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Zum Sonntag der Heiligen Vorfahren Christi

24. Dezember 2011
„Mit Seinem Kommen zu uns zeigt Er, wie grenzenlos die Fürsorge und die Liebe Gottes zu uns ist: Er ist kein Schöpfer, Der uns unsere Existenz aufgedrängt hat und danach all unsere Probleme von ferne mitansieht, um uns danach vors Gericht zu laden. Er ist ein Schöpfer, Der den Weg ins Leben vor uns ausgelegt hat, den Weg zur Liebe, den Weg zum Sieg. Er kommt zu uns und offenbart sich uns so, wie wir Ihn uns gar nicht vorstellen konnten. Er nimmt die Gestalt eines Knechtes an und wird ganz real wie jemand von uns. … Er zeigt uns auch etwas von Gott, was wir uns in unserer Phantasie nicht ausmalen konnten: einen Gott, Der um der Liebe willen bereit ist, Sich uns grenzenlos hinzugeben. …“ – aus einer Predigt zum Sonntag der Vorfahren Christi von Metropolit Antonij von Sourozh

Wir sind es gewöhnt, an den Tod wie an eine Tragödie zu denken. Über die Geburt eines Kindes aber freuen wir uns. Diese Freude erfüllt unser Haus und überträgt sich auch auf unsere Mitmenschen, auf alle die, die sich mit und für die gesegneten, neuen Eltern  wirklich freuen können. In dem Fest der  Geburt Christi, welches uns nun Schritt für Schritt entgegenkommt und uns den Beginn eines neuen Lebens, eines neuen Verhältnisses zu Gott und das nicht nur für uns, sondern für die Erneuerung der gesamte Welt, ja des gesamten geschaffenen Kosmos eröffnet, sind Freude und Tragik eng miteinander verflochten.

Denn die Geburt Christi hat auch etwas tragisches, weil Christus in die Welt gekommen ist, um zu sterben. Jeder von uns gelangt zunächst, wenn er geboren wird, aus dem Nichtsein ins Sein. Dann jedoch gelangt jeder Schritt für Schritt in immer größere und tiefere Dimensionen des Lebens, bis hin zu jenem Tag, an dem alle Begrenzungen dieser geschaffenen und dann gefallenen Welt überwunden sein werden und er in ein grenzenloses Leben eingehen, welches Liebe heisst. Denn in letzter Konsequenz ist die Liebe nichts anderes als jubelnde Freude des triumpfierenden Lebens, welches alles besiegt hat und sich deshalb nun ganz, bis hin zum Letzten, hingeben kann.

Christus jedoch ist aus der Fülle der Gottheit, aus jener Fülle, die Liebe ist und Ewigkeit zugleich und die wir uns gar nicht vorstellen können, in diese Welt gekommen, um zu sterben. Wir jedoch kommen in diese Welt, um zu leben.

Er ist gekommen, um unser Heil zu erwirken, damit wir von unserer Entfremdung von Gott erlöst werden. Denn wir selber können nicht zu Ihm gelangen. Wir sind nicht in der Lage, diesen undurchdringlichen Abgrund zu überwinden, den die Sünde des Menschen zwischen Gott und der Menschheit gegraben hat. Wir sind fern von Gott wegen unserer Gleichgültigkeit. Wir haben uns an unsere Einsamkeit gewöhnt und daran, ohne Gott zu leben. Obgleich wir unser Leben hindurch ständig um etwas ringen und auf etwas hoffen, versiegen am Ende unsere Kräfte und unser Leben findet mit dem Tod ein Ende. Und dies oft nach einem Leben, das in den Augen vieler sinnlos erscheint und oft auch für uns selbst. Am Ende gibt es auch für unser Grab keinen eigentlichen Sinn. …

Christus ist zu uns gekommen, weil wir nicht zu Gott gelangen konnten. Gott ist zu uns gekommen. Er zeigt sich verantwortlich für Seinen Akt der Schöpfung des Alls und unser selbst, wohl wissend, was dies Ihm kosten wird.  Denn er weiß, wie wir Menschen sind und handeln. Aber nicht nur dies: Er nimmt vielmehr auch die Verantwortung für unsere Untreue auf Sich. Dafür, dass wir unserer Berufung nicht gerecht geworden sind, dass wir Ihn, uns gegenseitig und so den ganzen Kosmos  verraten haben.

Mit Seinem Kommen zu uns zeigt Er, wie grenzenlos die Fürsorge und die Liebe Gottes zu uns ist: Er ist kein Schöpfer, Der uns unsere Existenz aufgedrängt hat und danach all unsere Probleme von ferne mitansieht, um uns danach vors Gericht zu laden. Er ist ein Schöpfer, Der den Weg ins Leben vor uns ausgelegt hat, den Weg zur Liebe, den Weg zum Sieg. Er kommt zu uns und offenbart sich uns so, wie wir Ihn uns gar nicht vorstellen konnten. Er nimmt die Gestalt eines Knechtes an und wird ganz real wie jemand von uns. Sein Körper gleicht dem unseren, wie ebenso Sein Verstand und Sein Herz. Er ist einer von uns in allem, ausser in dem Fakt, dass Er gleichzeitig auch Gott ist und dass sein Verstand, Sein Herz, sein Leib, ja seine ganze Natur, von der göttlichen Natur durchwoben ist. In dem Er sich uns in Seinem Leib offenbart, wer Er ist, zeigt Er uns auch etwas von Gott, was wir uns in unserer Phantasie nicht ausmalen konnten: einen Gott, Der um der Liebe willen bereit ist, Sich uns grenzenlos hinzugeben: Ihr könnt mit Mir machen, was ihr wollt. Ich werde nie aufhören euch zu lieben. Ich könnt mich beschimpfen, euch von Mir abwenden, ihr könnt Mich quälen, Mich verraten und Mich verschmähen, ihr könnt Mich anspucken, Mich kreuzigen und töten. Meine Liebe wird davon nicht ins Wanken geraten.

Aus freiem Willen heraus, werde Ich verletzlich und hilflos, damit ihr erfahrt, was die Liebe Gottes ausmacht, was Liebe überhaupt bedeutet: sich hinzugeben. Sich zugeben bis zum Schluss, ohne Bitternis, ohne Einschränkungen.

Dies bedeutet die Geburt Christi. Diese Botschaft hält sie für uns bereit. Dies alles ist wahr. Er wird geboren, um zu sterben, um zu leiden. Er wird hineingeboren in die Begrenztheit der geschaffenen und gefallenen Welt, damit wir an die Göttliche Liebe glauben. Was erwartet Er von uns? Das wir es endlich begreifen! Wollen wir etwa weiterhin blind bleiben für Gott, Der sich uns doch offen gezeigt hat? Wollen wir weiterhin die menschliche Größe, die Er uns ebenfalles in Sich offenbart hat - denn der Verstand, das Herz, der Leib und der Willen des Mensch gewordenen Gottessohnes waren wahrhaft die eines Menschen -  nicht sehen? Seine Menschheit war durchgrungen von der Gottheit, doch damit hörte sie nicht auf wahre Menschheit zu sein. Bedeutet dies etwa nicht ebenfalls, dass auch wir alle – jeder von uns – so geschaffen sind, dass wir nicht nur dazu fähig sind, Träger des Geistes zu sein, sondern auch noch Träger Gottes? Dass wir durchdrungen werden können von Gott Selbst und uns mit Ihm vereinigen können, da Er Sich doch Selbst mit uns vereinigt hat?

Lasst uns uns doch in die Größe, zu der wir berufen sind, hineindenken! Sie ist uns nicht nur verheißen und verkündigt, sondern sie steht uns offen! Sie ist uns in der Person Jesus Chritus offenbart worden. Lasst uns ebenso über die Geburt und den Tod des Unsterblichen nachdenken, über Dessen Hingabe für uns und uns dabei folgende Frage stellen: Was können wir Ihm darauf entgegnen? Wozu verdammen wir uns, wenn wir unserer eigentlichen Natur entsagen? Wie gehen wir mit Gott um, der Mensch geworden ist, damit wir, nach einer alten Redeweise, zu Göttern werden?

Lasst uns voller Ehrfurcht voller Rührung und Ergriffenheit jubeln. Doch möge dieses Wunder, uns auch immer wieder aufs Neue inspirieren. Dieses Wunder, welches damals geschehen ist und sich nun unter uns immer wieder vollzieht.

Amen
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