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Goldener Fonds

Christi Taufe

30. Mai 2009
„Und siehe, Christus ist an die Wasser des Jordans getreten, an die bis dahin Leute gekommen waren, die auf die Predigt Johannes des Täufers hin ihre Sünden reuten, um dann in ihnen ihre Sündenlast von sich zu waschen. Wie verschmutzt waren diese Wasser von der Unzahl der Sünden der Menschen!  An diese Wasser ist Er getreten, um in sie einzutauchen. Er, der selbst ohne Sünde war.“ – aus einer Predigt zum Fest der Taufe Christi von Antonij von Suroz

19. Januar 1973 

Wie viel Leben können Wasser in sich tragen, wie zerstörerisch können sie sein ... Im ersten Kapitel der Genesis  lesen wir, wie über den Wassern der Atem Gottes schwebte und wie aus diesen Wassern die ersten lebenden Geschöpfe erstanden. Im Laufe der gesamten Menschheitsgeschichte - nur eben so deutlich im Alten Testament - erfahren wir Wasser als Bild für das Leben: Es löscht den Durst  in der Wüste, es belebt Wald und Feld, es ist Symbol für Leben und zugleich Sinnbild für Gottes Güte. In den heiligen Büchern des Alten und des Neuen Testaments ist Wasser Ausdruck für Reinigung , Waschung und Erneuerung.

Doch wie grausam können Wasser sein: Die Wasser der Sintflut, in denen alle ertranken, die vor dem Gericht Gottes nicht standhalten konnten und all die anderen Wasser, die wir im Laufe unseres gesamten Lebens erfahren: die schrecklichen, mörderischen, dunklen Wasser der  großen Fluten. ...

Und siehe, Christus ist an die Wasser des Jordans getreten und sogar in diese Wasser hinein, die Wasser dieser schon nicht mehr sündlosen Erde, unserer Erde, die bis in ihr Innerstes hinein von menschlicher Sünde und Abfall besudelt ist.  Zu diesen Wassern sind Leute gekommen, die auf die Predigt Johannes des Täufers hin ihre Sünden reuten, um in ihnen ihre Sündenlast von sich zu waschen. Wie verschmutzt waren diese Wasser von der Unzahl der Sünden der Menschen! Wenn wir es nur erahnen könnten, wie diese Wasser, die die Sünden abwuschen, selbst immer schwerer und abscheulich wurden durch all die Sünden. Zu diesen Wassern ist Christus gekommen, um in ihnen zu Beginn seines öffentlichen Predigens und seines schrittweisen Gangs zum Kreuz nach Golgatha unterzutauchen. An diese Wasser, die all die Schwere und Last menschlicher Sünde trugen, ist Er getreten, um in sie einzutauchen. Er, der selbst ohne Sünde war.

Der Moment der Taufe unseres Herrn ist einer der grausamsten und tragischsten Momente Seines Lebens. Die Weihnacht ist der Augenblick, in dem Gott in seiner Liebe zu den Menschen und in Seinem Wunsch, den Menschen von ewiger Verdammnis zu erlösen, einen menschlichen Leib annimmt, in dem der menschliche Leib vom Göttlichen durchdrungen und erneuert wird, ewig wird, rein und licht,  eben der Leib wird, der dann durch Kreuz, Auferstehung und Himmelfahrt hindurch seinen Platz zur Rechten Gottes einnimmt.

Doch im Moment der Taufe des Herrn ist der Weg der Vorbereitung vollendet: jetzt, nachdem Er in seinem Menschsein die volle Reife erlangt hat, nachdem Jesus Christus zu einem vollen und reifen Menschen erwachsen ist, vereinigt durch vollkommene Liebe mit dem Vater und in allem Dessen Willen gehorsam, schreitet der Herr aus freiem Willen zu dem, was vor aller Ewigkeit beschlossen war, um es in Freiheit zu erfüllen. Jetzt bringt der Mensch Jesus Christus diesen Leib zum Opfer und zur Gabe nicht nur Gott, sondern der gesamten Menschheit dar. Er nimmt auf sich die ganze schreckliche Last der Sünden des Menschen, des menschlichen Vergehens und steigt in die Wasser, die jetzt Wasser des Todes sind, Wasser des Untergangs, die in sich alles Böse, alles Gift, allen Tod der Sünde tragen.

Die Taufe des Herrn kommt im weiteren Verlauf des Geschehens der grausamen Nacht im Garten von Gethsemane, der einsamen Verzweiflung am Kreuz und dem Abstieg in den Hades am nächsten. Auch hier verbindet sich Christus so eng mit dem Los des Menschen, dass alles Grauen auf Ihm liegt. Der Herabstieg in den Hades ist das vollkommenste Maß Seiner Verbundenheit mit uns und Verlust von allem - aber auch der Sieg über das Böse.   

Das ist der Grund, warum dieser große Feiertag so tragisch ist. Das ist der Grund, warum die Wasser des Jordans, die all die Schwere und all das Furchtbare der Sünde in sich tragen, durch Berührung mit dem Leib Christi, dem Leib des Sündlosen, des Allreinen, des Unsterblichen, der vom Göttlichen durchdrungen leuchtete, durch Berührung mit den Leib des Gottmenschen, bis in alle Tiefe gereinigt werden und wieder die werden, die sie einmal waren: die ersten Wasser des Lebens, die alle Sünden abwaschen und reinigen können, die den Menschen erneuern und ihm die Unverweslichkeit wiederschenken, die ihm am Kreuz Anteil geben, die ihn Erbe werden lassen, schon nicht mehr nur eines Leibes, sondern des ewigen Lebens und des Himmelreiches.

Wie ehrfurchtsvoll ist dieses Fest! Das ist der Grund, warum wir das Wasser an diesem Tag weihen, warum wir es mit solch Bewunderung und Ehrfurcht betrachten: Dieses Wasser wird durch die Herabkunft des Heiligen Geistes zu den Wassern des Jordans. Nicht nur den ersten Wassern des Lebens gleich, sondern auch Wasser, das nicht nur irdisches, zeitliches Leben, sondern ewiges Leben  schenken kann. Das ist der Grund, warum wir uns dem Wasser in solcher Ehrfurcht und Vorsicht nähern. Das ist der Grund, warum die Kirche es als heilig betrachtet und uns aufruft, es in unseren Häusern für den Fall von Krankheit und seelischen Leids zu haben, ebenso für den Fall der Sünde aufzubewahren zur Reinigung und Erneuerung, zum Anteil am neuen, gereinigten Leben. Lasst uns dieses Wasser trinken und dies in voller Ehrfurcht tun. Durch dieses Wasser hat die Natur begonnen, erneuert, die Schöpfung geheiligt und die Welt verklären zu werden. Ebenso wie in den Heiligen Gaben können wir so auch in ihm den Beginn der künftigen Ewigkeit erschauen, den Sieg Gottes, den Beginn des ewigen Lebens, die ewige Herrlichkeit nicht nur des Menschen, sondern auch der gesamten Schöpfung, wenn Gott Alles in allem sein wird.

Ehre sei Gott für Seine endlose Güte, für Seine göttliche Nachsicht, für das Werk des Gottessohns der Menschensohn geworden ist! Ehre sei Gott, dass Er uns Menschen und unsere Gegebenheiten immer wieder erneuert, ebenso die Welt, in der wir leben, und dass wir trotz allem in Hoffnung leben können durch den schon errungenen Sieg und in Freude auf den Tag des Herrn, den großen, wundervollen und schrecklichen Tag, wenn die ganze Welt erstrahlen wird durch die Gnade des von uns ergriffenen und nicht nur geschenkten Heiligen Geistes! Amen.  

http://www.metropolit-anthony.orc.ru/inname/in_24.htm

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