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Goldener Fonds

Wie die Religion alles vergiftet

9. Juni 2011
Vor kurzem erschien die russische Übersetzung des Buchs „God Is Not Great: How Religion Poisons Everything“.

Das Buch „God Is Not Great: How Religion Poisons Everything“ des berühmten und einflussreichen modernen Publizisten Christopher Hitchens, der aus seiner atheistischen Überzeugung kein Hehl macht, erschien 2007 und wurde 2011 ins Russische übersetzt und stellt ein emotionales antireligiöses Pamphlet dar, das durch die Ablehnung der Religion durch den Autor bestimmt ist.
 
Sein Werk beginnt mit der Beschreibung der Erfahrung, die er mit dem Glauben machen durfte. Man muss natürlich vorher wissen, dass für den Atheismus Hitchens überwiegend eine Religionsgemeinschaft verantwortlich ist, die damals keine vernünftigen, und, was wichtiger ist, keine ehrlichen Antworten liefern konnte. Da Hitchens diese nicht bekam, kam es zu seiner Enttäuschung im Glauben.
 
Hitchens Anprangerungen bilden eine unsystematische Kompilation allen bekannter Fakten und Episoden aus der Geschichte, in denen die Religion nicht gerade von ihrer besten Seite dargestellt wird. Oft trifft der Autor ins Schwarze und illustriert (anhand seiner eigenen Deutung) die „Sünden“ der Religion. Die Menschenopfer der Azteken (Herausreissen des menschlichen Herzens aus der Brust), die Polygamie der Mormonen, die Kooperation der Katholischen Kirche mit den nazistischen und faschistischen Regimes in den 30-er und 40-er Jahren des vorigen Jahrhunderts, die Kritik am Stumpfsinn und fehlenden Intellekt evangelischer Pastoren und vieles andere illustriert bunt die Rolle des Glaubens in nicht gerade vorteilhaften Momenten der menschlichen Geschichte.
 
Man kann die Bemerkungen des Autors über das Vorantreiben des religiösen Fundamentalismus in Europa keineswegs als grundlos abtun – zum Beispiel im Kampf gegen Kinderfiguren wie die „Three Little Pigs“, Miss Piggy und Piglet (aus Winnie-the-Pooh), was darin begründet liegt, dass Moslems Schweinefleisch ablehnen. Und in der Tat, die törichten Vorstellungen der Zeugen Jehovas über die Lage der Seele im Körper führte zum Tode nicht weniger Menschen, weil es ihnen verboten war, eine Bruttransfusion durchzuführen. Doch hier endet auch schon die ganze Objektivität des Autors.
 
Indem er versucht, das religiöse Denken anzuklagen, wird Christopher Hitchens persönlich und begibt sich auf das Niveau offener Beleidigungen. Wobei er es nicht nur bei anrüchigen Religionsführern und bekannten Verbrechern belässt (z.B. dem Gründer der «Lord's Resistance Army» in Uganda, Joseph Kony), sondern ebenso respektable Schauspieler, Philosophen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens anprangert. C.S. Lewis ist für ihn ein Langweiler und absurd. Augustinus – ein egozentrischer Märchendichter und geozentrischer Ignorant. Mel Gibson – ein australischer Faschist und untalentierter Schauspieler, der eine Seifenoper über den Tod Christi gedreht hat.
 
Hitchens jongliert so sehr mit den Fakten und zügelloser Kritik an Religion, dass er die Grenzen der Objektivität und des Adäquaten überschreitet. Äußerst narrenhaft sieht seine Verspottung Augustinescher Vorstellung von der Erde und der Sonne aus (der Sonne, die sich um die Erde dreht), denn im IV.-V. Jh. gab es noch keine technischen Geräte zur Untersuchung des Weltalls.
 
Der größte Teil seiner Schlussfolgerungen basiert auf Vermutungen. Zum Beispiel, wenn Hitchens über die Entstehung der sexuellen Verbote im Judaismus und Christentum nachsinnt, behauptet er, dass die Initiatoren dieser Verbote selbst mit verdrängten Begierden zu kämpfen hatten. Doch wenn man der Logik dieses Anprangerers folgt, so müsste jeder Polizeibeamte und Richter ein Verbrecher sein, das Rechtssystem aber und die Gesetzgebung – das Erzeugnis von Mördern und Vergewaltigern.
 
Wenn der Autor behauptet, dass Shakespeare, Tolstoi, Schiller, Dostojewski und George Eliot «tiefgehende moralischen Fragen weit besser lösen, als die morallehrenden Mythen der heiligen Schriften», so vergisst Hitchens, dass Dostojewski und Tolstoi selbst sich bei ihrem literarischen Schaffen und ihrer philosophischen Suche von der Religion und der Heiligen Schrift inspirieren ließen.
 
Entweder aus Unwissenheit, oder aber aus dem leidenschaftlichem Wunsch ein für alle Mal mit der Religion fertig zu werden, schreibt Hitchens der Religion die Hauptrolle in allen Kriegen zu. Indem er sich mit dem Konflikt und dem ethnischen Antagonismus zwischen Serben, Kroaten und Bosniern auf dem Balkan auseinander setzt, ist er sich sicher, dass die Glaubensbekenntnisse jeweils Hauptquelle für die Kriege und Verbrechen waren. Dabei übersieht er leicht die Tatsache, dass dieser Konflikt weit tiefere Wurzeln hat, die in der pseudowissenschaftlichen Diskussion des XIX. Jh. ihren Ursprung haben, im Rahmen welcher die kroatischen Nationalisten den Gedanken äußerten, dass die Serben eine ethnisch und sozial unvollkommene Völkergruppe seien (gemäß der Theorie eines kroatischen Denkers leitet sich das Wort «Serbe» vom Lateinischen «servus» ab, was Sklave bedeutet). Die Schlachten während des zweiten Weltkrieges und jene in den 80-er und 90-er Jahren aber waren das Erzeugnis der Idee eines «Großserbien», «Großkroatien», «Großalbanien» usw.
 
Über den Kreationismus spottend und indem er behauptet, dass die Versuche den Glauben mit der Wissenschaft und der Vernunft zu versöhnen zum Scheitern verurteil sind, versäumt es Hitchens, die wissenschaftlichen Hypothesen namhafter moderner Forscher zu kommentieren (ganz zu schweigen von den herausragenden Persönlichkeiten der Wissenschaft der letzten Jahrhunderte, an denen Hitchens schweigsam vorbeigeht, mit Ausnahme von etwas Spott über Isaac Newton). Der Astrophysiker Dr. Hugh Ross, der Physiker Tony Rothmann, der Astronom und Preisträger des Crafoord-Preises (der ein Äquivalent zum Nobelpreis in Astronomie ist) Allan Sandage, der mit dem Dannie-Heineman-Preis für mathematische Physik ausgezeichnete Robert Griffiths, der Astrophysiker Robert Jastrow und andere Wissenschaftler formulierten Hypothesen, die in gewissem Maße zugunsten eines göttlichen Ursprungs des Alls und der Welt sprechen. Doch der feindselige Atheismus Hitchens’ hat diese Namen leider über Bord seines Buches geworfen.
 
Seine Kritik über die Entscheidung der amerikanischen Regierung, die armen Amerikaner in die Obhut von Religionsgemeinschaften zu geben, gründet nur auf scheinbarem Verstoß der Prinzipien des Staates und der Meinungsfreiheit. Wobei der Autor sich in keiner Weise bemüht, Fakten zu nennen, in welchem Maße die christlichen, karitativen Fonds und Missionen Missbrach treiben, außer der unbegründeten Behauptung, dass die weltlichen Organisationen diese Aufgabe nicht schlechter ausführen könnten.
 
Im zwölften Kapitel „Wann und wie die Religionen aussterben“ gibt der Autor keine Antwort auf die gestellte Frage: wann und wie sterben die Religionen aus? Hitchens hat sich weder Mühe gegeben, einen solchen Mechanismus zu beschreiben, noch beschreibt er den Prozess des Aussterbens einer Religion, noch bestimmt er dafür Ursachen und Vorbedingungen. Er führt lediglich zwei „Todesbeispiele“ anrüchiger Religionsbewegungen an.
 
„God Is Not Great“ ist nicht nur wichtig für den religionswissenschaftlichen Diskurs, sondern auch für die Religionsbewegungen selbst. Am Beispiel des literarischen Werk Hitchens’ kann man unschwer das christliche Prinzip „was der Mensch sät, das wirt er ernten“ erkennen. D.h. alle Verfehlungen und Missbräuche innerhalb kirchlicher Strukturen werden in Zukunft zu den „Trophäen“ übereifriger Gegner der Kirche werden. Daher ist es wichtig, stets über die Folgen eines jeden nächsten Schrittes nachzudenken. Das Buch Hitchens’ kann man als ein Lexikon der Missbräuche der Religionen und der Beanstandungen bezeichnen, auf welche die Religionsgesellschaft eine Antwort geben sollte, denn sonst wird es in Zukunft mehr Atheisten geben als Gläubige.

religo.ru
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