Функционирует при финансовой поддержке Федерального агентства по печати и массовым коммуникациям
Goldener Fonds

Die Konferenzen der Alliierten des Zweiten Weltkriegs und das System der religiösen Politik Joseph Stalins 

12. Dezember 2011
Im Zentrum der Aufmerksamkeit von Sergey Bolotov stehen die Umstände und die Gründe der Durchführung der wichtigsten Ereignisse des religiösen Lebens der UdSSR in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs. Der Autor des Artikels beschränkt sich nicht auf ein Beispiel aus der Geschichte der Russischen Kirche, sondern wendet sich auch den Erfahrungen der Armenischen Apostolischen Kirche und der sowjetischen Muslime zu.  

Ein logisches Ergebnis der aktiven Zusammenarbeit der Regierung mit dem Moskauer Patriarchat auf dem Feld des Patriotismus Anfang der 1940er Jahre[1]  wurde das persönliche Treffen der Kirchenleitung mit Joseph Stalin und die nachfolgende Wahl des Patriarchen der Russischen Orthodoxen Kirche. Die Zeit dieses geplanten Treffens (die ersten Septembertage 1943) wurde nicht zufällig festgesetzt. Sie war durch die Nähe eines besonders wichtigen Ereignisses – der Konferenz von Teheran - bestimmt worden, auf der Stalin die Hoffnung hatte, eine günstige Lösung der Schwierigkeiten durch die Eröffnung der deutschen Ostfront herbeizuführen. In diesem Zusammenhang war es für die sowjetische Regierung wichtig, alle möglichen Wege des Einflusses auf die alliierten Länder (die USA und Großbritannien) zu nutzen.  

Einer der effektiven Wege des Einflusses war Wirkung auf die öffentliche Meinung dieser Länder, und ein mächtiges Instrument dieser Wirkung war der interkonfessionelle Dialog. Die Aktivierung des Dialogs der Russischen und der Anglikanischen Kirche in der für die sowjetische Regierung nützlichen Richtung würde von der Sowjetunion die lauten Anschuldigungen der Einengung der Gewissensfreiheit und der religiösen Verfolgung verstummen lassen, sowie auch die Einstellung der Gläubigen in Großbritannien uФnd der USA über die UdSSR verbessern. Stalin entschied sich pragmatisch, diese Möglichkeit zu nutzen, indem er der Russischen Kirche staatliche Unterstützung gegen die Loyalität ihrer Leitung und die Hilfe in der Verwirklichung der internationalen Arbeit anbot.

Außerdem begannen sich nach den ernsthaften Erfolgen der Roten Armee in den Kämpfen des Großen Vaterländischen Kriegs im Herbst 1943 die Perspektiven der neuen Weltordnung nach dem Krieg abzuzeichnen.  Und die Hilfe der Kirche in der Behauptung des sowjetischen Einflusses im Osteuropa und in anderen Teilen der Welt war sehr angebracht. Die Verbindungen der Russischen Kirche mit den orthodoxen Gläubigen waren damals noch in vielen Ländern weltweit erhalten; einschließlich in China, Japan, Korea, Nord- und Südamerika, im Nahen Osten, in Zentral- und Osteuropa. Stalin, der das berücksichtigte, unterschreib am 5. Juli 1943 eine geheime Verordnung des Staatlichen Verteidigungskomitees „Über die Bestätigung der Maßnahmen zur Besserung der ausländischen Arbeit der Aufklärungsorgane der UdSSR“ («Об утверждении мероприятий по улучшению зарубежной работы разведывательных органов СССР»), in der religiöse Einrichtungen zum ersten Mal das Interesse des sowjetischen Auslandsgeheimdiensts[2] weckten.

All diese Überlegungen bestimmten den Inhalt des Gesprächs, das Stalin, der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Molotow und [der Vorsitzende des Rates für die Angelegenheiten der Russischen Orthodoxen Kirche] Karpow am Abend des 4. Septembers 1943 mit der Kirchenleitung führten. Dabei wurde Karpow nur zwei Stunden zuvor auf die Stalins Datscha gerufen und vom sowjetischen Führer persönlich über die Angelegenheit informiert. Zuerst fand bekannter weise der Austausch von Artigkeiten zwischen Stalin und den in den Kreml befohlenen Metropoliten Sergius (Stragorodski), Alexij (Simanski) und Nikolai (Jaruschewitsch) statt, denen die allseitige Unterstützung der strukturellen und organisatorischen Wiederherstellung der Russischen Kirche versprochen wurde, einschließlich die Durchführung des Konzils zur Wahl des Patriarchen. Danach ging Molotow zum Wichtigsten über: Den Hierarchen wurde die Aufgabe gestellt, ein Monat nach der Wahl des Patriarchen eine vom Erzbischof von York geleitete Delegation der Anglikanischen Kirche zu empfangen. In diesem Falle würde die Delegation etwa Mitte Oktober nach Großbritannien zurückkehren, und ihre Teilnehmer hätten vor dem Beginn der Teheran-Konferenz  wenigstens ein Monat Zeit, um ihre Eindrucke vom Besuch in der UdSSR ihren Landsleuten persönlich und durch die Presse mitzuteilen.

Interessanterweise stellte die Mitteilung über die Ereignisse des 4. September 1943, die Molotow  damals für  die sowjetische Presse zusammenfasste, die ganze Sache so dar, als ob die Initiative in allen Fragen von der Kirchenleitung und vom Metropoliten Sergius ausgegangen wäre, der „den Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare benachrichtigte, dass die Leitung der Orthodoxen Kirche die Absicht habe, ein Bischofskonzil für Wahl des Patriarchen von Moskau und ganz Russland und für die Bildung des Heiligen Synods beim Patriarchen einzuberufen“, während Stalin als das Oberhaupt der sowjetischen Regierung mit diesen Vorschlägen lediglich mitfühlend umgegangen war und versprochen hatte, dem keine Hindernisse entgegenzusetzen[3]. Diese Information wurde sicherlich mit der Orientierung auf das westliche Auditorium verbreitet.  

Ihrerseits nahm die russische Kirchenleitung, die die verzweifelte Lage der Kirche in der UdSSR verstand, die stalinistische Spielregel auf und war bereit, für den Erhalt des Lebens der Geistlichen und die Verstärkung der zerstörten Kirchenstruktur einen hohen Preis zu bezahlen. Die Tragik der so entstandenen Lage spiegelt die Episode mit einem auf der Liste der verhafteten Priester und Bischöfe stehenden Geistlichen, dessen Befreiung Metropolit Sergius, angefangen vom historischen Treffen am 4.September 1943, systematisch befürwortete.

Die Liste, die 26 Namen beinhaltete[4] (1 Erzpriester, 1 Archimandrit,  14 Bischöfe, 8 Erzbischöfe und 2 Metropoliten) und am 28. Oktober Karpow übergeben wurde, wurde bearbeitet, und dem Antrag des Metropoliten Sergius, der zu diesem Zeitpunkt bereits Patriarch war, wurde stattgegeben. Es stellte sich allerdings heraus, dass im Herbst 1943 nur noch ein Hierarch aus der ganzen Liste am Leben geblieben ist, nämlich der Erzbischof Nikolaj (Mogilewskij), während alle anderen im Zeitraum 1937-1938 den Märtyrertod erlitten hatten[5]. Dieses Beispiel bezeugt, dass sogar der Patriarch Sergius, der lange Jahre das kirchliche Leben leitete, in Bezug auf die Maßstäbe der Katastrophe, in die Russische Kirche geraten war, bloße Vermutungen hatte anstellen können.

Angesichts des bevorstehenden Termins der Teheran-Konferenz erwies sich die Wahl des Patriarchen der Russischen Orthodoxen Kirche auf dem Bischofskonzil am 8.September 1943 sogar als wichtiger für Stalin, denn für die Hierarchen selbst. In Kreml wusste man wohl, dass die Russische Kirche gegen Ende der 1930er Jahre die Verbindung mit dem Ausland fast komplett abgebrochen hatte, da ihr die Möglichkeit genommen worden war, irgendwelche internationalen Aktivitäten zu betreiben[6]. In der Jurisdiktion des Moskauer Patriarchats blieben nur noch fünf Gemeinden im Westeuropa und etwa zehn in den USA, und ihre Verbindungen mit Russland waren rein durch das Gebet gewesen. Die Staatsorgane hatten alle Kontakte der Russischen Kirche mit der Außenwelt konsequent liquidiert, um die Wiederholung der Situationen der 1920er und des Beginns der 1930er zu vermeiden, als die Sowjetische Regierung sich vor der Weltöffentlichkeit wegen der Repressionen der Gläubigen in der UdSSR  rechtfertigen musste..[7]

Unter den neuen Bedingungen musste selbst die Tatsache der Durchführung des Konzils und der Patriarchenwahl zu einem mächtigen Schritt der Propaganda werden, der in einem für die sowjetische Außenpolitik vorteilhaften Moment berufen war, den Regierungen und der Öffentlichkeit der alliierten Länder die Freiheit des religiösen Lebens in der UdSSR zu demonstrieren. Damit sind eben auch die „bolschewistischen Schwünge“ in der Vorbereitung des Konzils zu erklären, wenn seine Teilnehmer nach der persönlichen Initiative Stalins im Laufe von drei Tagen aus den Haftanstalten nach Moskau geliefert wurden, dabei einige in Militärflugzeugen.

Solche wichtigen Maßnahmen in der kirchlich-staatlichen Politik wie die Wahl des russischen Patriarchen,, die Errichtung des Rates für die Angelegenheiten der Russischen Orthodoxen Kirche bei dem Rat der Volkskommissare der UdSSR unter der Leitung Karpows (Verordnung des Rates der Volkskommissare der UdSSR №993[8]), und  später im Mai 1944, auch die Errichtung des Rates für religiöse Kulte bei dem Rat der Volkskommissare der UdSSR (Verordnung des Rates der Volkskommissare der UdSSR №572[9]) konzentrierten sich nicht zufällig in der Herbstperiode vor der Teheran-Konferenz. Die Propaganda gab durch diese Maßnahmen den westlichen Ländern ein Bild der Rechtssicherheit in Sachen Gewissensfreiheit und Glaubensbekenntnis in der Sowjetunion[10]. Die sowjetische Regierung zielte auf diesem Wege ab, unangenehme Fragen von Diplomaten der alliierten Länder zu entgehen und auf der Teheran-Konferenz für die sowjetische Delegation die bequemsten Bedingungen für die Verhandlungen über die Eröffnung der Zweiten Front zu verschaffen. Die Einladung der Delegation der Anglikanischen Kirche nach Moskau für die unmittelbare Kommunikation mit den Geistlichen des Moskauer Patriarchats Ende September 1943 verfolgte dieselben Ziele.

Der Autor dieses Artikels teilt Standpunkt, dass der Kreml  alle wichtigsten Ereignisse des religiösen Lebens der UdSSR in den letzten zwei Jahren des Zweiten Weltkriegs hauptsächlich im Zusammenhang mit seiner außenpolitischen Agenda initiierte[11].

Um diese These überzeugend zu bestätigen, ist es möglich, neben den Beispielen aus der Geschichte der Russischen Kirche auch die Erfahrung der Armenischen Apostolischen (Armenisch-Gregorianischen) Kirche einzubeziehen, sowie auch die der nicht-christlichen Konfessionen.

Das Interesse des Kremls gegenüber der Armenischen Kirche wurde durch die bekannte historisch gebildete Einstellung von Armeniern zu der Türkei bestimmt, die in der europäischen Politik Stalins eine wichtige Rolle spielte. Außerdem befand sich der größte Teil der armenischen Gemeinden außerhalb der UdSSR, nämlich in Europa, im Nahen Osten und der USA, und die zahlreiche armenische Diaspora konnte in der Person ihrer finanzkräftigsten und einflussreichsten Vertreter an der Erreichung der sowjetischen außenpolitischen Ziele mitwirken. Die Beziehungen der sowjetischen Regierung zu den armenischen Geistlichen, deren Lage nach der Revolution schwer war, wurden nach dem in der Russischen Kirche erprobten Schema geknüpft, was ermöglicht, die Existenz eines weitgehend universellen stalinistischen Model der religiösen Politik und der kirchlich-staatlichen Beziehungen zu beschreiben.

Dieses Modell setzte Kontakte der Regierung des Landes mit dieser oder jener religiösen Einrichtung mittels eines speziellen staatlichen Organs, das der Rat für die Angelegenheiten dieser Einrichtung war. In ihrem Status, ihren Pflichten und ihrer Organisationsstruktur wurden all diese Räte ähnlich wie der Rat für die Angelegenheiten der Russischen Orthodoxen Kirche ausgebaut. Darauf machte Michail Odinzow als erster unter den russischen Forschern aufmerksam[12]. So wiederholte unter anderem das Gesetz über „Den Rat für religiöse Kulte“[13], die von der Verordnung № 628[14] des Rates der Volkskomissare der UdSSR in ihrem größten Teil den vorher verabschiedeten Gesetz über den Rat für die Angelegenheiten der Russischen Orthodoxen Kirche fast wortwörtlich. Ausgehend aus dem Gesetz „Über den Rat für die Angelegenheiten der Russischen Orthodoxen Kirche bei dem Rat der Volkskommissare der UdSSR“, das am 7. Oktober 1943 von der Verordnung des Rates der Volkskommissare der UdSSR № 1095[15] bestätigt wurde, mussten diese Organe sich mit der vorbereitenden Bearbeitung der Angelegenheiten der religiösen Einrichtung, die Teilnahme der Regierung forderte, beschäftigen, Projekte von Entscheidungen der Union- oder der Republikregierung zu solchen Angelegenheiten erarbeiten, Aktivitäten der Geistlichen und der Laien erfassen und kontrollieren, sowie auch nach Anfrage der Staatsregierung Informationen zur Verfügung stellen. Mitarbeiter der Räte wurde aus den Organen der Staatssicherheit rekrutiert, wobei die Leiter der zwei wichtigsten von ihnen (Karpow und Poljanskij) hochgestellte Mitarbeiter der OGPU/NKWD waren, die sich durch die Arbeit einander gut kannten.

Nach seinem Status wurde der Rat für die Angelegenheiten der Russischen Orthodoxen Kirche, sowie auch der Rat für religiöse Kulte, den Komitees und Kommissionen angeglichen, die bei dem Rat der Volkskommissare der UdSSR agierten, während der Rat für die Angelegenheiten der Armenischen Kirche – an die entsprechenden Organe bei dem Rat der Volkskommissare der Armenischen Sowjetischen Sozialistischen Republik. Es ist auch wichtig, dass der Rat für die Angelegenheiten der Russischen Orthodoxen Kirche vor dem stellvertretenden Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR Molotow Rechenschaft ablegte. Molotow war zugleich der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR und in besonders wichtigen Fällen berichtete das Oberhaupt des Rates unmittelbar an Stalin.

Diesbezüglich merkt Odinzow an, dass Stalin in den ersten Jahren nach der Erreichung des „Kompromisses“ in den Beziehungen mit der Russischen Kirche an der Bearbeitung kirchlicher Probleme persönlich teilnahm und forderte, dass ihm Informationen über die Lage der religiösen Einrichtungen regelmäßig vorgelegt werden[16]. Auf diese Weise wurden die kirchlich-staatliche Beziehungen in der UdSSR direkt von der obersten sowjetischen Leitung kontrolliert, was nochmals für ihre Bedeutung in der damaligen Periode spricht.

Die außenpolitische Tagesordnung der sowjetischen Diplomatie setzte Konferenzen mit den alliierten Ländern der Anti-Hitler-Koalition voraus, deren Führer gegenüber der religiösen Lage in der UdSSR nicht gleichgültig waren. Deshalb initiierte die sowjetische Leitung vor jeder dieser wichtigsten Konferenzen (von Teheran, von Jalta, von Potsdam) effektvolle religiöse Aktionen. Dabei deutete sich die demonstrative Besserung der Einstellung seitens des Staats nicht nur in Bezug auf die christlichen Kirchen an.

So sanktionierte Stalin im Oktober 1943, neben der bereits ausgedungenen Veränderung der Lage der Russischen Kirche ein Konzil der muslimischen Geistlichen in Taschkent und anderen Städten, sowie auch die Errichtung der geistlichen Verwaltung der Muslime des Nordkaukasus in Bujnaksk. In Buchara und Taschkent wurden Medressen, muslimische geistliche Schulen eröffnet[17]. 1944 und 1945 erfolgte mit der Unterstützung der Regierung die Vereinigung der evangelischen Christen und der Baptisten zu einem einzigen Verein, der bis zu zweihunderttausend Gläubige zählte. Außerdem wurde das Allunionszentrum der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten errichtet und registriert; auch das kirchliche Leben der Altritualisten aktivierte sich. Die Tätigkeiten all dieser, sowie auch der katholischen, unierten, lutherischen, jüdischen, buddhistischen und anderer Gruppen von Gläubigen kontrollierte der Rat für religiöse Kulte und sein Vorsitzende Poljanskij.

Diese neuen Beziehungen mit den religiösen Einrichtungen, in die zum größten Teil, wie bereits gesagt, absichtlich kurz vor der Teheran-Konferenz eingegangen wurden, wurden von den Alliierten der Anti-Hitler-Koalition sehr positiv aufgenommen. Das Ergebnis war, dass der zutiefst fromme Roosevelt mit der neuen Einstellung der Regierung gegenüber der Religion in der UdSSR sehr zufrieden war. Auch in England, Kanada, Frankreich, wo die Positionen der religiösen Einrichtungen in der Gesellschaft sehr stark waren, erfolgten positive Reaktionen. Auch russische Aussiedler nahmen diese Schritte von Stalin zufrieden wahr. Damit entschied Kreml, diese erfolgreiche Erfahrung weiter zu entwickeln.

Vor der Konferenz von Jalta fand ein Lokalkonzil der Russischen Kirche statt, auf dem am 4. Februar, am Tag des Arbeitsbeginns der Konferenz von Jalta der am 2. Februar gewählte Patriarch Alexius I. (Simanski) feierlich inthronisiert wurde. Dabei ist es bemerkenswert, dass der Metropolit Alexius nach dem Tod des Patriarchen Sergius am 15. Mai 1944 fast neun Monate den Posten des Patriarchenstatthalters bekleidete. Angesichts dieser Situation konnte die Inthronisierung des neuen Patriarchen wohl sowohl vor dem Tag des Beginn der Arbeit der Konferenz als auch später stattfinden. So kann dieses Zusammentreffen nicht zufällig sein.

Der Potsdamer Konferenz ging im April 1946 ein neues Treffen Stalins und Molotows mit der Leitung des Moskauer Patriarchats voraus, auf dem mehrere in den Folgemonaten stattgefundenen Auslandsreisen der russischen Kirchenleitung mit dem Patriarchen Alexius selbst als Oberhaupt abgestimmt wurden. Diese Reisen mussten wieder einmal den Regierungen und der Öffentlichkeit in der USA und in Europa das Wohlergehen in bezüglich der Religion und der Gewissensfreiheit in der UdSSR demonstrieren.

Nach einem ähnlichen Szenario entwickelten sich die Beziehungen zwischen der sowjetischen Regierung und der Armenischen Kirche.,Diese nahm wie auch die Russische eine patriotische Haltung ein und beschäftigte sich mit der Hilfe für die Front. So sammelten, zum Beispiel, armenische Geistliche die Mittel für die Panzerkolonne „David von Suson" und andere Waffen. Nach der Aufnahme der Kontakte mit den orthodoxen Hierarchen und der Errichtung eines Sonderrates für die Angelegenheiten der Russischen Orthodoxen Kirche bei dem Rat der Volkskommissare der UdSSR war die zweite große Entscheidung des Rates der Volkskommissare für die Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Staat und der Kirche, Schritte zur Regulierung der Beziehungen zu der Armenischen Kirche einzuleiten. Am 29. Oktober 1943, nur einen Monat vor dem Beginn der Teheran-Konferenz, unterschrieb Stalin die Verordnung des Rates der Volkskommissare der UdSSR über die Errichtung des Rates für die Angelegenheiten der Armenisch-Gregorianischen Kirche bei dem Rat der Volkskommissare der Armenischen Sowjetischen Sozialistischen Republik „zur Verwirklichung der Beziehungen zwischen dem Rat der Volkskommissare der Armenischen Sowjetischen Sozialistischen Republik und dem Katholikos aller Armenier in den Angelegenheiten von Etschmiadsin, die eine Entscheidung seitens der Regierung der Armenischen Sowjetischen Sozialistischen Republik fordern.“, so das Dokument[18].

In Wirklichkeit wurde die „Verbindung mit dem Katholikos“ unmöglich, da seine Stelle seit 1938, als der Katholikos aller Armenier Khoren I.(Muradbekjan) den Märtyrertod erlitten hatte,  vakant blieb. Solange Stalin die Armenische Kirche zur Realisierung seiner außenpolitischen Pläne nicht benötigte, war es armenischen Geistlichen nicht gestattet worden, die Wahl ihres Vorstehers zu organisieren, obwohl solcher Versuch noch 1941 unternommen wurde.

Dafür kam Stalin nach der Teheran-Konferenz auf die Idee, die Wahl des Katholikos nicht nur zu erlauben, sondern sie auch pompös zu gestalten. Dafür war es geplant, ein Konzil der Armenischen Kirche Anfang 1945 unbedingt in Etschmiadsin , dem historischen geistlichen Zentrum der Armenier durchzuführen, wofür dieses erst durch Entfernung staatlicher und öffentlicher Einrichtungen aus den Gotteshäusern wiedererrichtet werden musste. Ohne vorgehende Renovierung des  Etschmiadsin-Klosters war es „politisch unvorteilhaft“, dort ein Konzil mit der Teilnahme ausländischer Gäste durchzuführen, so die Regierung[19]. Die Wahl des Datums wurde durch die Konferenz von Jalta bestimmt, die Anfang 1945 stattfinden musste, und die Kreml-Strategen planten, sie mit einer effektvollen Demonstration der Religionsfreiheit in der UdSSR einzuleiten.

Mit dieser Arbeit wurde Poljanskij beauftragt, der den Posten des Vorsitzenden des Rates für religiöse Kulte beim Rat der Volkskommissare der UdSSR bekleidete. Dieser Rat wurde am 19. Mai 1944 errichtet und diente der Organisation von Verbindungen zwischen der Sowjetischen Regierung den Leitern der nicht-orthodoxen Kirchen einschließlich der Armenisch-Gregorianischen und anderen religiösen Organisationen, die es in der Sowjetunion gegeben hatte[20]. Doch, als Poljanskij sich Mitte 1944 mit den Fragen der Vorbereitung des Konzils intensiv beschäftigte, kam es heraus, dass ihr Tempo ungenügend war.

Dann wurde der Armenischen Kirche, auf Antrag Poljanskijs und durch die Entscheidung Molotows, Zweihunderttausend Rubel für allgemeine organisatorische Aufgaben zur Verfügung gestellt[21] und erlaubt, materielle Hilfe der ausländischen armenischen Gemeinden zu nutzen[22]. Später wurde für die Renovierung der Patriarchenresidenz und die Gestaltung des Klosters Etschmiadsin noch einmal fünfhunderttausend Rubel aus dem Reservefonds des Rates der Volkskommissare der UdSSR beauftragt[23]. Obwohl sich die staatliche Hilfe nicht auf diese beeindruckenden Summen beschränkte, wurde es gegen das Ende 1944 klar, dass es nicht gelinge, das Konzil der Armenischen Kirche in den beaufsichtigten Maßstäben und geplanten Fristen zu organisieren.

Wie Odinzow diesbezüglich anmerkte, hatte zwischen dem Rat für religiöse Kulte und dem Rat für die Angelegenheiten der Armenisch-Gregorianischen Kirche ein lebhafter Briefverkehr begonnen. Poljanskij hatte die erstaunenden örtlichen Behörden gedrängt, die schnellste, vollste und allseitigste Befriedigung aller Bitten der armenischen Geistlichen zu befolgen. „In der Republik geht die Eröffnung armenisch-gregorianischer Kirchen sehr langsam vor sich und verzögert sich sehr. Sie müssen berücksichtigen, dass die Gläubigen die zu eröffnenden Kirchen höchstwahrscheinlich einigermaßen werden renovieren müssen, was gewisse Zeit bedarf. Die Eröffnung der Kirchen muss dem Konzil vorangehen. Der Rat für religiöse Kulte empfiehlt euch deshalb die Eröffnung der geplanten zehn Kirchen in der Republik zu beschleunigen“[24].

Im Ergebnis ging der Jalta-Konferenz nur das Lokalkonzil der Russischen Orthodoxen Kirche vor, worauf oben bereits eingegangen wurde, und das Konzil der Armenischen Kirche wurde auf den Beginn des Sommers 1945 verschoben. Die Gründe, weswegen Stalin entschied, das Konzil der Armenischen Kirche und die Wahl des Katholikos ausgerechnet im Sommer 1945 durchzuführen, bestehen in dem bevorstehenden Beginn der Potsdamer Konferenz, auf der über das Schicksal Europas nach dem Krieg entschieden werden sollte, und in seinem Wunsch, das türkische Territorium mit armenischer Bevölkerung der UdSSR anzuschließen. Im März 1945 kündigte die UdSSR den sowjetisch-türkischen Vertrag über die Freundschaft und Neutralität, und in Juni desselben Jahres wurde dem türkischen Botschafter eine Forderung geltend gemacht, einen Teil des türkischen Armeniens der Sowjetunion zu übergeben. Später verlangte die UdSSR von der Türkei, die Platzierung der sowjetischen Militärstutzpunkte in Bosporus und Dardanellen zuzulassen.

Damit diesmal alles nach Plan und fristgemäß verläuft, wurde am 19. April Erzbischof Geworg (Tscheorektschjan), der die Aufgaben des Katholikos übernahm, in den Kreml gerufen. Im Laufe eines 20-minutigen Treffens[25] hielt der Erzbischof dem sowjetischen Führer im Auftrag der Gläubigen eine Rede, in der er von der „historischen Treue“ der Armenischen Kirche „dem großen russischen Volk und dem sowjetischen Staat“ sprach. Stalin beauftragte Poljanskij, die notwendige Hilfe für Etschmiadsin bei der Durchführung des kirchlichen Konzils zu leisten. Auf das Dokument, das die Bitten um die Rückgabe von den kirchlichen Gebäuden,  des Eigentums, der Reliquien an die Gläubigen und Fahrten von kirchlichen Delegationen ins Ausland, sowie auch die Eröffnung eines Bankkontos  einschloss, schrieb Stalin einen Vermerk aus einem einzigen Wort: „Einverstanden“. Am nächsten Tag wurde Erzbischof Geworg vom Sekretär der Kommunistischen Partei Armeniens Arutjunow  zur Besprechung von konkreten und fristgemäßen Schritten zur Erfüllung dieses Vermerkes[26] empfangen

Kurz vor dem Sommer 1945 wurden in Etschmiadsin die geistlichen Schulen wiedererrichtet, die geistliche Akademie, eine Druckerei und ein Kloster eröffnet, so wie auch die Herausgabe einer kirchlichen Zeitschrift in Gang gesetzt.

Aufmerksamkeit verdienen im Lichte dieser Details die Einzelheiten bei der Durchführung des Konzils der Armenischen Kirche, das am 16. Juni 1945 eröffnet wurde. Das Konzil war betont repräsentativ: Nach Etschmiadsin kamen 111 Abgeordnete aus der Sowjetunion und 15 anderer Länder. Unter den Konzilsteilnehmern waren anwesend der Katholikos von Zilizien Karekin I. (Owsepjan), der die Idee der Repatriierung der Armenier der ganzer Welt ins Sowjetische Armenien unterstützte. Unter den anderen Besuchern waren der Armenische Patriarch Jerusalems Kjureg II. (Israeljan), das Oberhaupt der Ägyptischen Diözese Bischof Mambre (Sirunijan), der Leiter der Europäischen Diözese der Armenischen Kirche Erzbischof Artawazd (Sjürmejan), so wie auch Abgeordnete von den armenischen Gemeinden aus England, Frankreich, den USA, Indien, Bulgarien, Rumänien, Iran, Syrien, Libanon, Ägypten und anderen Ländern. Auf dem Konzil war sogar ein Abgeordneter aus Rumänien anwesend: Archimandrit Wazgen (Baldjan), der zukünftige Katolikos-Patriarch der Armenischen Apostolischen Kirche Wazgen I.

Im Auftrag der Regierung der UdSSR hielt auch Poljanskij eine Rede. Auf dem Konzil wurde dem englischen Gast  Hewlett Johnson betont Respekt erwiesen. Er war ein bekannter öffentlicher Aktivist, Doktor der Theologie und Vorsteher der Kathedrale von Canterbury, der sich viele Jahre lang öffentlich im Ausland für die Unterstützung des sowjetischen Russlands engagierte. In den Jahren 1934 und 1937 hatte Johnson zwei Reisen in der UdSSR unternommen, deren Eindrücke er im Buch „Soviet Power“ dargelegt hatte. Dieses Buch, das beim Leser ein positives Bild der UdSSR formte, wurde für die sowjetische Außenpolitik zu einem sehr günstigen Zeitpunkt, nämlich 1941,veröffentlicht und forderte die Annäherung der alliierten Länder der Anti-Hitler-Koalition. In den Jahren des Zweiten Weltkriegs war Johnson für die möglichst schnelle Eröffnung einer Zweiten Front in Europa und er war einer der Initiatoren der Sammelaktion einer Stiftung zur Unterstützung der UdSSR. Stalin, der die Korrespondenz mit Johnson persönlich unterstützte, versäumte nicht die Möglichkeit, seine Teilnahme am Konzil der Armenischen Kirche zu organisieren.

Die von Stalin sanktionierte lange UdSSR-Reise Johnsons und des ihn begleitenden Herrn Alfred Dye begann mit der Ankunft in Leningrad am 6. Juni 1945 und dauerte bis Ende Juli. Entsprechend der Erwartungen Stalins bezeugte Johnson auf der Presskonferenz in Jerewan Ende Juni 1945 das Vorliegen der bürgerlichen Freiheiten in der UdSSR: „Entsprechend der von der Sowjetischen Regierung angekündigten Gewissensfreiheit und der Gleichheit aller in der Glaubenslehre beginnt die Armenische Kirche ein neues Leben…“. Auf dieser Presskonferenz verkündete Johnson auch etwas, was wesentlicher war: „Ich bin völlig und vom ganzen Herzen damit einverstanden, dass die Bereiche, die von der Türkei abgetrennt wurden, so schnell wie auch möglich an Armenien zurückgebracht werden müssen. Die Deklaration des Nationalrates der Armenier in Amerika ist meiner Meinung nach völlig gerecht und fundiert. Die Türkei hatte die wirtschaftliche Entwicklung der abgetrennten Bereiche bewusst gehemmt. Die Bevölkerung ist nach wie vor unproportional klein, während ihre gesetzlichen Besitzer über die ganze Welt zerstreut sind. Die Türkei hatte die armenische Bevölkerung unglaublich brutal ausgerottet. Nach dem Ersten Weltkrieg hatten die Gewinnerstaaten angekündigt, dass die Gerechtigkeit die Rückgabe dieser Bereiche an ihre gesetzlichen Besitzer verlangt. Das, was damals niedergeschrieben wurde, muss jetzt ins Leben gebracht werden“[27].

Diese Ankündigungen wurden für die Pläne Stalins über die Organisation der Welt nach dem Krieg sehr wichtig. Die Türkei als ehemaliger Alliierte Nazi-Deutschlands konnten unter den damaligen Bedingungen gegen die UdSSR nicht selbstständig vorgehen, und ihr Schicksaal musste auf der Potsdamer Konferenz entschieden werden, in deren Vorfeld das Konzil eben organisiert worden war.

Stalin schätzte die Arbeit Johnsons auf dem Posten des Vorsitzenden der Vereinten Ausschüsse für die Hilfe an die Sowjetunion hoch, indem er ihn nicht nur eines warmen Empfangs im Kreml am 6. Juli 1945 würdigte[28], sondern auch indem er über das Präsidium des Obersten Rates der UdSSR die Entscheidung über seine Auszeichnung mit einem Orden des Roten Banners der Arbeit durchführte. Am 20. Juli händigte Nikolai Schwernik, Vorsitzender des Rates der Nationalitäten des Obersten Rates der UdSSR diese Auszeichnung an Johnson[29] aus. Außerdem zeichnete ihn Patriarch Alexij I. (Simanski) mit einer besonderen Auszeichnung für Geistliche aus – einem Pektorale[30]. Diese Geste des Vorstehers war völlig im Geiste des damals fortlaufenden der Annäherung der Russischen und der Anglikanischen Kirche.

Außer der lauten Ankündigungen Johnsons und der erfolgreichen Wahl des Patriarchen der Armenischen Kirche Geworg VI. ist es auch notwendig anzumerken, dass das Konzil „Den Appell an die ganze christliche Welt“ vorbereitet und veröffentlicht hat, in dem eine besondere Stelle der Kritik der damaligen Positionen der Römischen Kirche geschenkt wurde, die, wie es darin stand, „sich in die politischen Ziele einmischt und dadurch der Verwirklichung der erhobenen Ideen des Christentums verhindert und die zerstörende deutsche Kraft verteidigt, die die Quelle der Desaster für die ganze Menschheit wurde“[31]. Diesen Appel unterschrieben alle Leiter der religiösen Organisationen, die zum Konzil angekommen waren. Das Erscheinen eines solchen Dokuments war eine charakteristische Erscheinung, da eben 1945  der Kampf gegen den antisowjetischen Einfluss der Römisch-Katholischen Kirche offen zu einer der Prioritätsrichtungen der sowjetischen Außenpolitik wurde.

Also verlief die Organisation der Durchführung des Konzils der Armenischen Kirche – wie auch im Falle der zwei bis dahin bereits verlaufenen Konzilen der Russischen Kirche – unter der Kontrolle eines Spezialorgans, des Rates für die Angelegenheiten der Armenisch-Gregorianischen Kirche. Das Konzil selbst und die Wahl des Oberhaupts der Armenischen Kirche wurden kurz vor der wichtigsten internationalen Konferenz durchgeführt. So wie auch im Falle des Lokalkonzils der Russischen Orthodoxen Kirche 1945 waren zwecks eines größeren Effekts im Ausland zu diesen kirchlichen Maßnahmen vorwiegend der UdSSR gegenüber loyal eingestellte ausländischen Gäste eingeladen.

Aus den oben aufgelisteten Beispielen der Nutzung der christlichen und der islamischen Organisationen durch die Regierung ist sichtbar, dass alle wichtigen Ereignisse im religiösen Leben der UdSSR durch die oberste sowjetische Leitung kontrolliert und entsprechend eines genau berechneten pragmatischen Planes zur Erreichung des größten Effekts in der sowjetischen Diplomatie. Alles, was der Kreml von den religiösen Führern forderte, war, diesem Plan und den Anweisungen der Sonderregierungsorgane loyal zu folgen.



[1] S.: Болотов С.В. Русская Православная Церковь и государство между 22 июня 1941 г. и 4 сентября 1943 г. // Богослов.Ru. URL: http://www.bogoslov.ru/text/2252600.html (Referenzdatum: 01.12.2011). С. 1.

[2] Кнышевский П.Н. Истоки тотального шпионажа // Государственная безопасность и демократия. 1993. № 2. С. 45.

[3] ГАРФ. Ф. 6991. Оп. 1. Д. 1. Л. 1–10; Одинцов М.И. Власть и религия в годы войны. М., 2005. С. 305–312.

[4] ГАРФ. Ф. Р­6991. Оп. 1. Д. 5. Л. 1–2.

[5] Русская Православная Церковь в годы Великой Отечественной войны 1941–1945 гг.: Сборник документов. М., 2009. С. 23.

[6] РГАСПИ. Ф. 17. Оп. 125. Д. 407. Л. 14.

[7] S.: Болотов С.В. Русская Православная Церковь в международной политике СССР в межвоенный период. // Богослов.Ru. URL: http://www.bogoslov.ru/text/2197297.html (дата обращения: 01.12.2011). С. 1.

[8] Одинцов М.И. И.В. Сталин: «Церковь может рассчитывать на всестороннюю поддержку правительства» // Диспут. Историко­философский религиоведческий журнал. 1992. № 3. С. 153.

[9] Власть и церковь в Восточной Европе. 1944–1953 гг. М., 2009. Т. 1: 1944–1948. С. 36; АП РФ. Ф. 3. Оп. 60. Д. 2. Л.4.

[10] Шин Д.Х. Деятельность Совета по делам Русской православной церкви при Совете Министров СССР в первое десятилетие его существования. 1943–1953 гг.: дис. ... канд. истор. наук. М., 2002. С. 59.

[11] Болотов С.В. Русская Православная Церковь и международная политика СССР в 1930-е – 1950-е годы. М., 2011. С. 69.

[12] Одинцов М.И. Государство и церковь в России. XX век. М., 1994. С. 110.

[13] Власть и церковь в Восточной Европе. Т. 1. С. 37–38: АП РФ. Ф. 3. Оп.60. Д. 2. Л. 6–7.

[14] Власть и церковь в Восточной Европе. Т. 1. С. 37; АП РФ. Ф. 3. Оп. 60. Д. 2. Л. 5.

[15] ГАРФ. Ф. 6991. Оп. 2. Д. 1. Л. 11.

[16] Одинцов М.И. Указ. соч. С. 106.

[17] Алексеев В.А. Иллюзии и догмы. М., 1991. С. 352.

[18] ГАРФ. Ф. 5446. Оп. 1. Д. 219. Л. 365.

[19] ГАРФ. Ф. 6991. Оп. 3. Д. 1. Л. 16.

[20] ГАРФ Ф. 6991. Оп. 4. Д. 1. Л. 1; Алексеев В.А. Указ соч. С. 351.

[21] ГАРФ. Ф. 6991. Оп. 3. Д. 1. Л. 19.

[22] ГАРФ. Ф. 6991. Оп. 4. Д. 13. Л. 120–164.

[23] Одинцов М.И. Деятельность Совета по делам религиозных культов при СНК СССР в годы Великой Отечественной войны (1944–1945 гг.) URL: http://www.rusoir.ru/president/works/188/ (дата обращения: 01.12.2011). С. 5.

[24] Ebenda.

[25] На приеме у Сталина. Тетради (журналы) записей лиц, принятых И.В. Сталиным (1924–1953 гг.). Справочник. / Научный редактор A.A. Чернобаев. М., 2008. С. 451.

[26] Одинцов М.И. Указ. соч. С. 6.

[27] Правда. 1945. 29 июня. Цит. по: Алексеев В.А. Указ. соч. С. 354.

[28] Алексеев В.А. Указ. соч. С. 354; Правда. 1945. 7 июля.

[29] Алексеев В.А. Указ. соч. С. 355; Правда. 1945. 21 июля.

[30] Crabtree S. Hewlett Johnson Papers. Biographical information // Special Collections on website at the University of Kent. URL: http://www.kent.ac.uk/library/specialcollections/other/hewlett-johnson/biography.html (Referenzdatum: 01.12.2011). С. 5.

[31] Zit. nach: Алексеев В.А. Указ. соч. С. 353–358.

Schlüsselwörter:
Siehe auch:
добавить на Яндекс добавить на Яндекс