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Antwort der Russischen Orthodoxen Kirche auf einen Artikel der Frankfurter Allmeinen Zeitung

28. Juli 2012
Die Synodale Informationsabteilung der Russischen Orthodoxen Kirche hat einen Brief an die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlicht. In dem Brief widerlegt der Vorsitzende der Abteilung Wladimir Legoyda einige Behauptungen der Journalistin Kerstin Holm, welche die Tätigkeit der Orthodoxen Kirche in der überfluteten Stadt Krymsk nicht korrekt dargestellt haben. Damit sich solche Vorfälle fortan nicht wiederholen, schlägt Wladimir Legoyda einen offenen Dialog zwischen den deutschsprachigen Medien und der Orthodoxen Kirche vor.

Text der Mitteilung:

"An die Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Sehr geehrte Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung,

deutsche Journalisten genießen bei ihren russischen Kollegen traditionell großen Respekt, in erster Linie für ihr Können, verantwortungsbewusst mit Fakten umzugehen. In Russland wird die deutsche Presse oft als Beispiel genommen, gerade aus dem Grund, dass unabhängig von der Beurteilung eines Problems durch den Autor man bei einem angesehen deutschen Verlag sicher sein kann, dass die berichteten Informationen und Fakten wahrheitsgetreu sind. Aus dem gleichen Grund schenken wir der Kritik große Aufmerksamkeit, die von deutschen Medien an uns gerichtet wird, denn wir sind sicher: diese basiert nicht auf Gerüchten und nutzt nicht Vermutungen als Argumente.

Deshalb war auch unsere Verwunderung und Bitterkeit über den Inhalt des Artikels „Der angekündigte Tod der Opposition“ so stark, der in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 19. Juli 2012 veröffentlicht wurde. Im Artikel über die Protest-Stimmungen in Russland war unter anderem auch Kritik in Richtung der Russischen Orthodoxen Kirche enthalten. Wahrscheinlich hat vieles von dem Gesagten das Recht, unter der Freiheit des Wortes beleuchtet zu werden. Aber neben Beurteilungen wurden im Artikel auch konkrete Fakten genannt: die Journalistin hat unter anderem mitgeteilt, dass die Bewohner der von der Flut getroffenen Stadt Krymsk über die Kirche gekränkt wären, weil diese angeblich keine Hilfe erwiesen habe und weil die Priester Geld für die Aussegnung der Toten verlangt haben sollten.

Diese ungerechten Behauptungen können die Bürger Deutschlands einerseits schockieren, andererseits aber auch eine negative Einstellung nicht nur gegenüber der kirchlichen Gemeinschaft in Russland herausbilden, sondern auch zu vielen Tausenden orthodoxen Christen, Mitgliedern der Russischen Orthodoxen Kirche, die ständig in Ihrem Land leben. Diejenigen aber, welche die tatsächliche Situation kennen, die von der Hilfe der Kirche an die Flutopfer in Krasnodarsk  wissen, können nicht glauben, dass eine Journalistin eines so angesehenen deutschen Verlags fähig ist, sich so frei, ohne einen einzigen Quellnachweis, solche seriösen und überaus heftigen Anschuldigungen zu erlauben.

Als Widerlegung der Behauptungen von Frau Kerstin Holm möchte ich die in Russland allen bekannten Fakten wiederholen, von denen in vielen unabhängigen russischen Medien ständig geschrieben und berichtet wurde.

Der Vorsteher der Kirche des hl. Erzengels Michael der Stadt Krymsk, Erzpriester Alexander Karpez, hat eigenständig Menschen während der Flut gerettet. Er und seine Gemeindemitglieder retteten und beherbergten fünfzig Menschen auf dem Territorium der Gemeinde. Unmittelbar nach der Tragödie ist diese Kirche zu einem Hauptquartier für die Hilfe an die Flutopfer geworden.

Priester und Freiwillige aus kirchlichen Organisationen haben von den ersten Tagen an im Raum Krymsk gearbeitet: Essen wurde bereitgestellt, humanitäre Hilfe wurde organisiert und geliefert. Entgegen den Behauptungen über den „Palast“ des Patriarchen, diente das Metochi des Patriarchen im Dorf Divnomorskoe der Region Krasnodarsk während mehrerer Tage als Zufluchtsort für eine Vielzahl von Menschen, die dort vor der Naturkraft Schutz suchten. Durch die Abteilung unserer Kirche für Wohltätigkeit und den sozialen Dienst wurden inzwischen mehr als 15 Millionen Rubel von den Gläubigen gesammelt (Stand vom 23.07.12).

Aber Geld spielte für die Hilfe keine Rolle, und vor allem nicht von einer Bezahlung für die Aussegnung der verstorbenen Opfer. Alle Verstorbenen wurden völlig kostenfrei ausgesegnet. Der Patriarch von Moskau und ganz Russland Kyrill hat Krymsk persönlich besucht und einen Bittgottesdienst für die Stärkung der Überlebenden sowie ein Totengedenken für die Verstorbenen abgehalten. Der Patriarch hat vorgeschlagen, in den Kirchen der Stadt der in dieser schrecklichen Nacht verstorbenen Menschen für alle Zeit in den Gottesdiensten zu gedenken. Außerdem übergab der Kirchenvorsteher dem Schulleiter einer der am meisten getroffenen Schulen in Krymsk ein Scheck für eine Küchenausrüstung, für die Schule selbst und für ihre Filiale.

Der Vorsitzende der Synodalen Abteilung für Wohltätigkeit und den sozialen Dienst Bischof Panteleimon von Smolensk und Wjasemsk hat offen erklärt, dass „wenn wir von nur einem Fall erfahren, bei dem jemand dafür Geld genommen hat, der verantwortliche Priester sofort seines geistlichen Amtes enthoben wird“. Und bis heute gibt es kein Zeugnis eines solchen Verhaltens von einem Kleriker.

Ich erwähne diese Fakten nicht dafür, um die Kirche in einem besonderen Licht darzustellen. Alles, was getan wurde, sind selbstverständliche Taten von Christen, die keiner besonderen Dankbarkeit bedürfen.

Ich rufe alle meine Kollegen auf, unter ihnen auch die Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Geschehnisse in Krymsk objektiv und unvoreingenommen zu beleuchten. Ebenfalls hoffe ich darauf, dass zwischen den deutschen Redaktionen und der Russischen Orthodoxen Kirche ein normaler Dialog entsteht, der das Wachstum von Wohlwollen und von Verständnis zwischen den Völkern fördert. Die Informationsabteilung des Moskauer Patriarchats, die meiner Leitung anvertraut wurde sowie der Pressedienst des Patriarchates sind bereit, die deutschen Medien zu unterstützen, sowohl in Russland, als auch in Deutschland selbst, wo es ebenfalls Gemeinden unserer Kirche gibt. Damit die entstandene Situation sich nicht wiederholt, und die Beurteilungen der Presse nur auf tatsächlichen und geprüften Fakten gründen, sind wir zu allen Formen der Zusammenarbeit bereit.

Hochachtungsvoll und mit der Hoffnung auf Verständnis,

Wladmir Legoyda,

Vorsitzender der Synodalen Informationsabteilung der Russischen Orthodoxen Kirche."

Quelle: http://sinfo-mp.ru/news/2012/07/v-russkoj-pravoslavnoj-czerkvi-oprovergayut-publikacziyu-nem.html

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