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Goldener Fonds

Das Gleichnis vom Hochzeitsmahl (Mt 22,1-14)

16. September 2011
„Und in der Tat, wie soll man in Lumpen, die uns von der Herrlichkeit, mit der wir einst geschaffen worden sind, geblieben sind, in das Reich Gottes eingehen? An seinen Toren wird jeder Einzelne von der Göttliche Liebe empfangen. Jeder trifft auf Christus den Heiland, Der am Kreuz Sein Leben hingegeben hat, um somit berechtigt zu sein, einem jeden sagen zu können: Tritt herein, lass Mich dich rein machen, dich waschen, dich in ein neues Hochzeitsgewand kleiden, um dir so die ursprüngliche Herrlichkeit und Schönheit, ja die Sohnschaft Gottes zurückzugeben.“ – aus einer Predigt zum Gleichnis vom Hochzeitsmahl von Metropolit Antonij von Sourozh

Wir alle sind von Gott, unserem Schöpfer,  zum Ewigen Leben berufen. Wir sind dazu berufen, hineinzutauchen in dieses wunderbare Mysterium der Liebe, welches das Reich Gottes ausmacht, und Kinder Gottes zu sein, zu Gottes Familie zu gehören und mehr noch – in Christus, Der um unser willen Mensch geworden ist, einen Bruder zu haben, einen Bruder nach unserer Menschheit, Der aber Seiner Natur nach gleichzeitig auch Gott ist. So können wir in Gott unseren Vater erkennen und nach den wunderbaren Worten des Apostels Petrus, an der göttlichen Natur Anteil gewinnen.

Das heutige Evangelium weist uns aber darauf hin, dass nicht alle, die berufen sind, auch in das Reich der Herrlichkeit eingehen werden. Gleichen nicht auch wir diesen Leuten, von denen im heutigen Evangelium die Rede ist und in einer anderen Perikope, die auch an einem Sonntag verlesen wird? Antworten nicht auch wir Gott, so wie es im Evangelium heisst: Ich habe ein Stück Land gekauft, einen eigenes Grundstück und muss es nun zu meinem Eigen machen, denn es gehört mir ... Dadurch verlieren wir unsere Freiheit, uns zu Gott aufzumachen, weil wir mit diesem Stück Land, unter dem Vorwand, dass es uns gehört, zusammenwachsen werden. Ja, dieses Stück Land gewinnt dabei Macht  über uns.  Entgegnen wir nicht Gott immerfort: Herr! Ich werde später an Dich denken. Jetzt aber habe ich zu tun? Ich werde später zu Dir beten, erst einmal muss ich etwas schaffen und bewirken. Bin ich denn etwa nicht dazu berufen, sich selbst vollens zu verwirklichen und selbst zu einem Schöpfer zu werden? ... Und so vergehen die Jahre, ja sogar ganze Jahrzehnte und nie tritt der Moment ein, an dem wir sagen: Alles auf dem Grundstück ist erledigt, nun bin ich ganz frei von ihm, nun kann ich alles Irdische vergessen und mich ganz um Gott kümmern, vor dem Angesicht Dessen, um Dessen willen und in Dessen Namen ich das ganze Leben gelebt und gewirkt habe. In einem anderen Gleichnis spricht einer von den Berufenen: Ich habe geheiratet. Ich habe nun keine Zeit, um zu Dir zu kommen. Ich habe nun meine eigene irdische Freude. Ich kann Deine Freude nicht teilen. Mir genügt meine eigene. Deine Freude lässt mich die meinige nicht voll auskosten. Sie raubt mir Zeit und einen Teil meines Herzens. Etwas von meinem Gefühl der Lebendigkeit müsste ich dann Dir darbringen. Ich will aber alles für mich behalten. ...

Handeln nicht auch wir ständig so? Sind nicht auch wir auf furchtbare Weise diesen Berufenen sehr ähnlich, die alle der König geliebt hat, die der Herr geliebt hat und liebt, die Er zu sich ruft, die aber keine Zeit für ihn haben, weil sie ein Stück Land haben, andere Dinge zu tun oder das eigene Glück geniessen wollen. Dies alles reicht aus, um uns von der Ewigkeit fortzureissen, vom Lebendigen Gott, von der Liebe selbst. Wie verhält sich der Herr in diesem Gleichnis? Er wendet sich an Seine Diener und sagt zu ihnen: Wenn also die Berufenen nicht zu mir kommen wollen, so ruft also nun alle die, denen es überhaupt nicht eingefallen wäre, zu Mir zu kommen. Denn wer hätte sie eingelassen? Geht und versammelt  all die Armen, die Lahmen, die Blinden, die am Leben Zerbrochenen, die sich im Leben besudelt haben, all die, die ihr ganzes Leben hindurch ihre Seele und ihren Körper erschöpft haben, die Zerrissenen des Lebens: Sie alle mögen zu Mir kommen!

Und diese kommen. Sie eilen. Sie sind gerührt von der Barmherzigkeit des Herrn. Sie sind dankbar für Seine Liebe. Sie eilen voller Scham. Wie sollen sie nun vor den König treten? Wie sollen sie in das Reich Gottes eintreten,  in diese lichtvollen, göttlichen Gemächer? ... Und in der Tat, wie soll man in Lumpen, die uns von der Herrlichkeit, mit der wir einst geschaffen worden sind, geblieben sind, in das Reich Gottes eingehen? An seinen Toren wird jeder Einzelne von der Göttlichen Liebe empfangen. Jeder trifft auf Christus den Heiland, Der am Kreuz Sein Leben hingegeben hat, um somit berechtigt zu sein, einem jeden sagen zu können: Tritt herein, lass Mich dich rein machen, dich waschen, dich in ein neues Hochzeitsgewand kleiden, um dir so die ursprüngliche Herrlichkeit und Schönheit, ja die Sohnschaft Gottes zurückzugeben.

Und alle treten ein, gerührt, voller Ehrfurcht und Dankbarkeit. Nur einer von ihnen ist in einer anderen Verfassung gekommen: Er kam, weil er gehört hat, dass man sich dort satt essen kann. Er ist hungrig und will sich den Bauch vollschlagen. Er friert und dort ist es warm.  Er hat keine Bleibe, dort gibt es für ihn ein Dach über dem Kopf. Er kommt nicht aus Dankbarkeit oder aus Rührung. Er freut sich einfach nur darüber, dass sich ihm ein solcher Moment bietet, für sein bitteres und elendes Leben etwas Trost zu empfangen. Und er schleicht sich, quasi ohne gewaschen, ohne verziehen zu sein in seinen Lumpen und Schmutz an die gedeckte Tafel.  

Uns erscheint dies unverständlich und furchtbar. Hätte er nicht auch an Den denken können, Der ihn eingeladen hat und sich voller Ehrfurcht vorher waschen können, um dann im Nachhinein in das Reich Gottes eingehen zu können? Gleichen aber nicht auch wir ihm immer wieder in unserem Verhalten, wenn wir uns Gott im Gebet nähern, wenn wir zu Ihm gehen und an Seiner Heiligen Kommunion teilnehmen? An wen und woran denken wir dann? Besteht etwa nicht fast jedes unserer Gebete aus den Worten: Herr, gib? Gib, beschütze, halte fern, gib! Benutzen wir nicht selbst Gott oft genug einfach nur als Quelle, aus Der wir alles bekommen können, was wir dann im Nachhinein, so wie es der Verlorenen Sohn tat, durch unsere Sünden, unwürdig nicht nur Gott und Seiner Liebe gegenüber, sonder auch unwürdig uns selbst, wieder verprassen? Gib, Gib! Und nichts anderes. Und wenn Er es uns gegeben hat, wie selten sagen wir dann: Herr ich danke Dir! ...

So oft kommen Leute zu mir und meinen: Ich möchte an der Heiligen Kommunion teilnehme, weil es mir schlecht geht. In meiner Seele ist es fade geworden. Mein Leben ist schon keine Leben mehr, sondern vielmehr dem Tode ähnlich. Wir kommunizieren also, um von Gott auch das Letzte zu nehmen: Sein Leben, Sein eigenes Leben, um dann einen Augenblick in Fülle zu leben und es dann wieder zu verschleudern. Der Heilige Serafim hat einmal einem seiner Besucher gesagt: Ja, Gott hört dich. Er erfüllt deine Bitten. Doch begreifst du auch für welchen Preis? Sein Leben, Seine Leiden, Sein Tod, Sein Abstieg in die Hölle, Sein Eingeborer Sohn!

Lasst uns darüber nachsinnen: Gleichen nicht auch wir denen zuerst Berufenen, die es nicht für wichtig hielten, der Einladung zu folgen, weil es ihnen genügte, ein Stück Land zu besitzen und sie deshalb Gott und des Himmels nicht mehr bedurften? Oder gleichen wir nicht auch denen, die sich an Gott nur dann erinnern, wenn ihr Unglück schon nicht mehr ertragbar ist und sie plötzlich begreifen, dass man ja von Gott all das bekommen kann, was sie schon einmal besaßen, aber verprasst haben? Oder denen, die wenigstens einen Augenblick lang noch einmal neu aufleben wollen, und die Gaben danach wieder verschleudern? Wie furchtbar wird es dann sein. Nicht Gott wird uns von Sich stoßen. Er wird uns nicht richten, wenn wir einmal (sei es irgendwann einmal auf der Erde oder schon nach unserem Tod) vor Gott treten werden und dann plötzlich begreifen, wie wir von Gott gebliebt waren, wie gleichgültig, vergesslich, egoistisch wir jedoch unser ganzes Leben hindurch dieser Liebe gegenüberstanden und uns Gott gegenüber verhalten haben. Unmenschlich! ...

Lasst uns darüber nachdenken. Möge alles Edele und Lichte in uns erwachen: Mögen wir von Seiner Liebe, Seiner Schönheit, von Seiner Person immer wieder angerührt sein und erfüllt sein von Dank für Sein Erbarmen, seine Zärtlichkeit und Fürsorge, für all Seine Achtung, mit der Er uns entgegentritt. Wenn wir es dann vermögen, lasst uns Ihm mit Liebe antworten! Jetzt ist dafür noch Zeit. Noch ist der Moment nocht nicht gekommen, an dem wir vielleicht einmal sagen müssen. Oh wie furchtbar, nun ist es schon zu spät! ...

Amen

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