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Zum Fest der Kreuzerhöhung

26. September 2011
„Lasst uns das Kreuz verehren. Lasst uns begreifen, dass Christus gestorben ist, weil wir die eigentlichen Verbrecher sind. Apostel Paulus meint, dass sich kaum jemand findet, der sein Leben weder für seinen Freund noch für seinen Wohltäter hingibt. (Röm. 5,7). Christus jedoch ist für all die gestorben, die Ihn hassen, für die Menschen, die ebenso wie wir dazu fähig sind, ohne in der Seele zu erschauern an Seinem Opfer vorüberzugehen, die ihren Willen nicht brechen und sich nicht ganz  dem Guten hingeben wollen.“ – aus einer Predigt zum Fest der Kreuzerhöhung von Metropolit Antonij vo Sourozh

1989

Heute feiern wir die Auffindung des Lebenspendenen Kreuzes des Herrn. Für uns ist das Kreuz das Zeichen dafür, wie Gott uns liebt. Wir wissen, dass der Herr an dann Kreuz genagelt worden ist und dort als Mensch einen langsamen und qualvollen Tod gestorben ist. Das Empfinden jedoch, wie der Tod des Gottmenschen in Wirklichkeit gewesen ist, erfüllt unsere Seelen viel zu selten mit jenem Erschauern und jener Ehrfurcht, mit denen wir eigentlich leben sollten.

Das Kreuz ist ein Bild. Es gab jedoch eine Zeit, in der das Kreuz die grausame Wirklichkeit des Sterbens des Menschen Jesus von Nazareth war. Für uns ist das Kreuz nur mit Ihm und mit dem Mysterium unseres Heils in verbunden. Zu jener Zeit aber war das Kreuz ein „einfaches“  - wie furchtbar dies auch klingen mag – Instrument zur Folter und zum Töten. Am Kreuz wurden Verbrecher hingerichtet, damit diese durch einen qualvollen Tod für all das Böse, was sie den Leuten  angerichtet hatten, bezahlen sollten. Ihr grausamer Tod sollte unter den Menschen der umliegenden Städte und Dörfer Angst verbreiten.

Das Kreuz war eine Srafe für Verbrecher. Und unter ihnen befand sich nun auch Der, Den wir unseren Herrn nennen: Jesus Christus. Das Gericht des Ältesten und der römische Statthalter befanden Ihn des Todes würdig wegen der Verbrechen, die Er begangen hatte. Was aber sind dies für Verbrechen, für welche Er all die Qualen auf Sich nahm?

Erstens: Das Bild vom Messias, welches Jesus Christus den Menschen darbot, schien unvereinbar mit jenem Bild, welches sie sich selbst erdacht hatten. Der wahre und lebendige Gottmensch zerbrach an dem Idol, welches sich die Menschen in ihrer Phantasie zurecht gelegt hatte. Denn sie hatten eine genaue Vorstellung, wie der Messias sein sollte. Das falsche Bild des Messias schien scheinbar über Gott, der Mensch geworden war, selbst zu triumphieren. 

Ein zweites Verbrechen war Seine Lehre von der Liebe. Sie erzeugte in den Seelen aller jener  Menschen Angst und Schrecken, die nicht bereit waren, für das Evangelium zu sterben, denn das Evangelium beinhaltet die furchtbare Nachricht, dass das Gottesreich keinerlei Egoismus duldet, dass der Mensch von sich absehen soll, um ganz für die Liebe zu Gott und zu den Menschen zu leben. Weder damals noch heute ist es für die Menschen einfach, sich diesem anzunehmen, denn es bedeutet, in sich jeglichen Egoismus und alles Niedere zu töten.

Die „Verbrechen“ des Herrn gegen die Menschen bestehen weiterhin darin, dass Er sie enttäuscht hat. Sie hatten einen politischen Führer erwartet. Sie hatten auf einen irdischen Sieg über die Römer, die sie unterworfen hatten, gehofft: Einen Sieg über eine fremde und verhasset Macht. Er jedoch schlug ihnen das Evangelium vor: Demut und Sanftmut. Er rief sie dazu auf, die Feinde zu lieben, so wie auch der Vater im Himmel alle Menschen liebt. Jetzt nach dem Kreuz des Herrn könnte man sogar sagen, allen Menschen mit einer Liebe zu begegnen, die das Kreuz nicht fürchtet, die bereit ist, ihr eigenes Blut zu vergiessen und den eigenen Sohn dem Tod zu überantworten.

In jener uns heute fernen Zeit, als man das Kreuz des Herrn wiedergefunden hatte, war dies alles noch nahe Wirklichkeit. Man konnte die Zeit Jesu damals noch spüren, quasi  mit der Hand berühren. So begriff  man auch das Kreuz noch sehr konkret, real und grausam als Instrument zum Gericht und zum Tod. Damals wurde das Kreuz voller Ehrfurcht, Erschauern und Liebe heraufgeholt und emporgehoben – ja in die Höhe gehoben durch den Patriarchen von Jerusalem -, damit alle das Kreuz sehen konnten, an dem der König der Welt und der Heiland aller durch den bösen Willenn der Menschen wie ein Verbrecher starb. Jener, Den Gott gesandt hatte, damit Er die Welt nicht richte, sondern zum Heil führe.

Lasst auch uns uns diese grauenvolle, konkrete Wirklichkeit des Kreuzes und der Kreuzigung immer wieder bewußt werden und lasst uns heute vor dem Bild des Kreuzes niederfallen und uns gedanklich in jene schrecklichen Tage zurückversetzen, in denen Gott durch den Tod Seines Eingebornen Sohnes den Sieg über die Finsternis errungen und uns aus der Macht der Todes, der Sünde und des Teufels entrissen hat.

Lasst uns auf Seine Liebe mit Liebe antworten. Es reicht nicht aus das Kreuz zu verehren, wenn wir gleichzeitig fern ab von dem bleiben, wofür dieses Opfer dargebracht worden ist.

Lasst uns das Kreuz verehren. Lasst uns begreifen, dass Christus gestorben ist, weil wir die eigentlichen Verbrecher sind. Apostel Paulus meint, dass sich kaum jemand findet, der sein Leben weder für seinen Freund noch für seinen Wohltäter hingibt. (Röm. 5,7). Christus jedoch ist für all die gestorben, die Ihn hassen, für die Menschen, die ebenso wie wir dazu fähig sind, ohne in der Seele zu erschauern an Seinem Opfer vorüberzugehen, die ihren Willen nicht brechen und sich nicht ganz  dem Guten hingeben wollen.

Lasst uns auf das Kreuz schauen. In der Heiligen Schrift heisst es: Man wird auf Den schauen, Den man durchbohrt hat (Joh. 19,37). Man wird auf Den sehen, Dem man die Arme, Beine und die Rippen gebrochen hat. So werden auch wir, wenn uns das Kreuz nicht zu erneuern vermag, früher oder später voller Entsetzen vor Ihm stehen, denn eines Tages müssen wir vor unserem Gewissen verantworten, dass wir an der Göttlichen Liebe, die bereit war, für uns am Kreuz zu sterben, vorbeigegangen sind.

Amen

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