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Orthodoxe Patriarchen: Große Beachtung für Weihnachtspredigten

8. Januar 2013
Patriarch Kyrill spielte auf umstrittenes Gesetz zum Adoptionsverbot russischer Kinder durch US-Bürger an - Koptischer Papst-Patrirach Tawadros betet für "weise" Politik von Ägyptens Präsident Mursi

Moskau-Kairo (kath.net/KAP) Patriarchen der Orthodoxie haben am Sonntag viel beachtete Weihnachtsansprachen gehalten. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. leitete am Sonntagabend die Weihnachtsliturgie in der Moskauer Erlöserkathedrale und wandte sich vorher in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung. In der Ansprache appellierte er an die Gläubigen, Kinder aus Waisenhäusern zu adoptieren. "Es sollte keine Waisen mehr in unserem Land geben", sagte Kyrill laut Nachrichtenagentur "Interfax". Er verwies auf das Jesuskind, das trotz Armut in einer Familie aufwachsen konnte. 

Die russische Kirche begann am Sonntagabend - ebenso wie zahlreiche orthodoxe Kirchen in Südosteuropa, am Kaukasus, im Nahen Osten und in Nordafrika - die Feiern zum traditionellen Weihnachtsfest, das nach dem Julianischen Kalender immer am 6./7. Jänner gefeiert wird.

Die Themenwahl Patriarch Kyrills steht in Zusammenhang mit dem umstrittene russischen Gesetz zum Verbot von Adoptionen russischer Kinder durch US-Bürger. Das Gesetz war am 1. Jänner in Kraft getreten. 

Das Gesetz sieht neben einem Adoptionsverbot auch die Erstellung einer "schwarzen Liste" von US-Bürgern vor, die in Russland als unerwünscht gelten. Zudem verbietet das Gesetz Nichtregierungsorganisationen in Russland, die von den USA finanziert werden. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte das Gesetz am 28. Dezember unterzeichnet. 

Das Gesetz gilt als Reaktion auf das in den USA erlassene Magnizki-Gesetz. Dieses sieht Sanktionen gegen russische Beamte vor, die mit dem Tod des Anwalts Sergej Magnizki in einem Moskauer Gefängnis in Verbindung stehen. Der Russe hatte für eine US-Anwaltsfirma gearbeitet und einen Korruptionsskandal bei der russischen Polizei aufgedeckt. 2009 starb er in Haft. 

Die USA sehen das auch in Russland nicht unumstrittene Adoptionsgesetz als "politisch motiviert" an. Es betrifft auch rund 50 laufende Adoptionsverfahren. Die russische Opposition will am 13. Jänner in Moskau einen Massenprotest gegen das Gesetz veranstalten. 

Ebenso wie Patriarch Kyrill in seiner Weihnachtsansprache hatte sich davor Präsident Wladimir Putin - er feierte den Weihnachtsgottesdienst in Sotschi am Schwarzen Meer - mit einem Appell an den Patriotismus seiner Landsleute für das Gesetz stark gemacht. Russland müsse für seine eigenen Kinder sorgen, erklärte er. Zudem warf er den USA vor, der Welt ihren Willen aufzwingen zu wollen. 

Adoptionen durch Ausländer stiegen nach dem Fall der Sowjetunion 1991 sprunghaft an und sind generell ein sensibles Thema in Russland. Dort wachsen nach Regierungsangaben mehr als 650.000 Kinder ohne Vater und Mutter auf, weil sie Waisen sind oder ihre Eltern ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren. Gut 100.000 von ihnen lebten 2011 in Kinderheimen, die als chronisch überfüllt gelten. 

Im vergangenen Jahr haben US-Familien nach Moskauer Angaben fast 1.000 russische Kinder adoptiert. Befürworter des Adoptionsverbotes verweisen auf rund 20 Fälle in den vergangenen zehn Jahren, in denen russische Kinder in ihren US-Adoptionsfamilien gestorben sind. 

Großes Medieninteresse an Ansprache Tawadros' 

Die orthodoxen Weihnachten richten sich nach dem alten Julianischen Kalender, demzufolge die Geburt Christi jeweils 13 Tage nach dem westlichen Weihnachtsfest (Gregorianischer Kalender) gefeiert wird. Unter den "patriarchalen" Weihnachtsansprachen von Sonntagabend stieß außer der Kyrills jene des neuen koptischen Papst-Patriarchen Tawadros II. auf großes mediales Interesse. 

Der ägyptische Kirchenführer sagte bei der Liturgie in der Kairoer Markus-Kathedrale, die koptischen Christen sollten jetzt für die Zukunft ihres unter neuer Führung stehende Land beten. "Wir wünschen uns, dass Gott Präsident Mohammed Mursi die Weisheit gibt, das Land gut zu führen", so Tawadros. An dem Gottesdienst nahmen auch zahlreiche Politiker aus den Oppositionsparteien teil, darunter der frühere Präsident der Arabischen Liga, Amr Moussa. 

Seit dem politischen Aufstieg der Muslimbruderschaft häufen sich - trotz Bekundungen Mursis, die Christen zu schützen - Meldungen über die Vertreibung von Kopten aus ägyptischen Dörfern und Städten. Für Aufsehen sorgte auch die vorübergehende Festnahme zweier christlicher Kinder wegen Gotteslästerung. Sie hätten einen Koran beschädigt, hieß es. 

Hunderte von Christen und Muslimen hatten sich am Freitagabend in einer evangelischen Kirche in Kairo getroffen, um in einem vorweihnachtlichen Fest ein Zeichen guter Nachbarschaft zu geben. An der Begegnung nahm auch der liberale Politiker Hamdeen Sabbahi teil, einer der Kandidaten der letzten Präsidentenwahlen. Sabbahi war an der Spitze eines Zuges von Muslimen nach dem Freitagsgebet von einer Moschee aus zur Kirche gezogen, wie Radio Vatikan am Montag berichtet.

http://www.kath.net/

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