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Goldener Fonds

Zum 30. Todestag von Mönchpriester Seraphim (Rose), dem bekannten orthodoxen Missionar und Katechist. Teil 1

3. September 2012
Am 2. September 2012 war der 30. Jahrestag des Dahinscheidens von Mönchpriester Seraphim. Der Autor dieses Essays, der seinerzeit dank der Bücher von Vater Seraphim (Rose) zur Orthodoxie fand, leistet somit seinen Beitrag zum Gedenken und zur Besinnung auf das Erbe dieses außerordentlichen Menschen. Der erste Teil des Artikels schildert den Lebensweg von Mönchpriester Seraphim, seine geistig-spirituelle Suche und seine Bekehrung zur Orthodoxie und enthält auch eine kurze Übersicht der Werke des „Hirten von Platina“.

Die Geschichte der Orthodoxen Kirche kennt großartige Eiferer der Frömmigkeit, hervorragende Theologen und Prediger des Evangeliums. Doch gibt es auch eine besondere Kategorie historischer Persönlichkeiten, die gleichsam Zeichen bzw. Symbole der geistig-spirituellen Suche ihrer Zeit sind.  Die Reputationen solcher Menschen sind wie Indizien zur Erschließung des Wesens vieler Erscheinungen. Im 20. Jahrhundert ist unserer Ansicht nach einer der leuchtendsten Vertreter dieser Kategorie Mönchpriester Seraphim (Rose). Er, der weder einen bedeutenden hierarchischen Posten noch eine wichtige akademische Kathedra noch einen hohen wissenschaftliche Grad innehatte und auch nicht über besondere Redetalent verfügte, schaffte es, für viele hunderttausende Menschen beiderseits des Atlantiks zum Führer zu Christus zu werden - dank weniger, ihrem Umfang nach geringfügigen Büchern, die aber den Geist des wahren Christentums ausstrahlten.

2012 ist der 30. Todestag von Mönchpriester Seraphim, und der Autor dieses Essays, der seinerzeit weitgehend dank der Bücher von Vater Seraphim zur Orthodoxie kam, möchte einen Beitrag zum Gedenken und zur Besinnung auf das Erbe dieses außerordentlichen Menschen leisten.

Die Biographie von Vater Seraphim hat sein begabter Schüler Mönchpriester Damascene (Christensen) ausführlich geschildert. Ich möchte hier betonen, wieviel Glück Vater Seraphim mit seinem Biographen hatte. Das Buch „Nicht von dieser Welt: Leben und Lehre des Mönchpriesters Seraphim (Rose) von Platina“ (Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose)[1] ist mit großem literarischen Geschmack und Geschick geschrieben. Obwohl über eintausend Seiten dick, liest es sich leicht und enthält umfassende Materialien zur Charakteristik der persönlichen Eigenschaften und der wichtigsten weltanschaulichen Einstellungen von Mönchpriester Seraphim und seiner Umgebung.[2] Durchdrungen von aufrichtiger Liebe und Ehrerbietung für Vater Seraphim, ist es fast eher eine idealisierte Vita als eine Biographie. Wir werden auf die fragwürdige ideologische Komponente[3], die in den letzten Kapiteln dieses in andererlei Hinsicht vorbildlichen biographischen Buches nicht eingehen, sondern entnehmen ihm einige wichtige Episoden aus Seraphims Leben, ohne deren Kenntnis es nicht möglich ist, die Entstehung und Entwicklung seiner Ideen objektiv darzustellen.

 

Biographie von Mönchpriester Seraphim

Herkunft

Eugene Dennis Rose wurde am 12. August 1934 in San Diego/Kalifornien in eine einfache amerikanische Familie hineingeboren. Er hatte u.a. französische und dänische Vorfahren. Sein Vater Frank Rose, ein gutherziger, aber willensschwacher Mensch, war wenig religiös, aber unterstützte seinen Sohn bei dessen Streben nach der Orthodoxie. Die Mutter Esther Rose war eine energische Protestantin, die mehrmals ihr Bekenntnis wechselte - nicht aus doktrinären Gründen, sondern wegen ihres schwierigen Charakters. Sie wünschte sich für ihren Sonn eine akademische Karriere und konnte sich nur schwer mit seinem Ausscheiden aus der Welt und der Mönchsweihe versöhnen. 

Die rare intellektuelle Begabung des Jungen hatte sich bereits in frühen Jahren gezeigt. Seine Mutter sagte über ihn: „Schon als Kind war er ernsthaft und fleißig. Und altklug. Unter Gleichaltrigen (und manchmal auch unter Erwachsenen) war er der erste, der das Wesen des Gehörten oder des Gesehenen begriff.“[4] Bereits in den unteren Schulklassen hatte sich seine außerordentliche Fremdsprachbegabung gezeigt. Er studierte gleichzeitig Spanisch, Deutsch und Französisch, und am Ende der Schulzeit schrieb er auf Deutsch bereits Gedichte. Außerdem verfügte er über ausgezeichnete mathematische Fähigkeiten, so dass er ein Förderungsstipendium erhielt.[5]

Nachdem er die Schule als Klassenbester absolviert hatte, schrieb er sich im Herbst 1952 am Pomona College (unweit von Los Angeles) ein. Zur damaligen Zeit war Pomona neben Stanford das wichtigste Privatcollege in Kalifornien und eines der Hauptzentren der geisteswissenschaftlichen Ausbildung der USA. Die üblichen Interessen junger Menschen – Autos, Tanzen, American Football[6] – interessierten Eugene nicht. Er vertiefte sich mit ganzer Seele in die Philosophie und Sprachstudien. Unter den Philosophen interessierten ihn vor allem Spinoza, Schopenhauer und besonders Nitzsche.In dieser Periode verlor Eugene den Glauben an den Protestantismus vollständig. Er wurde zum „unversöhnlichsten Atheisten“[7] unter all seinen Kommilitonen und schrieb in seiner Jahresarbeit: „Unter ‚Gott‘ verstehe ich das ‚Universum‘; das ist eine prägnantere Definition, denn ich möchte IHN nicht persönlich, sondern verallgemeinernd zeigen…“[8]

Neben europäischen Sprachen studierte Rose auch Chinesisch, begünstigt dadurch, dass es in der College-Bibliothek eine ausgezeichnete Sammlung chinesischer Bücher und Manuskripte gab. Er verfügte über die seltene Fähigkeit, die Schriftzeichen nach Gehör niederzuschreiben. Er behauptete, dass sie dem, was sie bezeichnen, graphisch genau entsprächen. Mit seinem Chinesisch-Lehrer Shou Yichen blieb er nach der Collegezeit noch jahrelang in Kontakt.

 

Spirituelle Suche

Während seines Studiums in Pomona begeisterte sich Rose ernsthaft für klassische Musik, die in ihm allmählich ein tiefes religiöses Gefühl weckte. Er konnte stundenlang Mozart, Beethoven, Puccini, Monteverdi, Schumann und Bach hören; am meisten liebte er aber Georg Händel. Unter den russischen Komponisten bevorzugte er Tschaikowski und Mussorgski . Er selbst spielte Klavier und klassische Gitarre und studierte Musikgeschichte und -theorie. Seine Seele befand sich auf der Suche nach der Wahrheit; doch erwies sich dieser Weg als schwer, gewunden und schmerzhaft.[9]

Im zweiten Studienjahr hörte Eugene eine Vorlesung bei Alan Watts, einem damals sehr bekannten anglikanischen Theologen und Priester, später Orientalist, Prediger des Zen-Buddhismus und ideologischem Führer. Die Welt des Zen-Buddhismus verzauberte Rose für lange, eventuell zu lange Zeit[10], denn sie bot die Tiefe der Suche, asketische Lebensweise, Selbstverleugnung und Möglichkeit der mystischen Offenbarung, die der junge Student unbewusst anstrebte.

1956 absolvierte Eugene Rose das College mit Auszeichnung und schrieb sich bei der American Academy of Asian Studies in San Francisco ein, an der Alan Watts eine zeitlang unterrichtet hatte und Rektor gewesen war. Hier beschäftigte sich Eugene mit der vergleichenden Analyse der Religionen, die es ermöglichte, Erfahrungen in verschiedenen spirituellen Traditionen wie Hinduismus, Buddhismus, Judaismus, Sufismus usw. zu machen. Jede Religion erforschte er in ihrer Originalsprache. Zum Beispiel las er konfuzianische Texte in Altchinesisch, das er unter der Leitung eines ausgezeichneten Experten für chinesische Kultur und Traditionen, Gi - ming Shien, weiter studierte.Dabei vervollkommnete er auch seine Kenntnisse der neueren Europäischen Sprachen und in Latein.

 

Eugene Rose und René Guénon

In dieser Periode machte Rose zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Werken des hervorragenden französischen  Philosophen und Metaphysikers, Mystikers und Polyglotts René Guénon (1886-1951), dessen Pfad der Suche nach der authentischen spirituellen Tradition er dann auch folgte. In den Biographien über Seraphim, die die russischen Ausgaben seiner Bücher einleiten, wird diese Tatsache - wenn überhaupt  - nur beiläufig erwähnt. Dies ist eventuell damit zu erklären, dass Guénon neuerdings in esoterischen Kreisen sehr populär geworden ist[11], woran seine Reputation unter Orthodoxen gelitten hat. Die Herausgeber befürchten wahrscheinlich, dass die Erwähnung der Begeisterung Roses für die Werke Guénons einen Schatten auf das Bild des geistlichen Vorkämpfers von Platina werfen könnte. Unserer Ansicht nach sind diese Befürchtungen unbegründet. Gregor der Traumaturgos hatte bei Origenes studiert, dessen Lehren von der Kirche verbannt wurden; der Erleuchter Johannes Chrysostomos hatte bei Livanios studiert, der ein heidnischer Kunstredner gewesen war; und der Hl. Mönch Johannes von Damaskus berief sich in seinen „Philosophischen Kapiteln“ immer wieder auf den heidnischen Philosophen Aristoteles. Die Verschweigung solcher Quellen ideologischer Einflüsse kann das Verständnis der Ansichten eines kirchlichen Schriftstellers und Theologen lediglich erschweren.

Der Einfluss des „Eremiten von Kairo“, im Guten[12] wie im Schlechten[13], auf Roses Weltanschauung war immens. Seine Größe kann nur derjenige bewerten, der Guénon selbst aufmerksam gelesen hat. Später, nachdem Rose zum orthodoxen Schriftsteller wurde, hielt er es nicht für nötig, jedesmal auf den „großen Geweihten“ zu verweisen. Unten werden wir ausführlicher darauf eingehen müssen. Es ist aber gewiss nützlich, zur Erklärung der Entstehung des Traditionalismus und des Eklektizismus in den Büchern von Vater Seraphim die originalen Konzepte Guénons zu betrachten.[14] 

 

Eugene Rose und Thomas Merton

Etwa zur gleichen Zeit machte sich Rose mit den Werken des römisch-katholischen Schriftstellers Thomas Merton[15] (1915-1968) vertraut. Sein Buch „ Der Berg der sieben Stufen“  („The Seven Storey Mountain“), eine geistig-spirituelle Autobiographie Mertons, hinterließ in seiner Seele eine tiefe Spur. Aber die nachfolgenden Studien des Autors auf dem Gebiet des „Neuen Christentums“ und der „All-umfassenden Spiritualität“, die ihn zu starker Begeisterung für den Buddhismus brachten, verdarben den ersten günstigen Eindruck sehr. Rose schrieb Merton mehrere lange Briefe[16], in denen er seine Einwände korrekt und konsequent erörterte. In seinem Buch Orthodoxie   und die  Religion   der  Zukunft “ charakterisierte Rose ihn lakonisch, aber ausdrucksvoll: „Ein römisch-katholischer Trappist, der in Bangkok auf dem Rückweg von dieser (ökumenischen – Erzpr. D.P.) Tagung bei einem Unfall durch einen Stromschlag getötet wurde.“[17]

Kürzlich wurde der interessante Versuch unternommen, zwischen den Lebenswegen und den geistig-spirituellen Suchen von Merton und Rose historische Parallele zu ziehen.[18] Dieser Versuch ist noch interessanter, wenn wir berücksichtigen, dass Merton selbst lebendiges Interesse an Orthodoxie hatte. So studierte er die Werke des Hl. Erleuchters Theophan des Klausners, korrespondierte mit Archimandrit Sophronij (Sakharow) und verfolgte die Tätigkeit von Eugene Rose. Dennoch sollte sein Einfluss auf Rose nicht überspitzt werden. In seinen Beziehungen mit Menschen war Rose sehr konsequent. War er der Meinung, dass er jemandem Dank schuldig war (z.B. Gi - ming Shien, René Guénon, Hl. Erleuchter Johannes (Maximovitch)), bewahrte er bis zum Ende seines Lebens betonte  Ehrerbietung und verlieh nie ein böses Wort. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass Merton (seit der Mönchsweihe Bruder Ludovic) derjenige war, der Eugene Rose den Glauben an die reale Möglichkeit einpflanzte, diese Welt zu verlassen, die Mönchsweihe zu empfangen und sein Leben ganz auf den Prinzipien des Evangeliums aufzubauen. 

Das anstrengende Studium an der Akademie und die aktive geistig-spirituelle Suche gingen für Rose mit Schwermutanfällen einher, die manchmal zu ernsthaften sittlichen Abstürzen und unbedachten Handlungen führten. Sein Biograph schrieb: „Die Hölle, die er erlebte, hätte Eugene niemanden gewünscht. Später sagte er, dass viele Sünden, die er in dieser Hölle erkannt hatte, zu schrecklich seien, um erwähnt zu werden, da ein freigelassenes Wort über die Sünde sich wieder in eine Sünde verwandeln könne.“[19]

 

Bekehrung zur Orthodoxie

Anstoß zur Weckung eines lebhaften Interesses für die Orthodoxie war für Rose die Freundschaft mit Jon Gregerson , einem Kommilitonen an der Akademie der Wissenschaft. Gregerson machte ihn mit der „Philokalie“ vertraut und nahm ihn mit zu einem Gottesdienst in der russischen orthodoxen Kirche zu Ehren der Gottesmutterikone Aller Betrübten Freude in San Francisco. Dieser Gottesdienst, der von Erzbischof Tichon (Troitsky, 1883-1963) geleitet wurde, machte auf den jungen Amerikaner einen bleibenden Eindruck: „Kaum schritt ich über die Schwelle der russischen Kirche in San Francisco, geschah mit mir etwas, was ich vorher weder in buddhistischen noch in anderen orientalischen Tempeln erlebt hatte. Mein Herz sagte mir: hier ist dein Zuhause. Ich hatte endlich gefunden, wonach ich gesucht hatte. Ich konnte es mir nicht erklären,  denn ich verstand weder den Gottesdienst noch die russische Sprache.“[20]

Nach der im Gotteshaus erlebten Erleuchtung erkannte Eugene Rose die Eingeschränktheit des Buddhismus, auch wenn er weiterhin unter dem starken Einfluss von Guénons Schriften blieb und chinesische Kalligraphie, Poesie und Philosophie lernte. Er begann nun, orthodoxe Gottesdienste zu besuchen, Russisch und Kirchenslawisch zu lernen, Dostojewski[21] im Original zu lesen und orthodoxe spirituelle Literatur zu studieren.[22]  

Bemerkenswerterweise hielt er bereits im Jahre 1957, fünf Jahre vor seiner Bekehrung zur Orthodoxie, als er an der Academy of Asian Studies studierte, ein Referat unter dem Titel „Orthodoxie und Gegenwart“, in dem es u.a. hieß, dass die modernen Richtungen des religiös-philosophischen Denkens zur Thronbesteigung des Antichristen führen würden: „Die Menschheit wird in diese Fallstricke geraten, sie wird an eine überintellektuelle und starke Person glauben, und wie es immer bei der Suche nach dem ‚Licht der Wahrheit‘ geschieht, wie eine fügsame Herde demjenigen folgen, der ihr den ‚einzig wahren Weg‘ anbieten wird.“[23] Aus dieser Tatsache kann geschlossen werden, dass der Eschatologismus in seiner Weltanschauung bereits damals präsent gewesen war, bevor er sich mit der orthodoxen Theologie ernsthaft vertraut gemacht hatte.[24]

Im Frühling 1957 verließ Eugene Rose die Academy of Asian Studies und begann im Herbst 1957 ein Studium an der University of California, Berkeley. Hier kam er mit Professor Peter Boodberg (1903–1974) zusammen, einem orthodoxen (wenn auch nicht praktizierenden) Russen und hervorragendem Experten für chinesische Sprachwissenschaft. Unter dessen Leitung  schrieb Eugene eine Arbeit über die alten Dialekte der chinesischen Sprache, für die er den Grad eines Magisters der Orientalistik erhielt. Es gibt Gründe zu der Annahme, dass Boodberg ihn als Nachfolger auf seinem Lehrstuhl vorgesehen hatte.

1961 beendete Rose die Vorbereitung seiner Bachelor-Dissertation. Ihm stand eine steile Karriere bevor. Jedoch unterbrach er, für alle, vor allem seine Eltern, unerwartet, sein Studium für eine Weile, um das Buch „ The  Kingdom   of Man and the  Kingdom   of God“ („Das Reich des Menschen und das Reich Gottes“ ) zu schreiben. Das sollte eine Studie des geistig-spirituellen Zustandes des modernen Menschen werden. Diese Arbeit verlangte von ihm völlige Hingabe. Um seine seelischen Kräfte und seine schöpferische Inspiration nicht zu zerstreuen, verzichtete Rose auf den Unterricht an der Universität. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, begann er als Straßenfeger zu arbeiten. Das war wenig angesehen und schlecht bezahlt, dafür aber kein Hindernis beim Nachdenken über das zukünftige Werk.[25] Das beabsichtigte Buch brachte Rose zwar nie zu Ende[26], aber in die Universität kehrte er auch nicht mehr zurück.

Vermutlich verwarf Rose seine akademische Karriere, weil Karrierismus, Formalismus und Falschheit das Leben an der Universität prägten. Rose spürte, dass er, wenn er einen Professorenposten anstreben und in den Alltag des säkularen, universitären und ehelichen Leben versinken würde, das Interesse auf die Wahrheit auf immer verlieren musste. Höchstwahrscheinlich war es der Wendepunkt seines Lebens. Wäre Rose Professor der University of California geworden, wären seine hervorragenden missionarischen Bücher vermutlich nie entstanden.

Im Februar 1962 erhielt Eugene Rose in San Francisco die orthodoxe Myronsalbung. Seine Taufpaten waren der russische Emigrant Dimitry Andrault de Langéron[27] und dessen Mutter Svetlana. Das Ritual der Aufnahme in die Orthodoxie wurde von Erzpriester Nikolay Dombrovsky verrichtet. Vom Tag seiner Aufnahme in die Orthodoxie bis zu seinem Dahinscheiden gehörte Eugene Rose zur Jurisdiktion der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA). Bis zum Dahinscheiden des Hl. Erleuchters Johannes von Shanghai (1966) war er dessen geistliches Kind.

1961, noch bevor Rose Mitglied der Kirche Christi wurde, hatte er den Nachkommen russischer Aussiedler und Absolventen des orthodoxen Seminars in Jordanville Gleb Podmoschenski kennengelernt. Mithilfe einer mechanischen Druckpresse, die an die alte gutenbergsche Presse erinnerte, veröffentlichten sie gemeinsam das Bulletin „Orthodox Messenger“. Bald eröffneten sie nicht weit vom Kirchengebäude ein Geschäft für orthodoxe Ikonen und Bücher, eines der ersten in den USA ein bedeutendes missionarischen Zentrum der russischen Orthodoxie in Amerika. Russisch und Kirchenslawisch beherrschte Rose inzwischen recht gut. Obwohl er mit einem starken amerikanischen Akzent sprach, war er Lektor in einer Kirche und absolvierte die theologische Schule in San Francisco.[28]

 

Geistlicher Vorkampf in Platina

Mitte der 1960er Jahre gründeten Eugene und Gleb die Orthodoxe Bruderschaft zu Ehren des Hl. Mönches Herman von Alaska. 1967 kauften sie im Norden Kaliforniens an einem malerischen, bergigen dichtbewaldeten Ort nicht weit von dem Städtchen Platina ein Grundstück und errichteten dort eine Skite. 1968 bezogen sie die Skite als ständigen Wohnsitz. 1970 empfingen sie die Mönchsweihe – Eugene auf den Namen Seraphim (zu Ehren des Hl. Mönches Seraphim von Sarow), Gleb auf den Namen Herman (zu Ehren des Hl. Herman von Alaska). Im Kloster veröffentlichten sie nach wie vor den „Orthodox Messenger“, mit neuen Kräften und mit einer moderneren, elektrischen Druckerpresse. Außerdem schrieben und übersetzten sie und veröffentlichten zahlreiche geistlich-aufklärende, liturgische und theologische Werke, neben ihren aktiven missionarischen und katechetischen Tätigkeiten.

1977 wurde Mönch Seraphim zum Mönchpriester geweiht. Menschen, die ihn zu seinen Lebenszeiten persönlich kannten, berichten, dass er sich in den letzten Jahren vor seinem Tod sehr veränderte. Vorher war er ein sehr reservierter, sogar etwas trockener, in seine Erlebnisse vertiefter, introvertierter, tiefsinniger und unnahbarer Philosoph gewesen. Nach der Priesterweihe strahlte er viel mehr Wärme und Herzlichkeit, Einfachheit und Menschenliebe aus. Mönchpriester Seraphim (Rose) starb am 2. September 1982 im Alter von 48 Jahren an einer unheilbaren Darmkrankheit, die schon 1961 diagnostiziert worden war. Zuletzt hatte er sehr quälende Schmerzen.[29] Nichtsdestotrotz war nach seinem Tod sein Gesicht so froh und erleuchtet, dass es, entgegen der Sitte, nicht bedeckt wurde. Außerdem fiel den Zeugen seiner Bestattung das komplette Fehlen von Verwesungsgeruch trotz großer Hitze auf.[30]

Die Bruderschaft des Hl. Mönches Herman von Alaska hat neulich die Materialien für die Kanonisierung von Mönchspriester Seraphim vorbereitet. Es wurden Ikonen gemalt, ein Gottesdienst zu seinen Ehren zusammengefasst, zahlreiche Fälle seiner segenspendenden Hilfe gesammelt und Nachweise seiner Verehrung in verschiedenen Ländern der Welt erbracht.[31] Das Kloster des Hl. Mönches Herman von Alaska in Kalifornien, in dem seine Gebeine ruhen, ist eines der Hauptzentren orthodoxer Pilgerschaft auf dem amerikanischen Kontinent.

 

Kurze Übersicht der Werke von Mönchpriester Seraphim (Rose)

Die wichtigsten veröffentlichten Werke:

  • „Genesis and Early Man“ [„Genesis und der frühe Mensch“, in russischer Übersetzung  «Православный взгляд на эволюцию») (1974);
  • „Orthodoxy and the Religion of the Future“  [in deutscher Übersetzung „Orthodoxie und die Religion der Zukunft“, in russischer Übersetzung  «Православие и религия будущего») (1975);
  • „The Soul After Death: Contemporary ‚After-Death‘ Experiences in the Light of the Orthodox Teaching on the Afterlife“ (in deutscher Übersetzung „Die Seele nach dem Tod. Heutige ‚Nach-Todes‘-Erfahrungen im Licht der orthodoxen Lehre vom Leben nach dem Tod“,  in russischer Übersetzung  ««Душа после смерти») (1980);
  • „The Future of Russia and the End of the World“ („Die Zukunft Russlands und das Ende der Welt“, in russischer Übersetzung  «Будущее России и конец мира») (1981);
  • „God's Revelation to the Human Heart“ („Gottes Offenbarung zum menschlichen Herzen“, in russischer Übersetzung  «Когда Бог открывается сердцу») (1981);
  • „Orthodox patristic commentary on Genesis“ („Orthodoxe patristische Auslegungen des Buches Genesis“, in russischer Übersetzung  «Православные святоотеческие истолкования книги Бытия») (1981);
  • „The Orthodox World-View“ („Die orthodoxe Weltanschauung“, in russischer Übersetzung  «Православное мировоззрение») (1982);
  • „The Holy Fathers: Sure Guide to True Christianity“ („Die Heiligen Väter: der sicherer Weg zum wahren Christentum“, in russischer Übersetzung «Святые отцы: верный путь христианства») (1983);
  • „The Place of Blessed Augustine in the Orthodox Church“ („Die Stelle des Seligen Augustinus in der Orthodoxen Kirche“, in russischer Übersetzung «Вкус истинного Православия» (1983));·        „Blessed John the Wonderworker: A Preliminary Account of the Life and Miracles of Archbishop John Maximovitch“ („Der Selige Johannes der Wundertäter – eine vorläufige Beschreibung des Lebens und der Wunder des Erzbischofs Johannes Maximovitch“, in russischer Übersetzung «Блаженный Иоанн Чудотворец» (1987);
  • „Introduction to Orthodox Gaul“ („Einführung zu Orthodoxen Gallien“, in russischer Übersetzung «Православное монашество в Галлии 5-6 веков») (1988);
  • „In Step With Sts. Patrick and Gregory of Tours“ („Auf der Spur der Hll. Patrick und Gregor von Tours“, in russischer Übersetzung «По стопам святого Патрика, просветителя Ирландии и святого Григория Турского») (1990);
  • „Nihilism: The Root of the Revolution of the Modern Age“ (in deutscher Übersetzung „Nihilismus: die Ideologie des Antichristen — Der Glaube an das Nichts als Quell des Untergangs“, in russischer Übersetzung «Человек против Бога») (1994);
  • „Genesis, Creation and Early Man“ („Genesis, Schöpfung und frühe Menschen“, in russischer Übersetzung «Бытие: сотворение мира и первые ветхозаветные люди. Христианское православное ведение») (2009);
  • «Американский просветитель русского народа» („Der Amerikanische Erleuchter des russischen Volkes“) (2010)[32].

„Genesis and Early Man“ („Genesis und der frühe Mensch“) (1974) ist ein Antwortbrief des Mönchpriesters Seraphim (Rose) an den griechischen Theologen und Autodidakten Alexander Kalomiros (1931–1990), einem Arzt und Anhänger des Altkalenderstilschismas. Im März 1974 schrieb Vater Seraphim seinen ersten Brief an Kalomiros, in dem er ihn bat, seine Ansicht über die Evolutionstheorie zu schildern. Mönchspriester Seraphim hatte Kalomiros‘ Buch „Against False Union“[33], in dem dieser den Ökumenismus streng kritisierte, sehr imponiert. Als Vater Seraphim sein Sendschreiben an den griechischen Autoren verschickte, hoffte er, dass dieser die Gerüchte über seine Sympathien für den Evolutionismus zerstreuen würde. Doch die Antwort zeigte klar, dass Kalomiros ein überzeugter Verfechter der Evolutionismustheorie war, die Adam als ein „evolutioniertes Tier“[34] ansieht, das im Paradies durch die Gnade aus dem tierischen Zustand herausgebracht worden sei[35], und die Verneinung der Evolution als Verneinung der Heiligen Schrift bewertet.[36] Diese unglaubliche Entdeckung regte Mönchpriester Seraphim an, ein Traktat in Form eines Antwortbriefes zu schreiben. Darin erörterte  er sein Verständnis der Evolutionstheorie, wobei er versuchte, jede seine Thesen mit patristischen Texten zu fundieren, in denen das biblische Thema der Weltschöpfung ausgelegt wurde. Ohne etwas gegen die strenge Wissenschaft zu haben, die in ihren wahren Entdeckungen der Wahrheit nicht widersprechen kann, führt Vater Seraphim den Gedanken an, dass die Evolutionstheorie kein wissenschaftlicher Fakt und noch nicht einmal eine Theorie im strengen Sinne des Wortes sei, sondern lediglich eine philosophische Lehre, die durch die Wissenschaft weder bewiesen noch widerlegt werden könne. Dieses Werk wurde als Einzelbroschüre auf Russisch veröffentlicht[37] und erregte großes Aufsehen, denn eigentlich war sie der erste Versuch in der orthodoxen Literatur, den Kreationismus konsequent gegen den Evolutionismus zu verfechten. 

„Orthodoxie und die Religion der Zukunft“ genießt neben dem Buch „Die Seele nach dem Tod“ die größte Popularität in der orthodoxen Welt. Es enthält eine umfassende kritische Analyse, in der verschiedene religiöse und pseudoreligiöse, spirituelle und pseudospirituelle Bewegungen der Gegenwart aus orthodoxer Sichtweise beleuchtet werden. Wie Vater Seraphim zu zeigen versucht, bilden sie alle zusammen eine Kette, die die Welt für die Annahme der „Religion der Zukunft“[38], der synkretischen Religion des Antichristen, vorzubereiten. Besondere Aufmerksamkeit verdiene dabei die ausführliche Interpretation von UFOs als dämonischer Verführungen, deren Ziel es sei, Leichtgläubige zur Suche nach „außerirdischen Brüdern“ zu verleiten. Dabei ist die wichtigste und anziehende Seite dieses Buches, der Anspruch auf einen all-umfassenden Synkretismus, zugleich ein objektiver Nachteil. Der Eklektismus der Konstrukte von Vater Seraphim erreicht in diesem Buch seine Kulmination. Tatsächlich, was könnten derart verschiedene und nicht zusammenhängende Ereignisse wie die „ charismatische Bewegung“, Hinduismus, UFOs, die Philosophie von Nikolai Berdjaew und die Globalisierung gemeinsam haben? Die Antwort, die durch die Absicht des Autors, den Titel und die Struktur des Buches nagegelegt wird, besteht darin, dass all dies dämonische Listen seien, die der Anbahnung der Herrschaft des Antichristen dienen. Das genügt nicht den Anforderungen der wissenschaftlichen Objektivität. Mehr noch: Rose zitiert aus dem Gedächtnis eine scharfsinnige Aussage von Gilbert   Keith Chesterton, der zu einer anderen Zeit und zu einem anderen Anlass anmerkte: „Einen Christen mit einem Nachfolger von Konfuzius zu vergleichen wäre dasselbe, wie einen Theisten mit einem englischen Squire oder den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele mit der amerikanischen Lebensweise zu vergleichen.“[39]

 „Die Seele nach dem Tod“ konzentriert sich inhaltlich auf das postmortale Schicksal der Seele. Darin werden moderne Erkenntnisse der klinischen Reanimationsmedizin verarbeitet. Mönchpriester beruft sich auf die Bücher „ Leben nach dem Tod“ (1975) und „Nachgedanken über das Leben nach dem Tod“ (1977) von Dr. Raymond   Moody sowie „Out of the body experiences“ („Erfahrungen außerhalb des Körpers“) von Robert   Crookall (1970) und Werke anderer Autoren[40] und eröffnet, in Anlehnung an die Asketik des Hl. Erleuchters Ignatios (Brjantschaninow) und das breite hagiographische Material[41], die orthodoxe Erfahrung der nüchternen Wahrnehmung der spirituellen Welt. Dabei erklärt er überzeugend, wodurch diese straffe und vorsichtige Wahrnehmung sich vom grundlosen Optimismus des modernen Säkularismus unterscheidet. Durch die Fülle und erstaunliche Vielfalt der im Buch angeführten Materialien (Tibetisches Totenbuch, Schreiben von Emanuel Swedenborg, Beschreibungen okkulter Experimente von Robert Monroe usw.) zog Vater Seraphim wieder einmal den berechtigten Vorwurf des Eklektismus auf sich. Allerdings gleicht der äußerst vorteilhafte Gesamteindruck[42] und das literarische Charisma des Autors die Ratlosigkeit aus, die die kaleidoskopische Spezifität seiner Forschungsmethode teilweise hinterlässt. Die Publikation einiger Kapitel dieses Buches  in Russland durch die Zeitschrift „Wissenschaft und Religion“ («Наука и религия», 5/1991) entfachte große gesellschaftliche Resonanz und war für viele Sucher nach der Wahrheit eine wirkliche Entdeckung.[43]

„The  Future of Russia and the End of the World“ („Die Zukunft Russlands und das Ende der Welt“, 1981) ist die schriftliche Version einer Vorlesung, die Seraphim auf dem Kongress junger orthodoxer Menschen in San Francisco im August 1981 gehalten hatte. Darin sind Prophezeiungen und Vorhersagen von Geistlichen ganz unterschiedlicher Autoritätsniveaus gesammelt, die das zukünftige Schicksal der Welt im Allgemeinen und speziell von Russland betreffen. Vater Seraphim war von der besonderen spirituellen Bestimmung Russlands überzeugt.[44] Während der russische Messianismus für russische Denker eine übliche Erscheinung ist, war es für einen Amerikaner, um solche Ideen auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges zu artikulieren, nicht hinreichend, sich für die künstlich angeheizten eschatologischen Vorgefühle der ROKA zu begeistern. Er musste Russland und seine Kirche zu lieben beginnen.[45]

„God's Revelation to the Human Heart“ („Gottes Offenbarung zum menschlichen Herzen“, 1981) ist eine Vorlesung, gehalten an der University of California in Santa Cruz im Rahmen eines Kurses für Vergleichende Religionsgeschichte („Weltreligionen in den USA“). 2010 wurde sie erstmalig auf Russisch veröffentlicht.[46] Der Unterschied zwischen Orthodoxie und allen anderen Religionen wird hier unter anderem an den lebhaften Beispielen der Lebenswege des Hl. Mönches Nikita dem Klausner von Kiewer Höhlenkloster, des Erleuchters Johannes von San Francisco, von Alexander Solschenizyn und dem Dissidenten Juri Maschkow illustriert. Vermutlich war dies ein wohlüberlegter missionarischer Schachzug: die Vorlesung machte großen Eindruck, was wohl kaum der Fall gewesen wäre, wenn Vater Seraphim den amerikanischen Studenten die Feinheiten der orthodoxen Dogmatik darzulegen versucht hätte.

„Orthodox patristic commentary on Genesis“ („Orthodoxe patristische Auslegungen des Buches Genesis“, 1981) ist ein Vorlesungskurs, den Vater Seraphim für junge orthodoxe Menschen im Platina-Kloster im Rahmen einer Maßnahme mit dem stolzen Namen „Theologische New-Valaam-Akademie“ gehalten hatte.[47] Die ersten Kapitel des Buches Genesis werden hier in Anlehnung an patristische Werke ausgelegt, was Vater Seraphim allerdings nicht daran hindert, auch seine eigenen Ansichten auszusprechen, die teilweise sehr umstritten waren.[48] Auch wenn der Ton der Erzählung im Allgemeinen ruhig und neutral ist, ist die polemische, anti-evolutionäre Richtung dieser Arbeit offensichtlich.

„The Orthodox World-View“ („Die orthodoxe Weltanschauung“, 1982) ist eine weitere Vorlesung, die Seraphim kurz vor seinem Tod während der St.-Hermann-Pilgerschaft im August 1982 in der St.-Hermann-Einsiedelei zu Platina gehalten hatte. Auf Russisch wurde sie vom   Heiligen Himmelfahrtskloster von Potschajiw als Einzelbroschüre unter dem Namen „Wie man heute orthodox sein kann“ («Как сегодня быть православным») veröffentlicht. In einem gewissen Sinne ist diese Vorlesung ein Fazit der Weltanschauungssuche von Vater Seraphim selbst, das kraftvolle, großartige Worte enthält: „Orthodoxie ist das Leben. Leben wir nicht orthodox, sind wir keine Orthodoxen; unabhängig davon, welchem Glauben wir formal angehören.“[49]

„The Holy Fathers: Sure Guide to True Christianity“ („Die Heiligen Väter: der sicherer Weg zum wahren Christentum“, 1983) ist ein Artikel, der in der Zeitschrift „The Orthodox Word“ publiziert und auch als Einzelbroschüre veröffentlicht wurde. 1991 wurde er in der Zeitschrift «Русский паломник» („Russischer Pilger“, № 3) auf Russisch veröffentlicht. Er enthält den feurigen Aufruf, der Lehre der Heiligen Väter zu folgen (von denen nur der Hl. Erleuchter Ignatios (Brjantschaninow) ausführlich zitiert wird) und scharfe Angriffe auf die „orthodoxe“ akademische Theologie, als deren Verkörperung, warum auch immer, der „Pseudoforscher des russischen Heiligtums und der Heiligen Väter“ Georgy Fedotov dargestellt wird.[50] Bei seiner Aufzählung der Probleme und der Verführungen des 20. Jahrhunderts blieb Vater Seraphim sich und seiner Jurisdiktion (ROKA) treu, indem er neben Euthanasie und Abtreibungen die „feine Apostasie des Sergianismus, die den Leib Christi durch die kirchliche Organisation ersetzt“, erwähnt.

 „The Place of Blessed Augustine in the Orthodox Church“ („Die Stelle des Seligen Augustinus in der Orthodoxen Kirche“) ist ein Artikel, der ursprünglich in der Zeitschrift "The Orthodox Word" (Nr. 79 und 80, 1978) und 1983 als Einzelbroschüre veröffentlicht wurde. Es ist eine Apologie des Hl. Augustinus, dessen Autorität in der orthodoxen Welt des 20. Jahrhunderts im Kampf gegen den römisch-katholischen Einfluss drastisch gesunken war. Die Motivation von Vater Seraphim war „Rehabilitation“ und „Popularisierung“ der alten westlichen Heiligen, eine Hauptstoßrichtung seiner Tätigkeit. Dies war auch ein eher persönliches Anliegen, denn der geistliche Lehrer von Vater Seraphim, der Hl. Erleuchter Johannes (Maximovitch), war dem Hl. Augustinus gegenüber so „ehrerbötig“ eingestellt, dass er „einen Gottesdienst zu Ehren dieses Heiligen zusammenfasste und ihn jährlich verrichtete“.[51] Über die Kritiker des Hl. Augustinus äußert sich Vater Seraphim hier ganz dezidiert und unfreundlich.[52] Da die Verteidigung des Hl. Augustinus, wenn auch mit  Vorbehalt, immer ein delikates und in gewisser Hinsicht sogar riskantes Unternehmen ist, gebührt Vater Seraphim dafür Respekt – in diesem Werk zeigte er Fingerspitzengefühl, Takt und Kenntnis der dogmatischen Theologie und konnte so begründete Anschuldigungen wegen Abschweifung von der orthodoxen Glaubenslehre vermeiden.

„Blessed John the Wonderworker: A Preliminary Account of the Life and Miracles of Archbishop John Maximovitch“ („Der Selige Johannes der Wundertäter – eine vorläufige Beschreibung des Lebens und der Wunder des Erzbischofs Johannes Maximovitch“, 1987) ist eine vorläufige Sammlung von Materialien über Erzbischof Johannes, die zum Teil seit 1966 in der Zeitschrift "The Orthodox Word" erschienen waren. An diesem Werk arbeitete Vater Seraphim zusammen mit Igumen Herman (Podmoschenski). Neben einer kurzen Lebensbeschreibung von Erzbischof Johannes enthält das Buch mehrere Kapitel mit ausführlicheren Erzählungen aus seinem Leben. Die Aufgaben der Autoren waren folgende: die weltweite Verehrung Seiner Eminenz Johannes seit seinem Dahinscheiden zu belegen; seine postmortalen Wunder und Erscheinungen zu beschreiben; und den Boden für seine Heiligsprechung zu bereiten.

„Introduction to Orthodox  Gaul“ („Einführung ins Orthodoxe Gallien“) ist ein ausführliches Vorwort zum aus dem Lateinischen ins Englische übersetzte Buch des Hl. Gregor von Tours „Vita Patrum“, 1988 in Platina veröffentlicht,[53] enthält Kapitel wie: „Orthodoxes Mönchtum in Gallien im 5. und 6. Jahrhundert“, „Die Lehre des Hl. Mönches Johannes Cassianus“, „Der Hl. Mönch Faustus von Lerin“ und „Der Hl. Mönch Eucherius von Lyon, Sänger des monastischen Galliens “.Besondere Liebe verspürte Vater Seraphim zu den heiligen Mönchen und leiblichen Brüdern Roman   und  Lupicin von Jura.Ihre Vitae erzählt er ausführlich im Kapitel über den Hl. Mönch Eucherius.[54]

„In Step With Sts. Patrick and Gregory of Tours“ („Auf der Spur der Hl. Patrick und Gregor von Tours“, veröffentlicht 1990) ist eine Vorlesung mit dem Untertitel „Wege zur Heilung in der modernen Welt“; einfach in der Form, aber sehr lebhaft in seinem Inhalt und voll von interessanten Beobachtungen aus dem Leben. Die im Osten wenig bekannten Vitae von Patrick und Gregor von Tours, Heilige des Alten Westeuropa, fungieren hier als Anlass zu Überlegungen über die christliche Mission in der modernen Welt. „Wir alle gehören zu einer Nationalität – zur christlichen Rasse. Das Leben des heiligen Patrick muss für uns eine moderne Erscheinung sein, etwas, was sich auch auf uns Heutige bezieht. Das, was uns in dieser Erscheinung inspiriert, das existiert eben für unsere Inspiration und um uns Nutzen zu bringen.“[55]

Das religiös-philosophische Werk „Nihilism: The Root of the Revolution of the Modern Age“ (in deutscher Übersetzung „Nihilismus: die Ideologie des Antichristen — Der Glaube an das Nichts als Quell des Untergangs“) wurde  1994 veröffentlicht.[56] Der entspricht völlig dem Inhalt – der Autor findet im Bewusstsein und im Leben der Menschheit der Neuesten Zeit verschiedene Manifestationen des Nihilismus, die, bei all ihren Unterschieden, sich darin gleichen, dass sie eine Rebellion des Menschen gegen Gott bedeuten.[57] „Nihilism“ heißt auch das 7. Kapitel aus dem großen, unvollendeten Werk „The Kingdom of Man and the Kingdom of God“ („Das Reich des Menschen und das Reich Gottes“). Dennoch kann diese Arbeit als selbstständig angesehen werden.

„Genesis, Creation and Early Man“ („Genesis, Schöpfung und frühe Menschen“, veröffentlicht 2009) ist eine umfangreiche und inhaltsreiche, aber etwas chaotische Kompilation, die erstmalig 2000 in der USA auf Englisch erschien und 2009 in Moskau in russischer Übersetzung veröffentlicht wurde. Sie enthält das Werk „Orthodox patristic commentary on Genesis“ („Orthodoxe patristische Auslegungen des Buches Genesis“), die Textfassung eines Vorlesungskurses zur Kritik der Evolutionstheorie und ausgewählte Briefe zu diesem Thema. Neben diesen Werken von Vater Seraphim selbst, die seine hervorragenden Kenntnisse über die Auslegungen des Hexaemerons durch die Heiligen Väter des Altertums illustrieren, sowie auch das Streben des Autors, diesen Interpretationsmethoden zu folgen, enthält das Buch auch evolutionskritische Artikel des Herausgebers, Mönchpriester Damascene (Christensen), und dem bekannten amerikanischen Lektor und Verfechters des Kreationismus Philipp Johnson.  Hier finden sich viele interessante historische Materialien, insbesondere auch Verweise auf die Bücher hervorragender Apologeten, v.a. Henry Morris, aber leider auch viele Wiederholungen und Tippfehler.

„Американский просветитель русского народа“ („Der Amerikanische Erleuchter des russischen Volkes“, 2010) ist eine posthume Sammlung von zum ersten Mal ins Russische übersetzten Artikeln, Briefe und Tagebuchnotizen von Vater Seraphim. Von besonderem Interesse ist der Artikel „Subhumanity“ („Unmenschlichkeit“, in russischer Übersetzung «Человек наизнанку»). So wie auch das Werk „Nihilism“ ist er Teil des in Roses Jugend nicht vollendeten Buches „The Kingdom of Man and the Kingdom of God“, in dem er eher als religiöser Philosoph denn als einfacher christlicher Schriftsteller schreibt. Die Philosophie von Friedrich Nietzsche wird hier im Allgemeinen kritisch eingeschätzt; doch lässt sich anhand einiger mitfühlender Reminiszenzen der mächtige Einfluss erahnen, den der deutsche Philosoph auf die Weltanschauung des zukünftigen Mönches Seraphim ausübte.[58]

 


[1] Die erste Herausgabe dieses Buches auf Englisch erschien im Juli 1993 in den USA .

[2] Das ist besonders wertvoll, da Vater Seraphim vor dreißig Jahren in Übersee lebte und es heute schwer wäre, ohne die Arbeit von Vater Damascene den Hintergrund seiner schöpferischen Tätigkeit zu rekonstruieren.

[3] Dies bedarf einer Erklärung: Vater Damascene selbst kannte Vater Seraphim nicht näher; er bekehrte sich erst nach dessen Tod zur Orthodoxie. Deshalb gründet sich der größte Teil der Biographie auf die Worte eines Freundes und Mitstreiters von Vater Seraphim, Igumen Herman (Podmoshensky). Bekannterweise war Igumen Herman 1988 wegen antikanonischer Handlungen durch Beschluss des Bischofssynods der ROKA seines Amtes enthoben worden. 2001 ging das St.-Herman-Kloster zu Platina unter die Jurisdiktion der Serbischen Orthodoxen Kirche über, und dabei erkannte der Diözesanbischof der Serbischen Kirche, Bischof John, die Entscheidung über die Amtsenthebung des Igumens Herman für legitim. Die letzten Kapitel des Buches „Not of this world“, von einigen Lesern aus dem Umkreis des Moskauer Patriarchats treffend „Handbuch zum Schisma“ genannt, sind höchstwahrscheinlich von Igumen Herman inspiriert. Ein Beweis dafür ist die interessante Tatsache, dass in einer späteren Redaktion dieses Buches (Father Seraphim Rose: His life and Works, St. Herman of Alaska Brotherhood, Platina/California 2003), das 2003 und 2005 in der USA und 2009 in Russland (Дамаскин (Христенсен), иером. Отец Серафим (Роуз). Жизнь и труды / Пер. с англ. под ред. С. Фонова — М.: Изд-во Сретенского монастыря, 2009) veröffentlicht wurde, der sektiererische Beigeschmack komplett fehlt. Vieles wurde dort geglättet, was bereits an den Kapiteltiteln zu erkennen ist (statt „Verderblicher Gehorsam“ und „Waffenstillstand“ steht dort „Konflikt und Versöhnung“; statt „Erneuerung“ „Moderne akademische Theologie“; statt „Explosives Dogma“  „Über das Mittel unserer Erlösung“; statt „Erneuerung von rechts“ „Übermäßige Richtigkeit“). Manche Kapitel über die Zeit nach dem Dahinscheiden Seraphims („Eine andere Ansiedlung“, „Katakombennetzwerk“) wurden ganz weggelassen. Das Vorwort zu dieser Ausgabe wurde von einem Schüler Seraphims, Priestermönch Ambrosius (vorher Priester Alexey (Young)) geschrieben. 

[4] [Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose]Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского. - М.: Русский Паломник, 1995. – С.7.

[5] Eugene Rose wurden auch andere Förderungsstipendien angeboten, doch er verzichtete darauf und nahm nur dieses Eine (von 4.000 $, also das Höchstdotierte) an.

[6] In der Periode seiner Begeisterung für  den Zen-Buddhismus wurde Eugene Rose auch ein ausgezeichneter Bogenschütze. S. [Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose]Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского… С.37.

[7] Ebenda. С. 44.

[8] Ebenda. С.20-21.

[9] Wegen des bedrückenden Bewusstseins spiritueller Leere trank Eugene viel Alkohol, gelegentlich (nach den Erinnerungen seiner Freundin Alison) bis zur Raserei,  „bis zum Erbrechen, und weinte danach untröstlich“ (Ebenda, S. 44). Außerdem erlaubte er sich Blasphemien und frevelhafte Ausfälle, die an den jungen Wladimir Solowjow erinnern. Viele hielten dies für leichtsinnige Narrheiten; doch Alison erkannte darin „eine verzweifelte Herausforderung an Gott“ (Ebenda, S. 43), einen Versuch, Gott zu zwingen, seine Präsenz, wenn auch „nur“ durch Bestrafung, zu zeigen.

[10] Auf die unüberwundenen Einflüsse der orientalischen Religionen auf die Weltanschauung Seraphims werden wir später eingehen, wenn wir uns mit einzelnen Aspekten seiner schöpferischen Tätigkeit auseinandersetzen. 

[11] Der „Belowodje“-Verlag veröffentlichte „Ausgewählte Werke“, die bis jetzt sieben Bände umfassen. Einige davon wurden vom Wissenschaftlichen Rat des Instituts für Philosophie der Russischen Akademie der Wissenschaften zur Veröffentlichung empfohlen.

[12] Viele Jahre später schrieb Vater Seraphim: „So geschah es, dass meine Weltanschauung sich hauptsächlich unter dem Einfluss von René Guénon formte (ich gehe hier nicht auf die Rolle der Orthodoxie ein)… Dank Guénon lernte ich, die Wahrheit zu suchen und zu lieben, sie über alles zu stellen und mit nichts anderem zufrieden zu sein“ (Zit. nach [ Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose] Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского… С.61). Vater Damascene vergleicht die Rolle Guénons im Leben Rose mit der Rolle des Cicero „Hortensius“ im Leben des Heiligen Augustinus. Unserer bescheidenen Meinung nach war der Einfluss des Esoterikers Guénon auf Priestermönch Seraphim weitaus stärker, tiefer und länger als der des Eklektikers Cicero auf Augustinus. Allerdings war René Guénon als Denker auch selbst deutlich origineller und mystischer als Cicero.

[13] Elitarismus und Synkretismus sind unvermeidliche Früchte der Begeisterung für Guénon, die sich bald zeigten: „Guénon glaubte, dass für den Westen, um die wahrhaft metaphysische Erkenntnis wiederherzustellen,  eine gewisse intellektuelle, metaphysische Elite notwendig sei, was sicherlich Wasser auf die Mühlen des Snobismus von Eugene leitete… Nachdem  er Guénon kennengelernt hatte, wurde er selbst anders, auch seine Sicht auf das Weltgebäude änderte sich. Was auch immer er von nun an tat, ob er las, Musik hörte, Malerei und Architektur bewunderte oder Leben beobachtete – stets suchte er nach einer Verbindung jedes Dings und jedes Ereignisses mit der grenzenlosen und ewigen Wahrheit“ (Zit. nach [ Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose] Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского… С.62). Damascene bewertet die Periode der Begeisterung für Guénon generell positiv, als eine Stufe auf dem Weg zur Erkenntnis der Wahrheit. Vermutlich war alles nicht ganz so einfach. Eine Frage bleibt offen: ob Priestermönch Seraphim es schaffte, den guénonschen Elitarismus endgültig zu überwinden. Der feine Charakter dieses Elitarismus konnte sich durchaus sowohl mit der Mönchs- als auch mit der Priesterweihe vertragen. Was aber Rose eindeutig nicht ablegen konnte, war eine eklektische Grundhaltung, die sich lebenslang in seiner Weltanschauung infolge der nachhaltigen Aneignung einiger guénonscher Einstellungen zeigte.

[14] In seinem Buch „Die Krisis der Neuzeit“ schreibt Guénon: „Da Religion eine Form der Tradition ist, kann der antitraditionelle Geist nur antireligiös sein. Er beginnt mit der Verzerrung der Religion, und weil er damit nicht auskommt, endet er mit ihrer kompletten Beseitigung.“ (Генон Р. Кризис современного мира // Генон Р. Избранные произведения: Традиционные формы и космические циклы. Кризис современного мира. – М.: Беловодье, 2004. – S.230) Auf den ersten Blick klingt all das sehr schön, wie es bei Guénon immer der Fall ist. Denken wir uns aber hinein, wird es klar, dass die Begriffe „Tradition“ und „Religion“ gar nicht so nah beieinander liegen. Religion sollte auch nicht auf eine Form der Tradition reduziert werden. Was aber wichtiger ist: diese beiden Begriffe sind von dem Begriff „Glauben“ verschieden. In was sich der orthodoxe Glaube verwandelt, wenn er auf eine als Tradition verstandene Religion reduziert wird, hatten das Schisma der Russischen Kirche im 17. Jahrhundert und der Oktoberumsturz 1917 gezeigt. Bewahrung von Traditionen ohne schöpferische theologische Ideen und ohne lebendiges geistiges Tun läuft Gefahr, zur „gewöhnlichen Orthodoxie“ zu führen. Eben davon schrieb der von Vater Seraphim so wenig geliebte Priester Alexander Schmemann: „So wie die Stilisierung in der Kunst, die beim Zerfall eines Stils zum Tod dieser Kunst führt, so führt auf einer weitgehend tieferen spirituellen Ebene die religiöse „Gewöhnung“ (die lediglich als Stilisierung möglich ist) zur Erkrankung des Glaubens selbst. Die Früchte dieses Geistes sind Angst, Engstirnigkeit, Hass und völlige Unfähigkeit, den Geist zu erkennen“ (Шмеман А., прот. Дневники: 1973-1983. – М.: Русский путь, 2009. – S. 57-58). Und: „Der wahre Glaube ist immer die Überwindung der ‚Religion‘. Die Kirche ist keine religiöse Behörde, sondern die Präsenz der ‚geretteten Welt‘ in der Welt.“ (Ebenda, S. 73).

[15] Merton selbst verlieh ihm den Untertitel „Autobiographie des Glaubens“ („Autobiography of Faith“). Die Sprache des Buches ist sehr lebendig, bildhaft und anregend, der Sprache von Francis Fitzgerald ähnlich: „Das Schiff trat in das ruhige Gewässer, und im Hafen schimmerten die Lichter von Brooklyn wie Edelsteine. Das Schiff füllte sich mit der Musik und dem warmen Schein des Lebens, sie pulsierten innerhalb des dunklen Gehäuses und brachen durch die Bordfenster in die Julinacht nach außen. In allen Kabinen wurde gefeiert. Wo auch immer man hingehen konnte, sogar auf dem Deck, wo es still war, gerieten wir wie ins Zentrum der Aufbauten zu einem Film – die Vorbereitung auf die Finalszene.“ ([Merton, Th. „Der Berg der sieben Stufen“; Kap. 3: „Höllenfahrt“] Мертон Т. Семиярусная гора. Гл.III. Сошествие во ад // http://seven-storey.livejournal.com/1071.html).  Merton schrieb den „Berg der sieben Stufen“, sein erstes Buch, 1945 im Alter von 30 Jahren, kurz nachdem er die Mönchsweihe empfangen hatte. Sein durchschlagender Erfolg in der englischsprachigen Welt erklärt sich dadurch, dass der Schriftsteller auf einem Wellenberg ritt – geistig-spirituelle Suche und Lebenswahl waren nach dem Zweiten Weltkrieg für Millionen von Menschen, die Verluste und persönliche Dramen erlebt hatten und eine Stütze im Leben suchten, zu einem aktuellen Thema geworden. Bei uns ist Merton wenig bekannt und der Kreis der Liebhaber seiner Werke klein.

[16] Ihre Abschnitte sind in der Sammlung Серафим (Роуз), иером. Американский просветитель русского народа. – М.:Никея, 2010. – С.47-53 veröffentlicht. Dort ist auch erwähnt, dass wahrscheinlich keiner seiner Briefe an Merton beantwortet wurde (С.53).

[17] Серафим (Роуз), иером. Православие и религия будущего. – М.: Паломник, 2005. – С.25.

[18] S.: Пестов С. Несходные сходства // http://www.doroga-vmeste.ru .

[19] [Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose].Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского... С.59.

[20] Ebenda. С.81.

[21] Seine Dostojewski-Lektüre, insbesondere „Die Brüder Karamasow“, könnte die Absicht Roses, die Mönchsweihe zu empfangen, bestärkt haben. Erzpriester Georges Florovsky schreibt: „Dostojewski weckte in vielen diesen Drang nach dem Mönchstum“ (Флоровский Г., прот. Пути русского богословия. – Вильнюс, 1991. – С.301).

[22] Es fällt auf, dass Vater Seraphim bei seiner beherzten Aneignung der geistig-spirituellen, theologischen, liturgischen und hagiographischen Vitae-Literatur der Russischen Orthodoxen Kirche, ergänzt durch gründliche Studien der Heiligen Väter und der altwesteuropäischen Hagiographie,  mit dem Buchwissen anderer orthodoxer Landeskirchen viel weniger vertraut war. In seinen Werken finden sich so gut wie keine Verweise auf nicht-russische orthodoxe Theologen, mit Ausnahme der griechischen Evolutionisten Eusebius   Stephanou und Alexander Kalomiros, gegen deren Meinungen er polemisierte.

[23] Ebenda, S. 83.

[24] Dieser jugendliche Eschatologismus hatte wahrscheinlich zwei Quellen – die Bücher von Guénon und die damalige geistliche Atmosphäre der ROKA. Wir vermuten sogar, dass eben das Konzept der Kali-Juga (im Hindiusmus die vierte und letzte Epoche im Leben der Welt, die durch einen äußeren Niedergang der Sittlichkeit charakterisiert wird), dem er bei Guénon begegnet war, bewirkte, dass der amerikanische Neophyt Rose sich aus dem ganzen Reichtum der Kirche Christi in erster Linie die apokalyptischen Erwartungen aneignete.

[25] Drei Jahre zuvor hatte ein anderer bekannter orthodoxer Missionar des 20. Jahrhunderts, Erzpriester Alexander Men, während seines Studiums am Institut für Landwissenschaft zu Irkutsk als Heizer gearbeitet.

[26] Der einzige vollendeter Abschnitt wurde als Artikel unter dem Titel „Subhumanity“ posthum veröffentlicht („Orthodox Word“ №5, 1982). Dieser ist in russischer Übersetzung unter dem Namen «Человек наизнанку» in der Sammlung «Серафим (Роуз), иером. Американский просветитель русского народа. Сборник трудов. – М.: Никея, 2010» enthalten.

[27] Dies war ein entfernter Verwandter von Graf Louis Alexandre Andrault de Langéron (1763- 1831), Bürgermeister von Odessa und Generalgouverneur von Neurussland.

[28] Es wird vermutet, dass der Hl. Erleuchter Johannes (Maximovitch) diese katechetische Schule extra für Rose gegründet hatte. Jedenfalls bestand sie nur genau so lange, dass er sie vollständig absolvieren konnte. 

[29] Igumen Herman (Podmoschenski), sein Mitkämpfer in der Platina-Einsiedelei, erinnerte sich: „Seine Schmerzen waren unglaublich. Unter dem Einfluss der schmerzlindernden Mitteln war er wie wahnsinnig und verdammte den unerträglichen Schmerz. In seiner furchtbaren Agonie spie er Gift und Galle, indem er buchstäblich alle und alles verdammte, er zischte, dass es keinen Gott gebe, dass er alle hasse… Aus seinen Augen strahlte aber eine niedagewesene, unirdische Liebe zu seinem Vertrauten aus. Auch wenn er unter dem Einfluss eines feindlichen Geistes gestanden haben sollte, war sein Geist frei – seine Seele prägte seinen Blick“ ([Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose] Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского. - М.: Русский Паломник, 1995. – С.931).

[30] „Der Leib von Vater Seraphim wurde weder wächsern, noch begann er zu verwesen… Seine Haut wurde nicht grau-bläulich, sondern blieb warm, goldig, weich wie die eines ‚schlafenden Babys‘, so das Wort eines Pilgers. Er lag wie ein lebendiger Mensch und sah jünger als zu seinen Lebenszeiten aus“ ([Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose]Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского… С.939).

[31] Die ironische Behauptung von Sergej Pestow, dass eines der Argumente zugunsten der Kanonisierung des Vaters Seraphim (Rose) „sein postmortales Bild“ sei (s.: Пестов С. Несходные сходства // http://www.doroga-vmeste.ru), lassen wir unkommentiert. Tatsächlich sind heute zahlreiche Wunder belegt, die mit Seraphim verbunden sind. So wurde im Sommer 2008 das Kloster zu Ehren des Hl. Herman von Alaska in Kalifornien nach eifrigem Gebet zu seinem Gründer, Mönchspriester Seraphim, vor einem furchtbaren Waldbrand errettet. Ein anderer Fall geschah in Moskau – die Wohnung eines Mitglieds der Gemeinde der Entschlafenskirche in Archangelskoje-Tjurikowo verbrannte während seiner Abwesenheit. Der Brand vernichtete alle Sachen und Möbel. Unberührt blieb nur die kleine Papierikone von Vater Seraphim und der kleine harzige Span von seinem Holzsarkophag, die aus den USA nach Russland gebracht worden war (S.: Православное осмысление творения мiра и современная наука. – М.: Шестоднев, 2009. – Вып.5. – С. 26). Am Grab des Vaters Seraphim geschehen Heilungen; so wurde die Radfahrerin Silvia Jensen, die eine Katastrophe und ein Rückenmarkstrauma erlebt hatte, geheilt (Там же. С.412-413). 

[32] Mehrere deutsche Übersetzungen der Werke von Vater Seraphim aus „The Orthodox Word“ sind  in den Büchern "Die heiligen Väter der orthodoxen Spiritualität" und "Der Königsweg in der Postmoderne" veröffentlicht worden. (A. d. Ü.)

[33] Zum ersten Mal wurde dieses Buch vom Verlag „Astir“ (Athen 1963) veröffentlicht, doch las sie Vater Seraphim wahrscheinlich in der englischen Übersetzung des amerikanischen Verlags HTM (Boston 1967). Später wurde das Buch mehrmals wiederveröffentlicht: Seattle, WA: St. Nectarios Press, 1978 ; Seattle, WA: St. Nectarios Press, 1990 ; С.-Петербург: Св.-Симеоновское изд-во, 1997. Das spricht für das lebhafte Interesse für dieses Thema in der orthodoxen Welt. 

[34] Zit. nach: Серафим (Роуз), иером. Наконец настало время настоящей брани // Серафим (Роуз), иером. Бытие: сотворение мира и первые ветхозаветные люди. Христианское православное ведение. – М.: Русский Паломник, 2009. – С.543.

[35] Zit. nach: Серафим (Роуз), иером. Заметки из диалога об эволюции // Серафим (Роуз), иером. Бытие: сотворение мира и первые ветхозаветные люди. Христианское православное ведение… С.565.

[36] Zit. nach: Серафим (Роуз), иером. Наконец настало время настоящей брани // Серафим (Роуз), иером. Бытие: сотворение мира и первые ветхозаветные люди. Христианское православное ведение… С.543.

[37] Серафим (Роуз), иером. Православный взгляд на эволюцию. – Свято-Введенская Оптина Пустынь, 1997.

[38] Möglicherweise haben wir Unrecht, doch hat die Bezeichnung der Religion des Antichrists als „Religion der Zukunft“ einen unangenehmen Beigeschmack. Wenn wir in unserer Sprache sagen, etwas „gehört die Zukunft“, meinen wir meist etwas Positives in dem Sinne, dass dieses „etwas“ objektiv verdiene, Zukunft zu haben. Aber welche Zukunft kann die Religion des Antichrists haben, wenn seine Macht, über die wir nicht wissen, in welchem Jahrhundert sie eintreten wird, nur dreiundeinhalb Jahre dauern wird und als komplettes Scheitern und Niederlage enden wird?  Ehrlich gestanden: als der Autor dieser Zeilen vor 20 Jahren den Titel dieses Buches zum ersten Mal hörte, irrte er sich und dachte, es müsse „Orthodoxie als Religion der Zukunft“ heißen.

[39] Честертон Г.К Вечный человек (The Everlasting Man). Ч.1, гл.4: Бог и сравнительное изучение религий (God and Comparative Religion) // Честертон.ру .

[40] Unter anderem: Kübler-Ross  E. Э. On Death & Dying [„Über den Tod und das Sterben“, 1969), There Is No Death [„Es gibt keinen Tod“] (1977); Osis, K & Haraldsson, E. At the Hour of Death [In der Todesstunde]. – New York, 1977; Green, C. Out-of-the-body Experiences [„Erfahrungen außerhalb des Körpers“]. – New York, 1975; Winter D. Hereafter: What Happens after Death [„Das Jenseits: was es nach dem Tod gibt“ – Wheaton, 1977; Meyers J. Voices from the Edge of Eternity [„Stimmen von der Grenze der Ewigkeit“] – New York, 1973; Malz, B. Ich sah ein Stück der Ewigkeit [My Glimpse of Eternity] (1977); Stevenson I. Twenty Cases Suggestive of Reincarnation  [„Zwanzig Fälle, die auf die Reinkarnation hinweisen“](1980).

[41] Der missionarische Wert des Buches „Das Leben nach dem Tod“ besteht unter anderem auch darin, dass es historische Quellen und die Vita-Literatur des orthodoxen Westens einfließen lässt, etwa die „Geschichte der Franken“ des Hl. Erleuchters Gregor von Tours, die „Kirchengeschichte des englischen Volkes“ von Beda Venerabilis und die „Briefe“ des Hl. Bonifatius. Vor Roses Publikation waren diese Werke in der Russischen Orthodoxen Kirche fast keinem bekannt.

[42] In diesem Buch setzt Vater Seraphim dreimal dieselbe effektive katechetische Methode ein. Im ersten Kapitel („Einige Aspekte moderner Experimente“) zitiert er die Aussagen von Menschen, die einen klinischen Tod erlebten. In den nachfolgenden fünf Kapiteln gibt er ihre orthodoxe Interpretation. Im siebten Kapitel („Der Ausgang aus dem Körper in der okkulten Literatur“) führt er die okkulte Erfahrung der „astralen Reisen“ an, um im nächsten Kapitel deren dämonisches Wesen (im Vergleich mit der „wahren christlichen Erfahrung des Himmels“) zu zeigen. Im neunten Kapitel erzählt er vom okkulten Sinn der modernen „postmortalen“ Erfahrungen, was ihm ermöglicht, das Buch mit „einer kurzen Darlegung der orthodoxen Lehre über das postmortale Schicksal der Seele“ zu beenden. Die Lebhaftigkeit und die Originalität dieser Komposition bewirkten den unglaublichen missionarischen Erfolg des Buches.

[43] Unsere Hochachtung gilt den Herausgebern dieser ehemals atheistischen Zeitschrift, die als Erste das interessanteste Werk von Vater Seraphim auf derart hohem Niveau publizierten. Das betrifft sowohl die Qualität der Übersetzung als auch die Auswahl interessanter Illustrationen.

[44] Unter anderem schreibt er: „Unter heutigen Bedingungen, da Geschehnisse weltweit in jedem Land sofort bekannt werden, wird Russland, durch das Blut der Märtyrer bereinigt, die Möglichkeit haben, die Welt aus dem tiefen Schlaf des Atheismus und der Ungläubigkeit zu erwecken“ (Серафим (Роуз), иером. Будущее России и конец мира // Ред.Golden-Ship.ru 2011).

[45] In dieser Hinsicht ist eine Notiz von Vater Seraphim aus dem Jahr 1963 aufschlussreich: „Ich fühle mich eher als Russe denn als Amerikaner“ (Zit. nach: [ Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose] Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского… С.243). Eines der Geheimnisse der Popularität von Vater Seraphim in Russland und den GUS-Ländern besteht darin, dass er, ein in San Francisco lebender Amerikaner, sich gleichzeitig mit Bruce Lee und den Musikern der Band „Сreedence Clearwater Revival“ zur Orthodoxie bekehrte, namentlich zur russischen Orthodoxie. Die positive Einstellung der Russen ihm gegenüber ist also verständlich; aber wenn wir uns genau besinnen: was ist hier das Besondere? Wäre Vater Seraphim kein Bürger der USA, sondern Nachkomme chinesischer Aussiedler in Thailand gewesen, wären die Bedeutsamkeit seiner Bekehrung und der Wert seiner missionarischen Werke dadurch geringer gewesen?

[46] Серафим (Роуз), иером. Американский просветитель русского народа. Сборник трудов. – М.: Никея, 2010.

[47] Der Name stammte von Igumen Herman (Podmoshensky) ([ Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose] Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского… С.594).

[48] Zum Beispiel: „Die Unterteilung des Menschen in Mann und Weib wurde kein Teil der ursprünglichen Bildes, nach dem Gott ihn erschuf. Uns ist bekannt, dass dies im ewigen Himmlischen Reich nicht Teil der menschlichen Natur sein wird – ‚ denn in der Auferstehung heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel Gottes im Himmel‘ (Mt 22,30). Dagegen bewirkte Gott, der den Sündenfall des Menschen und das Wachstum der  Menschheit nach der leidenschaftlichen Art der Vermehrung verlangt,  die Trennung in Mann und Frau“ (Серафим (Роуз), иером. Православные Святоотеческие Толкования на Книгу Бытия // Серафим (Роуз), иером. Бытие: сотворение мира и первые ветхозаветные люди. Христианское православное ведение. – М.: Изд. Дом Русский Паломник, 2009. – С. 129). Diese Behauptung ist nur schwer mit dem biblischen Text zu vereinbaren: „ Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn; Mann und Weib schuf er sie. Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde“ (Gen 1,27-28). Um diese Schwierigkeit aufzulösen, musste Vater Seraphim die Meinung des Hl. Erleuchters Gregor von Nyssa über einen gewissen „engelhaften Vermehrungsweg“ akzeptieren, was die anderen Heiligen Väter nicht gelehrt hatten und worüber auch der Hl. Gregor selbst wenig Bestimmtes sagen konnte. Wäre es nicht einfacher gewesen, zu postulieren, wenn unsere Urahnen das Gebot nicht verletzt hätten, wäre die Vermehrung genau auf dieselbe Art und Weise erfolgt, jedoch ohne sündhafte Leidenschaften? Dann wäre es nicht notwendig gewesen, die Trennung der Menschheit in zwei Geschlechter mit dem göttlichen Vorwissen über den Sündenfall direkt zu verbinden. Dieses war ja lediglich Vorwissen, aber keine Vorbestimmung, und hing ausschließlich vom Willen der Menschen selbst ab. In anderen Fällen betont Vater Seraphim unermüdlich den Unterschied zwischen dem Zustand der Natur und der Lebensart der Menschen vor und nach dem Sündenfall. In dieser Frage ist er aber nicht bereit, Vermutung über den Bau des von Gott erschaffenen menschlichen (männlichen und weiblichen) Leibes anzustellen. Weiterhin folgt aus der Kirchenlehre, dass jede(r) am letzten Tag eben in dem Körper auferstehen werde, in dem er oder sie auf Erden lebte, also als männlich oder weiblich. Fehlen des Geschlechtsverkehrs und engelsgleiches Leben bedeutet keinesfalls, dass den auferstandenen Erben des Himmelreiches ihre Geschlechtsmerkmale und das Geschlecht als solches entzogen würden. Schließlich charakterisiert das Geschlecht  nicht nur die Art der sexuellen Beziehungen, sondern auch die Art des Denkens, der Weltwahrnehmung und der Psychologie. Die Worte Gottes (Mt 22,30) dienen Vater Seraphim hier als Beleg seiner These.

[49] Серафим (Роуз), иером. Как сегодня быть православным. – Св.-Успенская Почаевская Лавра, б.г. – С.8.

[50] Es steht uns noch bevor, zu klären, wie berechtigt die Kritik an Fedotov durch Vater Seraphim war. Unter allen ideologischen Antipoden innerhalb der Orthodoxie zog Fedotov, neben Berdjaew, die besondere Antipathie von Vater Seraphim auf sich, mehr noch als Erzpriester Alexander Schmemann, Erzpriester John Meyendorff und sogar die Evolutionisten Kalomiros und Dobzhansky.

[51] [Damascene (Christensen), Priestermönch. Not of this World: The Life and Teaching of Fr. Seraphim Rose]Дамаскин (Христенсен), иером. Не от мира сего. Жизнь и учение иеромонаха Серафима (Роуза) Платинского… С.843. Wie wichtig diese persönliche Angelegenheit für Vater Seraphim war, wird daran ersichtlich, mit welchen Einzelheiten er über die Verehrung des Hl. Augustinus durch den Hl. Erleuchter Johannes spricht: „Nachdem Erzbischof Johannes (Maximovitch) Diözesanbischof Westeuropas geworden war, übte er eine besondere Verehrung für den Hl. Augustinus (so wie auch vieler anderer westlicher Heiliger). So verfasste er einen besonderen Gottesdienst zu seinen Ehren (bis dahin gab es einen solchen im slawischen Menäon nicht). Dieser Gottesdienst wurde vom Bischofsynod der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland unter dem Vorsitz des Metropoliten Anastasi offiziell in Kraft gesetzt. Erzbischof Johannes verrichtete diesen Gottesdienst jährlich am Tag des Festes des Hl. Augustinus, unabhängig davon, wo er an diesem Tag weilte.“ (Серафим (Роуз), иером. Вкус истинного Православия. – Библиотека "Вехи", 2000. – С.28-29)

[52] „… ein seltsamer innerlicher Widerspruch ist dieser ‚patriotischen Elite‘ zu eigen; und zwar sind ihre Sprache, ihr Ton und ihre ganze Herangehensweise an einigen Fragen so dermaßen westlich (häufig sogar ‚jesuitisch‘), dass ihre Blindheit, wenn sie versuchen, zu negieren, was so offensichtlich ein Teil von ihnen ist, erstaunlich ist“ (Серафим (Роуз), иером. Вкус истинного Православия. - Библиотека "Вехи", 2000. – С.2).

[53] Neulich ist das Buch auf Russisch wiedererschienen: Григорий Турский, св. Житие отцов (Vita Patrum) / Пер. с лат./Сост. иером. Серафим (Роуз). — М.: Русский паломник, 2007.

[54] Unter anderem schreibt er: „Unter den Vitae der alten Einsiedler Galliens gibt es keine derart anziehende und inspirierende wie diejenige der Hl. Roman und Lupicin. Diese in ihrem Kloster einige Jahre nach ihrem Tod niedergeschriebene Lebensgeschichte bildet die ausführlichste aller uns vorliegenden Erzählungen über die uralte monastische Eiferer Galliens“ (Серафим (Роуз), иером. Православное монашество в Галлии V-VI веков // http://www.gumer.info/bogoslov_Buks/History_Church).

[55] Серафим (Роуз), иером. По стопам святого Патрика, просветителя Ирландии и святого Григория Турского // pravbeseda.ru/library.

[56] Forestville, California: Fr. Seraphim Rose Foundation, 1994.

[57] Vater Seraphim schreibt: „Es ist unmöglich, alle Erscheinungen des Nihilismus aufzuzählen; doch ist es möglich, dem nihilistischen Bewusstsein und seinem Einfluss auf den Gang der modernen Geschichte eine Definition zu geben“ (Серафим (Роуз), иером. Человек против Бога. - Golden-Ship.ru, 2011. – С.11).

[58] S . z.B.:  „Dostojewski und Nietzsche, die an den Grenzen der zwei Welten lebten – der sterbenden rationalen Welt der Wahrheit Christi und der neuen, verrückten Welt, in der es für diese Wahrheit keinen Platz mehr gibt – geben dem Leser praktisch alle Schlüssel zum Verständnis des Absurden. Die Offenbarung des Absurden brach, nach lange verborgener Reifung, in zwei häufig zitierten Aphorismen Nietzsches hervor. Die Eine ist: „Gott ist tot“, d.h., der Glaube an Gott sei in unseren Herzen gestorben. Die Andere lautet: „Es gibt keine Wahrheit“, d.h., wir haben auf die von Gott offenbarte Wahrheit, auf der die europäische Zivilisation einst errichtet worden war, verzichtet, und zwar weil wir das Vertrauen in sie verloren haben. Beide Behauptungen sind völlig angemessen darauf anwendbar, in was sich seit den Zeiten Nietzsches die überwiegende Mehrheit der Christen verwandelt hatte“ (Серафим (Роуз), иером. Человек наизнанку // Серафим (Роуз), иером. Американский просветитель русского народа. Сборник трудов. – М.: Никея, 2010. – С.16).

 

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