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Goldener Fonds

Vorbereitung von Kindern auf die Kommunion. Teil 3

12. April 2012
Im dritten Teil des Artikels, der den Problemen der Vorbereitung von Kindern auf die Kommunion gewidmet ist, geht es um die komplizierteste, aber auch die interessanteste Gruppe – Teenager

Unsere Euphrosyne ist abhängig vom Moment–
mal ist sie göttlich, mal ambivalent.
Boris Grebenschtschikow

Heute stellen Viele die Frage danach, warum es in unseren Gotteshäusern viele Kleinkinder und Erwachsene, doch praktisch keine Teenager gibt. Das Thema des Weggehens von Teenagern aus der Kirche wird nun unter den unterschiedlichsten Winkeln betrachtet – angefangen von hysterisch-genervten „Ach, mein Sohn war so ein Engel, aber jetzt kann er ins Gotteshaus nicht mal hingezogen werden“ bis auf das nüchtern-praktische „Man muss Teenagern irgendeine Beschäftigung geben, damit sie sich für die Kirche wertvoll und nützlich fühlen“.

An allen diesen Meinungen gibt es einen Teil der Wahrheit – sowohl an  trostlosen Emotionen (da liebende Eltern sich um ihre fehlgegangenen Kinder sehr große Sorgen machen) als auch an der Suche nach pragmatischen Lösungen (die Tatsache, dass nicht nur Teenager, sondern auch Erwachsene sich in unserer Kirche häufig nicht finden können ist ein separates Gesprächsthema). Versuchen auch wir mal, von Teenagern zu sprechen – wie gesagt, ausgehend von unserer Erfahrung (die allerdings beschränkt ist) und unseren Beobachtungen. Dafür besprechen wir anfangs einige Hauptcharakteristika dieses Alters.

 

Sexualität

Sensiblen Frauen und „frommen“ Männern
ist das Lesen nicht empfohlen.

Auch wenn wir das Thema der menschlichen Sexualität eventuell vertuschen oder auch alle ihre Manifestationen als Unzucht und Sünde bezeichnen wollen, doch müssen wir akzeptieren, dass die Sexualität der Natur des Menschen zu Eigen ist. Sie beginnt sich im Alter von 10 bis 16 Jahren zu formen und zu manifestieren. Dabei ist es nicht nur der Wunsch, sich schön zu bekleiden für Mädchen und, für Jungen, die Bemühungen, cool auszusehen. Das sind einerseits physiologische und hormonelle Änderungen, die in jedem – ich wiederhole: in jedem – Kind geschehen, auch wenn seine Eltern sehr fromm sind, und, andererseits, das ist die Erweckung des Interesses am anderen Geschlecht, die  manchmal unbewusst, verborgen, vernachlässigt, aber jedenfalls unvermeidlich ist. Die Sexualität ist eben das, was das bestimmende Charakteristikum (Mainstream, wie man heutzutage sagt) des Teenager-Alters ist.

Auch in gemeinen, nicht-orthodoxen Familien werden dieses Altern und die Epoche der sexuellen Erwachsenwerdung problematisch. In einer  orthodoxen Familie entsteht aber der Konflikt im Quadrat, da es den meisten Eltern, die am häufigsten erst vor kurzem in die Kirche eingetreten sind, vorkommt, dass eine Katastrophe geschehe. Denn in den meisten orthodoxen Broschüren wird dem Thema Unzucht, worunter alles Mögliche zusammengeführt, eine riesige und scharfe Aufmerksamkeit geschenkt – es wird auch in Predigten angesprochen, in Live-Journals besprochen – also, dieses Thema ist die Spitze in der modernen orthodoxen Kultur.

„Aber haben sie viele Menschen gesehen, die bei der Beichte nicht nur davon erzählen, dass sie tranken oder Ehebruch begingen? Den Ehebruch zu beichten – bitte sehr, das ist die einzige Sünde, an die sie sich erinnern und die sie sich bewusst machten, was sie allerdings später nicht hindert, ihre Frauen zu verlassen… Und was ist damit, dass eine viel größere Sünde ist, stolz, arrogant, mit Menschen intolerant und kalt zu sein, sie abzuschrecken und anzupöbeln… Es gibt ein erstaunliches Gespräch, wo die Apostel die Worte Christi, die besagen,  dass es die zwei ein Fleisch sein werden sollen , nicht akzeptieren können. Sie fragen: aber wie? Das ist doch für den Menschen unmöglich, oder? Und der Heiland eröffnet ihnen dieses Geheimnis und sagt, dass die wirkliche Ehe die absolute Vereinigung ist, und sagt sehr gnadenvoll dazu:  „ Nicht alle fassen dieses Wort, sondern denen es gegeben ist“. Das heißt – wer das verstehen kann, der wird das verstehen. Doch hat man in den katholischen Ländern alles umgedreht und sogar ein Gesetzt gemacht, dass es verboten ist, sich scheiden zu lassen. Versuchen Sie doch mal, ein Gesetz zu machen, dass es verboten ist,  anzuschnauzen“. – so spricht davon Natalja Trauberg (http://www.osehb.ru/obzory/view/article/92206) .

Doch versklavt das Trend-Thema der „schmutzigen“ Sexualität die Köpfe und die Herzen der meisten Orthodoxen so dermaßen, dass Kinder aus diesen Familien, während es ihnen bewusst wird, dass bei ihnen im Inneren das „verbotene“ Interesse sich erweckt und etwas erscheint, wovon man nur mit angewidert verkniffenem Mund sprechen könne, stehen vor der schwierigen Wahl, die in den Rahmen der schwarz-weißen Teenager-Logik völlig hineinpasst: entweder so zu tun, dass es alles nicht geschieht und, heuchlerisch, nach wie vor ein Vorbildkind zu spielen, oder alles, was fesselt und stört, zu verwerfen und das Leben der Eltern und damit auch das Evangelium als Bigotterie zu bezeichnen.

Häufig folgen diese Phasen nacheinander. Ein orthodoxer Teenager kann sich mit seiner Sexualität nicht versöhnen, solange er sich auf der zweidimensionalen Ebene befindet, die den Körper dem Geist gegenüber stellt. Von dieser Vereinfachung schreibt unter anderem Michail Sawalow sehr gut:

„Die Sexualität sei ‚verdammt‘, das sei ein bestialischer und ekliger Lebensbereich. Je weniger davon da ist, desto besser sei es, das sei das unvermeidliche Böse, das sei immer Unzucht, fleischliche Begierde und Sünde, mit denen jemand um der Arterhaltung willen ein Kompromiss zu schließen habe, die aber den Menschen immer besudeln. Derartige „dualistische“ Position (ekelhafter Leib und herrlicher, aber gefangener Geist) hat das Christentum immer begleitet (in Form des Gnostizismus, des Manichäertums, der Bogomilen-Bewegung und der unzähligen Menge derartiger Richtungen, so wie, zum Beispiel, Lew Tolstoj mit seiner „ Kreutzersonate“), doch legt sie der Raupen wegen den Baum um. Das ist eine falsche Ansicht nicht nur an die christliche Ehe, sondern auch auf die Natur des Menschen, der paradoxerweise in sich den Geist und den Körper vereint. Häufig ist das eben diese dualistische Position, die bei den Anhängern der „sexuellen Freiheit“ die Überzeugung daran gebiert, dass das Christentum einfach ein Satz veralteter, autoritärer und unmenschlicher Tabus sei. Bei verheirateten Christen  gebiert derartige Position einen quälenden Zwiespalt, als ob sie einander mit zwei Arten der Liebe lieben – der körperlichen und der spirituellen. Das Wesen der Ehe besteht eben darin, dass diese zwei schwer zu vereinenden Sachen zum einheitlichen Ganzen werden sollen. So bringt die Ehe ihren Teilnehmern die Ganzheit zurück“ . (http://azbyka.ru/znakomstva/index.php?module=news&file=dnevnik&id=10232).

Die Eltern der Kinder, sogar die Orthodoxen, die bis dahin selbst erwachsen genug geworden sind, sind durchaus in der Lage, aus dieser zweidimensionalen Logik herauszukommen, wie auch immer attraktiv sie vorkommen mag. Ja, man sollte es nicht überstürzen, das eigene Kind mit Unterricht in sexueller Aufklärung zu behelligen. Es reicht völlig aus zu verstehen, was mit dem Kind los ist, welche Fragen bei ihm entstehen und, sicherlich, bereit zu sein, diese Fragen zu beantworten – taktvoll und behutsam. Ich möchte keine Instruktionen mit Ratschlägen schreiben, wie und was einem Teenager gesagt werden soll, da jeder Teenager, so wie jede Familie, einzigartig ist, und seine Eltern besser wissen sollen, welche Wörter gewählt werden sollten, um dem Kind nicht nur etwas zu erklären, sondern auch es mit dieser Erklärung weder  zu verletzen, noch das Schuldgefühl dafür, was es erlebt, aufzuzwingen, noch die Verständigung mit  ihm zu zerstören.

Zudem kann die Dämonisierung der Sexualität auch auf die Eltern selbst überschlagen, da jeder Teenager früher oder später versteht, dass seine Eltern „DAS“ auch treiben. Falls er bis dahin nur über „die Unzucht“ und „die Schande“ hörte, ist durchaus wahrscheinlich, dass er für sich entsprechende Schlussfolgerungen zieht, wie: und diese Menschen verbieten mir, in der Nase zu popeln.

Häufig weckt die Bewusstwerdung der eigenen Sexualität bei Kindern aus richtigen orthodoxen Familien einen Protest. Nicht nur deshalb, dass das in ihrer Auffassung eine „Schande“ ist, sondern auch deshalb, da sie sich dafür, was mit ihnen geschieht, verantwortlich fühlen, - nämlich für diese eigentlich natürlichen physiologischen Prozesse, die durch eine eigene willentliche Bemühung nicht geändert werden können. Das ist wirklich quälend – eben deshalb, weil es beschämend ist. Es ist beschämend, davon bei der Beichte zu sprechen. Beschämend, das mit den Eltern zu besprechen. Das kann dazu führen, dass das Kind sich abkapselt und einen Strich zwischen sich und seiner Umgebung zieht. Jedes ungeschickte Wort oder ein Blick seitens der Erwachsenen, der angesehenen Menschen kann so tief verwunden, dass das Kind sich für sehr lange verhüllt. Hier – soweit zum Problem der Beichte bei Teenagern – liegt die große Verantwortung auf den Priestern, da die überflüssige Entschiedenheit  oder Härte dazu führen können, dass der Teenager mit der Tür knallt und nie mehr das Gotteshaus betritt. Denn zusammen mit dem Gefühl für die eigene Sexualität gibt es in ihm zugleich auch das Verständnis, dass er nicht einzigartig ist – alle gehen ja diesen Weg. So beginnt er Freunde zu suchen, „die ihm ähnlich“ sind, „diejenigen, die ihn verstehen werden“,

 

Du bist nicht allein

Die zweite sehr wichtige Eigenschaft des Teenager-Alters ist das Streben zur Sozialisierung: Kinder suchen und finden ihren Platz in der Gesellschaft. Anfangs ist das so eine „Mini-Gesellschaft“, ein eigenartiges Modell der erwachsenen Gesellschaft, oder, mit anderen Worten, die „Szene“. Eben jetzt brauchen sie Mitkämpfer – so, wie nie.  Eben jetzt müsste jeder von ihnen zum „Mitglied der Gruppe werden“ – das ist eine unvermeidliche Etappe des Erwachsen-Werdens, eine eigenartige Stufe zum endgültigen Austritt aus der Familie, der Ausflucht aus dem elterlichen Nest.

Davon wissen eigentlich alle Eltern der Teenager, geschweige denn Psychologen und Pädagogen, die über die Rolle des Kollektivs in der Erziehung von Teenagern viel geschrieben haben. Die Existenz in der Gruppe ist eben das, was die eigene Bedeutsamkeit und Selbstständigkeit spüren lässt  und, im Grunde genommen, eine Art essentieller Variante des „Gesellschaft“-Rollenspiels ist. In diesem Zusammenhang müssen die Eltern verstehen, dass ein erzwungenes Festhalten des Kindes zu Hause oder in der Umgebung, die den Eltern angenehm ist, am ehesten entweder zum Bruch der Beziehungen mit dem Kind oder zu seiner  Infantilisierung führen wird.

Für das Kind ist die Existenzumgebung essentiell. Besonders wichtig ist, dass sie außerhalb der Familie sein soll, in der es nach wie vor wie ein Kind behandelt wird (auch wenn die Eltern schlau und fortgeschritten sind und mit ihm nicht albern, und bei ihnen generell alles ok ist). Hier ist es eine Aufgabe der Eltern, so eine Umgebung zu finden, oder, genauer gesagt, dem Kind zu helfen, sie zu finden. Wünschenswert ist, dass diese Umgebung sowohl Ihnen als auch ihm gefällt, und nicht so: „Ach, Kleiner, komm heute mit uns (vierzig-sechzigjährigen Tanten), im Gotteshaus zu putzen“. Sonst wird das Kind sie selbst finden, und es wird nicht unbedingt so sein, dass diese Teenager-Gruppe den Eltern gefallen würde.

Mir fällt es schwer, orthodoxen Eltern etwas Konkretes zu empfehlen, insbesondere da die Lage in verschiedenen Regionen Russlands sich von der Lage in Moskau unterscheidet. Eventuell wird jemandem die Idee der „Bruderschaft der orthodoxen Pfadfinder“ oder anderer ähnlichen Jugendorganisationen gefallen, wo man Kinder durch das Hineinschieben in den Rahmen eines „ideellen“ Christen weder konserviert noch tieffriert, sondern sie so wie sie sind wahrnimmt und mit ihnen arbeitet. Es gibt einige sehr erfolgreiche Teenager-Gruppen in den Gemeinden, wo es die Atmosphäre der Freundschaft, des gegenseitigen Verständnisses und zugleich einer eigenartigen freien Teenager-Kumpanei (im guten Sinne) herrscht, zum Beispiel, die Gemeinde zu Ehren Cosmas und Damians auf der Marossejka-Straße in Moskau. Also, liebe Eltern, suchen Sie. Oder ermöglichen Sie ihren Kindern, selbst zu suchen. Das ist aber sehr schwierig, da es Angst erweckt.

 

Elterliche Ängste

Eltern haben um ihre Kinder immer Angst. Angst um Kleinkinder – sie können etwas Falsches aufessen oder beim Laufen fallen. Um große Kinder ist die Angst doppelt – sie haben viel mehr Möglichkeiten für selbstständige Handlungen, aber, wie es uns scheint, weniger Erfahrung, geschweige denn Verstand.

So beginnt unser Kind, im Teenager-Alter diverse „selbstständige“ Handlungen zu begehen und „eigene“ Entscheidungen zu treffen. Am häufigsten stellen sich die Eltern instinktiv in die Verteidigungsposition und äußern ihren Protest laut. Das ist sicherlich nicht da sie böse sind, sondern wegen ihrer heißen elterlichen Liebe, aber die Ergebnisse solcher „liebevollen“ Äußerungen können durchaus beklagenswert sein: angefangen damit, dass das Kind sich zurückzieht und eine tief gestaffelte Verteidigung aufbaut bis zum richtigen Krieg. Deshalb brauchen die Eltern zu lernen – in diesem Alter besonders – erstens, das Wort „Nein“ zu sagen, erst nachdem sie gedacht haben – warum eigentlich „Nein“? Ist das „Nein“ instinktiv oder doch vernünftig und begründet?

Zweitens, keine Angst zu haben lernen. Es ist leicht zu sagen, denken Sie. Auch ich selbst sage es mir die ganze Zeit. Aber wenn wir schon behaupten, dass wir Christen sind, wenn wir bei jedem Gottesdienst beten, um unsere Leben  - und die Leben unserer Geliebten in die Hände des Herrn hinzugeben, mögen wir uns bemühen, IHM zu vertrauen. Und auch unseren Kindern zu vertrauen. Mögen wir ihnen eine Möglichkeit geben, Entscheidungen zu treffen und Fehler zu machen. Machen wir einen Schritt zur Seite, hören wir auf, sie immer wieder am Kragen zu halten, damit sie nicht runterfallen – sie haben immerhin längst gelernt, zu laufen.

Mehr noch, in diesem Alter sind Fehler notwendig. Man braucht Enttäuschungen und Fälle - um, erstens, zu verstehen, dass jede unsere Handlung nicht ohne Folgen bleibt und, zweitens, um keine Angst vor selbstständigen Handlungen zu haben. Denn eine Angst vor Fehlern kann den Willen so dermaßen blockieren, dass der Mensch zu einer Art psychologischem „Gemüse“ wird, nach dem Motto – da habe ich Angst, und da auch, und hier würde ich auch sündigen, und da würde ich auch fallen, und deshalb werde ich lieber gar nichts tun. So verwandelt er sich in den Menschen, der in der Parabel über die Talente beschrieben ist, der sein Stück Silber in der Erde vergraben hat, damit dem Silber nichts passiert. Was mit diesem Menschen geschehen ist, das wissen wir wohl.

 

Die Summe, die sich nicht ändert

Aber was ist mit der Vorbereitung auf die Kommunion, werden Sie fragen. Das scheint ja wohl eine Art Artikel über die Teenagerpsychologie zu sein, nicht über die Vorbereitung auf die Kommunion… Nein, all das Vorige wurde nicht umsonst gesagt. Um zu verstehen, was die Vorbereitung auf die Kommunion von Kindern in diesem Alter ist, müssen wir verstehen, was das ist. Und, ausgehend davon, Entscheidungen treffen.

Also, im Ergebnis, stellten sich bei uns einige Schlüsselmomente bzw. einige Wörter heraus, mit denen der Teenager beschrieben werden kann: Selbstständigkeit, Sexualität, Suche nach der Gruppe und ihrer Stelle darin und, als Ergebnis, Ablösung von den Eltern (zumindest auf der psychologischen Ebene).

In diesem Zusammenhang scheint es mir sinnvoll zu sein, allmählich, angefangen vom Alter von 10-11 Jahren, dem Kind zu ermöglichen, selbst zu wählen, bei welchem Priester es beichtet, welche Gebete vor der Kommunion es spricht (so wie auch es sie überhaupt spricht – dabei verstehe ich, dass so was in Augen von Superorthodoxen eine Häresie ist), ob es mit Ihnen zusammen ins Gotteshaus geht, ob es die Kommunion empfängt oder nicht. Das Kind ist bereits wohl in der Lage, diese Anliegen selbst zu entscheiden. Bremsen Sie ihre elterliche Rage, behalten Sie diese lieber für ihre Enkel.

Mehr noch, lassen Sie ihrem Kind seine eigene Gemeinde, sein eigenes Gotteshaus finden. Oder auch – jetzt werde ich etwas Furchtbares sagen – vom Gotteshaus gar weggehen. Es hat darauf Recht, zumindest weil es nicht ihr Eigentum ist. Es darf den Glauben verlieren – so wie auch jeder anderer Mensch. Es darf sich enttäuschen oder sich gelangweilt fühlen, es darf sich selbst sein – auch wenn es Ihnen nicht gefallen würde.

Auf dieser Etappe ist Ihre Aufgabe, nicht ihm zwanghaft die Kommunion spenden zu lassen und  es, nach dem frommen Ausatmen „Gott sein Dank, er hat die Kommunion empfangen“, nach allen vier Enden gehen zu lassen, sondern den Kontakt mit ihm nicht zu verlieren, die Liebe und das Vertrauen ihres Kindes zu bewahren, mit ihm auf der gleichen Wellenlänge zu bleiben. Sie sollten alles machen, damit  es, wenn es ihm schlecht geht, zu Ihnen kommt, ohne Angst zu haben, so etwas wie „du bist selber Schuld“ oder ein frommes „du wirst von Gott bestraft“ zu hören. Und wenn es eine Freude hat – auch. Damit Sie, nach dem Wort des Apostels, mit ihrem Kind weinen zu können, wenn es ihm schlecht geht und sich mit ihm zu freuen, wenn es ihm gut geht. Im Grunde genommen ist ihre Aufgabe, während Sie Eltern bleiben, auch Menschen zu werden – geliebte, nahestehende, treue. 

Es nähert sich die Zeit, wenn ihr Kind sich auf seinen eigenen Weg begibt und die ersten selbstständigen Schritte darauf macht. Sie brauchen ihm nicht hinterher zu laufen und es auf jeder rutschigen Stelle stützen. Das ist es. Es ist losgegangen. Und Sie, Sie gehen ihren Weg weiter – eine gewisse Zeit lang werden ihre Wege ganz nah zueinander laufen. Sie können ihr Kind mit Ihrem ganzen Herzen lieben. Sie können es mit Augen, voll von Freude und Wärme schauen. Sie können mit ihm reden, falls es das will. Oder auch einfach schweigen, wenn es nötig ist. Sie können für es beten. Also können Sie noch recht viel. Das Andere überlassen Sie ihm. Und Gott.

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