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Goldener Fonds
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Vom reichen Kornbauern

30. November 2012
„Oft geht es uns deshalb nicht gut, weil wir so viele leere Worte sagen, faule Worte, tote Worte und so viele Dinge tun, die dann später, wie eine Wunde auf unserer Seele brennen. Oder aber weil wir so viele Pläne vom Leben machen, wie wir einmal leben wollen, jedoch später, wenn wir dann unsere Lebenspläne verwirklichen können werden. Doch so kommt es nicht, denn der Tod rückt heran und unsere Pläne bleiben ein Wunschzettel, das Leben ungelebt und besudelt. Und was übrig bleibt, ist eine Trauer über den Menschen, der eigentlich so viel Großes hätte tun können, und doch so eine kleine und gemeine Kreatur geblieben ist.“ – aus einer Predigt zum Gleichnis vom reichen Kornbauern von Metropolit Antonij von Sourozh

Die heutige Lesung aus dem Evangelium endet mit einer Warnung vor etwas, dessen wir uns eigentlich die ganze Zeit bewusst sein könnten, nämlich dass auf jeden von uns der Tod wartet und dass vieles von dem, was wir tun, nach uns aufhören wird zu existieren und vergehen wird, weil es niemand braucht.

Bedeutet dies etwa, dass uns die Warnung Christi vor dem Tod erschrecken, uns lähmen und uns jegliche schöpferische Phantasie nehmen will? Nein, es ist gerade umgekehrt! Die Kirchenväter meinten: Bedenke stets, dass du sterblich bist! Nicht deshalb, weil wir den Tod fürchten und unser gesamtes Leben wie unter seinem Schatten verbringen sollten, sondern, weil nur das Wissen darum, dass das Leben kurz ist und es in jedem beliebigen Moment ein Ende mit uns haben kann, es vermag, jedem Augenblich einen existentielle Bedeutung zu geben und dem ganzen Leben das Bewusstsein, dass es gilt, sich zu beeilen, um das Gute zu tun und so zu leben, dass uns der Tod in einem Moment erreichen möge – wann immer dies auch sein möge –, in dem das Leben in uns und durch uns triumphiert.

Mit welch einer Tiefe und Intensität würden wir leben, wenn wir uns dessen stets bewusst sein würden, und wüssten, dass die Worte, die ich euch gerade sage, die letzten sein könnten. Wie wichtig wäre es dann, wie ich sie euch sage und wie ihr auf sie hört. Wenn wir uns bewusst wären, dass der Mensch, mit dem wir gerade reden, in einigen Minuten bereits sterben könnte, wie würden wir uns dann bemühen, dass unsere Worte und unser Tun voller Liebe und Fürsorge zu ihm sind, dass unser Tun wie eine Vollendung all der Größe ist, die zwischen uns und diesem Menschen besteht.

Oft geht es uns deshalb nicht gut, weil wir so viele leere Worte sagen, faule Worte, tote Worte und so viele Dinge tun, die dann später, wie eine Wunde auf unserer Seele brennen. Oder aber weil wir so viele Pläne vom Leben machen, wie wir einmal leben wollen, jedoch später, wenn wir dann unsere Lebenspläne verwirklichen können werden. Doch so kommt es nicht, denn der Tod rückt heran und unsere Pläne bleiben ein Wunschzettel, das Leben ungelebt und besudelt. Und was übrig bleibt, ist eine Trauer über den Menschen, der eigentlich so viel Großes hätte tun können, und doch so eine kleine und gemeine Kreatur geblieben ist …

Das ist es, worüber das Evangelium von heute zu uns spricht. Es geht nicht darum, dass es uns Angst machen will vor dem Tod, sondern darum, dass wir wissen sollen, dass der Tod zu jeder Stunde kommen kann und dass deshalb jeder Moment vollkommen sein, wie auch jedes Wort ein Wort des Lebens sein sollte, damit durch es der Geist weht und es in die Ewigkeit eingehen könnte. Jede Tat von uns sollte jedem anderen gegenüber eine solche sein, die Leben schenkt und die gesamte Fülle, Tiefe und Kraft der Liebe und der Ehrfurcht ausdrückt, die wir alle unseren Mitmenschen gegenüber empfinden sollten.

Lasst uns in all dies hineindenken, denn wenn dies so sein wird, dann verleihen wir all unserem Tun und jedem unserer Worte die Größe und das Leuchten der Ewigkeit!

Amen

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