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Goldener Fonds

Das Fest der Begegnung

14. Februar 2012
„Wir sind nach den Worten des Apostels dazu auserkoren, die Leiden Christi, die es noch zu leiden gilt, zu erdulden. … Unsere Seele ist dazu ausersehen, den Kummer von Golgatha um die gefallene Welt,  die sich nicht um ihr Heil bemüht, zu ertragen. Denn wir sind der Leib Christi, weil wir mit Ihm sind. Die Tragödie, die mit der Ankunft Christi vom Alten Testament und von der alten Menschheit genommen und zur Tragödie Gottes, zur Tragödie Christi geworden war, setzt sich nun über die Jahrhunderte an uns fort. Wie hatte einmal Patriarch Alexej I  gesagt: Die Kirche ist der Leib Christi, der durch die Jahrhunderte hindurch zum Heil der Welt gekreuzigt wird. Sie trägt ihr Kreuz, sie stirbt in der Angst des Gartens Gethsemane, sie stirbt mit dem Gefühl, von Gott verlassen zu sein, und, wenn es so nötig ist, auch auf immer verachtet zu sein von den Menschen auf der Erde.“ – aus einer Predigt zu Maria Lichtmess von Metropolit Antonij von Sourozh

Mit den Worten des Simeon: „Nun lässt du, Herr, auf dein Wort hin deinen Knecht fahren in Frieden, denn meine Augen haben die Erlösung erschaut, Dein Heil, welches Du bereitet hat vor den Augen aller Menschen, das Licht zur Offenbarung für die Heiden und zum Ruhm deiner Menschen, zur Ehre Israels“ endet eine lange Periode, enden Jahrtausende, in denen die Menschen Gott entbehren mussten. Jahrtausende waren vergangen seitdem Adam die ersten Tränen vergossen hatte, als durch ihn die ersten Seufzer auf der Erde vernommen wurden, auf der nun Gott nicht mehr in Seiner Schöpfung wandelte. Die gesamte Erde, die ganze Menschheit sehnte sich nach dem Tag, an dem sie erneut, von Angesicht zu Angesicht Gott gegenüberstehen wird. Und dieser Tag war gekommen. Gott war in der Krippe von Bethlehem Mensch geworden. Der Ewige war in die Zeit getreten, der Grenzenlose und Unendliche hatte sich gefügt in die Begrenztheit der Geschöpflichkeit. Der Allerheiligste war herabgekommen in die Welt der Sünde. Am Tag Seiner Taufe war Er in die furchtbaren Wasser  des Jordan getaucht. Er war untergetaucht in diesen quasi toten Wassern der Märchen und Legenden. Und Er trat aus ihnen heraus und trug an Sich den Tod der Menschen, die zu erlösen er gekommen war.

Heute gedenken wir der Begegnung des Herrn, der Begegnung zwischen Ihm und dem ersten Menschen – seine Mutter, die Gottesmutter ausgenommen – dem der Heilige Geist es offenbart hatte, dass Er Gott ist, Der zu den Menschen gekommen war. Somit hatte die Tragödie des Getrenntseins von Gott des Alten Testaments und der Welt der Heiden ein Ende genommen. Unter seinen Menschen wohnt nun der Herr in der Fülle Seiner Gottheit auf der Erde. Doch es beginnt eine neue Tragödie. Es beginnt der Weg Gottes, der Mensch geworden war, an das Kreuz. Er wurde in der Sphäre des Todes geboren, um zu sterben. Er wurde geboren, um für uns zu sterben. Wenn wir bei den Lesungen aus dem Alten Testaments, die zu dem heutigen Fest gelesen werden, zuhören würden, dann hätten wir bemerkt, warum dieses Fest begangen wird. Im 13. Kapitel des Buches Exodus lesen wir, wie der Herr Moses geboten hatte, dass jeder Erstgeborenen männlichen Geschlechts Gott geweiht werden sollte, Ihm zum Opfer auf Leben und Tod gebracht werden sollte, um daran zu erinnern, wie Israel aus der Gefangenschaft in Ägypten befreit worden war: für den Preis des Todes aller Erstgeborener Ägyptens. Die Darbringung des Erstgebornen Kindes in den Tempel bedeutete nicht nur dessen Weihe für Gott. Diese Kinder kehrten danach in das gewöhnliche Leben der Menschen zurück, doch ihre Darbringung bedeutete, dass sie dem Willen Gottes übergeben worden sind, dass Gott das Recht hat über ihr Leben und über ihren Tod. Dies wurde damit besiegelt, dass als Auslöse für den Säugling ein Lamm oder Tauben geopfert wurden.

Das wirklich blutige Ofer wurde über die Jahrhunderte hindurch aufgeschoben bis zu dem Tag, an dem der Eingeborene Sohn Gottes, der Sohn einer Jungfrau geworden war, in den Tempel gebracht wurde. Und dieses einzige Mal in der Geschichte der Menschheit wurde dieses Blutopfer von Gott angenommen. Dieses einzige Mal wurde als Opfer der göttliche Säugling dargebracht und Gott hat als Vater dieses Opfer angenommen. Dieses Opfer vollzog sich aber erst später, als die Zeit dazu gekommen war. Nur dreißig Jahre vergingen zwischen der Darbringung des Säuglings und des Todes des gereiften Jesu. Dieses Opfer wurde angenommen und das Kind, das durch die Jungfrau Maria dargebracht worden war, starb dann am Kreuz von Golgatha.

An diesem Tag, an dem Simeon die Erlösung der Welt von den furchtbaren Jahrtausenden des Getrenntseins von Gott verkündet, gibt dieser auch der Gottesmutter Schreckliches mit auf den Weg: Auch ihr wird ein Schwert das Herz durchbohren und dieses Opfer, was nun noch durch Tauben ersetzt wird, wird einmal durch den Willen Gottes Wirklichkeit werden. Dies ist nur der Beginn des Weges, eines tragischen Weges an das Kreuz, für Christus, aber auch für sie, die Gottesmutter.

Christus ist diesen Weg gegangen: Dieser führte ihn hin zum Verlassensein von Gott und den Menschen. Er führte ihn in den Garten von Gethsemane bis hin zum Tod in Golgatha. Doch mit seinem Tod besiegte Er den Tod. Er erstand lebendig aus dem Grab und fuhr in Herrlichkeit hinauf in den Himmel und gab uns den Heiligen Geist. Doch auch mit dem Neuen Testament hebt das Kreuz nicht auf. Die Tragödie der Welt hat noch immer kein Ende gefunden. Der Auferstandene Christus trägt an Seinen Händen, an den Beinen, an seiner Seite die Spuren der Nägel und der Lanze, auf Seiner Stirn die Narben der Dornenkrone, mit der man Ihn aus Spott gekrönt hatte. Mit einer Dornenkrone statt mit der Krone eines Königs.

Doch auch wir tragen auf unserem Weg ein Kreuz. Jeder von uns wurde einst nach seiner Taufe in die Kirche gebracht, um mit Myron gesalbt zu werden. Damals wurden über unserer Mutter oder über uns Gebete verlesen. Damals wurde die Hilfe des Herrn, der der Schutzpatron der Kinder ist und den der Heilige Simeon auf den Händen hielt, herabgerufen. Auch wir wurden so wie Christus in die Kirche gebracht. Davor wurden wir getauft. Doch die Taufe ist nach den Worten des Apostels Paulus und nach dem Glauben der Kirche ein Hinabsteigen in den Tod Christi, sodass Sein Tod unser Tod wird, damit auch wir durch Seine Auferstehung selbst auferstehen. Wir, die wir durch Christi Tod gestorben waren und durch Seine Auferstehung auferstanden sind, werden in die Kirche gebracht, so wie Er, der Ewige, der sich der Tragödie der Zeit unterstellt hat, der Lebendige, der dazu berufen war, zu sterben. Nach den Worten des Apostels Paulus werden wir lebendig, auferstanden von den Toten, so wie Christus lebendig, in die Kirche gebracht. Er lebte durch Seine ewige Gottheit und durch seinen unsterblichen menschlichen Leib, obwohl dieser Leib gleichsam auch starb an unserer Sünde, an unserer Leiblichkeit.

So sendet Er auch uns, die wir durch die Auferstehung Christi selbst auferstanden sind. So hat Er es uns aufgetragen. Sein Vater hat Ihn in das Reich der Sünde, in das Welt der Leiden, in die Sphäre des Todes geschickt, damit auch wir in unserem Leib, in unserer Seele, mit all unserem Wesen das Kreuz der gefallenen Welt tragen, zu deren Erlösung das Lösegeld zwar bereits bezahlt wurde, die aber noch nicht erlöst ist. Wir sind nach den Worten des Apostels dazu auserkoren, die Leiden Christi, die es noch zu leiden gilt, zu erdulden, ihr Maß voll zu machen. Auf unserem Leib finden sich Spuren der Kreuzigung. Unsere Seele ist dazu ausersehen, den Kummer von Golgatha um die gefallene Welt,  die sich nicht um ihr Heil bemüht, zu ertragen. Denn wir sind der Leib Christi, weil wir mit Ihm sind. Die Tragödie, die mit der Ankunft Christi vom Alten Testament und von der alten Menschheit genommen worden war, die zur Tragödie Gottes, zur Tragödie Christi geworden war, setzt sich nun über die Jahrhunderte in uns fort. Wie hatte einmal Patriarch Alexej I  gesagt: Die Kirche ist der Leib Christi, der durch die Jahrhunderte hindurch zum Heil der Welt gekreuzigt wird. Sie trägt ihr Kreuz, sie stirbt in der Angst des Gartens Gethsemane, sie stirbt mit dem Gefühl, von Gott verlassen zu sein, und, wenn es so nötig ist, auch auf immer verachtet zu werden von den Menschen auf der Erde.

Dies ist der Weg der Kirche. Das ist unser Weg. Das ist es, was uns heute dieses lichte, aber auch bedrohliche  Fest  der Begegnung sagen will. Das Fest der Begegnung zwischen dem Herrn und dem Gerechten Simeon. Wir treten nun in die Wochen der Großen Fastenzeit, die uns hinführen werden zur Karwoche und  zur Auferstehung. Wir haben schon Anteil am Tod und an der Auferstehung. Doch wir sind dazu berufen, immer wieder diesen Weg des Lebens der Kirche zu gehen, des Lebens Christi und ihn in unserem eigenem Leben Wirklichkeit werden lassen:  außerhalb der Kirche, überall, wo wir auch sind: Wir sind der Leib Christi, der gekreuzigt wird, der Gott anbefohlen wurde. Auch wir sind so wie Christus dazu berufen, uns für das Heil der Welt zu opfern.

Amen

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