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Goldener Fonds

Christus und die Samariterin

11. Mai 2012
„Lasst uns deshalb von dieser Frau lernen, denn auch wir – wir alle – haben uns in alle Richtungen verfangen, um satt zu werden von der Nahrung dieser Welt. Doch wir alle haben begreifen müssen, dass uns nichts wirklich satt machen kann, weil der Mensch eine Tiefe hat, die viel tiefer ist, als all die materiellen Dinge, und viel tiefer und geräumiger ist, als die Psychologie es erklären kann. Nur Gott kann diese Tiefe und diesen Raum in uns ausfüllen. Wenn wir dies doch nur begreifen könnten! Dann wären wir in der gleichen Lage wie diese Frau, ohne Christus an einem Brunnen treffen zu müssen. Denn der Brunnen ist das Evangelium. Es ist die Quelle, aus der das Wasser des Lebens für uns entspringen kann. Das Evangelium ist wirklich wie ein Brunnen und sein Wasser sollten wir immerwährend trinken, denn es ist das Wasser des Lebens.“ - aus einer Predigt zum Sonntag der Samariterin von Metropolit Antonij von Sourozh

Als die Samariterin eilig in ihr Dorf zurückkehrte und ihre Nachbarn rief, dass diese kommen sollten, um Christus zu sehen, sprach sie: Kommt! Da ist ein Mensch, Der mir alles gesagt hatte, was ich getan habe. Und die Leute kamen, versammelten sich und lauschten, was Christus ihnen zu sagen hat.

Manchmal denken wir: Ach wie war es alles damals einfach! So einfach konnte diese Frau glauben, und so einfach war es für sie, aus dem gerade Erlebten heraus zu anderen zu sagen: Lasst uns gehen und diesem Menschen zuhören, der so spricht, wie noch nie ein Mensch gesprochen hat! Den Menschen, der ohne einen geringste Anmerkung meinerseits bis in die Tiefen meiner Seele und meines Herzens geschaut hat, Der den dunklen Abgrund meines Lebens erkannt und alles begriffen hat!

Aber passiert dies nicht mit jedem von uns? Christus hatte ihr nichts Besonderes gesagt, nur wer sie ist, worin ihr Leben besteht und wie Gott sie sieht. Dies jedoch kann Er uns an jedem Tag unseres Lebens sagen! Nicht in irgendwelchen mystischen Erlebnissen, wie dies mit einigen Heiligen geschehen war, sondern auf sehr einfache Weise, nämlich indem wir uns dem Evangelium zuwenden und es täglich lesen.

Wenn wir uns bemühen, es mit einer solchen Offenheit lesen, die uns nicht immer gegeben ist, dann werden wir merken, wie Christus uns einen Spiegel vorhält, in dem wir uns sehen, wie wir wirklich sind. Vielleicht freuen wir uns darüber, oder aber auch nicht. Vielleicht sind wir erschüttert, wenn wir plötzlich begreifen, wie beträchtlich wir uns von dem unterscheiden, wie wir anderen erscheinen oder erscheinen möchten, oder aber von den Illusionen, die wir von uns haben. Christus sprach zu der Frau: Ruf deinen Mann! Und sie antwortete: Ich habe keinen Mann. Christus entgegnete ihr: Du hast die Wahrheit gesagt, denn du hattest fünf Männer, doch der, der jetzt dein Mann ist, ist dir nicht so ein Mann, wie die anderen. …

Einige Kirchenväter kommentieren diese Antwort so, dass Christus ihr gesagt habe: „Ja, du bist einst eine Ehe eingegangen mit allem, was deine fünf Sinne dir bieten konnten und hast begriffen, dass nichts von dem dir die Fülle und volle Befriedigung geben kann. Nun bist du nur du selbst geblieben: dein Leib und dein Verstand. Aber auch sie sind nicht mehr als deine fünf Sinne. Auch sie können den Hunger in dir nicht stillen, können dir die Fülle nicht geben, ohne die du nicht leben kannst. …

Spricht Christus sonicht auch zu jedem von uns, wenn wir das Evangelium lesen und Er vor das Bild aufstellt, das uns zeigt, wer wir eigentlich sein könnten und zu welcher Großartigkeit wir eigentlich berufen sind? Zu jener Größe, von der Paulus spricht, als er uns dazu aufruft, zur vollen Größe Christi heranzuwachsen: d.h. menschlich zu sein, wie Er es war. Denn Er ist der wahre Mensch, der die Fülle des völligen und unendlichen Mit-Gott-Seins erreicht hat.

Lasst uns deshalb von dieser Frau lernen, denn auch wir – wir alle – haben uns in alle Richtungen verfangen, um satt zu werden von der Nahrung dieser Welt. Doch wir alle haben begreifen müssen, dass uns nichts wirklich satt machen kann, weil der Mensch eine Tiefe hat, die viel tiefer ist, als all die materiellen Dinge, und viel tiefer und geräumiger ist, als die Psychologie es erklären kann. Nur Gott kann diese Tiefe und diesen Raum in uns ausfüllen. Wenn wir dies doch nur begreifen könnten! Dann wären wir in der gleichen Lage wie diese Frau, ohne Christus an einem Brunnen treffen zu müssen. Denn der Brunnen ist das Evangelium. Es ist die Quelle, aus der das Wasser des Lebens für uns entspringen kann. Das Evangelium ist wirklich wie ein Brunnen und sein Wasser sollten wir immerwährend trinken, denn es ist das Wasser des Lebens.

Lasst uns deshalb diese Frau uns zum Vorbild nehmen! Lasst uns erfühlen und begreifen, dass alles womit wir uns verbunden haben, d.h. bildlich eine Ehe eingegangen sind, uns nicht die Erfüllung bringen kann. Jeder sollte sich deshalb die Frage stellen: Wer bin ich in der Perspektive, aus der Gott mich sieht? Dann können wir auch zu anderen gehen und sagen: Ich habe einen Menschen getroffen, der mir einen Spiegel vor die Augen gehalten hat. Und ich habe gesehen, wer ich wirklich bin. Er hat mir alles über mich gesagt. Kommt und seht! Kommt und hört! Und die Menschen werden kommen und werden zuhören und werden dann später auch zu uns sagen: Nicht mehr, weil du es so gesagt hast, glauben wir, sondern weil wir es selbst gesehen und selbst gehört haben und es nun wissen und glauben.

Amen
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