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Was bedeutet Verkirchlichung in dem modernen Russland? Ein Diskussionsabend zum Gedenken des Vaters Alexander Schmeman

19. Dezember 2008
Am 16. Dezember fand im dem Staatsuniversität für internationale Beziehungen von Moskau (MGIMO), ein Gedenkabend des Erzpresbyters Alexander Schmeman, statt.

Die Mitarbeiter der Uni- Abteilung „Kirche und internationale Beziehungen“ hatten Priester und Laien eingeladen, die sich mit der Missionärsarbeit beschäftigen. Dies taten sie nicht nur zum Gedenken des „Hirten“, der sehr viele Menschen in den Schoß der Kirche geführt hat, sondern auch für eine Diskussion zu der aktuellen Frage: Was bedeutet Verkirchlichung in dem modernen Russland? Die Diskussionsteilnehmer betrachteten das Thema im Kontext des Erbes von Vater Alexander.

Die Hauptfrage der Diskussion formulierte der Student der MGIMO, Wassilij Ulinski. Nach seiner Meinung, verliert oft ein verkirchlichter Mensch das Interesse seine Beziehung zu Gott gedanklich zu verarbeiten. Er betrachtet die Kirche als „ein Institut, welches ihn von der Notwendigkeit des Selbstdenkens befreit“. Wie der Student bemerkte, sind viele dafür anfällig den „wahren Glauben durch Frömmigkeit zu ersetzen“, sie nehmen Christus nicht als die lebende Persönlichkeit wahr, sondern als ein „Symbol“, worüber auch der Vater Alexander Schmeman viel geschrieben hat. Ulinski unterstrich auch die ständige Erscheinung der äußeren Frömmigkeit der Neophyten: „übermäßige Konzentration auf äußeren Dingen“, praktische Verhältnis zu der „Spezialisierung“ der Heiligen (d.h. wenn ich zu diesem Heiligen in diesem „speziellen“ Fall bete, so wird er mir helfen...),... usw. Dies alles führt unabwegig zum Götzendienst und Selbstisolierung, „zum Verlust der Freude und Liebe“, und ohne die Letzten kann das Christentum nicht existieren, - ohne der tiefen Freude, mit der die Tagebücher des Vaters Alexander durchdrungen sind.

Der Organisator des Abends, Doktorand des MGIMO Wiktor Awerkow, sprach von dem Problem, das Vater Alexander schon damals beschrieb, und welches noch heute aktuell ist: „für einen Christen bedeutet Leben: Dank und Gottesdienst.“ Doch in den meisten Fällen endet unser Christentum mit dem Ende des Gottesdienstes. – meint W. Awerkow. Wo ist die Grenze zwischen Liturgie und Leben? – schlug er als Frage für die Diskussion vor.

Als erster der Experten trat der Abt Petr (Meschtscherinow) auf, der Leiter einer geistlichen Jugendschule in dem Danilow Kloster. Er betonte die Notwendigkeit der Bildung der Gemeindehäuser, und vor allem die Mühe, welche die Priester aufbringen müssen, um für die geistliche Reife der Gemeinemitglieder zu sorgen.

Der Journalist, der verantwortliche Redaktor der Zeitung „Der kirchliche Bote“, Sergej Tschapnin, vermutet, dass 90 % der Probleme bei der Verkirchlichung weichen, wenn der Mensch in die Kirche durch seine Familie eintritt. Ein guter Beispiel dafür sind: Alexander Schmeman und der Patriarch Alexij II. Nach der Meinung des Tschapnin, haben diese „nichtsowjetische Menschen“ etwas gemeinsam: „die Erfahrung des freien, kindlichen Glaubens und der Freude, die in der Familie verwurzelt waren.“

Der Priester Wjatscheslaw Perewesenzew hatte nicht das Glück im Kindesalter durch die Familie in die Kirche eingeführt zu werden. Das hat er seinem geistlichen Vater, Alexander Menj, zu verdanken. Zwei Monate nach dessen Ableben, wurde Vater Wjatscheslaw Priester. Vater Wjatscheslaw ging es vor allem darum das Thema „versteinertes Herz“ anzusprechen, was eines der Infantilismusgründe ist. Er merkte an, dass es für die verkirchlichten Menschen vom Nutzen sein kann, die Kirche mit einem „Bergsteigerkurs“ zu vergleichen: wenn du dich eingeschrieben hast, so reicht es nicht sich nur mit der Theorie zu befassen. Man muss auch trainieren und Berge besteigen. Nach den Worten des Vaters Wjatschaslaw darf der verkirchlichte Mensch nicht sofort mit „Früchten“ rechnen; er bekommt vorerst „Samen, an denen er arbeiten muss.“

Der Professor für Philosophie an der MGIMO, Aleksej Schestopalow, bemerkte in dem Studium der „Tagebücher“ von Alexander Schmeman nicht nur „Erfahrungen der Freude, sondern auch der Trauer“ im Bezug auf die Unorganisation in der Kirche, wovon auch das Herz des Autors schmerzte. Der Professor ist damit einverstanden, dass „wir nicht mit allem in der Kirche einverstanden sein können“, doch die Kritik darf die Tatsache der Renaissance einer freien Kirche, nach so vielen Jahren Atheismus, nicht überschatten. „Wir müssen dankbar sein für das, was wir bekommen haben... Am meisten aber erwarten wir von der Kirche die Geduld in der gegenwärtigen ungeduldigen Zeit“, - sprach der Professor.

Vater Wadim Leonow, ein Kleriker der Kirche der Großmartyrerin Ekaterina in Wspolje (Vertretung der Orthodoxen Kirche von Amerika; OKA), betonte, dass bei der Wahrnehmung des Erbes des Erzpresbyters eine deutliche Verkantung in Richtung „Minus“ anzumerken ist, und dass es nicht für alle nützlich wäre, sich mit den Tagebüchern von Vater Alexander auseinander zu setzen. Vater Wadim kannte Vater Alexander Schmeman, als einen Liturgiker und Histotiker der Kirche, doch beim Lesen seiner Tagebücher bekam er eine «Wunde», denn der Mokauer Kleriker sah in diesem Buch «das Dunkele der Seele»; in ihnen offenbarte sich besonders die Beziehung des Priesters zu dem Mysterium Beichte (in seinen Tagebüchern äußert sich Vater Alexander nicht selten darüber, wie ihn das Kreuz des Beichtvaters belastet). V. Wadim denkt, dass die Verbreitung dieser «Tagebücher» nicht für den großen Leserkreis bestimmt ist.

Der Archimandrit Sakchej (Wud), die offizielle Vertretung der amerikanischen Orthodoxen Kirche in Russland, fand Kritik in den Tagebüchern des Vaters Alexander. „Vater Alexander ruft uns auf heute die Sünde im Kirchenleben zu sehen, doch man darf nicht vergessen, dass jede Kirchensünde eine Sünde gegen die Kirche ist“, - sprach Vater Sakchej. Nichtsdestoweniger, unterstrich er den besonderen Verdienst Schmemans – der die Menschen zum bewussten Glauben und zum aktiven Nachdenken aufrief.

Der Leiter des Zentrums „Kirche und internationale Beziehungen“ an der MGIMO, Professor Andrej Subow, sah in den „Tagebüchern“ jedoch was anderes – weder „Minus“, noch Kritik an der Kirchenrealität, viel mehr „die absolute Ehrlichkeit vor sich selbst“. Daran können nicht nur die Laien einen Beispiel nehmen, sondern auch Kleriker, besonders die aus der „Sowjetabhärtung“: „denken das Eine, reden das Andere, und tun ganz was Anderes“, meint A. Subow. V. Alexander unterschied sich mit „überwältigender Liebe, und der Gabe, die er im Mysterium des Priestertums bekam“. Indem er diese zwei Besonderheiten verband, bekam er „die Wahrheit der Liebe“, unterstrich der Professor. Nur darauf kann eine Christliche Gemeinde aufgebaut werden.

Der Lehrer des MGIMO Wladimir Petschatnow, Theologe und Philosoph, ist nicht damit einverstanden, dass die Bücher des Vaters Alexander eine Gefahr für die Neophyten darstellen. „V. Alexander ist die Gabe Gottes für die Welt, für Russland besonders. Seine Botschaft an die Welt ist die Freude des Christentums, der „Vorgeschmack“ des [himmlischen] Königtums, das in der Liturgie gespendet wird, - sie muss in der Russischen Orthodoxen Kirche gehört werden“, - sprach der Redner. Jedoch muss sowohl in Russland, als auch in Amerika Menschen geben, welche die „Botschaft“ Schmemans in die Welt tragen könnten. Was bis jetzt noch nicht passiert ist, betonte er.

An der Diskussion haben ebenfalls die Vertreter des MGIMO, des Heiligen- Filaret- Instituts, des Pilgerzentrums des Moskauer Patriarchats und der orthodoxen Missionärgruppen teilgenommen.

http://blagovest-info.ru/

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