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Schlussdokument der Konferenz: Athos – das einzigartige geistliche und kulturelle Erbe der Menschheit

4. September 2013
Schlussdokument der dem Heiligen Berg Athos gewidmeten Konferenz, die am 23-26. Juni 2013 in Belgrad tagte.

Internationale Konferenz, Belgrad, Serbien

26. Juni 2013

Schlussdokument (Schreiben der Teilnehmer über die Resultate der dritten internationalen Konferenz)

1.      Die heutige Welt wird mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Eine der wichtigsten davon ist die Ökologische. Die Teilnehmer der Konferenz sind der Meinung, dass zwischen dem Menschen und seiner Umwelt eine Harmonie möglich ist. Ein Beispiel dafür ist der Heilige Berg Athos. Seine Einwohner leben bereits tausend Jahre lang in Übereinstimmung mit der Natur. Die Tradition und die Erfahrung, die Umwelt zu bewahren, kommen vielen heutigen Agrar- und Energiemodellen zuvor. Das gilt nicht nur für die Einwohner des Athos-Berges, sondern für alle Mönche, die eine natürliche, fast abfallfreie Wirtschaft führen, in dem Sie die Erde schonend bebauen und von den Früchten ihrer Arbeit leben.

Der Hl. Isaak der Syrer lehrte die Christen in Reinheit zu leben, mit einem Herzen, das „jedem Geschöpf Barmherzigkeit entgegenbringt“. Für uns ist diese Lehre und diese Erfahrung notwendig, um eine moderne ökologische Ethik als Ersatz für den der Konsumgesellschaft eigenen Anthropozentrismus zu erarbeiten. Wir sind der Meinung, dass der Ursprung der ökologischen Krise nicht außerhalb, sondern in den Menschen selbst liegt. Die Lösung kann nicht technologisch sein. Jegliche Initiativen zur Rettung des Planeten müssen mit unserer inneren Demut, Askese und innerem Aufstieg zum Allerhöchsten einhergehen. Ein lebendiges und jahrhundertealtes Beispiel hierfür demonstriert der Athos. Die Teilnehmer der Konferenz rufen dazu auf, die athonitische Erfahrung zu berücksichtigen und zu studieren, denn sie sehen den „orthodoxen Ökologismus“ als einen Ausweg aus der Sackgasse der heutigen Zivilisation, die den Menschen mit den Mechanismen der virtuellen Technologien und der Massenkultur umformt, von dem Bild, nach dem er geschaffen wurde, zu einem Konsumprodukt. Dadurch wird die natürliche Würde des Menschen zerstört. Die Teilnehmer schlagen vor, eine „athonitische Vorlesung“ über die Harmonie des Menschen und der Natur zu organisieren und an Bildungseinrichtungen zu halten.

2.      In den Jahrhunderten seiner Existenz wurde der Athos zu einem einzigartigen theologischem, anthropologischem und sozialem Laboratorium. Die Lebensart auf dem Heiligen Berg zeigt eine lebendige Einheit in der Vielfalt. Die Mönchsgemeinschaften, die durch den freien Willen ihrer Mitglieder gebildet wurden, schlagen verschiedene Formen des Zusammenlebens und des Befolgens der Gebote Gottes vor. Das Leben im Kloster und in der Skite, als Einsiedler oder im Dienst den Menschen, ergänzen einander im Hinblick auf die hohe Verantwortung vor Gott und der geschaffenen Welt.

Die Teilnehmer sind der Auffassung, dass die athonitische, und, im weiteren Sinne, die orthodoxe Verwirklichung der Sozialisation, ein Beispiel der wirklichen Selbstbestimmung der Persönlichkeit zeigt, die ihren Weg freiwillig auf der Grundlage der Liebe zu Gott und zum Nächsten wählt. Dabei werden vereinheitlichte Versuchung des Säkularismus und der Barbarei vermieden.

3.      Bezug nehmend auf die Resultate der bisherigen Zusammenkünfte, u. A. auf die Resolution der Weimarer Konferenz 2013, schlagen die Teilnehmer vor, das Format der geistlich-wissenschaftlichen Athos-Konferenz zu ergänzen und zu erweitern. Die Zeit ist gekommen, bei den internationalen Diskussion des Themas den nächsten Schritt zu tun und die jahrhundertealte Erfahrung und Tradition des Heiligen Berges der Weltöffentlichkeit kompetent zu präsentieren. Dafür wenden sich die Teilnehmer an die Organisatoren der Konferenz mit dem Vorschlag, bei dem im Oktober in Griechenland anstehenden Forum „Dialogue of Civilizations“ ein Treffen zu arrangieren, um die Rolle von heutigen christlichen (orthodoxen) Praktiken der ökologischen Entwicklung des Menschen, der Sozialisation und der Unterstützung der Lebensfähigkeit der Gesellschaft  auf der Grundlage von geistlich-kulturellen Werten und Traditionen zu erörtern.

4.      Die Teilnehmer drücken ihre Unterstützung Russland und anderen orthodox-orientierten Ländern bei der Bewahrung des Status des Athos als eines großen kulturell-historischen Zentrums der Welt aus.

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