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Goldener Fonds

Aller Heiligen der Russischen Lande

15. Juni 2012
„Wir alle haben in uns eine helle, schöne Seite. Wir alle lassen uns manchmal dazu hinreißen, besonders edel zu sein und etwas Schönes und Großes zu tun. Wenn wir aber nur jeden Tag die Entschiedenheit in uns aufbringen könnten, wirklich nur für diese wunderbaren Züge in unserer Seele zu leben, dann würden wir zu einer solchen Größe und Schönheit heranwachsen, die wir uns jetzt noch kaum vorstellen können.“ – aus einer Predigt zum Sonntag aller Russischen Heiligen von Metropolit Antonij von Sourozh

Heiligkeit nährt sich von zwei Seiten: Aus der Gabe Gottes und aus menschlichem Mut und Treue. Deshalb kann man Heiligkeit auch nicht in Verdiensten messen, sondern nur an der Größe der Seele eines Menschen und an der grenzenlosen Gnade Gottes. Es gibt keine größeren oder kleineren Heiligen. Es gibt nur Menschen, die es vermocht haben, sich völlig, ohne etwas auszusparen, in die Hände Gottes zu geben. Einem war es gegeben, Großes zu vollbringen, einem anderen - wie es scheint - weniger. Die Namen einiger sind überall bekannt, andere werden nur dort verehrt, wo sie einst gelebt haben. Einige strahlen über die ganze Welt, andere brennen, wie eine Öllampe oder eine bescheidene Kerze vor dem Angesicht Gottes und erhellen nur wenige. Die Heiligkeit einiger ist allen verständlich, die anderer eher geheimnisvoll und manchmal auch unverständlich, ja sogar unbegreiflich.

All diese Menschen, die zur vollen Größe des Menschseins herangewachsen waren - so wie es der Herr erdacht hatte, als Er sie durch Sein Wort als Schöpfer aus dem Nichts ins Sein berufen hatte - waren Menschen wie du und ich: Sie waren zerbrechlich und manchmal voller Zweifel. Oft waren sie auch Sünder. Doch der einzige Unterschied – nach den Worten von Serafim von Sarow – zwischen einem Heiligen, der zur vollen Größe des Menschseins und seiner Berufung heranwächst und einem Sünder, der ins Verderben rennt, besteht in der Entschiedenheit. In der Entschiedenheit, für all das Edle und Große, für das Reine und Schöne selbst etwas zu tun. In dem Entschluss, immer, wenn das Wort Gottes das Herz berührt, darauf einzugehen, zu reagieren und dies nicht nur emotional, sondern mit Leben, mit allem. …

Dies scheint sehr leicht zu sein. Wir alle haben in uns eine helle, schöne Seite. Wir alle lassen uns manchmal dazu hinreißen, besonders edel zu sein und etwas Schönes und Großes zu tun. Wenn wir aber nur jeden Tag die Entschiedenheit in uns aufbringen könnten, wirklich nur für diese wunderbaren Züge in unserer Seele zu leben, dann würden wir zu einer solchen Größe und Schönheit heranwachsen, die wir uns jetzt noch kaum vorstellen können. Wenn jeder von uns in jenen Momenten, in denen ihn das Wort Gottes - wann auch immer - auf besondere Weise berührt, darauf reagieren und zu Gott sagen würde: Gott, wie wunderbar ist das! In dieser einfachen, unkomplizierten Sache kann ich mit Dir sein, mit Dir eine Seele sein und ein Leben leben. Gott, wie ist das leicht! … Wenn wir nur so auf Gott reagieren könnten, Ihm antworten und so weiter leben würden, dann würden wir zu Kindern Gottes werden. Und das nicht nur, weil wir von Ihm geliebt sind, sondern weil wir Ihm Antwort geben.

Lasst uns darüber nachdenken, weil der Weg einfach ist. Er ist voller Freude und voller Licht. Obwohl er auch Mut erfordert und die Fähigkeit, von sich abzusehen und manchmal auch Opfer verlangt. Doch wie wunderbar ist dies alles und wie einfach von jedem zu leisten …

Was für ein Friede würde dann um uns sein, wenn wenigstens einer von uns es vermöge, so Gott zu antworten. Er würde unter uns zu strahlen und leuchten durch die Gnade, leuchten durch die Liebe, durch die Freude und Barmherzigkeit, aber auch durch Strenge zu sich selbst und uns einen Weg zeigen, auf dem wir alle Gott ähnlich werden können.

Amen
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