Функционирует при финансовой поддержке Федерального агентства по печати и массовым коммуникациям
Goldener Fonds

Die Bedeutung der Neumärtyrer Russlands und ihrer Glaubenstaten für die Gegenwart

14. September 2012
In der Geschichte Russlands ist das 20. Jahrhundert durch die grausame Verfolgung der Orthodoxen Kirche seitens der Sowjetischen Regierung gekennzeichnet. Viele Kleriker und einfache Laien wurden vom atheistischen Staat für ihre religiösen Überzeugungen verfemt und hingerichtet. Die Glaubenstaten (Podwigen) der Neumärtyrer und Bekenner Russlands sind leuchtende Vorbilder der Treue zu Christus und Seiner Kirche. Nichtsdestoweniger harrt ihr Vorbild nach wie vor einer gründlichen Aufarbeitung. Dieser Artikel von Metropolit Kliment von Kaluga und Borowsk leistet einen Beitrag dazu. 

Einst sprach unser Herr Jesus Christus zu Seinen Jüngern: „ Gehet [nun] hin und machet alle Nationen zu Jüngern, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes “ (Mt 28,19). Die Kirche, die diesen Aufruf des Herrn befolgt, verrichtet ihren apostolischen Dienst bereits zwei Jahrtausende lang; doch wurde die Lehre vom wahren Gott nicht überall und nicht immer von den Menschen angenommen. Die  Seligpreisungen, so wie auch die Lehre von der Liebe zu Gott und zum Nächsten, irritierten die von Leidenschaften und Lastern befallene Gesellschaft und lösten Empörung und Entrüstung aus, denn sie entlarvten ihre sündige Lebensweise.

Auf die Frage „Wer sind die Märtyrer?“ geben wir eine eindeutige Antwort: „Das sind diejenigen, die um des Glaubens an Christus willen große Schmerzen oder auch den Tod erlitten haben.“ Als Beispiele nennen wir den Protomärtyrer Erzdiakon Stefan; die Kleinkinder von Bethlehem; all diejenigen, die in den ersten Jahrhunderten n. Chr., noch in der Morgenstunde des Christentums, für Christus litten; sowie sicherlich auch die Neumärtyrer und Bekenner Russlands im 20. Jahrhundert. Fast eintausend Jahre nach der Taufe Russlands „mit Wasser“ unter dem apostelgleichen Fürst Wladimir wurde unsere Heimat „mit Blut“ erneut getauft. Welche Bedeutung haben aber ihre Glaubenstaten für uns heute? Gewiss, wir haben jetzt fast zweitausend Heilige mehr in unserer Kirche; aber ist das alles? Um diese Frage zu beantworten, ist es notwendig, besser zu verstehen, was das Martyrium ist.

Ohne Zweifel erkannte die Kirche das Martyrium immer als besondere Art der Heiligkeit an. Sowohl im Altertum als auch in der Neuen Zeit gab es nur wenige Menschen, die fähig waren, ihren Glauben an Gott „bis zum Tode“ zu bezeugen. Die Kirchengeschichte liefert viele Belege dafür, dass es sogar unter den Geistlichen Menschen gab, die aus Angst vor dem Tod oder auch vor Verhaftung Christus verleugneten. Es gibt auch viele authentische Beispiele dafür, dass die Gläubigen seit den allerersten Jahrhunderten des Christentums die Überreste der Märtyrer und ihre Grabstellen besonders andachtsvoll behandelten. Häufig wurden an solchen Stellen Kapellen und Gotteshäuser errichtet, wo das blutlose Opfer dargebracht und die Glaubenstat des dort begrabenen Kriegers Christi verherrlicht wurde. Allmählich wurde dies Tradition, und im Jahre 787 wurde auf dem Siebten Ökumenischen (Zweiten Nicäischen) Konzil eine allgemeingültige Regel aufgestellt, nach der ein Gotteshaus zwingend nur auf den Gebeinen eines Märtyrers geweiht werden sollte.[1] Tertullian, einer der ersten Kirchenlehrer, schrieb: „Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.“[2] Diese bemerkenswerte und sehr vortreffliche Definition bringt uns zu dem Schluss, dass die wahre Kirche Christi auf dem Blut der Märtyrer gründet, was sich im 7. Kanon des 7. Ökumenischen Konzils symbolisch widerspiegelt. Wenn wir uns an die Glaubenstaten der Neumärtyrer Russlands erinnern, sollten wir also im Gedächtnis haben, dass sie die fruchtbaren Samen sind, dank derer die Russische Orthodoxe Kirche heute lebt und gedeiht.

Wenn wir vom Bekenntnis im Namen Christi sprechen, gibt es eine interessante Frage, die wir nicht außer Acht lassen dürfen: wurden denn die Neumärtyrer gezwungen, Christus zu verleugnen, so wie es bei den Märtyrern der ersten Jahrtausende der Fall gewesen war? Tatsächlich zeigt uns die Geschichte dieser Zeit, dass die Verleugnung Christi unter Androhung der Todesstrafe nicht direkt verlangt wurde. Einzelne Ausnahmefälle bestätigen hier nur die Regel. Wofür erlitten die Neumärtyrer dann ihr Martyrium und wurden heiliggesprochen? Vorläufig postulieren wir, dass die Glaubenstaten der Neumärtyrer Russlands sich von denen der ersten Märtyrer unterschieden; des Weiteren gehen wir näher darauf ein.

Im Januar 1918 wurde die „Gewissensfreiheit“ von der sowjetischen Regierung proklamiert, was formal für eine tolerante Einstellung gegenüber Religion sprach. Diese Position wurde auch vor der internationalen Gemeinschaft offiziell demonstriert: die sowjetische Regierung kämpfe nur gegen die Gegenrevolution, aber nicht gegen die Religion. Unter diesem Deckmantel wurde aber eben doch ein Kampf gegen die Russische Orthodoxe Kirche geführt. So wurden in den 1930er Jahren Millionen von Menschen festgenommen, verhaftet oder erschossen — nach Artikel 58 des Strafgesetzbuches der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik, der lautete: „ Als gegenrevolutionär gilt jede Handlung, die auf den Sturz, die Unterhöhlung oder die Schwächung der Herrschaft der Räte der Arbeiter und Bauern (…) gerichtet ist, sowie auch eine Handlung, die, auch wenn sie nicht unmittelbar auf die Erreichung der obengenannten Ziele gerichtet ist, mit dem Wissen des Täters einen Versuch des Sturzes der grundlegenden politischen oder wirtschaftlichen Errungenschaften der proletarischen Revolution darstellt.[3] Wurde jemand nach diesem Artikel angeklagt und verurteilt, war das Ergebnis im günstigsten Fall für ihn und all seine Familienmitglieder der „101. Kilometer“[4], schlimmstenfalls der Tod durch Erschießen, die Höchststrafe, die in diesen Jahren weitaus häufiger verhängt wurde als die erste Variante. In diesem Zusammenhang sind manche Forscher der Meinung, dass alle Gläubigen, die in der UdSSR strafrechtlich verfolgt wurden, nicht wegen ihrer religiösen Überzeugungen, sondern für ihre antisowjetischen politischen Ansichten gelitten hätten. Versuchen wir nun herauszufinden, ob dies wirklich so war.

Es ist für niemanden ein Geheimnis, dass die Gläubigen damals keine Sympathie für das sowjetische Regime empfanden, da dieses atheistische Positionen vertrat. Doch ist gegenrevolutionäre Tätigkeit noch etwas ganz anderes als fehlende Zustimmung.

Hier nur einige Fakten dazu. In dieser Zeit wurde der Spruch von Karl Marx, Religion sei „das Opium des Volks“[5], den er von dem anglikanischen Priester Charles Kingsley entnommen hatte, sehr populär. Er erlebte seine Renaissance dank eines Zeitungsartikels von Wladimir Lenin, den wir hier zitieren:

Die Religion ist das Opium des Volkes — dieser Ausspruch von Marx bildet den Eckpfeiler der ganzen Weltanschauung des Marxismus in der Frage der Religion. Der Marxismus betrachtet alle heutigen Religionen und Kirchen, alle religiösen Organisationen stets als Organe der bürgerlichen Reaktion, die die Ausbeutung verteidigen und die Arbeiterklasse verdummen und umnebeln sollen. (…) Man muss verstehen, die Religion zu bekämpfen (…). Den Kampf gegen die Religion darf man nicht auf abstrakt-ideologische Propaganda beschränken (…), sondern er muss in Zusammenhang gebracht werden mit der konkreten Praxis der Klassenbewegung, die auf die Beseitigung der sozialen Wurzeln der Religion abzielt (…) Wir müssen die Religion bekämpfen. Das ist das Abc des gesamten Materialismus und folglich auch des Marxismus.[6]. 

Es ist bemerkenswert, dass dieser Artikel zum ersten Mal im Jahre 1909 veröffentlicht wurde, als von einer Sowjetherrschaft weit und breit noch keine Rede war, der Kampf gegen die Kirche aber bereits angekündigt wurde. Aussprüche wie „Religion ist das Opium des Volkes“, „Über Gottlosigkeit gelangt man zum Kommunismus“, „Religion ist ein Gift“, „Der Kampf gegen die Religion ist der Kampf für den Sozialismus“ u a. wurden zu offiziellen Leitsätzen der sowjetischen Regierung. Sie wurden als Spruchbänder auf öffentlichen Plätzen, in Ausbildungseinrichtungen und Behörden ausgehängt, um die Bevölkerung gegen die Kirche aufzuhetzen. Am 9. Februar 1918 wurde das erste sowjetische Satiremagazin «Красный дьявол» [„Der rote Teufel“] veröffentlicht, auf dessen Seiten als Karikatur gezeigt wurde, wie der Teufel Geistliche und Gläubige tritt, mit der Gabel aufspießt und tötet.

Eines der charakteristischen Merkmale des Leidenswegs der Neumärtyrer war der völlige Mangel an Information, der mit ihren Glaubenstaten häufig einherging. Wurde ein Mensch mitten in der Nacht von einem „schwarzen Raben“[7] abgeführt, wusste niemand, wohin er gebracht wurde, was mit ihm geschehen sollte und ob er überhaupt noch lebte. Damals war dies für Jung und Alt selbstverständlich; deswegen haben die Betroffenen nicht einmal darauf gehofft, dass jemand etwas von ihrem traurigen Schicksal erfahren würde. Anscheinend war es damals unter Gläubigen üblich, bevor sie schlafen gingen, einander um Verzeihung zu bitten: „Verzeihe mir, um Christi willen!“, denn jede Nacht konnte die letzte sein.

In den ersten Jahrhunderten nach Christus war das alles anders. Die Gesellschaft war ihrem Wesen nach religiös geprägt, und die Christenverfolgungen hatten, anders als bei der sowjetischen Regierung, andere Ziele– nicht den Glauben an Gott an und für sich zu vernichten, sondern ihn durch den jeweils „richtigen“ zu ersetzen. Prozesse gegen Märtyrer waren in der Regel öffentlich. Sie wurden gefoltert und durch gutes Zureden verführt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, nämlich, dass der Märtyrer Christus verleugnete und sich zu einem anderen Glauben bekehrte. War dieses Ziel erreicht worden, wurde jegliche Verfolgung seitens der Regierung eingestellt. Ein Mensch, der seinen Glauben verleugnet hatte, wurde als „Abgefallener“ bzw. „Abtrünniger“ angesehen und von der Gesellschaft akzeptiert, von der Kirche aber abgelehnt. Häufig, insbesondere wenn die Verfolgung beendet war, wurden viele Abtrünnige, nachdem sie ihren Kleinmut und die Verleugnung Christi gebüßt hatten, wieder in den Schoß der Kirche aufgenommen. Aber auch diesbezüglich hatte es in der Kirche lange keine einheitliche Meinung dazu gegeben, ob Abtrünnige aufgenommen werden dürften, und, falls  ja, in welcher Weise. Mitte des 3. Jahrhunderts wurde dies beim novatianischen Schisma[8] sehr deutlich. Aus den ersten neun Regeln des Konzils von Ankyra ist zu sehen, wie streng die Abtrünnigen bestraft wurden.

Was die Glaubenstaten der Neumärtyrer betrifft, sollte betont werden, dass von ihnen in der Regel keine Verleugnung Christi verlangt wurde, denn das Ziel der sowjetischen Herrschaft war anders – nicht die persönlichen religiösen Weltanschauungen zu verändern, sondern die Religion mitsamt der Persönlichkeit zu vernichten. Am Anfang gab es sicherlich auch ideologische Kämpfe, insbesondere bei jungen Menschen, denen von Kindheit an suggeriert wurde, dass es keinen Gott gäbe, und alles, was mit IHM verbunden ist, Ammenmärchen seien, die den sowjetischen Menschen auf seinem Weg in eine leuchtende Zukunft nur stören würden. Wer seinen religiösen Überzeugungen aber treu blieb, wurde nach dem politischen Artikel des StGB von der Gesellschaft isoliert. Dabei achtete die sowjetische Regierung weder auf Alter noch Geschlecht noch Sozialstand der Gläubigen. So wurden im Solowki-Sonderstraflager (SLON) zum Beispiel zwei noch ganz junge Schiffsjungen (zwölf und 14 Jahre alt) erschossen. Es gibt viele solcher Beispiele; dabei wurden sowohl die Prozesse als auch die Hinrichtungen straff im Rahmen der Gesetze[9] vollzogen, die es erlaubten, Kinder bereits ab zwölf Jahren zu erschießen.[10] Zur Bestätigung unserer Ausführungen zitieren wir hier einen Brief mit dem Vermerk „streng geheim“, der von Wladimir Lenin am 19. März 1922, während der künstlich organisierten Hungernot in der Wolgaregion, geschrieben und an die Politbüro-Mitglieder adressiert wurde:

Ich bitte, von diesem Dokument keinesfalls Kopien zu machen; jedes Politbüro-Mitglied (auch Gen. Kalinin) sollte seine Notizen direkt im Dokument machen. (…)

Eben jetzt und nur jetzt, wo man in den hungernden Gegenden Menschen isst und auf den Landesstraßen Hunderte, wenn nicht Tausende von Leichen herumliegen, können (und müssen!) wir die Konfiszierung kirchlicher Wertgegenstände möglichst rasend, gnadenlos und energisch durchführen, ohne uns vor der Unterdrückung jedweden Wiederstandes zu scheuen. (…) Je mehr Vertreter des reaktionären Priesterstandes und der reaktionären Bourgeoisie aus diesem Anlass erschossen werden können, desto besser für uns.

Zur Kontrolle der möglichst raschen und erfolgreichen Durchführung dieser Maßnahmen sollte direkt auf dem Kongress, d.h. seiner Geheimtagung, ein Sonderausschuss mit obligatorischer Teilnahme von Gen. Trozki und Gen. Kalinin beigeordnet werden, ohne dass über diesen Ausschuss etwas publiziert und dabei  gewährleistet wird, dass alle anderen Operationen ihm untergeordnet sind, und diese Gewährleistung nicht durch den Ausschuss selbst, sondern durch die allgemeinen Staats- und Parteiorgane erfolgt.[11]

Wir wissen aber, „ es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird, noch geheim, was nicht kundwerden und ans Licht kommen soll “ (Lk 8:17); und so können wir heute, da wir glaubwürdige Daten zur Verfügung haben, urteilen, dass die Verfolgung seitens der sowjetischen Regierung nicht gegen gegenrevolutionäre Geistlichen, sondern gegen die Kirche generell gerichtet war. Beweise dafür gibt es viele – angefangen mit der Kampagne für die Entweihung und Zerstörung der Reliquien, der Gründung des antikirchlichen  Ausschusses und der gesellschaftlichen Organisation „Verband der kämpfenden Gottlosen“ bis hin zur Erschießung von Geistlichen, die bereits im hohen Alter waren, oder auch von Behinderten, die nicht einmal laufen konnten. Zur Erschießung wurden sie auf der Bahre getragen. Der heilige Märtyrer Bischof Seraphim Tschitschagow z.B. war 82 Jahre alt. Am 30. November 1937 wurde er schwerkrank im Dorf Udelnaja festgenommen, auf einer Bahre aus dem Haus getragen, ins Taganskaja-Gefängnis gefahren und am 11. Dezember erschossen.

Warum ist es wichtig, sich die Glaubenstaten der Neumärtyrer und Bekenner Russlands im Gedächtnis zu haben? Vor drei Jahren waren wir Zeugen des Beginns einer neuen Kirchenverfolgung. So wie Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie erneut mit Lüge bedeckt, wohinter der Feind der Menschheit steht, „denn er ist ein Lügner und der Vater derselben“ (Joh 8:44). Entehrungen und Schändungen der Heiligtümer wurden für Akten des politischen Kampfes oder gar für Kunst ausgegeben. Die in den Massenmedien und im Internet verbreitete massenhafte Diffamierung namhafter Kleriker der Russischen Orthodoxen Kirche und die Formung eines negativen Bildes der ganzen Kirche im Bewusstsein unserer Landsleute wurde als Sozialkritik oder gar als Kampf für die Reinheit der orthodoxen Glaubenslehre bezeichnet. Die furchtbaren gegen die Kirche gerichteten Karikaturen, die das Internet wortwörtlich überschwemmt haben, wiesen schmerzliche Ähnlichkeit mit den sowjetischen Vorbildern auf. In diesem Kampf, den der Teufel schon mehrere Jahrtausende lang führt, dürften wir nicht teilnahmslose Zeugen bleiben. Es ist der Kampf um die Seele des Menschen, um die Seele eines Jeden von uns. Am Vorbild der Glaubenstaten der Neumärtyrer sollen wir das Licht der Wahrheit Christi jedem unserer Landsleute  bringen, denn es bildet in der Persönlichkeit die spirituellen und sittlichen Prinzipien, ohne die es unmöglich ist, den starken und ruhmreichen russischen Staat wieder aufzubauen.

In diesem Zusammenhang wurde im Rat für das Verlagswesen der Russischen Orthodoxen Kirche eine Sonderarbeitsgruppe gegründet, die sich mit der Verbreitung der Verehrung der Neumärtyrer und Bekenner Russlands beschäftigt.

Auf einer regulären Tagung der Arbeitsgruppe wurde folgender Plan der Maßnahmen zur  Verbreitung der Verehrung der Neumärtyrer und Bekenner Russlands erarbeitet:

1. Veröffentlichung thematischer Serien der Bücher über Neumärtyrer, Bekenner und Leidensdulder;

- die heiligen Leidensdulder der Zarenfamilie und ihrer Familienangehörigen;

- Vorsteher, geistliche Märtyrer und geistliche Bekenner der Russischen Orthodoxen Kirche;

- Laien (Frauen, Militärs, Theologen, Ärzte u a.);

- Neumärtyrer und Bekenner, die in bestimmten Diözesen, Klöstern und Gemeinden gelitten haben.

2. Veröffentlichung von Werken, Tagebüchern und Briefen von Neumärtyrern und  Bekennern (mit Kommentaren und Fotos).

3. Erarbeitung der Texte für den Neumärtyrern und  Bekennern gewidmeten Gottesdienste.

4. Veröffentlichung der Biographien der für Christus gelittenen geistlichen Vorkämpfer, bei denen die Möglichkeit zur Heiligsprechung noch untersucht wird.

5.Veröffentlichung von Kunstwerken über Neumärtyrer und  Bekenner, die auf die breite Leserschaft gerichtet ist.

6. Veröffentlichung einer Serie von Büchern für Kinder und Jugendliche über Neumärtyrer und  Bekenner, die im jungen Alter gelitten haben (Arbeitstitel „Helden des Geistes“).

7. Veröffentlichung einer Zeitschrift oder eines Almanachs (Arbeitstitel „Glaubenstat“), sowie auch Entwicklung eines thematischen Internet-Portals.

8. Entwicklung von Fernseh- und Radioprogrammen, sowie auch einer Serie von Fernseh- und Radiosendungen über Neumärtyrer und  Bekenner.

9. Entwicklung einer zentralen Datenbank über Neumärtyrer und  Bekenner auf der Basis der bereits existierenden Datenbank der Orthodoxe St.-Tichon Universität für Geisteswissenschaften.

10.Errichtung eines gesamtkirchlichen Museums für Neumärtyrer.

11. Leitung einer Studie zur Neusten Geschichte der Kirche in Russland, in der diese oder jede Verfolgungsperiode durch das Prisma der Glaubenstat der Vitae der Neumärtyrer und  Bekenner betrachtet wird.

12. Durchführung eines gesamtkirchlichen Wettbewerbs für Kinder und Jugendliche für die besten Geschichten über Neumärtyrer und  Bekenner. Die besten Werken sollen in der Zeitschrift veröffentlicht werden.

13. Veröffentlichung eines jährlichen thematischen Kalenders.

Wie im Plan gut zu sehen ist, ist es notwendig, eine riesige und vielseitige Arbeit zu leisten. Ein Teil der Projekte wird bereits heute erfolgreich ins Leben umgesetzt, aber viele harren noch ihrer Verwirklichung

Die Verehrung der Neumärtyrer soll zur Kraft werden, die helfen soll, unsere Heimat wiederzubeleben.

 


[1] „Darum, wenn es ehrwürdige Gotteshäuser gibt, die ohne heilige Märtyrergebeine geweiht wurden, beschließen wir: möge in ihnen die Platzierung von Gebeinen mit einem ordentlichen Gebet erfolgen. Sollte sich von nun an ein Bischof finden, der ein Gotteshaus ohne heilige Gebeine einweiht, möge er exkommuniziert werden als jemand, der die kirchliche Überlieferung übertrat.“ (7. Kanon des 7. Ökumenischen Konzils)

[2]Apologeticum, 50. Kapitel.

[3] Artikel 58 des Strafgesetzbuches der RSFSR, in der Fassung von 1926 (verabschiedet am 22.11.1926).

[4] „101. Kilometer“ ist ein inoffizieller Begriff für die Einschränkung bestimmter Rechte der Staatsbürger. U.a. bedeutete es das Verbot, sich im Umkreis von 100 km um Moskau, Leningrad, Kiew, Minsk und anderen „geschlossenen“ Orten oder Großstädten niederzulassen und zu wohnen.

 

[5]„Sie ist das Opium des Volks“ (Karl Marx: Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie; in: Deutsch-Französische Jahrbücher 1844, S. 71f, zitiert nach MEW, Bd. 1, S. 378-379).

[6]Об отношении рабочей партии к религии (13 (26) мая 1909 г.) // Ленин В.И. Полное собрание сочинений. — 5-е изд. — М.: Издательство политической литературы, 1964—1981. — Т. 17. — С. 416–418.

[7] Als „schwarzer Rabe“ wurde damals ein Häftlingstransporter bezeichnet. Diese NKWD-Wagen, wie sie in der Zeit der Massenrepressionen benutzt wurden, waren immer schwarz und wurden deswegen vom Volk so genannt.

[8]Der Novatianismus war eine schismatische Bewegung des 3. und 4. Jahrhunderts. Novatian, der Urheber dieses Schismas, kritisierte die Praxis des Bischofs Kornelius von Rom, Abtrünnige in die Kirche aufzunehmen, und forderte, diese für immer auszustoßen. Er begründete  dies mit folgenden Argumenten: ist die Kirche die Gemeinschaft der Heiligen, sollten  alle, die Todsünden begangen oder den Glauben verleugnet hatten, für immer exkommuniziert werden; ansonsten würde die Kirche unrein werden und aufhören, heilig zu sein. Die Anhänger dieses Schismas wurden häufig als Katharoi bezeichnet (von καθαροί „rein“). Es ist bemerkenswert, dass das Erste Ökumenische Konzil die Legitimität und die Rechtgläubigkeit der novatianischen Hierarchie anerkannte, auch wenn sie als schismatisch galt.

[9]Gemeinsame Verordnung des Zentralen Exekutivkomitees und des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion „Über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität“. Staatsarchiv der Russischen Föderation. Ф. 9401. Оп. 12. Д. 103. Л. 35. Типографский экз. Zum ersten Mal in „Izwestija“ [Mitteilung] der  Zentralen Exekutivkomitees der UdSSR

[10]Rundbrief der Staatsanwaltschaft der UdSSR und des Obersten Gerichts der UdSSR an die Staatsanwälte und Gerichtsvorsitzenden über die Ordnung der Anwendung des höchsten Strafmaßes auf Minderjährige. Staatsarchiv der Russischen Föderation.Ф. Р-8131. Оп. 38. Л. 6 П. 47а

[11]РЦХИДНИ. Ф. 2. Оп. 1. Д. 22947

Schlüsselwörter:
Siehe auch:
добавить на Яндекс добавить на Яндекс