Функционирует при финансовой поддержке Федерального агентства по печати и массовым коммуникациям
Goldener Fonds
Leserkommentare rss

Die Diskussion über den Segensreichtum anglikanischer Geistlicher gegen Ende des 19. Jahrhunderts

26. September 2011
In Fortsetzung eines Artikels, der dem Dialog zwischen Römisch-Katholischer und Anglikanischer Kirche gewidmet war, analysiert Priester Antony Borisov die anglikanisch-katholische Diskussion über die Präsenz der apostolischen Sukzession beim Klerus der Kirche von England. 

Die vorliegende Publikation hat mehrere Aufgaben.

Die erste Aufgabe lautet, die päpstliche Bulle „Apostolicae Curae”[1] in ihren theologischen und kanonischen Aspekten zu studieren. Bekanntlich ging es darin um die Möglichkeit der Anerkennung anglikanischer Weihen. Diese Frage war zentral im Laufe der Diskussion, die durch Lord Halifax und Abt Portal zwischen der Anglikanischen und der Katholischen Kirche organisiert worden war. Nach den Plänen von Halifax und Portal hätte diese Anerkennung der apostolischen Sukzession durch Rom ein Schritt auf dem Weg zur Wiedervereinigung von Katholiken und Anglikanern werden sollen.

Die zweite Aufgabe ist es, die Reaktion anglikanischer Theologen auf die päpstliche Bulle zu analysieren, etwa die Publikation „Saepius Officio”,[2] ein gemeinsames Dokument der Erzbischöfe von Canterbury und York. Darin äußerten die Hierarchen der Kirche von England ihre Sicht auf das Problem der anglikanischen Bischofs- und Priesterweihen.

Danach werden wir die offizielle Meinung der orthodoxen Theologie in diesem Bereich skizzieren. So sieht die dritte Aufgabe dieser Publikation aus.

Wie im Schlussteil des Artikels „Der unverwirklichte Traum: der Versuch der Wiedervereinigung der Kirche von England und der Römisch-Katholischen Kirche am Ende des 19. Jahrhunderts“ («Несбывшаяся мечта: попытка воссоединения Церкви Англии и Католической Церкви в кон. XIX века») gezeigt wurde, spielten im Laufe der Entwicklung der ersten Etappe des Dialogs zwischen Katholiken und Anglikanern die Ambitionen des Vatikans eine Schlüsselrolle, der Kirche von England die eigene Position im Bereich der Ekklesiologie aufzuzwingen. Die theologischen Argumente von anglikanischen und römisch-katholischen Theologen über die Vereinigung der Anglikanischen und der Römisch-Katholischen Kirche im Kontext der Anerkennung anglikanischer Kleriker durch den Vatikan hatten für Rom zweitrangige Bedeutung im Vergleich mit der Möglichkeit der Vereinnahmung der Anglikaner durch die Römisch-Katholische Kirche. Diese Position wurde ganz offen in einem Brief geäußert, den Leo XIII. an das „englische Volk“ adressierte: „Hier (in diesem Brief – A.B.) erinnern wir uns an die uralte Einheit des Volkes mit der Mutter Kirche und streben danach, den Tag der glücklichen Wiedervereinigung zu erleben, indem wir die Herzen der Menschen anregen, unermüdlich ihre Gaben an Gott emporzubringen.“[3]

Nichtsdestotrotz musste die Frage der Anerkennung der apostolischen Sukzession in der Anglikanischen  Kirche (ob es diese in der Kirche von England gebe oder nicht) gelöst werden. Leo XIII. gründete hierfür einen speziellen Ausschuss (er wurde im vorigen Artikel erwähnt). Dessen Ergebnisse wurden im September 1896 in der Bulle  “Apostolicae Curae” ausführlich dargestellt.[4]
 
Analyse der päpstlichen Bulle „Apostolicae Curae"

Die Möglichkeit zur Vereinigung durch die Anerkennung der anglikanische Weihen seitens der Katholiken wird von Leo XIII. bereits im dritten Paragraph der Bulle verworfen: „Nach vorherrschender Meinung, die durch die ständige Praxis der Kirche bestätigt ist, glauben wir, dass (…) (in der Kirche von England – A.B.) das wahre Sakrament der Weihe, die von Christus errichtet worden war, verloren ging, und damit auch die hierarchische Sukzession.“[5] Das weitere Dokument ist eine Erklärung und Bestätigung dieser Position mithilfe theologischer, kanonischer und historischer Argumente.

Die historischen Argumente Leos XIII. sind vor allem Hinweise auf kanonische Präzedenzfälle die unter Königin Maria Tudor „der Blutigen“ (1516-1558; Königin seit 1554) stattgefunden hatten. Dieser Zeitabschnitt wird auch „katholische Restauration“ genannt, als Maria versucht hatte, die von ihrem Vater Heinrich VII. begonnenen kirchlichen Reformen rückgängig zu machen.

Sie hatte beschlossen, die Kirche von England in den Schoß der Römisch-Katholischen Kirche zurückzuführen. Um die Gegenreformation zu unterstützen, hatte Papst Julius III. der Königin seinen Vertreter Kardinal Reginald Pole geschickt. Pole, der 1554 nach England gereist war, hatte sehr klare Vorstellungen über die Lage im Königreich. Bemerkenswert ist, dass der Kardinal selbst Engländer war und seine Mutter und sein Bruder Opfer der Politik vom Heinrich VIII. geworden waren.[6]

Die Repressionen waren unter anderem dadurch verursacht geworden, dass Pole, Vertreter einer namhaften Familie, auf die geistliche Würde des Erzbischofs von York verzichtet und die Ehe des Königs mit Katharina von Aragon verurteilt hatte. Der Bruch der Beziehungen zwischen dem künftigen Kardinal und Heinrich VIII. wurde nach der Publikation von Poles Brief“Pro ecclesiasticae unitatis defensione” endgültig.[7] Darin hatte Pole die auf die Reform der Kirche gerichteten Initiativen Heinrichs getadelt. Pole hatte diesen Brief aus Paris an den König geschickt. Er hatte sich entschieden, nicht in seine Heimat zurückzukehren, und so hatte der König seinen ganzen Zorn an Poles Mutter und Bruder ausgelassen.[8]

Der Vatikan wurde bald auf Pole aufmerksam. Im Jahre 1536 war er in die Kardinalswürde erhoben worden, und kurz darauf erteilte man ihm eine Sondermission – diplomatische Besuche bei den Monarchen von Frankreich und Spanien, um die wirtschaftliche Isolierung Englands zu erreichen.[9] 1545 war Pole einer der drei Vorsitzenden[10] des Tridentischen Konzils, und 1549, nach dem Dahinscheiden von Papst Paul III., wäre er beinahe zum neuen Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche geworden.[11]

Wie erwähnt, wurde Pole 1554 zur Verwirklichung der Gegenreformation nach England geschickt. Unter anderem hatte er die die Aufgabe, die Lage zu sondieren, die in der Anglikanischen Kirche nach Einführung des sogenannten Edwardine Ordinales – eines neuen liturgischen Buches der Anglikaner mit Ordinationsregeln für Kleriker, welches das katholische Pontificale ersetzt hatte, entstanden war. Edward VI., Sohn von Heinrich VIII., hatte den Thron mit zehn Jahren bestiegen und dieses Ordinal bewilligt; fünf Jahre später starb er bereits.

Es steht natürlich zu vermuten, dass der minderjährige König den Staat nicht in vollem Maße verwalten konnte. Laut Testament von Heinrich VIII. sollte die Macht nach seinem Tod in die Hände des Regentschaftsrates übergehen. Doch in der Tat wurde sie von „Protektoren“ annektiert und missbraucht zunächst vom Onkel des Königs aus der mütterlichen Linie, Edward Seymour, 1. Herzog von Somerset, und nach dessen Sturz im Oktober 1549 von John Dudley, Graf von Warwick (und seit 1551 Herzog von Northumberland). Unter ihnen erstarkte im Lande, mit Edwards Einverständnis, der Protestantismus; es wurden Agendas in englischer Sprache herausgegeben: The Book of Common Prayer (1549; zweite revidierte Auflage 1552) und „Die Zweiundvierzig Artikel “, die die Glaubenslehre der Kirche von England enthielten. 1549 wurde auch das oben erwähnte Ordinal veröffentlicht.[12]

Eine unmittelbare Teilnahme am Schreiben dieser liturgischen und doktrinalen Bücher nahm ErzbischofThomas Cranmer von Canterbury, der der Hauptverfechter der protestantischen Reform in der Anglikanischen Kirche war[13].

Einer der Verfasser dieser liturgischen und doktrinären Bücher war Erzbischof Thomas Cranmer von Canterbury, Hauptverfechter der protestantischen Reform in der Anglikanischen Kirche.[14]Dank seiner Bemühungen erkannte Kirche von England nur zwei Sakramente an – die Taufe und die Eucharistie; das Sakrament der Weihe dagegen wurde in der Kirche von England nicht mehr anerkannt.[15] Auch wenn das Edwardine Ordinal den historischen Wert des hierarchischen Dienstes in der Kirche anerkannte, wies es den Geistlichen doch keine ekklesiologische Schlüsselbedeutung zu, sondern schränkte ihre Pflichten auf administrative Tätigkeiten ein.[16] 

Die Änderungen (auf sie wird später bei der Analyse der theologischen Argumentation Leos XIII. eingegangen) führten dazu, dass der Vatikan die Legitimität der anglikanischer Weihen aus der Zeiten von Heinrich VIII. und Eduard VI. in Frage stellte. Die Klärung dieser Lage war Auftrag von Reginald Pole, der 1556 als Erzbischof von Canterbury den mit dem Kirchenbann belegten Thomas Cranmer ablöste.

Im Sendschreiben an Pole vom 8. März 1554 nannte Papst Julius in seinem Kommentar zur kanonischen Anerkennung neuer anglikanischer Geistlichen das Kriterium, das Pole sich zur Richtlinie machen müsste. Er unterteilte die während des Schismas geweihten Geistlichen in zwei Typen: diejenigen, die „richtig und legitim erhoben wurden“[17] und deswegen berechtigt seien, ihre Würde beizubehalten, und Der diejenigen, die nach reformiertem Ritus ordiniert wurden und deren Weihe nicht als gültig angesehen werden könne; diese müssten erneut „erhoben werden, falls sie für würdig und geeignet befunden“ würden.[18]

Papst Leo XIII. bestätigte in der Bulle „Apostolicae Curae“, dass in der Regierungszeit von Maria Tudor in England zwei Typen von Geistlichen existiert hatten: „Die Ersten sind diejenigen, die die heilige Würde wirklich erhielten, entweder vor dem durch Heinrich VIII. verschuldeten Schisma, oder nach ihm von Kirchendienern, die durch die Irrnisse und das Schisma zwar verseucht waren, aber immerhin nach dem für sie üblichen katholischen Ritus; die Anderen sind diejenigen, die nach dem Edwardine Ordinal geweiht wurden und folglich gar keine Handauflegung erhielten, da diese ungültig war.“[19]

Für Leo galt als höchstes historisches Argument die Botschaftsmission durch Königin Maria. Deren Aufgabe war unter anderem, Papst Julius über die Erfolge der Gegenreformation zu unterrichten. Außerdem hatten die Vertreter der Kirche von England die Frage nach der Anerkennung bzw. Nicht-Anerkennung anglikanischer Weihen zu klären. Beim entscheidenden Treffen hatten die Botschafter von Maria ein Exemplar des Edwardine Ordinal zur Hand.[20]

Dieses Treffen wurde wegen des Todes von Julius III. und der kurzen Regierung seines Nachfolgers Marcellus II. verschoben.[21] Als aber im Mai 1555 Paul IV. den Papstthron bestieg, der die Richtigkeit aller Entscheidungen von Julius III. bestätigte[22], ließ er die Bulle „Praeclara Clarissimi" veröffentlichen. Darin äußerte er sich wie folgt: „Diejenigen, die in die kirchliche Würde (…) nicht durch einen gültig und legitim geweihten Bischof erhoben wurden, müssen erneut geweiht werden.“[23]

Eine zusätzliche Anweisung, welche Geistliche eine illegitime Weihe erhalten hätten, gab der Papst Paul IV. Pole in seinem nächsten Sendschreiben.[24] Darin wurde präzisiert, dass anglikanische Geistliche, die „nicht entsprechend der in der Kirche angenommenen Form geweiht wurden“[25] (also nach dem Edwardine Ordinal), neu geweiht werden müssten, falls sie dessen würdig seien.

Seine endgültige Einstellung zu den anglikanischen Klerikern formulierte der Papst wie folgt: „Indem wir wünschen, derartige Zweifel völlig zu beseitigen und denjenigen Gewissensruhe zu geben, die während des obenerwähnten Schismas in die heiligen Würde geweiht wurden, und nachdem wir den Sinn und die Absichten, die wir in unsere Sendschreiben hineinlegten, klar erklärt haben, verkünden wir, dass nur diejenigen Bischöfe und Erzbischöfe, die keine Handauflegung und Weihe nach der Form der Kirche erhalten hatten, nicht als richtig und wirklich geweiht angesehen werden können“ (also eine neue Handauflegung erhalten müssten – A.B.).[26]

Diese historischen Präzedenzfälle, die in der Bulle „Apostolicae Curae” angeführt sind, ermöglichten es Leo XIII., der sich auf die Autorität Julius III. und Paulus IV. bezog, zu verkünden, laut der Praxis, die „während mehr als dreihundert Jahre unverändert beachtet wurde (…) müssen die Handauflegungen, die dem Edwardine Ordinalentsprechend verrichtet sind, als kraftlos angesehen werden“.[27]

Als letztes historisches Argument führte Leo XIII. einen kanonischen Fall an, der mit der Person von John Clement Gordon[28] verbunden ist, der die Bischofsweihe in der Anglikanischen Kirche erhielt, doch sich danach zum Katholizismus bekehrte .[29]Das Urteil für den Fall Gordon hielt Leo XIII. bei der Lösung der Frage nach der Präsenz der apostolischen Sukzession in der Kirche von England für allgemeingültig.[30]

Bei der Betrachtung der Sache Gordon kam der Ausschuss von Papst Clemens XI. zu dem Schluss, dass alle drei Cheirotonien (Handauflegungen) Gordons (bei der Weihe zum Diakon, zum Priester und zum Bischof), die in der Anglikanischen Kirche verrichtet worden waren, ungültig seien. Die Resolution in dieser Angelegenheit lautete: „John Clement Gordon muss von Anfang an (…)allen Rängen (…) der heiligen Würde enthoben werden und, was am wichtigsten ist, der Priesterwürde, und falls er nicht konfirmiert wurde, dann muss er zunächst das Sakrament der Firmung erhalten . [31]

Als Leo XIII. auf die Sache Gordons verwies, machte er zwei wichtige Anmerkungen: Erstens, dass bei der Beurteilung der Legitimität der Ordinierung Gordons die Auslassung der „ Überreichung der Werkzeuge“ keine Rolle spielte und nicht berücksichtigt wurde;[32] dies zog dem Abt Portal den Boden unter den Füßen weg, dessen Argumentation zugunsten der Anerkennung anglikanischer Geistlichen, die in seinem bereits erwähnten Werk ( „Les Ordinations Anglicanes”) enthalten ist, um den Ritus der „Überreichung der Werkzeuge“ aufgebaut war.

Die zweite Anmerkung ist noch wichtiger; deshalb sei sie hier komplett zitiert: „Auch wenn Gordon selbst und einige seiner Berater unter den Gründen, die die Ungültigkeit [der Weihen] beweisen sollten, auf die Weihe Parkers (wie sie sich diese vorstellten) hinwiesen, ist aus unbestreitbar authentischen Dokumenten zu ersehen, dass dieses Argument bei der getroffenen Entscheidung keine Rolle spielte.“[33]

Warum ist diese Anmerkung so wichtig? Nach Meinung einiger Forscher waren die Handauflegungen des oben erwähnten Matthew Parkers[34], der Poles Nachfolger war und 1559 Bischof von Canterbury wurde, Hauptgegenstand der Meinungsverschiedenheiten zwischen der Römisch-Katholischen und der Anglikanischen Kirche im Gespräch über die Legitimität der anglikanischen Weihen.[35]

Parker, erster Bischof von Canterbury in der Epoche der Restauration des Anglikanismus unter Elisabeth I., gilt als Gründer der Bischofshierarchie der Anglikaner. Seine Weihe fand am 17. Dezember 1559 statt und wurde durch vier anglikanische Bischöfe verrichtet. Zwei davon hatten die Handauflegung noch nach katholischer Ordnung und also in apostolischer Sukzession erhalten. Die zwei anderen hatten die Handauflegung nach der neuen anglikanischen Ordnung erhalten, doch durch Bischof Thomas Cranmer, der seinerseits nach der katholischen Ordnung geweiht worden war.[36]

Der Fakt, dass über den Fall Gordon ohne Berücksichtigung der Umstände der Handauflegung bei Parker entschieden wurde (obwohl dieses Argument sowohl dem Papst als auch dem berufenen Ausschusses bekannt war[37]), ergibt die Schlussfolgerung, dass Parkers Ordination für Papst Clemens bei der Entscheidung über die Frage nach der Anerkennung der Legitimität der Ordination von Gordon und generell aller anglikanischen Weihen keinerlei Bedeutung hatte.

Diese Überlegungen zeigen, dass die Gründe dafür, warum die anglikanischen Weihen nach Meinung des Vatikans nicht anerkannt werden konnten, tiefer liegen als die rituell-kanonische Ebene, dass sie vielmehr die theologische Auffassung des Sakraments der Weihen in der Anglikanischen Kirche berühren. Zu dieser Schlussfolgerung kommt nach Betrachtung der historischen Argumente auch Leo XIII. in seiner Bulle „Apostolicae Curae”[38].

Einen ähnlichen Gedanken äußert auch Erzbischof Basile Krivochéine in seinem Vortrag „Der theologische Dialog zwischen der Orthodoxen Kirche und dem Anglikanischen Glaubensbekenntnis und seine Probleme“: „Die rein historische Existenz der apostolischen Sukzession erweckt keine besonderen Zweifel, und die Bischofsweihe von Erzbischof Parker, Begründer der anglikanischen Hierarchie, kann als historische Tatsache angesehen werden.“[39] „Es muss aber betont werden, dass in den Augen der Orthodoxen Kirche der Fakt der Bewahrung der apostolischen Sukzession für die Anerkennung der Gültigkeit der Weihen nicht ausreichend ist. Mehr noch: er wäre auch dann nicht ausreichend, wenn ihre äußerlichen Merkmale (Handauflegung u a.) beachtet würden; denn das Charisma der Priesterschaft wird bei Abwesenheit des wahren Glaubens und der wahren Lehre nicht automatisch übergeben.“[40]

Die theologische Argumentation Leos XIII. gegen die Anerkennung anglikanischer Handauflegungen bezieht sich auf den Text des Edwardine Ordinal und führt den Nachweis „eines Defekts der Form und der Absicht“ von in der Weihe anglikanischer Geistlicher. Dieser Defekt besteht nach Meinung des Pontifex darin, dass die Worte der anglikanischen Gebete bei der Ordination von Klerikern aller drei Ränge „das Wesen des heiligen priesterlichen Dienstes in keiner Weise ausdrücken“.[41] 

Erinnern wir, dass das Edwardine Ordinale Ergebnis der protoprotestantischen Politik von Thomas Cranmer war. Dessen Tätigkeit hatte dazu geführt, dass aus der Abfolge der Ordnung der Priesterweihe der Satz über die Berufung des Presbyters zur Verrichtung des eucharistischen Gottesdienstes und dessen „selbstopfernder Charakter“ hervorgegangen war. In der Belehrung des Bischofs an den Priesterkandidat werden die Priesterpflichten aufgelistet: „die Gemeinde Gottes zu belehren, vorzuwarnen, zu ernähren und zu versorgen; die Schafe Christi zu suchen, die eventuell im Ausland zerstreut sind, und auch seine Kinder, die eventuell mitten in dieser sündigen Welt sind, um sie durch Christus für immer zu retten“[42].  Doch fehlt in diesen Belehrungen die Pflicht des Geistlichen, die Sakramente – insbesondere das Sakrament der Eucharistie – zu spenden.

Die Berufung, die Sakramente zu verrichten, wird im Gebet zur Priesterweihe erwähnt: „Empfangt den heiligen Geist. Wessen Sünden Ihr wirklich verzeiht, sie sind verziehen. Und wessen Sünden Ihr wirklich nicht verzeiht, sind nicht verziehen; und seid treue Vermittler des Wortes Gottes und seiner heiligen Sakramente: im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“[43]

Doch unter Berücksichtigung der Einstellung des Anglikanismus gegenüber der Natur der Sakramente, nämlich dem fehlenden „Verständnis der Liturgie als eucharistisches Opfer, das vom Priester dargebracht wird“[44], sowie auch dem fehlenden „Glauben an die Transsubstantion der Heiligen Gaben in den Leib und das Blut Christi (…) können anglikanische Priester nicht als Priester im orthodoxen Sinne des Wortes angesehen werden“.[45] Außerdem gibt es im Text des Ordinales keine Anweisungen, dass der zu weihende Priester „für Gott geistliche Opfer bringen, vor seinem Altar stehen und Menschen durch das Sakrament der Taufe wiederbeleben“ sollte[46]. Diese Pflichten des Geistlichen stehen  in der orthodoxen Ordnung der Handauflegung geschrieben und sind „ein wesentliches Merkmal des Priestertums seit dem Altertum“.[47]

Aus der Ordnungsabfolge der Bischofweihe wurde durch anglikanische Reformisten auch die Erwähnung des opfernden Charakters des Eucharistischen Gottesdienstes sowie der Satz über die Macht des Bischofs, Priester und Diakone zu weihen, herausgenommen. Die Befragung eines Kandidaten zum Episkopat betrifft, in unterschiedlichen Variationen, nur das Thema der Treue zur Heiligen Schrift und seine Predigt, beinhaltet jedoch nicht die Fragen nach dem eigentlichen Bischofsdienst, wie er sich in der Weihe neuer Kleriker äußert: „Bist du überzeugt, dass die Heilige Schrift im ausreichenden Maße die ganze Lehre enthält, die für das ewige Heil durch den Glauben an Jesus Christus erforderlich ist?“[48] Selbst das Gebet zur Bischofsweihe beginnt wie folgt: „Empfange den Heiligen Geist und bedenke, dass du durch die Gnade Gottes berufen wirst, die sich hier in der Handauflegung befindet: da Gott uns nicht den Geist der Angst, sondern den der Herrschaft und der Liebe und der Nüchternheit gegeben hat.“[49]

Die erörterten Überlegungen stellen die Hauptlinie der theologischen Argumentation von Leo XIII. dar. In seiner Antwort auf die Frage, was das für Funktionen seien, für die der anglikanische Bischof einen Priester weiht, zog Leo XIII. eine für die Anglikaner unerfreuliche Schlussfolgerung: „Die Worte, welche die Anglikaner bis vor kurzem für die richtige Form der Priesterweihe hielten, nämlich ‚Empfange den Heiligen Geist‘, entsprechen zweifellos nicht dem Wesen des heiligen Priesterdienstes.“[50]

Diese Anmerkung des Pontifex bleibt richtig und kann von orthodoxer Seite akzeptiert werden, auch wenn wir die rein römisch-katholische Spezialität der Wahrnehmung der Priesterdienstes verwerfen, dessen Funktionen durch das Tridentische Konzil wie folgt bestimmt sind: der Priester muss „den wahren Leib und das wahre Blut des Herrn konsekrieren [und] opfern“[51], indem er die Opfergabe verrichtet, die nicht nur „eine einfache Erinnerung an das Kreuzopfer ist“.[52]

Die theologische Argumente, die Leo XIII. anführt, ermöglichten ihm folgenden Schluss, der für das Edwardine Ordinal und alle anglikanischen Handauflegungen, die laut seinem Text verrichtet worden sind, wie eine Verurteilung wirkte: „So zeigt sich deutlich der inhärente Charakter bzw., wie man es nennt, der Geist des Ordinales. (…) Da es von Anfang an verdorben war, blieb es für die Weitergabe der Weihe völlig unbefriedigend.“[53]

In seiner ganzheitlichen Betrachtung der historischen, kanonischen und theologischen Ursachen dafür, dass der anglikanische Klerus keine segensspendende Verbindung mit den heiligen Aposteln habe, kam Leo XIII. endgültig, zu dem Schluss, der alle Überlegungen über die Möglichkeit der Präsenz des segensspendenden Hierarchie in der Kirche von England beendete: „Wir, die wir in dieser Frage die Dekrete unserer Vorgänger als Pontifices beachten, sie vollkommen bestätigen und durch unsere Macht quasi wiederbeleben, erlassen und bestimmen nach unserer Eigeninitiative und in unmittelbarer Kenntnis, dass Handauflegungen nach dem anglikanischen  Ritus gänzlich unwirksam waren und sind und keinerlei Kraft haben.“[54]

Nicht uninteressant ist der Abschlussteil der Bulle, die im selben ultramontanistischen Geist gehalten ist wie die bereits erwähnte Rede von Kardinal Vaughan und der Brief von Leo XIII. an das „englische Volk“. Am Ende der Bulle „Apostolicae Curae” ruft der Papst, der die anglikanische Handauflegungen für nichtig erklärt hatte, die Anglikaner dazu auf, in die „eine und einzige Herde“ des Herrn zurückzukehren, wo „sie die Segnungen finden würden, die sie suchen, und die entsprechenden Heilmittel“.[55]

Die ersten Reihen der Anglikaner, die, so Leo, in den Schoß der Römisch-Katholischen Kirche zurückkehren müssten, sollten „Religionsdiener in den obengenannten Gemeinden“ sein: „Mögen diese auch in der fröhlichen Unterordnung unter seinen göttlichen Ruf und im Gehorsam die Ersten sein, und mögen sie den anderen ein herrliches Vorbild zeigen. Die Mutter Kirche würde sie zweifellos mit überschäumender Freude empfangen.“[56]

Dieser Ruf scheint in der Anglikanischen Kirche erst über hundert Jahre später gehört worden zu sein, als die Konflikte innerhalb des anglikanischen Bündnisses „Gruppen von Anglikanern“ dazu zwangen, „massenhaft mehrmals und beharrlich ihre  Aufnahme in die volle katholische Gemeinschaft zu erbitten.“[57]
 

Analyse des Sendschreibens „Saepius Officio"

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Vorschlag von Leo XIII. nicht nur abgelehnt, sondern provozierte auch eine autoritative Replik seitens der obersten Hierarchie der Kirche von England. 1897 antworteten Frederick Temple[58], Erzbischof von Canterbury, und William Maclagan[59], Erzbischof von York, auf die päpstliche Bulle durch ein eigenes Sendschreiben, das den Titel „‚Saepius Officio‘: Antwort der Erzbischöfe von Canterbury und York auf die Bulle ‚Apostolicae Curae‘ von Papst Leo XIII.“ trug.[60]  In „Saepius Officio” sei bewiesen worden, dass der Ritus der Weihe seit Veröffentlichung des Edwardine Ordinal in ausreichendem Maße „über die Form und die Absichten“ verfüge, über deren Fehlen Papst Leo sich in der  “Apostolicae Curae“ empört hatte. Nach Vorstellung dieser anglikanischen Bischöfe seien solche Eigenschaft des Priestertums wie „die Verrichtung der Opfergabe“, die nach Ansicht des Pontifex notwendig sei, in Wirklichkeit inobligat. In ihren Augen wäre das Priestertum hinsichtlich seiner Bereitschaft zur Opferbringung weder in vielen uralten katholischen Texten noch im Ritualsystem der Ostkirchen, deren Priestertum der Vatikan anerkennt, explizit wahrgenommen worden.[61]

Die Autoren von „Saepius Officio” verweisen auch auf die historischen Präzedenzfälle, in denen ihrer Meinung nach die Ordnung und selbst die Art der Priesterweihe in der Praxis der Römisch-Katholischen Kirche mehrmals verletzt und verändert wurde. So beinhaltet „Saepius Officio” einen Hinweis auf die Papst Formosus und die „Leichensynode“, die über ihn gehalten wurde, sowie über Fälle von Simonie und gesetzwidriger Ordinierung des Papstes, die in der Zeit gegen Ende des ersten und Anfang des zweiten Jahrtausends stattgefunden hatten.  

Außerdem gibt es in „Saepius Officio” eine Anmerkung anlässlich des „Pontifikale“ zur Weihe neuer Kleriker der Römisch-Katholischen Kirche: „Wir haben auch das Römische Pontifikale betrachtet, das ab und zu reformiert wurde, und das, so wie es sich jetzt darstellt, den Verstand der Forscher eher verschleiert als erleuchtet. Wenn es dort um den Ritus der Presbyterweihe geht, wird deutlich, dass die ordnungsgemäße Auflegung der Hände von der Aussprechung der Formel (des Sakraments – A.B.) getrennt wird.“[62]

Eigentlich ist für die anglikanischen Hierarchen der verwirrende Faktor in der Ordnung der katholischen Handauflegung die Tatsache, dass das Gebet, im welchem dem neu geweihten Priester die Macht gegeben wird, „zu binden und zu lösen“ und Sakramente zu spenden, bereits nach der Handauflegung selbst ausgesprochen wird. In Bezug auf die Bischofsweihe gibt es bereits folgende Anmerkung: „Der Forscher wird finden, dass der angehende Bischof in Gebet und Segen bereits ‚Bischof‘ genannt wird.“[63]

Nachdem Temple und Maclagan auf die logischen Fehler des Textes der katholischen Handauflegung hingewiesen hatten, verkündeten sie, dass anglikanische Handauflegungen vom biblischen Standpunkt wirksam seien, da ihrer Meinung nach die Worte „Empfanget den Heiligen Geist“ (Joh 20,22) zusammen mit der Handauflegung für die Weitergabe des Segens des Priestertums völlig ausreichend seien.
Was die Aktivitäten Reginald Poles in England betrifft, kommen die Autoren von „Saepius Officio” zu dem Schluss, dass Pole faktische keine „Neuweihen“ praktizierte und auch Geistliche, die nach dem Edwardine Ordinal geweiht worden waren, zum Dienst zuließ.[64].Dies geschah, weil Pole selbst erst 1556 die Priester- und dann die Bischofsweihe erhielt – also erst zwei Jahre, nachdem er in England eingetroffen war. Deshalb konnte er prinzipiell keine Cheirotonien verrichten.

Temple und Maclagan waren damit einverstanden, dass viele nach dem Edwardine Ordinal geweihte Geistliche während der katholischen Restauration unter Königin Maria der Würde enthoben wurde. Doch weisen sie darauf hin, dass in der Geschichte keine Fälle bekannt seien, dass Geistliche aufgrund von mit der Ordnung der anglikanischen Handauflegung verbunden „Defekten der Form und der Absicht“ ihrer Würde enthoben wurden. Wie in „Saepius Officio” angemerkt ist, durften einige dieser der Würde enthobenen Priester einfach weiter ihren Dienst leisten, während andere die Firmung als Ergänzung zum vorher empfangenen Sakrament erhielten.[65]

Außerdem gibt es im Text „Saepius Officio” einen Hinweis auf die erneute Weihe von John Clement Gordon. Dieser Fall war aber derart speziell, dass es nicht möglich ist,ihn hinsichtlich der Praxis Roms betreffs der Nicht-Anerkennung anglikanischer Weihen für allgemeingültig zu halten.[66]

Damit kamen die Erzbischöfe Temple und Maclagan zum Schluss, dass die anglikanische Weihe aufgrund mehrerer Ursachen segensspenden Status habe: sie beruhe auf der Bibel und sei durch Rom im Laufe der Aktivitäten Poles in England anerkannt worden.

Außer dem „Saepius Officio”, das trotz seiner Angesehenheit nicht den Status einer offiziellen Antwort der Kirche von England hatte, tauchten in der anglikanischen Umgebung noch weitere Repliken an die Adresse des Vatikans auf. Dazu zählt beispielsweise die Äußerung von Randall Davidson, später Erzbischof von Canterbury; nachdem er „die Kraft und die Tiefe des Protestantismus in England“[67] betont hatte, wies er darauf hin, dass es außer der Frage nach der apostolischen Sukzession noch stärkere Unterschiede zwischen der Römisch-Katholischen und der Anglikanischen Kirche gebe – Unterschiede, die die Struktur der Kirche und die doktrinären und gottesdienstlichen Bereiche ihres Lebens beträfen.[68]

Bei aller Vielfalt anglikanischer Meinungen – in der Diskussion über die Anerkennung des Segens des Priestertums in der Kirche von England setzte den Schlusspunkt Kardinal Vaughan, der 1898 eine Klärung zur Bulle „Apostolicae Curae” herausgab („A Vindication of the Bull 'Apostolicae Curae' by the Cardinal Archbishop and Bishops of the Province of Westminster”)[69]. Darin verkündete Vaughan eindeutig, dass anglikanische Weihen unter keinen Bedingungen anerkannt werden können und anglikanische Geistliche, die zur Römisch-Katholischen Kirche umkehren, neu geweiht werden müssten.[70]

 
Die orthodoxe Einstellung gegenüber den anglikanischen Weihen

Als orthodoxe Antwort auf die Frage nach der Wirksamkeit der anglikanischen Weihen kann die „Resolution zur Frage ‚Über die Anglikanische Hierarchie‘“[71] gelten, verabschiedet auf der Moskauer Besprechung der Oberhäupter der Orthodoxen Kirchen von 1948,[72] in dem die Logik der orthodoxen Theologie in dieser wichtigen Frage deutlich wird. 

Die Teilnehmer dieses All-Orthodoxen Gipfeltreffens stellten die Teilfrage nach der Präsenz der apostolischen Anerkennung in der Kirche von England und der Gültigkeit der anglikanischen Weihen in den unmittelbaren Zusammenhang mit der allgemeinen doktrinären Lehre der Anglikanischen Kirche. Indem die Hierarchen der Orthodoxen Kirchen darauf hinwiesen, dass die anglikanische Lehre, die in den „Neununddreißig Artikeln“ (das wichtigste symbolische Buch der Anglikaner) der orthodoxen Doktrin an einigen Stellen direkt widerspricht, insbesondere in der Lehre über die Sakramente, betonten sie, dass die „Lösung der Frage nach der Anerkennung der Gültigkeit der anglikanischen Hierarchie vor allem auf die mit der Orthodoxie abgestimmten Lehre über die Sakramente basiert“.[73]

Diese Behauptung ermöglichte es den Teilnehmern der Besprechung, zu behaupten, dass “die Orthodoxen Kirche zurzeit der Anerkennung der Richtigkeit der anglikanischen Lehre weder über die Sakramente generell noch über die Priesterweihe speziell zustimmen kann“. Natürlich könnten sie „auch keine verrichteten anglikanischen Cheirotonien anerkennen“[74].

In den Berichten[75] einiger Teilnehmer der Besprechung und Vertretern andere Landeskirchen können Angaben darüber gefunden werden, dass die Kirchen von Konstantinopel, von Jerusalem, von Zypern und von Rumänien sich im Ergebnis verschiedener Gespräche mit Anglikanern über die Möglichkeit der Anerkennung anglikanischer Cheirotonien geäußert hatten.[76] Der Text der Resolution besagt, dass diese Anerkennung „konventionell“ gewesen sei (ihr folgte also keine weitere Vereinigung), und dass die Frage nach der Anerkennung der Geistlichen der Anglikanischen Kirche durch das All-Orthodoxe Konzil gelöst werden müsste, wobei die anglikanische Hierarchie die Anerkennung durch die Orthodoxe Kirche unter zwei Bedingungen erhalten könnte. 

Die erste Bedingung lautete, es sei ein Dokument notwendig (angenommen von der gesamten anglikanischen Kirche) darüber, dass die doktrinäre Lehre der Anglikaner in Übereinstimmung mit der orthodoxen Lehre gebracht worden sei. Die zweite Bedingung sollte ein Abkommen zwischen Anglikanern und Orthodoxen über die Einheit „des Glaubens und des Bekenntnisses“. „Nach der Errichtung dieser ersehnten Einheit kann die Anerkennung der Gültigkeit anglikanischer Cheirotonien nach dem  Prinzip der Oikonomia erfolgen, und zwar durch den einzigen für uns maßgeblichen konziliaren Beschluss der gesamten Heiligen Orthodoxen Kirche.“[77]

Seit dieser Moskauer All-Orthodoxen Besprechung sind mittlerweile über 50 Jahre vergangen. Inzwischen hat sich die Lage in der anglikanischen Umgebung radikal verändert – in die Anglikanische Gemeinschaft sind christliche Gemeinschaften eingetreten, die bewusst auf die apostolische Sukzession verzichten, und in der Kirche von England gibt es heute sogar weibliche Priester. Diese Umstände erschweren die Beantwortung der Frage, ob die anglikanischen Cheirotonien wirksam sind.

Zum Schluss dieser Publikation ergibt sich folgendes Fazit: Die Bulle „Apostolicae Curae” hatte die anglikanischen Weihen eindeutig und endgültig für nichtig erklärt, und zwar mithilfe theologischer und kanonischer Argumente. Dieser Beschluss war Ausdruck von Papst Leos Sicht der „Defektivität“ des Verständnisses und der Abfolge der anglikanischen Weiheordnung. Für die anglikanische Seite hatte der Ritus keine solche Bedeutung wie für die Römisch-Katholische Kirche, und die Legitimität des eigentlichen Priestertums sahen die Hierarchen der Kirche von England in den biblischen „Grundlagen“ ihrer Geistlichen. Die orthodoxe Sicht auf die Präsenz des Segens der Priesterweihe in der Anglikanischen Kirche, die auf der Moskauer Besprechung der Oberhäupter der Orthodoxen Kirchen 1948 ausgesprochen wurde, überschneidet sich teilweise mit der römisch-katholischen. Orthodoxe Theologen haben keine Versuche unternommen, diese Frage getrennt von den Fragen über die doktrinären Abweichungen der Anglikanischen Kirche von der orthodoxen Lehre zu diskutieren.
 
Literatur:
1.    “Answer of the Archbishops of England to the Apostolic Letter of Pope Leo XIII. [Saepius Officio]. Addressed to the whole body of Bishops of the Catholic Church”. - Answer of the Archbishops of England to the Apostolic Letter of Pope Leo XIII. [Saepius Officio]. Addressed to the whole body of Bishops of the Catholic Church. Longmans, Green, and co. 39 Paternoster Row, London, New York and Bombay, 1897 URL: http://anglicanhistory.org/orders/saepius.pdf ( Zugriff 25.03.11);
2.    Declaratory Brief of Pope Paul IV – Режим доступа: http://www.catholictradition.org/Eucharist/melchisedech-appx6.htm(Zugriff 25.02.11);
3.    Faculties issued by Pope Julius III to Cardinal Pole, 8 March 1554 URL:http://www.catholictradition.org/Eucharist/melch.isedech-appx6.htm ( Zugriff 25.02.11);
4.    Luminarium: Anthology of English literature. [Elektronische Ressource] // Cardinal Reginald Pole. URL:http://www.luminarium.org/encyclopedia/cardinalpole.htm (Zugriff 25.02.11);
5.    Pole, Reginald. Ad Henricū Octauum Britanniae regem, pro ecclesiasticae unitatis defensione, libri quatuor. Farnborough, Hants., Eng. : Gregg Press, 1965.
6.   Saepius Officio. Answer of the Archbishops of England to the Apostolic Letter of Pope Leo XIII. Longmans, Green, and co.39 Paternoster row. London, New York and Bombay, 1897 URL: http://anglicanhistory.org/orders/saepius.pdf (Zugriff 25.02.11);
7.    Smith, S. Anglican Orders // New Advent. Catholic encyclopedia. [Elektronische Ressource].URL:http://www.newadvent.org/cathen/01491a.htm (Zugriff 25.02.11);
8.    The Bull "Praeclara Charissimi" of Pope Paul IV in 1555 URL: http://www.catholictradition.org/Eucharist/melchisedech-appx6.htm ( Zugriff 25.02.11);
9.    The Council of Trent. Materials. URL: http://history.hanover.edu/texts/trent/ct23.html (Zugriff 25.02.11);
10. The first Book of common prayer of Edward VI. And the Ordinal of 1549 together with the Order of Communion, 1548. Rivingtons. London, Oxford and Cambridge, 1896.
11. Thurston, H. Reginald Pole // New Advent. Catholic encyclopedia. [Elektronische Ressource]. URL:http://www.newadvent.org/cathen/12201b.htm (Zugriff 25.02.11);
12. Vaughan Herbert, cardinal. A Vindication of the Bull 'Apostolicae Curae' by the Cardinal Archbishop and Bishops of the Province of Westminster. URL: http://www.archive.org/stream/a618713902cathuoft#page/n9/mode/2up (Zugriff 25.03.11);
13. Багаев А. Заблуждения в переводе. URL: http://magazines.russ.ru/october/2010/2/ba10.html (Zugriff 25.02.11);
14. Василий (Кривошеин), архиеп. Богословский диалог между Православной Церковью и англиканским вероисповеданием и его проблемы. URL: http://www.bogoslov.ru/text/print/269381.html (Zugriff 25.02.11);
15. Винтилеску, прот. «Англиканская иерархия и ее действительность». URL:http://krotov.info/history/20/1940/1948_04.htm (Zugriff 25.02.11);
16. Деяния Совещания глав и представителей Автокефальных Православных Церквей. Москва, 1948 г. Резолюция по вопросу “Об Англиканской иерархии”. URL: http://krotov.info/history/20/1940/1948_09.htm (Zugriff 25.03.11);
17. Дмитриева О. В., Третьяков А. В., Чернов В. В. Англиканская Церковь. // Православная энциклопедия [Elektronische Ressource] Т. 2, С. 322-233. URL:http://www.pravenc.ru/text/115120.html (Zugriff 25.02.11);
18. Каллист (Уэр), еп. Православная Церковь и объединение христиан. URL:http://apologia.hop.ru/basis/uer/uer_ecumenizm.htm (Zugriff 25.03.11);
19. Лев XIII, Папа Римский. Энциклика «Apostolicae Curae». Ватикан, 1896 г. URL:http://www.unavoce.ru/library/apostolicae_curae.html (Zugriff 25.02.11);
20. Никодим, митр. Сливенский. Действительность англиканского рукоположения. Совещание глав Православных Церквей. Москва, 1948 г. URL: http://krotov.info/history/20/1940/1948_03.htm (Zugriff 25.03.11);
21.  Папа Римский Бенедикт XVI. Anglicanorum Coetibus. URL: http://www.benediktxvi.ru/index.php?option=com_content&task=view&id=2501&Itemid=50 (Zugriff 25.03.11);
22. Православие и современность. Васечко В., свящ. Сравнительное богословие. URL: http://lib.eparhia-saratov.ru/books/03v/vasechko/comparative/22.html (Zugriff 25.02.11).
 


[1] Лев XIII, Папа Римский. Энциклика «Apostolicae Curae». Ватикан, 1896 г. URL: http://www.unavoce.ru/library/apostolicae_curae.html (Zugriff 25.02.11); 
[2] Saepius Officio. Answer of the Archbishops of England to the Apostolic Letter of Pope Leo XIII. Longmans, Green, and co.39 Paternoster row. London, New York and Bombay, 1897 URL: http://anglicanhistory.org/orders/saepius.pdf (Zugriff 25.02.11);
[3] Лев XIII, ПапаРимский. Энциклика «Apostolicae Curae»…
[4] “Apostolicae Curae” wird nach der russischen Überzegung zitiert URL:http://www.unavoce.ru/library/apostolicae_curae.html
[5] Ebenda.
[6] Luminarium: Anthology of English literature. [elektronische Ressource] // Cardinal Reginald Pole. URL:http://www.luminarium.org/encyclopedia/cardinalpole.htm (Zugriff 25.02.11);
[7] Pole, Reginald. Ad Henricū Octauum Britanniae regem, pro ecclesiasticae unitatis defensione, libri quatuor. Farnborough, Hants., Eng. : Gregg Press, 1965.
[8] Багаев А. Заблуждения в переводе. URL: http://magazines.russ.ru/october/2010/2/ba10.html (Zugriff 25.02.11);
[9] Ebenda.
[10] Thurston, H. Reginald Pole // New Advent. Catholic encyclopedia. [Elektronische Ressource]. URL:http://www.newadvent.org/cathen/12201b.htm (Zugriff 25.02.11);
[11] Luminarium: Anthology of English literature. [Elektronische Ressource]. Cardinal Reginald Pole…
[12] Das Ordinal von 1549 unterscheidet sich von der Revision von 1552 durch zweitrangige Details. S. The first Book of common prayer of Edward VI. And the Ordinal of 1549 together with the Order of Communion, 1548. Rivingtons. London, Oxford and Cambridge, 1896. – p. xxvii
[13] Die Zweiundvierzig Artikel waren eine Umsetzung der Augsburger Glaubensbekenntnis, die von Philipp Melanchton geschrieben worden waren. S . Дмитриева О. В., Третьяков А. В., Чернов В. В. Англиканская Церковь. // Православная энциклопедия [Elektronische Ressource] Т. 2, С. 322-233. URL: http://www.pravenc.ru/text/115120.html (Zugriff 25.02.11);
[14] Die Zweiundvierzig Artikel waren eine Umsetzung des Augsburger Glaubensbekenntnisses, das von Philipp Melanchthon geschrieben worden war. S . Дмитриева О. В., Третьяков А. В., Чернов В. В. Англиканская Церковь. // Православная энциклопедия [Elektronische Ressource] Т. 2, С. 322-233. URL:http://www.pravenc.ru/text/115120.html (Zugriff 25.02.11);
[15] Козлов М., прот. Англиканство…
[16] The Ordinal of 1549… The Preface
[17] Faculties issued by Pope Julius III to Cardinal Pole, 8 March 1554 URL: http://www.catholictradition.org/Eucharist/melch.isedech-appx6.htm (Zugriff 25.02.11);
[18] Ebenda.
[19] Apostolicae Curae…
[20] Ebenda.
[21] Marcellus II. war der Papst von Rom vom 9. April 1555 bis zum 30. April 1555.
[22] Reginald Pole. Luminarium: Anthology of English literature…
[23] The Bull "PraeclaraCharissimi" of Pope Paul IV in 1555 URL: http://www.catholictradition.org/Eucharist/melchisedech-appx6.htm ( Zugriff 25.02.11);
[24] Declaratory Brief of Pope Paul IV  - Zugriff: http://www.catholictradition.org/Eucharist/melchisedech-appx6.htm(Zugriff 25.02.11);
[25] Ebenda.
[26] Ebenda.
[27] Apostolicae Curae…
[28] John Clement Gordon (1644 – 1726) war Bischof von Galloway. 1687 wurde er zum anglikanischen Bischof geweiht. Er war ein enger Vertrauter von König Jakob II., des letzten britischen katholischen Monarchen.Nach der „Glorious Revolution“ von 1688 verließ er zusammen mit dem König Britannien und ging nach Frankreich, wo er sich zum Katholizismus bekehrte. Sein Eintritt in den katholischen Klerus fand 1704 statt. Er starb 1726.  
[29] Smith, S. Anglican Orders // New Advent. Catholic encyclopedia. [Elektronische Ressource].URL:http://www.newadvent.org/cathen/01491a.htm (Zugriff 25.02.11);
[30]Apostolicaecurae…
[31] Ebenda.
[32] Ebenda.
[33] Ebenda.
[34] Matthew Parker (1504-1575) war von 1559 bis 1575 Erzbischof von Canterbury. Er begründete die anglikanische Hierarchie und schuf die anglikanische Glaubenslehre mit.
[35] S., z.B. Православие и современность. Васечко В., свящ. Сравнительное богословие. URL: http://lib.eparhia-saratov.ru/books/03v/vasechko/comparative/22.html (Zugriff 25.02.11);
[36] Васечко В., свящ. Сравнительное богословие…
[37] Apostolicae curae…
[38] New Advent. Anglican Orders…
[39] Diese Ansicht vertritt z.B. auch die Rumänische Kirche; vgl, z.B. Винтилеску, прот. «Англиканская иерархия и ее действительность». URL: http://krotov.info/history/20/1940/1948_04.htm (Zugriff 25.02.11);
[40] Василий (Кривошеин), архиеп. Богословский диалог между Православной Церковью и англиканским вероисповеданием и его проблемы. URL: http://www.bogoslov.ru/text/print/269381.html (Zugriff 25.02.11);
[41] Apostolicae Curae…
[42] The Ordinal of 1549…
[43] Ebenda.
[44] Василий (Кривошеин), архиеп. Богословскийдиалог…
[45] Ebenda.
[46] Ebenda.
[47] Ebenda.
[48] The Ordinal of 1549…
[49] Ebenda.
[50] Apostolicae Curae…
[51] The Council of Trent. The Twenty-Third Session URL: http://history.hanover.edu/texts/trent/ct23.html ( Zugriff 25.02.11);
[52] Ebenda. The Twenty-Second Session URL: http://history.hanover.edu/texts/trent/ct22.html ( Zugriff 25.02.11);
[53] Apostolicae Curae…
[54] Ebenda.
[55] Ebenda.
[56] Ebenda.
[57] Папа Римский Бенедикт XVI. Anglicanorum Coetibus. URL: http://www.benediktxvi.ru/index.php?option=com_content&task=view&id=2501&Itemid=50 (Zugriff 25.03.11);
[58] Frederick Temple (1821 – 1902) war Erzbischof der Anglikanischen Kirche, englischer Wissenschaftler und Lehrer. Er besaß die Kathedra von Canterbury von 1896 bis auf den Tod.
[59] William Maclagan (1826 - 1910) war Erzbischof der Anglikanischen Kirche. Er besaß die Kathedra von York von 1891 bis zum 1908 und verließ sie aus gesundheitlichen Gründen. Bekannt dadurch, dass er 1902 Königin Alexandra, Gemahlin des britischen Königs Eduard VII, bekrönte. 1897 besuchte er Russland.
[60] Zit. nach “Answer of the Archbishops of England to the Apostolic Letter of Pope Leo XIII. [Saepius Officio]. Addressed to the whole body of Bishops of the Catholic Church”. - Answer of the Archbishops of England to the Apostolic Letter of Pope Leo XIII. [Saepius Officio]. Addressed to the whole body of Bishops of the Catholic Church. Longmans, Green, and co. 39 Paternoster Row, London, New York and Bombay, 1897 URL: http://anglicanhistory.org/orders/saepius.pdf ( Zugriff 25.03.11);
[61] Saepius Officio…
[62] Ebenda.
[63] Ebenda.
[64] Ebenda.
[65] Ein Hinweis auf diese Tatsache findet sich unter anderem in dem Bericht des Metropoliten Nikodim von Sliwen „Die Gültigkeit der anglikanischen Handauflegung“ („Действительность англиканского рукоположения“), die auf der All-Orthodoxen Tagung in Moskau im Jahre 1948 vorgetragen wurde. - Никодим, митр. Сливенский. Действительность англиканского рукоположения. Совещание глав Православных Церквей. Москва, 1948 г. URL: http://krotov.info/history/20/1940/1948_04.htm (Zugriff 25.03.11);
[66] Saepius Officio…
[67] G.K.A. Bell, Randall Davidson, Oxford University Press, 1935, Vol. 1, p. 232.
[68] Ebenda.
[69] Vaughan Herbert, cardinal. A Vindication of the Bull 'Apostolicae Curae' by the Cardinal Archbishop and Bishops of the Province of Westminster. URL: http://www.archive.org/stream/a618713902cathuoft#page/n9/mode/2up (Zugriff 25.03.11);
[70] Ebenda.
[71] Деяния Совещания глав и представителей Автокефальных Православных Церквей. Москва, 1948 г. Резолюция по вопросу “Об Англиканской иерархии”. URL: http://krotov.info/history/20/1940/1948_09.htm (Zugriff 25.03.11);
[72] Der Beschluss der All-Orthodoxen Besprechung in Moskau enthält Anklänge an die Gedanken, die vom Metropoliten Anthony (Khrapovitsky) in seinem Werk „Warum anglikanische Geistliche in ihrer Würden aufgenommen werden können“ (Why Anglican Clergy Could Be Received in Their Orders. By the Metropolitan Anthony Khrapovitsky. The Christian East, March, 1927). Indem der Metropolit das Problem mit den anglikanischen Weihen erörtert, bringt er kanonische Präzedenzfälle aus der Geschichte der Alten Kirche. Der Metropolit behauptet, dass – wie auch in Fällen von Schismatikern und Häretikern in früheren Perioden des Christentums –die Cheirotonien von Anglikanern im Falle ihrer Buße in Bezug auf ihre dogmatischen Irrtümer anerkannt werden könnten.
[73] «Резолюция по вопросу “Об Англиканской иерархии”»…
[74] Ebenda.
[75] Доклад Представителя Болгарской Церкви Митрополита Сливенского Никодима: «Действительность англиканского рукоположения», Доклад Представителя Румынской Церкви проф.-протоиерея П. Винтилеску: «Англиканская иерархия и ее действительность», Доклад профессора Московской Духовной Академии В. С. Вертоградова: «Об английской иерархии».
[76] „1922 veröffentlichte Patriarch Meletios Metaxakis eine Deklaration, in der er behauptete, dass die anglikanische Weihe über ‚dieselbe Gültigkeit wie auch die Weihe der Römisch-Katholischen, der Alt-Katholischen und der Armenischen Kirchen verfügt, da darin alle dafür vom orthodoxen Standpunkt notwendigen wesentlichen Elemente präsent sind.‘ Ähnlich positive gab es seitens der Kirchen von Jerusalem (1923), Zypern (1923), Alexandrien (1930) und Rumänien (1930). Doch zog keine dieser Kirchen aus ihren Anerkennungsakten praktische Schlussfolgerungen“. [Bischof Kallistos Ware]Каллист (Уэр), еп. Православная Церковь и объединение христиан. URL:http://apologia.hop.ru/basis/uer/uer_ecumenizm.htm (Zugriff 25.03.11);
[77] «Резолюция по вопросу “Об Англиканской иерархии”»

Schlüsselwörter:
Siehe auch:
добавить на Яндекс добавить на Яндекс