterschiedlichen Epochen mit ihrem Leben bezahlt. Orthodoxe Priester und Bischöfe versteckten sich nicht vor Menschen. Anders wäre es auch seltsam, denn ihre Aufgabe ist es, Gott und den Menschen zu dienen. Und denjenigen, die sich verstecken, hat Seine Heiligkeit der Patriarch jüngst in einem seiner Vorträge unzweideutig gesagt: „Diejenigen, die den Dienst für den Herrn im 21. Jahrhundert mit Komfort, Wohlergehen, gemütlichem Leben verbinden, müssen den Zug verlassen – je früher, desto besser. Dies bezieht sich auf Bischöfe, Priester, auf  Nonnen und Mönche – auf alle.“ 

Heute bemüht sich die Kirchenleitung darum, die innerhalb der Kirche stattfindenden Prozesse möglichst verständlich zu machen – vor allem den Kirchenmitgliedern selbst. Sie bemüht sich, sie in die Diskussion und Lösung der kirchlichen Probleme einzubeziehen. Dafür wurde die Interkonziliäre Versammlung gegründet. Und deshalb spricht der Patriarch immer wieder davon, wie wichtig ist es, nicht die all-kirchlichen Entscheidungen „aus dem Zentrum in die Regionen zu senden“, sondern sie sorgfältig vorzubereiten – durch das Studium der Lage in den Diözesen und der Meinung der Diozesanbischöfe.

Sicherlich gibt es Sphären des kirchlichen Daseins und des Lebens in der Kirche, die nicht öffentlich gemacht werden dürfen. Aus verständlichen und unbestreitbaren Gründen ist das z.B. das Geheimnis der Beichte. Im vergangenen Jahr hat das all-kirchliche Gericht seine Arbeit begonnen. Wir veröffentlichen die Entscheidungen, die es trifft. Wenn aber sittliche Angelegenheiten betroffen sind, werden solche Informationen als Beichtgeheimnisse behandelt.

 

RZ: In urchristlicher Zeit war die Beichte kein Geheimnis.

Legoyda:  Aber offen war sie nur für die eigene Gemeinde, wo alle einander kannten. Das verschärfte den Effekt der Gewissensprüfung. heute ist die Situation aber prinzipiell anders. Die Kirche wird sich nicht in ein Unterhaltungsmedium wie das Fernsehen umwandeln, in dem die Menschen ihre Beichten vor riesigem Publikum ablegen, etwa wie in der Sendung „Lügendetektor“.

Ich möchte dies noch einmal wiederholen – wir möchten unsere Informationsarbeit nach dem Prinzip der Offenheit ausrichten. Das ist nicht leicht. Das Bewusstsein vieler älterer Priester hat sich in der sowjetischen Zeit geformt, sie erinnern sich noch genau; sowohl an den Druck seitens der Regierung als auch an die Angriffe seitens der Massenmedien, und ihre manchmal übertriebene Vorsicht hat gute Gründe. Ich glaube, es war Protodiakon Andrey Kuraev, der zu einem ähnlichen Anlass angemerkt hat: sie haben uns 70 Jahre lang die Beine gebrochen, und nun wollen sie, dass wir Polka tanzen. So geht es nicht, Änderungen brauchen ihre Zeit.

 

Die Kirche als „Newsmaker“

RZ: Auf den Info-Bändern gibt es viele religiöse Nachrichten. Wird die Kirche zu einem „Newsmaker“?

Legoyda:  Unsere Hauptaufgabe ist die Reaktion auf die akuten, schmerzhaften Themen, die uns alle betreffen. Verletzung der Rechte von Veteranen, Gewalt in Familien und gegen Kinder, Drogen, Korruption – das sind gesellschaftlichen Geschwüre, welche die Kirche nicht ignorieren darf. Dabei müssen wir allerdings stets politisch neutral bleiben. Nach den traurigen Geschehnissen auf dem Manegenplatz[3] haben einige Massenmedien der Kirche und dem Patriarchen unterstellt, sie würden diese oder jene Position der jeweiligen politischen Parteien unterstützen oder gar in Opposition zum Staat stehen.

Aber die Kirche darf nicht in Opposition stehen, da Opposition einen Kampf um die Macht impliziert. Aber mit der Macht streng ins Gericht zu gehen – das darf die Kirche und muss es manchmal auch. Aber in die Opposition zu gehen – das darf sie nicht. Die Kirche wird nie zum Lobbyisten einer Interessengruppe werden. Sie kann nur der „Lobbyist der Interessen der menschlichen Seele“ sein.

 

RZ: Wie würden Sie die kirchliche Zeit, die wir erleben, bezeichnen?

Legoyda:  Am Ende des 20. Jahrhunderts ist im Leben der befreiten Kirche wieder etwas Ruhe eingekehrt. Gotteshäuser werden gebaut, Geistliche werden nicht verfolgt – es scheint, dass die Zeit für eine gemächliche Entwicklung gekommen wäre. Doch ist dies auch die Zeit der Bewusstmachung der eigenen Verantwortung. Die Stimmung, die uns Seine Heiligkeit der Patriarch gibt, bringt uns den Sinn des evangelischen Gleichnisses über den Menschen zurück, der immer wieder selbstbewusst Pläne schmiedete, dem Gott aber sagte: „du Tor! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern“. Wer weiß, wie viel Zeit uns noch bleibt – jedem einzelnen Menschen und auch der Kirche?

Die heutige Zeit ist aber nicht einfach. In der einen Waagschale sind vier Stunden Fernsehkonsum pro Tag (das ist der russische Durchschnitt), auf der anderen bestenfalls zwei Stunden pro Woche im Gotteshaus. Das zeigt aber nur, dass der Kirche noch sehr viel Arbeit bevorsteht. Und deshalb ist die Anspannung, mit der die Kirche über den Bau neuer Gotteshäuser, über die Möglichkeit, die religiöse Kultur in der Schule zu unterrichten, und über die Präsenz der Geistlichen beim Militär spricht - lediglich damit verbunden, dass wir verstehen, dass wir  zu wenig aktiv sind. Und wieso sollten wir von irgendwelchen anderen Maximen ausgehen, wenn das Evangelium eben davon spricht?

 

RZ: Ist das Bild des Patriarchen durch die öffentliche Berichterstattung über ihn bestimmt?

Legoyda:  DerPatriarch ist als Persönlichkeit so dermaßen selbstgenügsam, heil und tief, dass es nicht nötig ist, ein zusätzliches Bild zu erschaffen. Seine Heiligkeit beginnt zu sprechen – und sein Bild wird von selbst erschaffen. Nicht umsonst ist die TV-Sendung „Das Wort des Hirten“ [russ. "Слово Пастыря"] zum wichtigen Ereignis im Medienleben geworden. Deshalb ist es unsere Aufgabe, lediglich zu assistieren und eine möglichst weite Verbreitung der Informationen über den Dienst des Patriarchen technisch zu gewährleisten. Zu sagen, dass der Patriarch viel arbeitet, wäre untertrieben. Heute arbeiten viele viel. Beim Patriarchen ist die Wahrnehmung der Zeit qualitativ anders – er ist einfach unfähig, Zeit zu vergeuden. Sogar während offizieller Treffen und Jubiläen, wo, wie man sagt, das Gesagte immer „durch 16“ dividiert werden müsse, äußert der Patriarch nie Klischees oder leere Sätze, sondern spricht immer von wichtigen Themen, und das so, dass es unter die Haut geht. Ob er vor Politikern oder Geistlichen spricht, ist dabei gleich. Ich denke, er ist sich der evangelischen Maxime stets bewusst, dass wir über jedes unnütze Wort, das wir reden, Rechenschaft ablegen müssen.

"Russische Zeitung" – föderale Ausgabe №5461 (85)

 


[1] Bei dieser Brandkatastrophe in Perm (2010) kamen über 130 Partygänger ums Leben. (Anm.d.Ü.)

[2] Ein Beispiel für verzerrte Mediendarstellung war die Rede von Dr. theol. Erzpriester Wsewolod Tschaplin, Mitglieds des Obersten Kirchenrates der ROK und Vorsitzendem der Synodalen Abteilung für die Beziehungen zwischen Kirche und Gesellschaft sowie Mitglied des OBZE-Expertenrates für die Religions- und Glaubensfreiheit, der sich im Januar 2011 dazu geäußert hatte, dass Frauen, die sich unanständig, beinahe wie Stripperinnen kleiden, Vergewaltigungen und ethnische Konflikte provozieren können. Die Position des Erzpriesters wurde durch die Medien so dargestellt, als ob die Kirche nach der Einführung eines Dresscodes verlange, was empörte und militante Reaktionen hervorrief. (A.d.Ü.)

[3] http://de.rian.ru/politics/20101213/257878150.html. (Anm.d.Ü.)

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Комментарии (1)

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#
4.05.2011 в 11:48

Уважаемый Владимир Легойда замечательно изложил практически все
сегодняшние насущные проблемы и происходящие процессы . Полностью
согласен.
Не сказал он только об одной - важнейшей проблеме на сегодня -
Вынужденном не желании, при вынужденной же невозможности
большинства настоятелей просвещать прихожан в главном - в
предметах и процессах духовной жизни ... В которой до сего дня около
90% прихожан не разобрались... Это ведь потом они выходят в мир - и возникают
уже те проблемы, о которых сказал уважаемый Владимир )))
Эта ситуация вынужденная - потому что сегодня настоятелям приходиться думать
24 час в сутки - и о повышающихся налогах, и где взять деньги, и об
аренде земли , и об отношениях с государством и о ремонте, и о восстановлении,
и о пожарной , и о санитарной безопасности...
Времени , сил, средств на главное - духовное просвещение прихожан имеет
ничтожное количество приходов.
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