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Die Doktrin der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche

9. Oktober 2011
Am 27. März 2007 wurde auf einer Sitzung des Geweihten Synods der Russischen Orthodoxen Kirche das von der Synodalen Abteilung für Mission des Moskauer Patriarchats erarbeitete Dokument namens „Die Doktrin der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche“ in Kraft gesetzt.

Russische Orthodoxe Kirche

Abteilung für Mission des Moskauer Patriarchats 

Die Doktrin der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche

Inhaltverzeichnis

Vorwort.. 3

1. Besonderheiten des modernen Missionsfeldes der Russischen Orthodoxen Kirche.. 4

2. Methodologie der orthodoxen Mission.. 7

2.1. Ziele und Aufgaben der modernen Mission. 7

2.2. Formen und Methoden der modernen missionarischen Tätigkeit. 9

2.3. Das Bild des modernen Missionars und seine Eigenschaften. 13

3. Die Praxis des missionarischen Dienstes. 15

3.1. Missionsauftrag. 15

3.2. Vorbereitung der Missionskräfte. 15

3.3. Missionslager. 16

3.4. Mission in der Umgebung der jungen Menschen. 17

3.6. Missionarischer Dienst von Laien. 19

3.7.Missionarischer Gottesdienst. 20

3.8. Die viel versprechenden Richtungen des missionarischen Dienstes. 21

Abschlussbemerkung. 22

 

Vorwort 

Die Mission (Bezeugung) als Predigt zur Erweckung des Glaubens ist selbst der Natur der Einen Heiligen Katholischen und Apostolischen Kirche[1] innewohnend. Sie besteht in der Ankündigung der Frohen Botschaft an die ganze Welt: „Gehet hin in die ganze Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung (Mk 16,15). Sie richtet sich an die Errettung und Heil jedes Menschen. 

Die Orthodoxe Kirche wird nicht nur deswegen „Apostolische“ genannt, da die Mitglieder der Kirche „aufgebaut auf die Grundlage der Apostel und Propheten (Eph 2,20) sind, sondern und insbesondere weil durch sie die Predigt der Apostel Jesu Christi bis zum heutigen Tag fortgeführt wird. Sie, die jener Kirche, die am Pfingsten, als „dreitausend Seelen“ (Apg 2,41) sich taufen ließen, geboren wurde, wesensgleich ist, wächst unablässig.

Die Mission im Sinne des Apostelamts machte schon immer die wichtigste der Pflichten der kirchlichen Menschen aus, nämlich die der Erfüllung des Gebots des Herrn an seine Jünger: „Gehet [nun] hin und machet alle Nationen zu Jüngern, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe (Mt 28,19-20).

Die Mission der Kirche richtet sich nicht nur an die Heiligung des Menschen, sondern auch an diese der erschaffenen Welt und aller Bereiche des Lebens: „auch selbst die Schöpfung freigemacht werden wird von der Knechtschaft des Verderbnisses zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlinge des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst, erwartend die Sohnschaft: die Erlösung unseres Leibes (Röm 8,21-23).

Das theologische Verständnis der orthodoxen Mission gründet sich auf ihrer trinitären Dimension: die Quelle der Mission ist in der All-Heiligen Dreiheit, DIE sich manifestiert, indem der Vater Jesus Christus sendet, sowie den Heiligen Geist auf die Apostel herabsendet (Joh 20,21-22). Die Sendung Jesu Christ ist in den Plan unserer Heilsordnung miteingeschlossen: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe (Joh 3,16).

Die orthodoxe Mission hat nicht nur die Aufgabe der Belehrung der zu erleuchtenden Völker in den Wahrheiten der Glaubenslehre und der Erziehung der christlichen Lebensart. Sie erzielt hauptsächlich die Weitergabe der Erfahrung der Gemeinschaft mit Gott mittels der persönlichen Teilnahme des Menschen im mystischen Leben der eucharistischen Gemeinde. Denn die frohe Botschaft ist die Bezeugung über Christus als den auferstandenen Herrn und die Einführung in die Welt seines Reiches – des neuen Himmels und der neuen Erde (Offb 21,1), die sich in der Zelebrierung der Eucharistie aufdecken.

Das orthodoxe Verständnis der Mission postuliert, dass die ökumenische Mission ein eschatologisches Ereignis ist, wobei das Evangelium „bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt 28,20) gepredigt sein wird. Diese eschatologische Perspektive ist eben das, was die richtige Interaktion zwischen der Mission und der nationalen Kultur bestimmt, denn das Ziel der Mission bleibt immer die Verklärung des ganzen Kosmos – der Menschheit und der Natur – „auf daß Gott alles in allem sei“ (1 Kor 15,28), wie Apostel Paulus sprach. Deshalb besteht die Mission in der Annäherung an die Welt, ihrer Heiligung und Erneuerung, der der Hinzufügung neuer Inhalte in die gewöhnliche Lebensart, sowie auch der Annahme der örtlichen Kulturen und der Wege ihrer Selbstverwirklichung, die dem christlichen Glauben nicht widersprechen, und ihrer Transformation zu den Errettungsmitteln.

Der moderne Missionsdienst der Kirche beruht auf der zweitausendjährigen Erfahrung der orthodoxen Bezeugung und der patristischen Tradition.

Die konkreten Ziele und Aufgaben des missionarischen Dienstes werden durch die gesamtkirchlichen und diözesanen Doktrin- und Programmdokumente zusammengefasst.

Im Jahre 1995 wurde auf einer Sitzung des Geweihten Synods der Russischen Orthodoxen Kirche die „Doktrin der Wiederbelebung der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche“ verabschiedet, die alle treuen Kinder unserer Kirche beruft, sich auf den Weg der Orthodoxen Verkündigung zu begeben. Diese Doktrin hat ihren Zweck weitgehend erfüllt.

Aufgrund der sozialwirtschaftlichen, politischen und geistig-kulturellen Änderungen, die auf dem Territorium der pastoralen Verantwortung der Russischen Orthodoxen Kirche stattfinden, ist zurzeit die Notwendigkeit überfällig, eine Doktrin der missionarischen Tätigkeit vorzubereiten, die sich auf den nächstliegenden historischen Zeitraum richten sollte.

Die hier präsentierte Doktrin berücksichtigt die missionarische Erfahrung, die während des Zeitraums nach der Verabschiedung der „Doktrin der Wiederbelebung der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche“ durch den Geweihten Synod gesammelt wurde und spiegelt auch den modernen Zustand der orthodoxen Mission und die Perspektiven ihrer Entwicklung wider.

Diese Doktrin basiert auf den Dokumenten und Materialien des Landeskonzils 1917 /1918, der Bischofskonzile der Russischen Orthodoxen Kirche der Jahre1994, 1997, 2000 und 2004, beruht auf den Empfehlungen aus den Vorträgen Seiner Heiligkeit des Patriarchen Alexij II. von Moskau und ganz Russland, sowie auch auf den „Grundlagen der Sozialdoktrin der Russischen Orthodoxen Kirche“ (2000) in punkto der Angelegenheiten des modernen missionarischen Dienstes, auf den Leitlinien der „Doktrin der Wiederbelebung der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche“ (1995), den Beschlüssen und den Abschlussdokumenten der Allkirchlichen missionarischen Kongresse, die vor 1917 und im Zeitraum von 1996 bis 2002 stattfanden.

Die Doktrin formuliert die allgemeinen Prinzipien, Ziele und Aufgaben des missionarischen Dienstes der Russischen Orthodoxen Kirche, die in ihren Diözesen, je nach den örtlichen Bedingungen und konkreten Möglichkeiten,  schöpferisch weiterentwickelt werden können.

 

1. Besonderheiten des modernen Missionsfeldes der Russischen Orthodoxen Kirche

Die kanonische Grundlage der Mission impliziert das Vorhandensein des „Territoriums der pastoralen Verantwortung“, in dessen Rahmen die Mission der jeweiligen Landeskirche vollzogen wird. Dieses Territorium wird konventionell durch den Begriff „Missionsfeld“ bezeichnet. In der evangelischen Auffassung ist das Missionsfeld der Kirche das ganze Weltgebäude, am besten ist es im Gleichnis über den guten Sämann beschrieben: „der Acker aber ist die Welt; der gute Same aber, dies sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen; der Feind aber, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters, die Schnitter aber sind Engel (Mt 13,38-39). Das Missionsfeld ist der geistige Raum, in dem das Licht und die Finsternis miteinander kämpfen („ Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst “ (Joh 1,5)), und das Kampffeld sind die Herzen der Menschen.

Die Frage nach dem Zustand des modernen Missionsfeldes ist für die Bestimmung der Richtung, der Methoden und der Wege der Entwicklung der orthodoxen Mission entscheidend. Im Laufe der letzten 800 Jahre stand die Russische Orthodoxe Kirche noch nie in solchen Maßstäben vor der der Notwendigkeit der apostolischen Predigt, wo das Missionsfeld Millionen von Menschen umfasst, die sich vom Joch der gottlosen Ideologie befreit haben, auf den riesigen Territorien wohnen und durch ihre eigenen kulturell-historischen Besonderheiten geprägt sind. Es ist eine paradoxale Situation der Notwendigkeit der „zweiten Christianisierung“ der Völker, die auf dem Territorium der pastoralen Verantwortung der Russischen Orthodoxen Kirche wohnen, entstanden und die Maßstäbe dieser „zweiten Christianisierung“ sind präzedenzlos. Aus der Erkennung dieser Erscheinung folgen viele Besonderheiten und Aufgaben der Verwirklichung der missionarischen Tätigkeit. Unter den wichtigsten ist es notwendig folgende zu betonen:

1.      Die Kultur der meisten Menschen, an die sich die Predigt richtet, wurzelt in der Orthodoxie, dabei behalten sie gegenüber der Kirche eine indifferente Einstellung bei. Was aber die moderne säkulare Kultur betrifft, orientiert sie sich immer mehr am „Neo-Heidentum“, während das Ausmaß der Aneignung der Werte der schöpferischen Nationalkulturen, die mit der Orthodoxie genetisch zusammenhängen, immer geringer wird.

2.      Auf der jetzigen historischen Etappe wird die Mission der Russischen Orthodoxen Kirche in den Bedingungen der groß angelegten Expansion der nicht-traditionellen Weltanschauungs- und Glaubenslehrensysteme und ihres Einflusses auf die Wertprioritäten der Menschen deutlich. Heute schließen die missionarischen Aktivitäten der Russischen Orthodoxen Kirche auch die innere Mission ein, d.h. die Arbeit Bemühungen, zur Kirchenschoßrückkehr von Menschen in den Schoß der Kirche zurückzuholen, die im Ergebnis der Kirchenverfolgung des 20. Jahrhunderts vom Glauben ihrer Väter isoliert wurden, und insbesondere derjenigen solche Kinder der Kirche, die unter dem Einfluss destruktiver Kulte und totalitärer Sekten standen. Der Widerstand gegenüber solchen Kulten ist eine der Richtungen der missionarischen Aktivitäten.

3.      Die missionarische Tätigkeit – als Priorität für die Russische Orthodoxe Kirche in der jetzigen Etappe – verlangt nach einer tieferen theologischen Besinnung der unterschiedlichen Traditionen und Wege der pastoralen Betreuung und Leitung. Im Laufe von Jahrhunderten hat sich in der kirchlichen Umgebung die monastische Tradition der pastoralen Seelsorge gebildet, die die Hilfe für Neulinge und die spirituelle Mentorschaft für Menschen, die bereits in die Kirche gekommen und ins kirchliche Leben integriert sind oder auch sich gerade noch integrieren, anbietet. Innerhalb dieser Tradition existieren ihr eigenes Maß an Strenge und ihre eigenen Wege der spirituellen Leitung und Mentorschaft.

4.      Die pastoral-missionarische Tradition, die auf den Vorbildern der missionarischen Predigt und der Tätigkeit hervorragender Missionare der Russischen Orthodoxen Kirche gründet, sieht für die Bedingungen, unter denen die Mission unter den Menschen wirkt, die nicht getauft oder zwar getauft, aber im Glauben nicht bewandert sind, besondere Wege und Methoden vor, mittels derer Menschen zu Christus geführt werden sollen.

5.      Die Nutzung der Literatur, der Lehrprogramme (zum Beispiel, für den Religionsunterricht) und des größten Teils anderer Materialien, die vor der Revolution erstellt worden waren, erweist sich als wenig effizient, da sich diese Literatur und diese Programme eigentlich an die ins kirchliche Leben bereits integrierten Erwachsenen und Kinder richtet, die von Kindheit an das Gotteshaus besucht hatten. Derartige Literatur hatte sich nicht das Ziel gesetzt, die Auszubildenden der Kirche zuzuführen, da selbst die Ordnung des kulturellen und sozialgesellschaftlichen Lebens des vorrevolutionären Russlands dies bewirkt hatte.

6.      Die Rolle der Mission der Russischen Orthodoxen Kirche besteht heute in der Aktivierung der Prozesse der Vereinigung und der spirituell-sittlichen Gesundung der Gesellschaft, nämlich mittels der Verkündung der Wahrheit. Dabei ist es notwendig, diejenigen Herausforderungen an die Kirche zu berücksichtigen, die in der uns zeitgenössischen Gesellschaft entstanden sind, unter denen es notwendig ist; folgende als erstrangige zu erwähnen:

1)      die Herausforderung des Verlusts der kulturellen Identität (Missionsaufgabe:  Ermittlung der Bedingungen für die Christianisierung der Nationalkulturen, auf der Basis ihrer schöpferischen Bestandteile);

2)      die Herausforderung der sozialwirtschaftlichen Reformen (Missionsaufgabe:  Schutz der sozial ungeschützten Bevölkerungsschichten);

3)      die Herausforderung der Entwicklung der Wissenschaft, die mit der Entstehung von neuen Forschungsgebieten, die die Sittlichkeit und die wesenhaften Grundlagen betreffen, einhergeht (Missionsaufgabe:  Widerstand gegen die Ersetzung der Wissenschaft durch eine Ideologie oder den Okkultismus, sowie auch gegen die Bemühungen ihrer „Vergöttlichung“, insbesondere im Bereich der öffentlichen Studien);

4)      die Herausforderung der Informationsgesellschaft (Missionsaufgabe: Widerstand gegen die Informationsaggression gegen die Orthodoxie, die Persönlichkeit, die Familie und die Gesellschaft, wie sie von destruktiven Kulten und Organisationen betrieben wird; Meisterung neuer Informationsräume zwecks Missionsentwicklung);

5)      die Herausforderung des Pluralismus der Religionen und der Weltanschauungen (Missionsaufgabe:  – Widerstand gegen die Ersetzung der absoluten und der einzigen Wahrheit Christi durch die „alleinige und universale“ Religion).

Die durchzuführenden missiologischen Studien dieser Herausforderungen decken die Hauptcharakteristika des Missionsfeldes der Russischen Orthodoxen Kirche auf, was es ermöglicht, adäquate und effektive Formen und Methoden des missionarischen Dienstes zu entwickeln.

 

2. Methodologie der orthodoxen Mission

2.1. Ziele und Aufgaben der modernen Mission

Weit verstanden ist das endgültige und globale Ziel der orthodoxen Mission die Verwirklichung des ursprünglichen Plans Gottes – die Theosis (Vergöttlichung) der gesamten Schöpfung.

Weniger weit verstanden ist die Mission die Verbreitung des orthodoxen Glaubens zur Integration der Menschen ins kirchliche Leben, was für sie ein neues Leben in Christo darstellt, und zur Weitergabe der Erfahrung der Gemeinschaft mit Gott. In diesem Sinne ist das nächstliegende Ziel der Mission die Bildung von eucharistischen Gemeinden bis an das Ende der Erde (Apg 1,8).

Das Erreichen der Ziele, die im Rahmen der orthodoxen Mission liegen, fördert die Lösung folgender Aufgaben:

  • Weitergabe des Wortes Gottes an Menschen, die noch keine orthodoxe Verkündung gehört haben (Mt 28,19), Erweckung des Glaubens an das Evangelium und des Wunsches des Heiles in Christo, in den Herzen der zu Erleuchtenden: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubet an das Evangelium (Mk 1,15);
  • Erleuchtung und Anregung aller Menschen, die getauft, aber außerhalb des segensreichen mystischen Lebens der Kirche verbleiben, zum geistigen Tun, zur verantwortungsvollen Vorstehung vor Gott im Gebet und zur aktiven christlichen Position;
  • Nutzung des Prinzips der kirchlichen Rezeption der Kultur[2] des zu erleuchtenden Volkes, mittels der lebendigen Predigt durch die Verkörperung der orthodoxen Ideale in der Volkskultur und den Volkssitten;
  • Heiligung jener nationalen Eigenschaften, die es den Völkern ermöglichen, mitsamt der Aufrechterhaltung ihrer Kultur, ihres Selbstrespekts und ihrer Selbstidentifikation ihren einzigartigen Beitrag zur Verherrlichung Gottes im Gebet zu leisten, und dabei in harmonischer Einheit mit der vollen Fülle der Kirche zu verbleiben;
  • Predigt des Evangeliums und Verrichtung missionarischer Gottesdienste auf den nationalen und künstlichen Sprachen (zum Beispiel, der Taubstummensprache);
  • Erklärung der Bedeutung der Mysterien;
  • Vorbereitung des Klerus und der Missionare aus der örtlichen Bevölkerung;
  • Erschaffung der Bedingungen für die aktive Teilnahme der Neubekehrten (Neophyten) am Leben der Gemeinden, zwecks ihrer Integration ins Kirchenleben.

Unter der Bedingung, dass die missionarische Tätigkeit im Volk mit alten, auch wenn abgeschwächten orthodoxen Traditionen verwirklicht wird, ist es notwendig, alle Manifestationen der Kultur, die den orthodoxen Inhalt haben, zu nutzen.

Die orthodoxe Mission ist ein Weg der Erweckung des Glaubens in den Seelen von Christen, die ihr spirituelles Leben und ihre Stelle in der eucharistischen  Gemeinde nur formal bzw. unbewusst wahrnehmen. In diesem Prozess spielt das Mysterium der Eucharistie, in dem die Menschen, indem sie die spirituelle Nahrung erhalten, dem Leben in Christo mystisch teilhaftig werden, eine besondere Rolle.

Die Verkörperung dieser missionarischen Ziele und Aufgaben ist nur dann möglich, wenn jedes Mitglied der Kirche Christi sich über seine persönliche missionarische Verantwortung im Bewussten ist.

 

Die missionarische Verantwortung des Bischofs sieht voraus:

1.      Organisation und Unterstützung der missionarischen Tätigkeit auf dem Territorium der ihm anvertrauten Diözese, aufgrund der allkirchlichen Dokumente, die die Richtlinien, die Ziele und die Aufgaben der Mission beinhalten.

2.      Betreuung der missionarischen Dienstkräfte und Erhöhung der missionarischen Qualifikation von Klerikern und Kirchendienern.

3.      Errichtung, auf der Basis der Diözesanverwaltung, eines Koordinationszentrums zur Erarbeitung von methodischen Empfehlungen und Handbüchern für missionarische Tätigkeit und zur Verallgemeinerung der diözesanen missionarischen Erfahrung, mit Berücksichtigung der örtlichen kulturellen und ethnokonfessionellen Besonderheiten.

4.      Gewährleistung der finanziellen Unterstützung der diözesanen Missionare bei ihrer missionarischen Tätigkeit (zum Beispiel, durch die Errichtung einer spezialisierten diözesanen missionarischen Stiftung oder anderer diözesaner finanzieller Ämter, die missionarische Ziele und Aufgaben haben).

 

Die missionarische Verantwortung der Priester, die vom Diözesanbischof mit den entsprechenden Pflichten, im Rahmen der Gemeinde/des Kirchenkreises beauftragt sind,sieht voraus:

1.      Organisation der missionarischen Tätigkeit, mit Berücksichtigung des Sozialstatus der Laien, die sich auf dem Territorium der pastoralen Verantwortung dieser Gemeinde/dieses Kirchenkreises befinden[3].

2.      Einbeziehung aktiver Gemeindemitglieder in den missionarischen Dienst.

3.      Orientierung der Sonntagsschulen an der missionarischen Tätigkeit.

4.      Erziehung des missionarischen Geistes der Gemeindeaktivisten durch eigenes Vorbild

5.      Erteilung von missionarischen Aufträgen an die Gemeinde und Gewährleistung ihrer verantwortungsbewussten Erfüllung

 

Die missionarische Verantwortung der Laien sieht vor:

1.      Kenntnis der Grundlagen der orthodoxen Glaubenslehre und aktive Teilnahme am Leben der Gemeinde.

2.      Verkündung der Wahrheit der Orthodoxie durch ihr ganzes Leben, nach dem Wort des Heiligen Apostel Peter: „heiliget Christus, den Herrn, in euren Herzen. Seid aber jederzeit bereit zur Verantwortung gegen jeden, der Rechenschaft von euch fordert über die Hoffnung, die in euch ist, aber mit Sanftmut und Furcht (1 Petr 3,15).

3.      Leistung, bei angemessener Betreuung durch ihre geistlichen Väter, eines persönlichen Beitrags, im Werk der missionarischen Verkündung, entsprechend ihrer Ausbildung, Fähigkeiten und beruflichen Fertigkeiten.

 

2.2. Formen und Methoden der modernen missionarischen Tätigkeit

Zurzeit können fünf Hauptformen der missionarischen Tätigkeit unterschieden werden:

1. Erzieherische Mission (Integration ins kirchliche Leben bzw. Einkirchlichung). Das ist  missionarische Arbeit mit denjenigen, die nach Gott suchen, sich auf die Heilige Taufe vorbereiten, sowie auch mit denen, die bereits getauft sind, doch keine entsprechende Belehrung in den Grundlagen des christlichen Glaubens erhalten haben. Das Ziel solcher Mission ist die Einbeziehung der Vorkatechumenen, Katechumenen und Getauften in die Fülle des kirchlichen Lebens und Hilfe bei der Formung des orthodoxen Inhaltes und Stils ihres Lebens.

Die Einführung des Menschen ins kirchliche Leben beginnt bei der Verkündung und der „Vorkatechese“ (der Hl. Erleuchter Kyrill von Jerusalem) und der Katechese.

Deshalb durchläuft die Integration von erwachsenen, nicht getauften Menschen ins kirchliche Leben traditionell mehrere Stufen: Verkündung (Vorkatechese) – Katechese - Taufe – Belehrung (Mystagogie) (Mt 28,19)[4].

Im Werk der erzieherischen Mission erhalten die bekannten Formen des orthodoxen Sozialdienstes eine riesige Bedeutung, denn die Kraft der christlichen Liebe manifestiert sich deutlich in den Wohlfahrtswerken.

Die erzieherische Mission baut sich auf folgenden prinzipiell wichtigen theologischen Grundlagen, die der Neuling tief begreifen und akzeptieren soll:

  • Anerkennung, dass die Heilige Schrift von Gott inspiriert ist (2 Tim 3,16), und die Wahrnehmung der Heiligen Überlieferung in ihrer vollen Fülle als Priorität des Lebens des orthodoxen Christen;
  • überzeugter Eintritt in die Kirche, in den Leib Christi, dessen Teil jedes Gemeindemitglied ist (1 Kor 12,27) und dessen Haupt der Herr Jesus Christus selbst ist;
  • Verkündung der Kirche als Freude des Lebens in Christo, die der neue Mensch genießt, der im Mysterium der Taufe Christus angezogen (Gal 3,27) und im Schoß der Kirche die gnadenvollen Gaben (Charismata) für die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit in ihren vollen Fülle erhalten hat;
  • Wahrnehmung der Eucharistie als Zentrum des Lebens jedes orthodoxen Christen und Äußerung des Christozentrismus seiner gesamten Tätigkeit;
  • Bewusstwerdung des Sinnes der Teilnahme am Gottesdienst als der gemeinsamen Teilnahme im Mysterium der Errettung.

 

Die erzieherische Mission beabsichtigt eine Stärkung der missionarischen Orientierung des Gemeindelebens durch:

  • Verrichtung spezieller missionarischer Gottesdienste, in denen der Gottesdienst mit Elementen der Katechese kombiniert wird, bei denen die von der Kirchenleitung gottesdienstliche Formen bewilligt werden, die für das Verständnis der Neulinge zugänglicher sind;
  • Stärkung der Seiten der soziokulturellen Umgebung, die die Integration unserer Landsleute ins Kirchenleben fördern;
  • Einbeziehung aller Kleriker und aktiven Laien sowie der Gemeindekatecheten in die Teilnahme am Prozess der Integration neuer Gemeindemitglieder ins Kirchenleben;
  • Stimulierung der Errichtung, bei großen Gemeinden, Kirchenkreisen und Diözesanverwaltungen, von spezialisierten missionarischen Zentren für geistige Entwicklung von Kindern und jungen Menschen, die an der missionarisch-erleuchtenden Arbeit unmittelbar teilnehmen und die Katechese organisieren könnten.

 

2. Apologetische Mission. Das ist die Verkündung der Wahrheit der Orthodoxie im Vergleich zu häretischen, sektiererischen, agnostischen und anderen nicht-orthodoxen Lehren. Die apologetische Mission richtet sich auch an den Widerstand gegen die proselytische Tätigkeit von nicht-orthodoxen missionarischen Vereinen und einzelnen „Evangelisatoren“[5].

Damit die Arbeit der apologetischen Mission ergebnisreich ist, wird es empfohlen, eine diözesane Struktur zu errichten, die den Charakter und die Methoden des Proselytismus der religiösen Vereine, welche auf dem Territorium der jeweiligen Diözese wirken, studiert, das Ausmaß ihrer spirituellen und, wenn möglich, sozialer Gefährlichkeit aufdeckt, sowie auch die Öffentlichkeit darüber rechtzeitig, offen, qualifiziert und objektiv informiert könnte.

Um dem Proselytismus effektiv zu widerstehen, ist es notwendig:

  • die apologetische und rehabilitative Tätigkeit von missionarischen Einrichtungen zu aktualisieren;
  • die erleuchtende Tätigkeit jeder Gemeinde zu befördern und so die Entstehung von Sekten und Schismata zu verhindern.

 

3. Die informative Mission. Das ist die orthodoxe Verkündung vor möglichst breiten Bevölkerungsschichten durch alle möglichen Massenmedien, sowie auch durch die Errichtung von Gemeindebüchereien und die Veröffentlichung spezieller missionarischer Literatur.

Damit die Arbeit in den Massenmedien ergebnisreich ist, ist es notwendig:

  • den Informationsraum durch die ganze Vielfalt der neusten Informationstechnologien (Radio, Fernsehen, Internet und Druckmedien) aktiv zu nutzen;
  • der Mission via Massenmedien präventiven Charakter zu verleihen, was schnelle Reaktionen auf Ereignisse, die in der Gesellschaft stattfinden, ermöglicht, sowie eine zeitnahe christliche Bewertung als Beitrag zur öffentlichen Meinung;
  • der Informationsraummission den Vorhaltcharakter zu verleihen, was die schnelle Reaktion auf Ereignisse, die in der Gesellschaft stattfinden, vorsieht, sowie auch ihre rechtzeitige christliche Bewertung zur Bildung der öffentlichen Meinung;
  • Fakten der Herausdrängung orthodoxer Sendungen aus den säkularen Massenmedien und anderer antiorthodoxer Informationstätigkeit rechtzeitig ans öffentliche Licht zu bringen;
  • eine ganzheitliche Datenbank für analytische und Referenzmaterialien zu errichten, die jedem orthodoxen Missionar zugänglich wäre.

 

Im Bereich der Veröffentlichung orthodoxer Literatur ist es notwendig:

  • die Werke der Heiligen Väter mit Kommentaren zwecks Erleuchtung moderner Menschen, zu veröffentlichen;
  • missionarische Literatur zur Erleuchtung, Ausbildung und Pflege der ganzheitlichen Vorstellung über den Glauben, die orthodoxen Spiritualität und die Kirche allgegenwärtig zu veröffentlichen;
  • auf die Neulinge orientierte Bücher zu den Angelegenheiten und Fragen des Glaubens, des Gebets, der christlichen Lebensart und der kirchlichen Einstellung zu allen aktuellen Problemen weiter zu veröffentlichen.

 

4. Äußere Mission. Das ist die orthodoxe Verkündung unter den Völkern, die in ihren nationalen Traditionen und Kulturen keine wahrhaft christlichen Grundlagen haben. Die äußere Mission wird unter verschiedenen ethnokulturellen und ethnokonfessionellen Bedingungen verwirklicht. Im Leben der Ökumenischen Orthodoxen Kirche spielt sie immer eine bedeutende Rolle; dank ihr waren die neuen Landeskirchen entstanden.

Der äußeren Mission könnte auch die missionarische Tätigkeit unter Migranten zugezählt werden. Dabei sollten die Missionare folgendes berücksichtigen:

  • dadurch, dass Migranten ihre eigene religiöse Weltwahrnehmung haben, können sie auf die Orthodoxen, die noch nicht endgültig im Glauben Christi gefestigt sind, Einfluss nehmen, und es ist notwendig, Letztere vor diesen Verführungen zu warnen;
  • es ist wichtig, die Bemühungen der Mission um die Erforschung kultureller Traditionen und weltanschaulicher Grundlagen auf alle konkreten ethnischen Gruppen zu richten, damit die orthodoxe Erleuchtung, durch das Prinzip der kirchlichen Rezeption aller schöpferischen Komponente der Nationalkulturen; geleitet wird; dafür ist es notwendig, spezielle Missionszentren zu errichten, die in ihren missionarischen Programmen die ethnokulturellen und -konfessionellen Besonderheiten von Migranten berücksichtigen sollten
  • es ist wichtig, die Anstrengungen der Mission an die Erforschung kultureller Traditionen und weltanschaulicher Grundlagen jeder konkreten ethnischen Gruppe zu richten, damit die orthodoxe Erleuchtung, durch das Prinzip der kirchlichen Rezeption aller schöpferischen Komponente der Nationalkulturen geleitet wird; dafür ist es notwendig, spezielle spirituell-erleuchtende Zentren zu errichten, die in ihren missionarischen Programmen die ethnokulturellen und ethnokonfessionellen Besonderheiten von Migranten berücksichtigen sollten;
  • bei der Aneignung neuer Territorien bringen Migranten ihre eigene Kultur mit. Das kann zu sozialen Konflikten führen, auch im spirituellen Bereich, was besondere missionarische Bemühungen erfordert. Diese Arbeit könnte als „Mission des Dialogs“ charakterisiert werden.

Unter den Bedingungen der existierenden ethnokonfessionellen Konflikte wird die „Mission des Dialogs“ zur wichtigsten spirituellen Pflicht der orthodoxen Christen, die jegliche Teilnahme an extremistischen Akten meiden sollen.

In diesem Kontext sollte die „Mission des Dialogs“ als notwendiges Tun der Christen auf der Suche nach gewaltfreien Wegen der Konfliktlösung im Geiste der Nächstenliebe betrachtet werden. Die „Mission des Dialogs“ gründet sich deshalb auf der missionarischen Freundlichkeit, Offenheit und sozialen Hilfsbereitschaft. Dabei ist es entscheidend, dass jeder Christ seinen Glauben stets durch die eigene Lebensart vorlebt.

 

5. Die Versöhnungsmission

In der modernen Welt, geprägt von Globalisierungsprozessen, sozialer Spaltung, massenhafter Migration, Eskalation der Gewalt, Manifestationen terroristischen Extremismus und ethnokulturellen Spannungen, sollten die Bezeugung und die Ankündigung der Möglichkeit einer Versöhnung zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten, Altersgruppen und sozialer Schichten zum Schlüsselbestandteil der orthodoxen Mission werden.

Die Versöhnungsmission sollte den Menschen helfen, die Möglichkeit und die Notwendigkeit der Stiftung des Friedens auf den unterschiedlichen Ebenen des Seins der Persönlichkeit, der Familie und der Gesellschaft, entsprechend des apostolischen Rufes: „Jaget dem Frieden nach mit allen und der Heiligkeit, ohne welche niemand den Herrn schauen wird (Hebr 12,14) zu erkennen.

Im alltäglichen und sozialen Bereich sind die orthodoxen Christen nach ihrem Glauben, ihren Sitten und ihren Traditionen für anderen Kulturen und religiöse Überzeugungen tolerant. Das Gebot des Herrn Jesu Christi beruft den Nächsten zu lieben. Der Nächste ist für uns jeder Mensch, unabhängig von Glauben, Nationalität, Geschlecht und sozialer Herkunft. Solch eine Einstellung gegenüber dem Nächsten, der Gesellschaft und der ganzen Welt ist die Wirkung der göttlichen Gnade, in der Übereinstimmung mit dem Engelslied: „Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen “ (Lk 2,14).

Die Versöhnungsmission entwickelt sich als „Dialog des Lebens“, wenn die Christen im alltäglichen und sozialen Bereich mit Menschen anderer Glaubenslehren und Ideologien leben und kommunizieren. So lernen die Menschen einander kennen, sie respektieren einander und lernen voneinander, da, nach dem Wort des Hl. Johannes Chrysostomos „wir nur mit dem Teufel nichts Gemeinsames haben, aber mit allen Menschen haben wir viel Gemeinsames“.

Die Versöhnungsmission schließt den „Dialog der gesellschaftlichen Tätigkeit“ ein, mittels dessen Menschen unterschiedlicher Glaubenslehren um der Erreichung des bürgerlichen Friedens und der Vorbeugung von Konflikten und extremistischen Drohungen Willen gemeinsam wirken. Durch das gemeinsame Wirken für die traditionellen, schöpferischen, spirituell-sittlichen Werte, gerechtere Gesetze, den Schutz der heiligen Gabe des Lebens und den Widerstand gegen die Globalisierungsgefahren ist es möglich, Frieden zwischen konkurrierenden Völkern, Nationalitäten und Kulturen, sozialen Gruppen und Ländern zu erreichen.

Einer der wichtigen Aspekte der Versöhnungsmission ist die „Mission der Versöhnung im Gedenken“, wobei die Versöhnung im sozialpolitischen Bewusstsein der Menschen geschieht und die Konflikte, Spaltungen und Entfremdungen behebt, die durch Bürgerkriege und die drastische Polarisierung der Gesellschaft hervorgerufen werden. In der Welt, die durch die politischen, sozialen und religiösen Konflikte auseinander gerissen wird, sollten die Missionare sich darüber im Bewussten sein, dass der Dienst der Versöhnung und des Friedens uns gegeben ist, da Gott in Christo war, die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen [den Menschen] ihre Übertretungen nicht zurechnend, und hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt (2 Kor 5,19).

Alle Werke des missionarischen Dienstes gründen sich auf dem Prinzip der göttlichen Liebe. Deshalb sind wir, die wir der Orthodoxie unwandelbar treu bleiben, verpflichtet, Vertreter anderer religiöser Überzeugungen in menschlicher Hinsicht zu respektieren. Zugleich darf unsere friedliche Koexistenz mit Menschen anderer Glaubenslehren nicht als Möglichkeit zur Vermischung unterschiedlicher religiöser Traditionen verstanden werden.

 

2.3. Das Bild des modernen Missionars und seine Eigenschaften

Alle Mitglieder der Kirche, die als  Leib Christi verstanden wird, sind berufen, Missionare im weiteren Sinne des Wortes zu sein und einen allgemein kirchlichen apostolischen Dienst zu leisten. Deswegen ist jeder orthodoxe Christ verpflichtet, sich über die auf ihn auferlegte Verantwortung der Verkündung im Bewussten zu sein.

Im konkreten Sinne des Wortes ist der Missionar ein Prediger, der über eine spezielle missionarische Ausbildung verfügt und das Wort Gottes an diejenigen verkündet, die noch keine orthodoxe Botschaft hörten.

Der missionarische Ruf, so wie er von dem Apostel Paulus geäußert ist „wenn ich das Evangelium verkündige, so habe ich keinen Ruhm, denn eine Notwendigkeit liegt mir auf; denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte!“ (1 Kor 9,16), – äußert das innerliche Bedürfnis des Missionars, die Freude des Heils, die er in Christo gewonnen hat, mit Anderen zu teilen.

In der historischen Praxis der Entwicklung der Mission der Russischen Orthodoxen Kirche haben sich bestimmte organisatorische Formen des missionarischen Dienstes von Geistlichen und Laien gebildet, deren Nutzung zurzeit als zielgerecht erscheint:

  • synodaler Missionar – ein Kleriker oder ein Kirchendiener, der den missionarischen Dienst im Auftrag des Geweihten Synods (vertreten durch seine Abteilung für Mission) und nach der Einladung von Diözesanbischöfen in den Diözesen trägt, die keine eigenen qualifizierten missionarischen Fachkräfte haben (bzw. für seinen Lebensunterhalt sorgen) können. Die missionarische Tätigkeit synodaler Missionare wird aufgrund der Programme erstellt, die von der Abteilung für Mission des Moskauer Patriarchats erarbeitet und mit den Diözesanbischöfen abgestimmt sind. Die finanzielle Unterstützung des synodalen Missionars während seines missionarischen Dienstes wird von der Orthodoxen Missionarischen Stiftung der Russischen Orthodoxen Kirche geleistet;
  • diözesaner Missionar – ein Kleriker oder ein Kirchendiener, der den missionarischen Dienst in den kanonischen Grenzen einer separaten Diözese mit dem Segen des Diözesanbischofs trägt. Die finanzielle Unterstützung des diözesanen Missionars wird von der diözesaner missionarischen Stiftung oder einem anderen diözesanen Amt geleistet, das vom Diözesanbischof dazu bevollmächtigt ist.

Die erleuchtende Tätigkeit unter den unterschiedlichen Bevölkerungsschichten sieht ständige Erneuerung der Formen des missionarischen Dienstes vor und stellt strenge Anforderungen an Missionare.

In ihrer Tätigkeit haben die modernen Missionare, jetzt viel mehr als früher, nach ungewöhnlichen Lösungen zu suchen. Für sie ist es besonders wichtig, die Erfahrung der apostolischen und der patristischen Tradition auf der Sprache, die unseren Zeitgenossen verständlich ist, näher bringen zu können. In der modernen Gesellschaft, wo das Gebot über die Nächstenliebe fast vergessen ist und die allgegenwärtige Indifferenz (auch gegenüber den religiösen Angelegenheiten) herrscht, soll der Missionar die Gleichgültigen aufschütteln und sie anregen können, sich ans Evangelium zu wenden und die christlichen Werte in ihrem alltäglichen Leben zu verkörpern.

Da der Missionar ein Leiter der orthodoxen Tradition ist, ist er berufen, sowohl das gesamte Reichtum des theologischen Erbes der Orthodoxen Kirche, als auch seine eigene persönliche Erfahrung der Nachfolge Christi weiterzugeben. Dabei soll er den mehrhundertjährigen Traditionen der orthodoxen Seelsorge und geistlicher Betreuung folgen: „Die spirituelle Leitung ist keine Manipulation des Bewusstseins der Menschen, es ist die Macht der Liebe, und nicht die der spirituellen Gewalt“ (Seine Heiligkeit Patriarch Alexij II. von Moskau und ganz Russland).

Seit der Zeit der Apostel zeigt uns die historische Erfahrung der orthodoxen Mission die Vorbilder der Eigenschaften, die für den Missionar notwendig sind, nämlich Gebetsgeist, Demut, Uneigennützigkeit, Nachhaltigkeit, Eifer nach Gott, Freundlichkeit. Die Predigt der Nachfolger der Apostel ist  „der gesunden Lehre“ (Tit 2,1) zu entsprechen, die die Autorität der „Glaubensregel (2 Tim 3,10-14) hat.

Häufig erfüllen die orthodoxen Missionare ihren Dienst unter äußerst schwierigen Bedingungen. Deshalb sind die wichtigsten Eigenschaften, die von ihnen verlangt werden, Geduld und demütige Ergebenheit zu Gott und die Bereitschaft, die Schwierigkeiten dieser Welt zu überwinden.

 

3. Die Praxis des missionarischen Dienstes

3.1. Missionsauftrag

Der Missionsauftrag ist ein Bestandteil des gesellschaftlichen Dienstes des Christen. Er schließt Laien in die missionarische Tätigkeit der Gemeinde ein, damit jeder von ihnen am gemeinsamen Missionswerk teilhaben kann.

Missionsaufträge können verwirklicht werden durch:

  • Teilnahme der Laien am Gottesdienst (Chorrampen- und Altardienst), Organisation von Patroziniumsfesten, Kreuzprozessionen und anderen kirchlichen Festen), sowie auch Einrichtung eines ständigen Dienstes von Laien im Gotteshaus zwecks Kommunikation (auch gemeinsam mit Geistlichen) mit Menschen, die ins Kirchenleben nicht integriert sind;
  • Einbeziehung der Laien in die Teilnahme an der sozialen Diakonie;
  • breit angelegte Organisation von missionarischen Gemeindearbeitskreisen;
  • Teilnahme der Laien an kirchlichen Tagungen, Disputen, Internetforen, Fernseh- und Radiosendungen, Wohlfahrtaktionen und anderen Formen gesellschaftlicher Aktivitäten;

Zu besonderen Missionsaufträgen kann die Einbeziehung der Laien in die Teilnahme an missionarischen Expeditionen, katechetischer Arbeit (Vorkatechese und Katechese) und anderen Arten der Tätigkeit der Kirche zur Belehrung in den Glaubensgrundlagen, zugezählt werden.

 

3.2. Vorbereitung der Missionskräfte

Der gesamte Dienst der Kirche ist missionarisch. Daher ist es notwendig, bei der Konzipierung von Lehrprogrammen und -vorgängen auch eine geistliche Elementar-, Mittel und Hochschulbildung sowie eine missionarische Vorgehensweise zu erarbeiten. 

Die moderne Missionstätigkeit verlangt nach neuen Methoden und spezieller Vorbereitung von Predigern, die sowohl mit großstädtischen als auch mit ländlichen Bedingungen zurechtkommen müssen. Deswegen sollte die Vorbereitung von Missionaren den auf sie auferlegten Aufgaben entsprechen.

Bei der Vorbereitung von Missionaren (insbesondere in den spezialisierten missionarischen geistlichen Ausbildungseinrichtungen) gewinnen die Kenntnisse der Missionsgeschichte, der Prinzipien und der Methoden der modernen missionarischen Tätigkeit, der Sozialarbeit, der Ethnographie, der Sozialpsychologie, der Konfliktologie usw., eine große Bedeutung. Von großer Bedeutung ist die praktische Erfahrung der Missionierung, die mittels der Teilnahme der Seminar- bzw. Akademiestudenten an missionarischen Expeditionen, Missionslagern und -gemeinden erworben werden kann. Dafür ist es notwendig, in den Basislehrplan der geistlichen Schulen die „Missionarische Praxis“[6] einzuschließen.

Das Programm der geistlichen Ausbildung sollte die Bedürfnisse der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche im vollen Maße berücksichtigen.

 

3.3. Missionslager [7]

Seit den apostolischen Zeiten existierten Gemeinden, die die Funktionen der Missionslager erfüllten, indem sie sich vorwiegend mit der Mission beschäftigten. Solch eine Gemeinde war z.B. die antiochenische Gemeinde gewesen, mit deren Unterstützung der Hl. Apostel Paulus seine erste missionarische Expedition begonnen hatte. Diese Gemeinde kann als erstes Missionslager angesehen werden.

Ein Missionslager ist ein regionales Zentrum der orthodoxen Mission, dessen Funktionen beinhaltet:

  • Koordination, methodologische Versorgung und Verallgemeinerung der Erfahrung der Mission, die auf einem bestimmten Territorium verwirklicht wird;
  • Organisation der Arbeit zur Erstellung missionarischer Übersetzungen der Heiligen Schrift und der gottesdienstlichen Texte, auf die Nationalsprachen der Völker, die auf dem Territorium dieses Gebiets wohnen;
  • Verbindungen mit Missionsgemeinden;
  • wenn möglich, humanitäre Hilfe zwecks Humanitär-Mission.

Missionslager sind kanonisch dem Diözesanbischof untergeordnet und werden sowohl von diözesanen als auch von (durch den Diözesanbischof geladenen) synodalen Missionskräften betreut.

Zurzeit bezeugt die gesammelte Erfahrung der Arbeit der Missionslager ihre reale Effizienz. Der ständige Aufenthalt der Missionare zur Verfügung der Diözesanbischöfe ermöglicht die Planung langfristiger Programme.

In der Arbeit der Missionslager wird die besondere Aufmerksamkeit den erleuchtenden Programmen in den schwer erreichbaren Gebieten gewidmet.

Als eine der Methoden der Tätigkeit im Rahmen eines Missionslagers kann Mission in Verkehrsströmen berücksichtigt werden. Ihre erfolgreiche Verwirklichung bedarf:

  • kostenlose Verteilung missionarischer Literatur in Auto-, Flug-, Schiffs- und Eisenbahnverkehrsmitteln (in Fernverkehrsmitteln);
  • Bau von Kapellen und Gotteshäusern an Bahnhöfen, in Flughäfen, in See- und Flusshäfen;
  • Einbeziehung von besonders vorbereiteten Laien für die Predigt der Frohen Botschaft;
  • Verwirklichung der missionarischen katechetischen Tätigkeit unten dem Verkehrsservicepersonal.

Die Möglichkeiten des Verkehrs sollten auch zur Lösung einer anderen missionarischen Aufgabe benutzt werden. Die Mission der Kirche soll nicht nur in Großstädten, sondern auch in schwer erreichbaren Gebieten verbreitet werden. Um die Frohe Botschaft bis an das Ende der Erde (Apg 1,8) zu tragen, muss die Mission mobil sein. Es ist notwendig, alle modernen Verkehrsarten (Autogotteshäuser, Schiffgotteshäuser, Waggongotteshäuser, Zeltgotteshäuser usw.) zu nutzen, was für die weit entfernten Regionen besonders wichtig ist.

 

3.4. Mission in der Umgebung der jungen Menschen

Die missionarische Arbeit sieht die Schaffung günstiger Bedingungen in den Gemeinden vor, damit orthodoxe junge Menschen ihre schöpferischen Bestrebungen und Bedürfnisse realisieren können. Das bedarf gegenseitiger Kommunikation, nicht nur im Gotteshaus, sondern auch in der Zeit außerhalb der Gottesdienste. Dafür können Kinderlager,  Ausflüge, Pilgerfahrten, Gruppen für die Hilfe pflegebedürftiger Gemeindemitglieder und viele andere Tätigkeitsformen benutzt werden. Seine Heiligkeit Patriarch Alexij II. von Moskau und ganz Russland betonte: „Derartige Maßnahmen regen die jungen Menschen an, die Kirche mit anderen Augen anzuschauen, und in ihr keinen strengen Richter, sondern eine fürsorgliche Mutter zu sehen. Zugleich werden dank solcher Tätigkeiten die Verbindungen mit säkularen Strukturen, die für die Erziehung der heranwachsenden Generation verantwortlich sind, gestärkt. Die Gesellschaft vergewissert sich in der Realität über die positive soziale Bedeutung der Kirche“.

Um die Mission in der Umgebung der jungen Menschen durchzuführen, ist es notwendig, folgende Hauptrichtungen der Tätigkeit zu berücksichtigen:

·         Einbeziehung junger Menschen, die jüngst in die Kirche gekommen sind, ins liturgische Leben und ihre Integration ins Kirchenleben;

·         Erleuchtende Tätigkeit, die auf die Heranbildung einer richtigen Vorstellung über die Hierarchie der christlichen Werte und den Aufbau einer modernen methodologischen wissenschaftlich-theologischen Basis abzielt,, dazu Aufbau der modernen methodologischen wissenschaftlich-theologischen Basis;

·         Einbeziehung der jungen Menschen in den christlichen Dienst (Hilfe in Gotteshäusern und Klöstern durch Arbeit, Arbeit in Kinderlagern, Hilfe an Veteranen und pflegebedürftigen Menschen, Briefkorrespondenz mit Häftlingen usw.);

·         Aufbau der offenen christlichen soziokulturellen Umgebung der jungen Menschen;

·         Organisation spezialisierter Hilfe für junge Menschen, die in eine schwierige Lebenssituation oder diverse Abhängigkeiten geraten sind (z.B., Telefonnotdienst, häufige persönliche Gespräche, Internet-Forum mit der Möglichkeit, einem Katecheten oder Priester eine Frage zu stellen, Beratung durch einen orthodoxen Psychologen, Programme zur Rehabilitierung von Menschen, die von Alkohol- bzw. Drogenabhängigkeit betroffen sind, sowie von ehemaligen Mitgliedern destruktiver Sekten);

·         Durchdachte Benutzung der modernen Formen der Kreativität, so wie Musik, Literatur, Bildkunst usw., in der an die jungen Menschen gerichteten missionarischen Tätigkeit.

 

Bei der Wahl der effektivsten Methoden der Arbeit mit Gruppen junger Menschen ist es notwendig, ihre soziale Ausrichtung, das Ausmaß ihrer religiösen Kenntnisse und ihre Fähigkeit zur Wahrnehmung der ihnen beizubringenden orthodoxen Lehre zu berücksichtigen. Es ist notwendig, möglichst unterschiedliche Methoden der spirituellen Erleuchtung schöpferisch zu benutzen. Zurzeit gibt es folgende Klassifikation von Jugendgruppen[8]:

1.      Die ins Kirchenleben integrierten (eingekirchlichten) jungen Menschen , die sich nach dem Ausmaß ihrer gesellschaftlichen Aktivität und der Erkenntnis ihrer Stelle in der Kirche allerdings unterscheiden

2.      Für diese Gruppe ist es notwendig, unterschiedliche Formen der Teilnahme am kirchlichen und gesellschaftlichen Dienst anzuwenden, so wie auch die Barrieren im kirchlichen Bewusstsein (Distanz zwischen dem Klerus und den Laien, Angst vor der Initiative und der Verantwortung) zu beseitigen, die solche Teilnahme hindern.

3.      Neophyten , die erst neulich zum orthodoxen Glauben gefunden haben, die Grundlagen der Orthodoxie noch wenig kennen und ihre Kompetenz in den unterschiedlichen Anliegen des kirchlichen Lebens oft überschätzen. Die passende Arbeitsmethode in dieser Umgebung ist die Katechese, die auf den Traditionen der kirchlichen Erleuchtung gründet, sowie die Einbeziehung in die praktische Tätigkeit der Gemeinde unter der Leitung von Menschen, die ins Kirchenleben integriert sind.

4.      Junge Menschen, die nicht ins Kirchenleben integriert und der Orthodoxie gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt sind . Bei der Arbeit mit dieser Jugendgruppe ist es am zielgerechtesten, die jungen Menschen in verschiedene Formen der Freizeit-, oder schöpferischer Aktivitäten einzubeziehen, die der orthodoxen Spiritualität nicht widersprechen.

5.      Junge Menschen, die andere christliche Konfessionen, bzw. andere traditionelle Religionen gewählt haben, aber der Orthodoxie gegenüber Respekt beibehalten haben und die Möglichkeit eines Dialogs mit den Orthodoxen nicht verneinen. Die effizienteste Methode der Interaktion mit den Vertretern dieser Gruppe ist die Erarbeitung und die Verwirklichung von ausbildenden und kulturellen Programmen der erleuchtenden Ausrichtung (z.B., Seminare zu Angelegenheiten der Ökologie oder der Bekämpfung der Drogensucht usw.);

6.      Junge Menschen, die ins Kirchenleben nicht integriert und der Orthodoxie bzw. generell dem religiösen Leben gegenüber gleichgültig eingestellt sind , bilden die zahlreichste und deswegen die wichtigste Gruppe der ins Kirchenleben nicht integrierten jungen Menschen. Danach, wie effektiv die Kirche mit dieser Gruppe arbeitet, können die Ergebnisse der Mission unter jungen Menschen beurteilt werden.

7.      Für die erfolgreiche Arbeit mit dieser Gruppe ist es vor allem notwendig, die fehlerhaften Stereotypen der Wahrnehmung der Kirche und des spirituellen Lebens zu zerstören, sowie auch neue Vorstellungen zu formen, die die Motivation zur schöpferischen spirituellen und geistigen Entwicklung schaffen. Die grundlegenden Prinzipien bei der Kommunikation mit solchen jungen Menschen sind Aufrichtigkeit, Offenheit und Geduld: keine Erzwingung der äußeren Formen der Orthodoxie, sondern die Vorbereitung des Bodens für die bewusste Integration ins Kirchenleben. Die Formen der Arbeit mit dieser Gruppe können unterschiedlich sein, müssen aber für moderne junge Menschen gewohnt, dabei aber mit dem christlichen Inhalt erfüllt sein.

8.      Junge Menschen, die der Kirche gegenüber negativ eingestellt sind . Bei der Arbeit mit solchen Menschen ist es am besten, einen Dialog im Geiste der Liebe und des Vertrauens an die Hilfe Gottes zu führen, denn Gott will, „daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1 Tim 2,4).

 

3.5. Missionsgemeinde

Die Lebenstätigkeitsart und selbst das Aussehen einer modernen kirchlichen Gemeinde sollte, ausgehend von den Interessen der Kirchenmission, den Missionsbedürfnissen maximal angepasst sein.

Eine Gemeinde, die ihre Fähigkeit (nach dem Vorbereitungsniveau und den praktischen Ergebnissen), sich mit der missionarischen Tätigkeit ständig und fruchtvoll zu beschäftigen, bestätigt hat, erhält den Status der Missionsgemeinde

Es gibt folgende kennzeichnende Besonderheiten der Missionsgemeinde:

1.      Ihr Hauptziel ist die Verwirklichung der missionarischen Tätigkeit auf dem Territorium ihrer pastoralen Verantwortung.

2.      Es ist erwünscht, dass ihr Klerus sich mit der Missionstheologie auskennt und die praktische Erfahrung der Missionierung erwirbt.

3.      Es ist zielgemäß, dass die Missionare eine säkulare Hochschulausbildung haben oder erwerben.

4.      Die Gemeindeversammlung dieser Gemeinde muss vorwiegend aus den Gemeindegliedern bestehen, die an der missionarischen Tätigkeit aktiv teilnehmen und die Probleme und Bedürfnisse der modernen Mission kennen.

5.      Die Gemeinde ist verpflichtet, soziale Diakonie zu betreiben.

6.      In der Missionsgemeinde ist es notwendig, das Institut der missionarischen Katecheten zu errichten. Es ist notwendig, den missionarischen Dienst der Laien, je nach den unterschiedlichen Aspekten der Arbeit und entsprechend der Ausbildung und den professionellen Fertigkeiten jedes konkreten Missionars, zu koordinieren.

7.      Die Gottesdienste der Missionsgemeinde müssen vorwiegend missionarisch sein.

8.      Es ist erwünscht, dass die Missionsgemeinde, mit dem Segen des Diözesanbischofs, im methodischen Bereich ständigen Kontakt mit der Abteilung für Mission des Moskauer Patriarchatshält

 

3.6. Missionarischer Dienst von Laien

Zwecks der Verbreitung der Mission in allen Bereichen der Lebenstätigkeit der Gesellschaft ist es notwendig:

  • Laien in die aktive kirchliche Arbeit mittels Erfüllung konkreter missionarischer Aufträge einzubeziehen;
  • bei der Komplettierung von schulischen und öffentlichen Büchereien mit kirchlichen Büchern missionarischen Inhalts zu helfen; das Netz der Büchereien zu nutzen, um darin erleuchtende missionarische Zentren zu gründen und thematische Ausstellungen über die wichtigsten Ereignisse des kirchlichen Lebens durchzuführen;
  • Laien auf die besondere Art der missionarischen Tätigkeit an den kirchlichen Präsenzen im Internet, zu vorzubereiten;
  • die in der Zeit außerhalb der Gottesdienste gepflegte Kommunikation der Laien zu fördern, unter anderem durch Versammlungen und gemeinsame Mahlzeiten der Gemeindemitglieder nach dem Gottesdienst, vor allem zwecks der Diskussion der Angelegenheiten des spirituellen und des kirchlichen Lebens;
  • Anknüpfungen an die unterschiedlichen Altersschichten der Bevölkerung mittels Organisation von allgemein zugänglichen Maßnahmen je nach den Interessenbereichen, sowie Clubs, Sommerlager, Ausflüge zu finden;
  • erleuchtende Arbeit mit Gruppen, die sich durch soziale Fehlentwicklung prägen (Drogenabhängige, AIDS-Infizierte, Straßenkinder usw.);
  • missionarische, katechetische und theologische Vorbereitung von säkularen Lehrern, Ärzten, Psychologen, Rechtsanwälten, Wirtschaftlern, Militärpersonal, Künstlern und Wirtschaftlern zu verwirklichen, um das Feld des missionarischen Dienstes zu erweitern.

Von alters her ist bei der orthodoxen Verkündung die Rolle der Frauen besonders wichtig (Röm 16,1-15; Phil 4, 2-3; Kol 4,15; 1 Kor 11,5; 1 Tim 5,16). Die Kirche beruft die Frau zur Erfüllung der Aufgaben, die mit der spirituellen und geistigen Erleuchtung von Menschen zusammenhängen. Heute wird das Evangelium in den Bedingungen der „postchristlichen“ Zivilisation, die die Fürsorge der Kirche verworfen hat, den christlichen Werten gegenüber negativ eingestellt ist und diese verzerrt versteht, gepredigt. Es ist notwendig, dass die christliche Verkündung durch die Töchter der Kirche weitergeht, sich verbreitet und verstärkt, und allen Menschen, die aufrichtig nach Gott suchen, zugänglich ist. Dieser Dienst kann sowohl persönlich als auch in Form einer orthodoxen missionarischen Schwesternschaft stattfinden .

Der missionarische Dienst von Frauen prägt sich durch mehrere spezifische Besonderheiten, die von der Sonderrolle der Frau in der Familie und der Gesellschaft bedingt sind. In diesem Zusammenhang könnten unter den vielversprechenden Richtungen der missionarischen Arbeit von Frauen folgende besonders erwähnt werden:

1.      Gründung spezieller Wohlfahrteinrichtungen nach dem Vorbild des von der Hl. Nonne und Märtyrerin Elisabeth gegründeten Martha-und-Mariä-Konvents.

2.      Dienst in Krankenhäusern (insbesondere auf Entbindungsstationen und in gynäkologischen Abteilungen) zwecks der Predigt des Wortes Gottes und der Tröstung der Leidenden.

3.      Erzieherisch-erleuchtender Dienst in Kinderheimen und –Internaten.

4.      Dienst in Frauenstrafanstalten zwecks Belehrung der Häftlinge in den Grundlagen der Glaubenslehre.

 

3.7.Missionarischer Gottesdienst

2004 erwähnte Seine Heiligkeit Patriarch Alexij II. von Moskau und ganz Russland in seinem Vortrag auf der Diözesanversammlung der Geistlichen der Moskauer Diözese: „Wenn wir von der Wahrnehmung der gottesdienstlichen oder der pastoralen Tradition sprechen, sollte es nicht vergessen werden, dass die Befolgung der Überlieferung keine  gedankenlose Nachahmung von äußeren Formen, sondern die lebendige Besinnung und schöpferische Umschaffung der übernommenen Erfahrung ins Leben ist… Die praktische Schlussfolgerung daraus könnte nur eine sein: es darf weder willkürliche Eigenmacht, noch Selbstbetörung geben. In Allem sollte es vernünftige Disziplin und wohlgeordnete Freiheit geben“.

Nach seinem Wesen ist der Gottesdienst der Kirche immer missionarisch. Dieser missionarische Charakter ist in den von der Kirche fromm aufzubewahrenden Ordnungen festgelegt. Die liturgischen Gebete für die Katechumenenbezeugen, dass die Kirche ihre Liebe auch auf diejenigen ausbreitet, die jetzt noch außerhalb der vollen Fülle der Gemeinschaft mit Gott und der Kirche leben. Auch eine exegetische Predigt nach dem Gottesdienst stellt eine besondere Form der Verwirklichung der Fürsorge der Kirche um ihre Herde in punkto Glaubenslehre dar.

Jedes Mitglied der christlichen Gemeinde bedarf der vollwertigen Teilnahme am liturgischen Leben. Das intensive spirituelle Leben schließt ständige Selbstprüfung, Befolgung der Gebote Christi, wahrhafte Buße, Enthaltsamkeit und Streben nach der bewussten Einheit des Geistes, des Glaubens und der Taten, mit ein.

Im Beschluss des Bischofskonzils vom Jahre 1994 „Über die orthodoxe Mission in der modernen Welt“ steht geschrieben: „Das Konzil hält es für besonders wichtig, die Frage nach der Wiederbelebung der missionarischen Wirkung des orthodoxen Gottesdienstes tief zu studieren“ und ersieht „die äußerste Notwendigkeit der Entwicklung praktischer kirchlicher Bemühungen“, um den Sinn der sakralen Handlungen und der gottesdienstlichen Texte für die Menschen verständlicher zu machen.

Um Menschen, die nicht ins Kirchenleben integriert sind, den Eintritt und den Verbleib in der Kirche zu erleichtern, ist es zielgerecht, bestimmten Gemeinden, mit dem Segen der Kirchenleitung, das Recht der Zelebrierung besonderer missionarischer Gottesdienste zu gewähren, in die Elemente der Katechese eingebracht sein sollten.:

1.      Der Gottesdienst könnte, ohne Verletzung seiner Einheitlichkeit und der Gebetsstimmung der Gläubigen, da, wo es notwendig ist, mit theologischen Kommentaren versehen werden. Das könnte auch durch Verbreitung von Broschüren zur Erklärung des Sinnes des Gottesdienstes und der gesprochenen Gebete, erfolgen. Derartige Katechese ist auch bei der Verrichtung jedes Mysteriums und Ritus notwendig.

2.      Während der Zelebrierung der göttlichen Liturgie, könnte die Predigt unmittelbar nach dem Vorlesen des Evangeliums gesprochen werden und muss vorwiegend exegetisch sein. Wenn notwendig, könnte die Heilige Schrift auf der Nationalsprache des zu erleuchtenden Volkes bzw. auf Russisch, mit theologischen Kommentaren vorgelesen werden.

3.      Für die Zelebrierung missionarischer Gottesdienste in Siedlungen, wo es kein Gotteshaus gibt, ist es zulässig, jedwede angepassten Räume, sogar Zelte zu benutzen. An der Stelle der Zelebrierung solch eines Gottesdienstes ist es zielgerecht, ein Flurkreuz aufzurichten, vor dem die Gläubigen beten könnten.

4.      Die Hauptaufgabe der Zelebrierung missionarischer Gottesdienste besteht in der Annäherung der liturgischen Kultur der Orthodoxie an das Verständnis unserer Zeitgenossen. Je nach dem Ausmaß der Integration der Gemeindemitglieder ins Kirchenleben ist es wünschenswert, Programme des liturgischen Unterrichts sowohl für Erwachsene als auch für Kinder zu verwirklichen.

 

3.8. Die viel versprechenden Richtungen des missionarischen Dienstes

Unter den vielversprechendsten Richtungen des modernen missionarischen Dienstes der Kirche sollten folgende betont werden:

  • Verallgemeinerung der gesammelten Erfahrung der missionarischen Tätigkeit zwecks ihrer Analyse und weiterer Anwendung;
  • Verbreitung der positiven Erfahrung der missionarischen Tätigkeit, die in verschiedenen Diözesen gesammelt ist (Nutzung von Flussschiffen, Zügen und Bussen, Errichtung von mobilen Gruppen, Arbeit mit säkularen Pädagogen und Büchereien, Kreuzprozessionen);
  • Verstärkung der missionarischen Richtung im Lern- und Erziehungsvorgang der geistlichen Schulen, darunter die Vervollkommnung des Missiologie-Unterrichtes und der damit verbundenen Disziplin, Teilnahme der Studierenden an der missionarisch-katechetischen Praxis;
  • gesamtkirchliche  Unterstützung von Missionaren, die ihren Dienst in weit entfernten Diözesen tragen;
  • Erschaffung eines besonderen spirituellen und kulturellen Ambientes in jeder Gemeinde, das dazu beitrüge, den negativen Einflüssen der Außenwelt entgegenzustehen;
  • Förderung der Kommunikation der Menschen außerhalb der Gottesdienste, unter anderem durch Versammlungen und gemeinsame Mahlzeiten der Gemeindemitglieder nach dem Gottesdienst, zwecks der Kommunikation und der Besprechung der aktuellen Fragen;
  • Entwicklung der Mission innerhalb der Gemeinde durch die Geistlichen;
  • Einbeziehung der Laien in die aktiven kirchlichen Tätigkeiten mittels der Erfüllung bestimmter missionarischer Aufträge und der Teilnahme an der sozialen Diakonie;
  • breite Verwendung unterschiedlicher Sprachen der missionarischen Predigt: von der liturgischen Sprache des Gotteshauses bis hin zur Sprache, die Kindern, jungen Menschen, Soldaten, Staatsbeamten, Wissenschaftlern und Künstlern verständlich ist – nach dem Wort des Apostels Paulus: „Ich bin allen alles geworden, auf daß ich auf alle Weise etliche errette (1 Kor 9,22);
  • Wiederbelebung der Katechese von erwachsenen Taufbewerbern, Einbeziehung aktiver und vorbereiteter Gemeindemitglieder in die Katechese;
  • Zelebrierung von Gottesdiensten und Veröffentlichung orthodoxer Literatur in den lokalen Sprachen, Errichtung historisch-archivarischer Übersetzungsausschüsse in Diözesen, bei kirchlich-theologischen Zentren und geistlichen Schulen; sorgfältige theologische Bewertung der in die Gemeinde kommenden Literatur;
  • erleuchtende Arbeit mit Gruppen, die sich durch soziale Fehlentwicklung prägen;
  • in jeder Gemeinde - Erschaffung eines Ambientes, das die Stärkung des Familieninstituts und der Wahrnehmung des Familienlebens als kirchlicher Dienst fördern würde;
  • Entwicklung aller akzeptablen (der orthodoxen Sittlichkeit nicht widersprechenden und keine säkularen Gesetze verletzenden) Formen von Anti-Sekten-Tätigkeit und Erarbeitung gezielter missionarischer Programme zur Neutralisierung des Proselytentums und des religiösen Extremismus;
  • Eröffnung spezieller Zentren für soziale, psychologische und spirituelle Rehabilitierung ehemaliger Adepten sektiererischer Organisationen (destruktiver Kulte).

 

Abschlussbemerkung

In den modernen historisch-kulturellen und sozialpolitischen Realien des 21. Jahrhunderts tragen Missionare die Frohe Botschaft an Menschen, die noch kein Bedürfnis an der Kirche erkennen. Diese Menschen sind nach ihrer Lebensart, ihrem Alter, ihrer Ausbildung, ihren Interessen und Berufen äußerst unterschiedlich. In den Interaktionen mit ihnen ist der Missionar verpflichtet, im Gedächtnis zu behalten, dass er weder Propagandist noch Agitator, sondern Mitarbeiter des Heiligen Geistes, der die Frohe Botschaft Gottes bringt, ist (1 Kor 3,9).

Der orthodoxe Missionar, der Gott für die segensspendende Möglichkeit dankt, die missionarische Tätigkeit unter den heutigen Bedingungen verwirklichen zu können, sollte in seinem Herzen folgende apostolischen Worte immer behalten: „Und wenn ich Prophezeiung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so daß ich Berge versetze, aber nicht Liebe habe, so bin ich nichts (1 Kor 13,2).

 


[1] In dieser Doktrin werden zur Bezeichnung der Einen Heiligen Katholischen und Apostolischen Kirche folgende Termini gleichbedeutend verwendet: „Ökumenische Orthodoxe Kirche“, „Orthodoxe Kirche“, „Kirche“. Dieselben Termini werden in der Doktrin auch zur Bezeichnung lediglich der Russischen Orthodoxen Kirche in Bezug auf das Territorium ihrer pastoralen Verantwortung gebraucht.

[2] Rezeption (von lat. receptio – Aufnahme) ist die Aufnahme und Transformation von Prozessen in andere Prozesse, zwecks ihrer Übereinstimmung mit etwas anderem. Die kirchliche Rezeption der Kulturist die Übereinstimmung der Mittel und der Methoden der Missionierung mit der Spezifität verschiedener Kulturen, Traditionen und Sitten. Die Orthodoxie betrachtet die Kultur als „soziale Natur“ des Menschen. Es liegt folgende strategische missionarische Aufgabe der Umbesinnung und der Verklärung der Volkskultur und der Erschaffung der national-kirchlichen Kultur und der soziokulturellen Umgebung in der gesamten Gesellschaft vor: „Und ich bin den Juden geworden wie ein Jude, auf daß ich die Juden gewinne; denen, die unter Gesetz sind, wie unter Gesetz (wiewohl ich selbst nicht unter Gesetz bin), auf daß ich die, welche unter Gesetz sind, gewinne; denen, die ohne Gesetz sind, wie ohne Gesetz (wiewohl ich nicht ohne Gesetz vor Gott bin, sondern Christo gesetzmäßig unterworfen), auf daß ich die, welche ohne Gesetz sind, gewinne. Den Schwachen bin ich geworden wie ein Schwacher, auf daß ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, auf daß ich auf alle Weise etliche errette. Ich tue aber alles um des Evangeliums willen, auf daß ich mit ihm teilhaben möge (1 Kor 9,20-24).

[3] Die missionarische Tätigkeit muss berücksichtigen, dass die Bedingungen und die Formen der Mission auf dem Lande, in der Stadt, in einer Militäreinheit, in einer  kulturellen bzw. wissenschaftlichen Anstalt, in Gotteshäusern, die in Ausbildungseinrichtungen eröffnet wurden, in Strafanstalten usw., verschieden sind.

[4] Es ist notwendig zu betonen, dass in Regelfällen die Taufen erwachsener und junger Menschen ohne vollwertige vorbereitende Katechese kanonisch unzulässig sind (die Taufe ohne Katechese ist durch die 78. Regel des 6. Ökumenischen Konzils und die 46. Regel des Konzils von Laodicea kanonisch verboten). Gewiss sollte niemand die Menschen „mit schwer zu tragenden Lasten“ belasten (Lk 11,46), doch ist es kaum von Nutzen, denjenigen, der keine Lust hat, sich um Gottes und des bewussten verantwortungsvollen Eintrittes in die Kirche willen zumutbar zu bemühen, auf sein erstes Anfordern zu taufen.

[5] Unter Proselytismus wird jeder direkte oder indirekte Versuch der Beeinflussung der Religiosität eines sich zum anderen Glauben bekennenden Menschen verstanden, um ihn zur Abwendung von seinem Glauben durch irgendeine Anlockung, mittels eines Betruges oder Verschweigung der Wahrheit, der Ausnutzung seiner Unerfahrenheit, mangelhaften Wissens  oder Notzustandes usw. zuzuneigen. Der Proselytismus unterscheidet sich von der Missionierung durch die Verletzung der spirituell-sittlichen Gesetze und Normen, einschließlich der Freiheit des menschlichen Willens.

[6] Während der Sommerferien können  Studierende die missionarische Praxis in Gemeinden und Klöstern mit reicher missionarischer Erfahrung sowie auch in Gemeinden, aus denen sie in ihre Ausbildungseinrichtung geschickt wurden, absolvieren. Außerdem sollte für Studierende der geistlichen Schulen die Möglichkeit eines praktischen missionarischen Dienstes bestehen, vor allem in Ausbildungseinrichtungen, Krankenhäusern, Kinderheimen, Internaten, Alters- und Pflegeheimen. Falls es in der Diözese einen Diözesanmissionar gibt, ist es zielgerecht, die Praxis unter seiner Leitung zu absolvieren.

[7] In der Geschichte der Mission der Russischen Orthodoxen Kirche spielte die Erfahrung der Gründung der Missionslager auf Altai, durch den Hl. Mönch Makarios (Glucharew), eine wichtige Rolle. Auf dem Territorium des Russischen Reiches bestanden die historischen Missionslager, die seit dem 2. Viertel des 19. Jahrhunderts „zwecks der richtigen Organisation des Missionswerkes eingerichtet wurden“, in der Regel entweder aus einem Komplex von kompakt angelegten Gebäuden mit einem Gottesdienstraum (Feldkirche) oder aus mehreren Dörfern mit Kirche, Kapellen und Schulen. Auf sie war ein breites Spektrum missionarischer Aufgaben, einschließlich Predigt, kulturell-erleuchtender Tätigkeit und Wohlfahrt, auferlegt.

[8] Abschlussdokument der Tagung „Die modernen jungen Menschen in der Kirche: die Probleme und die Wege ihrer Lösung“ («Современная молодежь в Церкви: проблемы и пути их решения») (2005).

 

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