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Professor der Münchener Universität, Thomas Bremer, über die Probleme des Orthodoxiestudiums in Osteuropa

25. Februar 2009
Prof. Thomas Bremer (Deutschland) hielt am 20 Februar an der Geschichtsfakultät der Lomonossow-Universität einen Vortrag mit dem  Titel „Die Besonderheiten des Orthodoxiestudiums in dem modernen Osteuropa“.

Das Treffen mit den jungen Wissenschaftlern fand am Lehrstuhl für Kirchengeschichte, im Rahmen eines interschulischen Seminars „Die Geschichte der Kirche: Quellen, Einrichtungen, Methodologie, Historiker“ statt. Als ein Spezialist für die Geschichte der Orthodoxie, spricht der Gast aus Deutschland sehr gut russisch.

„Die Ostkirchen sind nicht nur für die deutschen Studenten stets etwas exotisches, sondern auch für die Professoren“, - betonte der Referent. Die Hauptursache dessen ist die Unkenntnis der russischen Sprache. „Meine Aufgabe ist es, in ihnen das Interesse für die russische Sprache, Kultur, Geschichte und die Russische Kirche zu wecken“, - erzählte der Wissenschaftler. Der wissenschaftliche Interessenbereich des Professors Bremer ist Russland, Weißrussland, Ukraine und Serbien.

Er unterstrich, dass die theologische Fakultät großes Interesse an einer Zusammenarbeit mit den russischen Universitäten hat.

Der Referent verfolgt mit großer Aufmerksamkeit die Entwicklung des modernen religiösen Lebens in Russland, deswegen wurde ihm die Frage gestellt, wie er die letzten 20 Jahre der Religionsfreiheit in Russland bewertet. „Das ist ein kurzer Zeitraum“, - begann der Wissenschaftler. „Alles ist nicht so gekommen, wie es schien, der Aufschwung lässt nach. Die erste Verzückung kühlt ab, es bleiben nur die übrig, der sich seines Glaubens sicher sind. Die Oberflächlichen verlassen [jedoch das Schiff der Kirche]“, - verdeutlichte er. Was die Wechselbeziehung zwischen dem Staat und der Kirche angeht, so wurde das Idealmodell noch nicht gefunden, meint der Experte. „In Russland kam es zu der Situation, dass beide Parteien – der Staat und die Kirche – davon überzeugt sind, dass „dies“ für sie vom Vorteil sei. Doch stimmt das wirklich? Ich würde nicht sagen, dass die Kirche von dem Staat ausgenutzt wird, doch ich habe bedenken, dass hier ein gegenseitiger Nutzen geschöpft werden kann. In westeuropäischen Ländern kam es zu verschiedenen Kirche-Staat-Modellen. Russland muss ihr eigenes Modell finden, was für das Land und die Gesellschaft passt. Es ist vollkommen klar, dass die Zeit der Verfolgung vorüber ist, doch es ist auch klar, dass man zu einem vorrevolutionären Modell nicht zurückkommen darf. Es gibt keine Tradition in der Vergangenheit, an welcher Russland sich orientieren kann.

Als ein Spezialist des theologischen Dialogs für Ost- und Westkirche (Römisch-Katholische Kirche), antwortete T. Bremer auf die Frage dieser Dialogperspektive. „Ich sehe gegenseitiges Interesse“, - teilte der Professor seine Beobachtungen mit, der vor drei Jahren nach Russland eingeladen wurde, um Vorlesungen zum Thema „Katholische Theologie“ in dem Geistlichen Seminar von Smolensk zu halten. Seinen Worten nach, bemühen sich Theologiewissenschaftler um eine "Wechselbeziehung", im Rahmen der orthodox-katholischen Kommissionsarbeit, in den letzten Jahren. Die Kommission schritt den richtigen Pfad, indem sie mit dem Studium des ersten Jahrtausends began, in dem die Kirche noch eine Einheit war. Der Professor erinnerte an den Hauptunterschied – den Vorrang (Primat) des römischen Bischofs – und bot seinerseits ein Kompromismodell an: „Die Katholiken müssen verstehen, einfach aus historischen Gründen, dass das römische Vorrecht keine große Rolle spielt, die Orthodoxen ihrerseits jedoch, müssen anerkennen, dass dies nichtsdestoweniger eine bestimmte Rolle spielt. Und auf dieser Grundlage müssen sich beide Parteien einem Dialog nahen.“
Der Referent unterstrich, dass die Entwicklung eines solchen Dialogs ein langer Prozess ist. Dieser Dialog wird auf Anhieb keine Ergebnisse hervorbringen. Der Professor äußerte die Hoffnung, dass der neue Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Kirche die ökumenischen Beziehungen erhalten wird. „Der neue Patriarch war Vorsitzender des Kirchlichen Außenamtes, daher hat er große ökumenische Erfahrung, er kennt alle Führungspersönlichkeiten anderer Kirchen, er hat mit ihnen gesprochen, und er ist über alles im Bilde. Es ist natürlich interessant, wer der Nachfolger dieses Amtes sein wird, doch es gibt gute Gründe zu der Annahme, dass er dasselbe ökumenisches Interesse, wie der (damalige) Metropolit Kyrill, erhält“, - sagte T. Bremer. Der Professor ist darüber im Bilde, dass einige Orthodoxe Ökumenismus für eine Häresie halten. Er betonte: „Wir wissen, dass es solche Menschen immer geben wird, doch wir kennen auch, dass die Kirche ohne die Anderen nicht leben kann. Eine Beziehung muss ständig vorhanden sein, denn sie ist die Antwort auf den Aufruf des Herrn: „ auf daß sie alle eins seien“ (Joh. 17.21) Ich hoffe, dass der Patriarch Kyrill diese Arbeit fortsetzt und die Opposition überzeugt.“ „Es muss ein Weg gefunden werden, damit die Ost- und Westkirche in einer Einheit leben können, ohne dass beide auf ihre Identität verzichten", - schloß der Professor der Münchener Universität ab.

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