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1,5 Mio. Orthodoxe in Deutschland

3. August 2011
In Deutschland leben ungefähr 1,5 Mio. Orthodoxe, die den drittgrößten Teil aller christlichen Konfessionen ausmachen. In vielen deutschen Städten gibt es russische orthodoxe Kirchen.

Russische orthodoxe Kirchen gibt es bereits seit mehr als 300 Jahren in Deutschland. Die erste Gemeinde, nach Angaben des Theologen Andreas Golowanja, entstand in Königsberg im Jahr 1655. Im Jahr 1718 entsandte Peter der Große Grenadiere nach Potsdam, als Zeichen der Freundschaft zwischen ihm und dem Preußischen König Friedrich Wilhelm I. Nach der Oktoberrevolution begann die Zahl der Gemeinden dank der steigenden Immigration zu wachsen, berichtet DW-World.
 
Im Jahr 1960 wuchs ebenfalls die Zahl der Gastarbeiter aus Osteuropa und Griechenland, die nach BRD einwanderten. In den 90-er Jahren des letzten Jahrzehnts erlebte Deutschland eine neue Welle der Immigration aus der ehemaligen UdSSR. Heute gibt es in Deutschland russische, ukrainische, bulgarische, griechische und serbische orthodoxe Christen. Es gibt auch mehrere Tausende orthodoxe Deutsche, die sich orthodox taufen ließen. Russisch-orthodoxe Gemeinden gibt es in allen großen deutschen Städten. Köln gehört dazu.
 
Die Kirche der heiligen apostelgleichen Konstantin und Helena ist fünf Minuten von dem berühmten Kölner Dom entfernt. Die russische Gemeinde dieser Kirche wurde im Jahr 1973 gegründet. Die Geistlichen leisten den 350 Gemeindemitgliedern seelischen Beistand. „Der Gottesdienst findet am Wochenende statt, - sagt der Vorsteher der Gemeinde, Vater German, - am Samstag die Vesper und am Sonntag um 10:00 Uhr die Liturgie. Die Gemeinde wird von Familien verschiedener Altersklassen besucht“.
 
Nach der Aussage von Vater German, „kommen die Menschen in die Kirche in erster Linie, um zu Gott zu beten. Die Kirche existiert dank der Spenden der Gemeindemitglieder. Wir können nur moralischen Beistand leisten – mit Gebeten und Ratschlägen“. Den Worten des Priesters nach wird eine Wohnung gemietet, in der Deutschkurse stattfinden. Dies ist notwendig, damit die Integration der Gemeindemitglieder in die deutsche Gesellschaft voranrückt. Die Gottesdienste werden bilingual vollzogen – in Russisch und Deutsch.
 
In einer anderen Kölner Gemeinde ist die Hauptsprache im Gottesdienst Russisch. Die Kirche des heiligen Panteleimon befindet sich im Stadtteil Westhoven. Vor 12 Jahren hat die Russische Orthodoxe Auslandskirche ein Teilgebiet des ehemaligen belgischen Militärstützpunktes gekauft. „Unsere Gemeinde besetzt fünf Gebäude, - verdeutlicht die Gemeindeälteste Alewtina Naumowa. – Im Ersten befindet sich die Kirche, im Zweiten – eine Konzerthalle, im Dritten – der Speisesaal, Räume für die Sonntagsschule und eine Bibliothek, weiter haben wir auch ein Gasthaus und ein Verwaltungsgebäude“.
 
„In der Woche vollziehe ich den Gottesdienst, - sagt Vater Alexander Kalinskij, - am Wochenende zelebriere ich mit dem Vorsteher Andreas Ostaptschuk. Er hat auch eine andere weltliche Beschäftigung. Er ist Physiker und Professor an der Aachener Universität“. Vater Alexander ist selbst Musiker vom Beruf, Priester wurde er im Jahr 2004. Die Priesterweihe fand in der Berliner Diözese statt. In der Kölner Kirche dient er bereits seit vier Jahren.

http://www.newsru.com/

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