Функционирует при финансовой поддержке Федерального агентства по печати и массовым коммуникациям
Goldener Fonds

 Über den alltäglichen und feierlichen Sinn des Osterfests 

14. April 2012
Betrachtungen über den Sinn des Osterfests und seiner Projektion in unseren Alltag

Im Leben jedes Menschen gibt es alltägliche und außerordentliche Ereignisse. Der Mensch ist so geschaffen, dass er neben dem ständigen Schaffen sich manchmal erholen und etwas zelebrieren will. Ein Fest bedeutet immer: Freude an der Begegnung und der Gemeinschaft, am großen Tisch gemeinsam zu speisen und zu trinken und von der Zukunft zu träumen.

Neben dem Alltag des körperlich-seelischen Lebens gibt es den Alltag der Seele und des Geistes, worüber ein moderner Asket und Glaubensvorkämpfer gesagt hat: „Im Seniorenalter gibt es keinen Platz für die Erinnerung an die Vergangenheit, sondern Zeit für eine erhöhte Selbstkontrolle der Seele“, also sollten wir im Seniorenalter eigentlich besonders jung sein, da Seele und Geist nicht altern, sollen nur stärker werden: „Die Ewigkeit beginnt im Seniorenalter“, wie der wie der hl. Erleuchter Bischof Ambrosius schrieb, der im 4. Jahrhundert lebte und in Mailand die christliche Gemeinde leitete.

Man kann sich an Arbeit und Studium, an eine Umgebung mit ständiger Verantwortung, an Fristen und Verzögerungen, an ein Leben online und an vieles Andere gewöhnen, was der beschleunigte Rhythmus der modernen Welt mit sich bringt. Man kann sich aber auch daran gewöhnen, dass es neben dem sachlichen Professionalismus auch einen Professionalismus des Herzens gibt; dass man lernt, an sich zu arbeiten; sich anzugewöhnen, Schwierigkeiten ohne Ärger hinzunehmen; nicht nur für äußere, sondern auch für innere Ereignisse verantwortlich zu sein; die Anspannung durch äußere Verpflichtungen mit der angestrengten Suche nach der Wahrheit zu verbinden, die auch ohne direkte innere Motivation in Situationen hilft, in denen außer dem Gewissen und der Stimme Gottes keine Richtschnur existiert. Wie sollen wir vorgehen, wenn wir, um voranzukommen, Andere angreifen müssen, da wir, wenn wir stehenblieben, von Anderen zerquetscht werden könnten? Wie sollen wir vorgehen, wenn es so scheint, als ob die Wahrheit umbringen, die Lüge aber heilen würde? Jeder Mensch weiß, dass es praktisch unmöglich ist, aus eigener Kraft zu leben, ohne dabei Sünden zu begehen.

Neben den weltlichen Festen, die der Körper so mag, gibt es auch Feiern des Geistes. Darunter sind in der christlichen Tradition die leibliche Geburt Jesu Christi, der zweiten Person der Heiligen Dreiheit, und seine Auferstehung, die wir „Ostern“ nennen, besonders wichtig. Diese beiden Feste sind mit dem irdischen Leben Christi des Heilands verbunden, die über den Rahmen der irdischen Geschichte hinausgeht und sind die wichtigste heilende Brücke zwischen Mensch und Gott, zwischen Erde und Himmel, auf dem Wege von der Verfinsterung zur Erleuchtung, von der Hölle zum Paradies, von Unglück und Unheil zur wahren Seligkeit, vom egoistischen Egozentrismus zur vollen Selbstopferung um Gottes und des Nächsten willen.

Christus ist geboren, um die menschlichen Lasten, Nöte und Leiden auf sich zu nehmen und um mit uns im vollen Maße das zu teilen, was dem Menschen, der durch den Sündenfall den Weg der äußersten Selbstbehauptung gegenüber Gott beschritten hatte, auferlegt wurde. Der irdische Weg des Heilands wurde vom schändlichen Tod am Kreuz gekrönt, als der Unschuldige, der in sich keine Sünde hatte, für die Sünden der ganzen Welt gekreuzigt wurde, als derjenige, der gelehrt hatte: wer irgend dich auf deinen rechten Backen schlagen wird, dem biete auch den anderen dar (Mit 5,39) und dem eifrigen Jünger befahl, sein Schwert wieder an seinen Ort zu stecken, denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen (Mit 26,52); der als König der Welt knechtische Demut zeigte vor Menschen, die ob ihres Unrechts blind geworden waren.

Aber trotz der Lüge, dem Verrat und dem Betrug ist Christus auferstanden; er erwachte von den Toten am dritten Tage nach seinem Kreuzestod, wodurch er zeigte, dass weder Verwesung noch Tod und, noch weniger, Sünde Macht über ihn besaßen. Welches irdische Wesen strebt nicht danach, sein Leben zu verlängern? Alle Tiere, sogar völlig einsichtslose Geschöpfe, verfügen über einen feinen Selbsterhaltungsinstinkt. Für vernunftbegabte Wesen wie uns Menschen ist das Leben des Leibes ohne das Leben des Geistes sinnlos, schädlich und gefährlich. Weh dem Bewusstsein, das von der Materie bestimmt wird. Glück hat dagegen die Materie, die unter Kontrolle des geistreichen Bewusstseins ist. Christus ist auferstanden, was die Pforten der Ewigkeiten für die menschliche Seele öffnet, mit der sich nach dem Jüngsten Gerichts, das am Ende der Zeiten gehalten wird, auch der verklärte Leib vereint. Ein Mensch, der zu diesem oder jenem Zeitpunkt auf die Welt kam, ist jedenfalls ewig; doch eröffnen sich ihm – nach seiner eigenen freien Wahl (nicht auf der Ebene einfacher verantwortungsvoller Worte, sondern mit dem ganzen Leben „ durch Tat, Wort und in Gedanken“) – zwei Ewigkeiten: die Ewigkeit mit Gott oder die Ewigkeit ohne Gott bzw. die Ewigkeit des Bösen, das im Altertum philosophisch als Fehlen des Guten bezeichnet wurde.

Also ist Ostern der maximale Triumph des Lebens über den Tod, der Wahrheit über die Lüge, des Guten über das Böse. Es ist nicht nur die Erinnerung an diese Auferstehung, die in einem einmaligen Augenblick in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts geschah und die ganze menschliche Geschichte veränderte. Es ist die wirkliche Aktualisierung dieser Auferstehung des Herrn – sowohl im Leben der Kirche, die sein Leib ist, als auch im Leben jedes orthodoxen Christen, nach einer Schlüsselthese von Apostel Paulus über die Auferstehung: „ denn da ja durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn gleichwie in dem Adam alle sterben, also werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden“. (1 Kor 15,21-22) „ Das Reich Gottes ist mitten unter euch“. (Lik 17,21) Das bedeutet, dass die Ewigkeit hier in der Zeit beginnt, dass der Himmel auf der Erde erlangt wird; und diese Verlängerung des Lebens, um dessen willen jeder Reiche nicht nur seine Millionen hergeben, sondern sich sogar noch Geld leihen würde, erweist sich als erreichbare Tugendtat (Podwig) der selbstopfernden und hingebenden Liebe zu Gott und den Nächsten und als Weg der strengsten inneren Beziehung zu sich selbst, die in der orthodoxen Tradition „Askese“ heißt. Für einen Sünder, der nicht gebüßt hat, ist es einfacher und leichter zu sterben, da er, um ins ewige Leben hineinzutreten, in sich die Sünde abtöten müsste. Doch für diejenigen, für die Sünde nicht die Norm ist, eröffnet sich durch die Auferstehung Christi die wahre Ewigkeit.

Auf Ostern bereiten wir uns durch das längste und strengste Fasten vor, das deswegen „Großes Fasten“ heißt – also durch die maximale Enthaltung des Leibes von überflüssigen Delikatessen und der Seele von überflüssigen Sorgen und Gedanken. Aber nachdem diese äußerste Grenze erreicht ist: inwiefern schaffen wir es, in uns die österliche Freude zu bewahren, die sogar derjenige, der gar nicht gefastet hat, spürt?

Um sich im materiellen Alltag nicht zu verlieren, dürfen wir den Alltag des Geistes nicht vergessen – dass unser Leben eine lange Leiter ist, auf der man immer weiter emporsteigen, aber auch stehenbleiben kann, oder auch herunterpurzeln. Hoch ist das Himmelsreich; offen sind seine Türen; gewiesen ist der Weg. „Ohne Fleiß kein Preis“; „Geduld und Fleiß bricht alles Eis“. Mögen wir, indem wir die österliche Freude in uns bewahren, aus diesem einmaligen Fest einen guten Samen für den Alltag machen, damit jeder Augenblick des Lebens zu einem weiteren Schritt in die Ewigkeit und nicht in den Abgrund wird. Ostern besteht nicht in gutem Essen, sondern in der Freude der Gemeinschaft mit Gott, kraft seiner Größe unerreichbar groß und kraft seiner Demut unerreichbar nah "’Wo ist, o Tod, dein Stachel? Wo ist, o Tod, dein Sieg?‘ (1 Kor 15,55)… Christus ist auferstanden, und das Leben herrscht. Christus ist auferstanden und kein Toter ist mehr im Grab “, schreibt in den Worten, die zur Osten in allen Kirchen verlesen werden, der Heilige Erleuchter Johannes Chrysostomos, der größte Prediger und eifrige Vorkämpfer für die Wahrheit. Das hebräische Wort „Pessach“ (lateinisch „Pascha“, russ. Пасха   = „Ostern“) bedeutet „Leiden“ oder „Übergang“ – und diese beiden Bedeutungen regen zum dynamischen spirituellen Leben an, damit wir, nachdem wir der Heiligen Sakramente Christi bei der Liturgie teilhaftig geworden sind, und danach unsere körperlichen Kräfte beim Ostermahl verstärkt haben, die Gnade nicht verlieren und nicht zu Gefangenen der Kräfte werden, die, wenn sie volle Macht über uns erlangen, sich bemühen werden, uns das Leben und das Paradies zu entreißen. Aber kraft der Auferstehung Christi erweisen sich sowohl das verheißene Paradies als auch das Leben, das nicht von dieser Welt ist, unvergleichbar zugänglicher für diejenigen, die es geschafft haben, dass sich in ihren Gesichtern und Herzen das Licht der Auferstehung des auferstandenen Heilands widerspiegelt.

Veröffentlicht in: Ритм Петропавловска № 06 март/2012. С. 86-87 в рубрике: Приамурье

 

Schlüsselwörter:
Siehe auch:
добавить на Яндекс добавить на Яндекс