Функционирует при финансовой поддержке Федерального агентства по печати и массовым коммуникациям
Goldener Fonds

Christen werden nicht im Gewächshaus geboren

12. Mai 2015

Wird DER GLAUBE VERERBT?


Vater Paul, kann man in dem, dass moderne Kinder im halbwüchsiger Alter die Kirche verlassen können, die Besonderheiten der Zeit sehen?Ich denke eindeutig, dass es sein kann.

Ich gehe davon aus, dass es eine solche Intensität des kirchlichen Lebens, die in den letzten 20-30 Jahren in Russland den Kindern gegenüber zu beobachten ist, nie zuvor in unserem Staat und in unserer Kirche gab. Nirgendwo in schriftlichen Quellen haben wir Beweise gefunden, dass man die Kinder in Massen jeden Sonntag in die Kirche führte, damit sie jeden Sonntag die Heiligen Mysterien erlebten, an den verschiedenen Formen der auβerkirchlichen Aktivitäten in der Gemeinde, wie zB Sonntagsschulen, Clubs und Klassen usw.teilnahmen.

Es würde scheinen, dass sich das Kind im Ergebnis in der Kirche fest einbürgen muss!

Das ist es! Aber In der Praxis sehen wir, dass eine mit dem anderen nicht besonders verbunden sein kann. Aus irgendeinem Grund ist die Zahl der Kinder in der Pubertät weniger als aus anderen Altersgruppen.

Ich glaube, einer der Gründe besteht in folgendem. Als Eltern wollen wir oft, dass sich die Kinder jene persönliche religiöse Erfahrung aneigneten, die wir selbst augrund der bestimmten Lebenssuchen, Fehler, Niederlagen, Erwerbungen auf dem Wege zur Kirche bekommen hatten und die für uns unendlich teuer ist. Und es stellt sich heraus,dass unsere Kinder, die noch in den Kinderschuhen stecken, schon in der Kirchgemeinde sind, dass sie noch keine schmerzhafte Suche nach dem Sinn im Leben hinter sich haben, weil dieser Sinn ihnen “a priori” scnon übergeben worden ist! Wir beobachten unsere Kinder, wenn sie die Verbeugungen in der Kirche machen, beichten, kommunizieren, beten, und wir sehen darin eine gewisse Identität mit dem, was wir selbst erlebt haben. Und sie ahmen uns geradezu das nach, was es in ihnen vielleicht noch nicht reif geworden ist.

Daher muss das Kind beiseite treten, ein wenig Abstand davon nehmen, was es “a priori” angenommen hat.Wozu? Um zu jenem christlichen Gärungsstoff zurückzukehren, der ihm festgelegt wurde, aber schon auf einem völlig neuen Niveau des Verständnisses und Erlebnisses. Wie ein Teenager Autonomie, Unabhängigkeit und Selbständigkeit nicht erwerben kann, ohne die "Nabelschnur" zu brechen, die ihn mit seinen Eltern verknüpft, von denen er absolut abhängig ist, ist es auch hier - d as Kind braucht etwas,um sich davon abzustoβen. Daher scheint es mir, dass eine Distanzierung von der Kirche eines bestimmten Teils von Mädchen und Jungen mit 12-15 Jahren, durchaus verständlich ist. Und ich würde sagen, dass das manchmal sogar wünschenswert ist - vor allem, wenn der junge Mann auf seinem geistlichen Weg steckengeblieben ist, wenn alles in seinem religiösen Leben laut der Tradition und nicht auf Geheiβ des Herzens erfolgt. Und wenn es jemandem passiert, so ist es nicht in Panik zu geraten.

Meinen Sie den Abgang als eine Neuinterpretation des Glaubens?

Ich spreche von der Entfernung von der Kirche nicht als von einer entschiedenen Ablehnung des Lebens laut den christlichen Geboten, wenn man in verschiedene Arten von Todsünden verfällt und einen destruktiven Lebensstil führt. Nein, keinesfalls! Ich spreche davon, dass das Kind den Maβ und die Form seiner Verbindung mit der Kirche selbst bestimmen muss. Es ist wichtig, diese Verbindung aufzubewahren. Auβerdem ist es für einen Halbwüchsigen das anziehend, was für ihn unbekannt, unerforscht ist, und wenn er in einer Kirchengemeinde aufgewachsen ist, so hat die Welt für ihn ein besonderes Interesse und eine besondere Attraktion. Es gibt nur eine sehr geringe Zahl der Kinder, die Immunität gegen das Leben in der umgebenden Welt, gegen ihre Freuden und Verlockungen haben. Meistens hat das Kind keine solche Immunität. Daher ist es meiner Meinung nach, dass es kein Problem ist, dass die Bedeutung der Kirche für es in diesem Zeitraum niedriger als der Wert der jügendlichen Umwelt, der Musik, neuen Freunde,Vergnügengen, Hobbies wird. Die Hauptsache ist, dass diese Bedeutung überhaupt erhalten wird.

KLEMPNER
ALS GOTTESGESCHENK

Viele Eltern versuchen, das Kind vor den Versuchungen zu schützen, sie machen alles von der Kindheit an, damit das Weltliche für das Kind nicht interessant wäre und es anwiderte ...

Eine Erfahrung, die ich bezüglich der Kinder von Priestern, meinen Freunden habe, erlaubt mir folgendes zu sagen: eine bewusste Anstrengung, das Kind vor dem gesellschaftlichen Leben, vor den säkularen Werten zu schützen, ein solch vollwertiges Gewächshaus für es zu schaffen, in dem es gereift würde, stark und widerstandsfähig gegen wilde Wellen der sündigen, leidenschaftlichen Welt würde, nicht nur wirkt, sondern auch führt oft zu entgegengesetzten Ergebnissen. Öfter ist es so: je härter einige "weltlichen" Dinge abgehaut wurden, desto größer der Mensch richtete sein Bestreben – ich würde sagen seine pathologische Begierde – auf diese Sachen.Und er konnte sie nicht befriedigen, auch wenn es schien, man konnte schon längst stoppen- brach es ihn durch und trug es ihn! Und es ist umgekehrt. In jenen Familien der Priester, wo sich die Eltern in erster Linie mit großer Verantwortung mit der allseitigen Entwicklung ihrer Kinder beschäftigt haben, die sich bemühten, ihnen eine gute Erziehung zu geben, ihre musikalischen Fähigkeiten und auch Fähigketen für Kunst ,Sport, ihre intellektuellen Fähigkeiten zu entwickeln; wo die Kinder das Minderwertigkeitsgefühl im Vergleich zu ihren Klassenkameraden nicht hatten, und sich in etwas noch mehr fortgeschritten fühlten – weil alles mit einer äuβerst groβen Verantwortung vor dem Gott gemacht wurde, distanzierten sich die Jugendliche in diesen Familien später von der Kirche nicht, sie eröffneten sie für sich selbst aufs neue und wurden dann Priester und sogar Mönche und Nonnen. Die Periode der jugendlichen Rebellion verlief mit minimalen Verlusten.

Warum ist es so? Wirkt das hohe kulturelle Niveau wie eine Schutzimpfung?

Ja, es ist eine Art der Impfung. Es ist beispielsweise sehr schwierig, ein gut entwickeltes Gehör des Kindes,das eine Musikschule absolviert hat, mit der billigen Pop -Musik zu befriedigen – das ist für es organisch inakzeptabel , weil es abgeschmackt und minderwertig ist. Es ist mit den anderen Werten gefüllt, es besitzt einen gut entwickelten Geschmack. Und ein solches Herangehen, wie ich denke, kann man auf das gesamte Gebiet der Kultur übertragen: auf das, was das Kind liest, hört, welche Filme, Theaterstücke, Musicals es sieht. Das Wichtigste, was die Eltern bei ihrem Kind entwickeln sollen, ist den Geschmack zu wahrhaften Werten, zum Schönen zu entwickeln und eine innere Immunität gegen vulgäre, unwürdige Dinge zu schaffen, wenn sie auch gefördert werden können und attraktiv scheinen . Natürlich ist es wichtig, den richtigen kulturellen Kontext des Lebens zu schaffen, mit authentischen Werten und richtigen Sinnen gefüllt : die heute so beliebte “Allwissenheit”ist kategorisch nicht akzeptabel. Dann werden diese richtigen kulturellen Werte für das Kind zu solchen Orientierungspunkten, wie sie sowohl für einen gläubigen als auch für einen säkularen Menschen sind.

Mit anderen Worten, werden die richtigen Werte nicht nur durch die orthodoxe Literatur, orthodoxe Vorstellungen und Filme gebildet?

Es ist ganz richtig. Ich würde sogar sagen, es ist unsere Aufgabe, den Kindern echte Werte zu vermitteln, nicht mit dem kirchlichen Umschlag, sondern vor allem die, die außerhalb der Kirche sind, damit sie, in der Welt lebend, sich sicher fühtlen und immer wußten, dass sie sich auf diese Werte verlassen können. Die Eltern sollen dem Kind solche Bedingungen schaffen, die im Einklang mit seiner geistlichen Welt, mit seinen psychologischen Besonderheiten sind, und ihm helfen, diese Fähigkeiten so weit wie möglich zu entwickeln Und die Weisheit besteht darin,dass der Vektor solcher Entwicklung schließlich auf den Gott gerichtet sein soll. Wir müssen dem Kind erklären, dass jede seine Tätigkeit ein Gebet zu dem Gott sein soll und jede Tätigkeit innerhalb oder außerhalb des Kirchenzauns - eine bestimmte Form seines geistlichen Dienstes, seine Tat und sein Maß der Verantwortung vor Gott sein soll.

Könnten Sie ein Beispiel anführen? Einmal arbeitete ein Klempner in meinem Haus. Der Mann war der Kirche nicht besonders nah. Aber es hat mir eine Anregung zum Nachdenken gegeben. Warum? Erstens hat er sich äußerst verantwortungsvoll zu jeder Kleinigkeit verhalten l! Dort, wo ein anderer Mensch die Arbeit im Laufe eines Tages erledigt hätte, und seinen Lohn erhalten hätte, überlegte sich dieser Mann sorgfältig, welche Folgen nach einer bestimmten Betriebsdauer auftreten könnten, welche Kopplung besser aufzustellen wäre usw. Und zweitens, nahm er für seine Arbeit eineinhalb mal weniger als andere nicht professionelle Klempner unserer Stadt. Zur gleichen Zeit fuhr er zu verschiedenen Ausstellungen, war im Bilde über alle modernen technischen Innovationen, nahm an einigen Fortbildungskursen teil. Das heißt, der Mann gab sich ganz seinem Beruf hin! Und wissen Sie, als ich eine solche tiefe berufliche Anständigkeit bemerkte, verstand ich, dass er, in der Tat, ein tief religiöser Mensch war, weil die Motivation seines Handelns nicht alltäglich, sondern ideal war. Vom Gesichtspunkt des weltlichen Vorteils sollte er die gleichen Dinge einfacher, schneller machen, mehr Geld nehmen und schnell mit dem anderen Objekt beginnen. Seine Arbeit war für ihn eine Form des Dienstes dem Nächsten. Und ich denke, dass die Kinder, die sich so zu ihrer Arbeit verhalten – auch wenn sie einen einfachen Beruf gewählt haben - das Glück und der Segen für ihre Eltern sind.

KEINE KRISE - KEINE ENTWICKLUNG

Sie haben ein sehr interessantes Thema berührt: wie eine Person zu dem Gott kommt. Also der Glauben ist für die Eltern - eine Auswahl, und für die Kinder - eine übergebene Tradition? Keine Suche, keine Wahl, keine Leiden? Aber ist es unbedingt, für den Erwerb des Glaubens durch komplizierte Suche und Prüfungen zu gehen?

Wissen Sie, ich denke, dass die geistlichen Krisen im Leben jedes Gläubigen absolut unvermeidlich sind. Denn dort, wo es keine Krise gibt, gibt es auch keine Überwindung, wo es keine Überwindung gibt, gibt es keine Stärkung, keine Entwicklung. Ich habe in meinem Leben solch einen tief gläubigen Menschen nicht gesehen, der ehrlich sagen konnte, dass er noch nie an etwas gezweifelt hatte, nie eine Krise des Glaubens erlebt hatte, auch wenn er in einer ganz gesunden, frommen christlichen Familie aufgewachsen war. Eine andere Sache ist, dass diese Krisen ganz verschieden innerhalb der Kirche und außerhalb der Kirche verlaufen.Die Krisen des innerlichen Lebens der Kirche sind schwerer und akuter, als wenn sich der Mensch im Raum einer offensichtlichen Sünde, der Unrichtigkeit und der Anomalien befindet und davon die Kirche beobachtet . Es ist einfacher, aus der sündigen Welt in die Kirche überzugehen ,als einem Christen eine Krise des Glaubens zu erleben. Und dann wird der Glauben entweder minimiert, d.h. auf einige externe Äuβerungen beschränkt, die eine normale Existenz des Menschen in diesem System der Koordinaten versichern, oder er wird wesentlich vertieft und bekommt eine andere Eigenschaf, was zu einem Konflikt mit der wirklichen kirchlichen Leben oft führt, in dem eine Person lebt.

Wenn der Glaube d as Ergebnis der eigenen Wahl, der Krise, des Überdenkens der Lebenswerte ist, so welche Rolle die Übergabe von Eltern den Kindern ihrer eigenen religiösen Erfahrung spielt?

Es geht darum, dass, wie ein Priester sagte, alle Kinder von Natur aus Heiden sind. Im wahrsten Sinne des Wortes! Was ist Heidentum? Das ist die Religion, die am meisten verständlich, bequem und durchsetzbar von dem Gesichtspunkt des Menschen in seinem gefallenen, sündigen Zustand ist, in dem wir alle sind. Und sie ist ganz näher dem alttestamentlichen Paradigma des Rechts und der Vergeltung. So sagt man beispielsweise zu den Kindern: "man soll beten,denn, wenn du nicht betest, der Gott wird dich bestrafen"; " Sündige nicht, weil der Gott dich bestraft, mache gute Taten, faste, arbeite und du wirst sehen - d er Herr wird dich trösten, wird dich freuen”. Hier ist ein "juridischer" Aufbau bestimmter vertraglicher Beziehungen zwischen einer Person und dem Gott - das ist vollkommen klar und normal für ein Kind, und es ist auch durchsetzbar; man soll kommunizieren,damit alles gut wäre; das ist richtig. Und das Kind geht ruhig, mit Freude in die Kirche, tut alles, was notwendig ist, und erlebt wirklich die Freude. Die Gnade wirkt auf das Herz des Kindes ganz anders als auf Erwachsene, mit Leidenschaften und Sünden belastet... Diese religiöse Erfahrung der Kinder, ist natürlich, mit nichts zu vergleichen. Sie darf keinesfalls durch Übergabe der religiösen Erfahrung der Erwachsenen den Kindern zu ersetzen. Die Wahrnehmung eines Erwachsenen unterscheidet sich radikal von der kindlichen Wahrnehmung: die letzte ist vor allem positiv. Es ist eine Freude für das Kind, mit dem Gott zu sein - das ist normal und natürlich. Und f einen Erwachsenen ist es fast ein Kunstflug, weil wir haben, etwas zu bereuen, wir haben etwas zu bedauern, wir haben etwas, um beim Gott um Verzeichnung zu bitten.Und das Schrecklichste ist, wenn ich sehe, wie die Eltern beginnen, dieses Modell ihrer religiösen Erfahrungen auf die Kinder zu übertragen. Es ist zutiefst falsch, die Kinder zu zwingen, jene Sünden zu büßen, von denen sie keine Vorstellung haben, aus einem kleinen Vergehen ein globales Drama zu machen.Nun, hat das Kind gelogen, und wer hat nicht gelogen?Haben Sie selbst nie in Ihrem Leben gelogen? Und das Kind, das man auf solche Weise erzieht, wird sofort lernen, die “Rollenspiele” zu spielen: einen Büßer, einen Beichtvater, von einer Welttrauer gefüllt, - und sobald es über die Schwelle der Kirche schritt, wird ein solcher "Panzer der Gerechtigkeit für die Eltern" schnell abgeworfen, und es wird wieder ein normales Kind. Und das ist nicht die schlechteste Variante; viel gefährlicher ist es, wenn das Kind mit ähnlichen, seinem Alter und Bewusstsein inadäquaten künstlichen Erlebnissen durchtränkt ist, und daher beginnt, sich als eine” ausschlieβliche Person ", die "nicht von dieser Welt ist" zu fühlen, sich von seinen Altersgenossen arrogant zu distanzieren, - zur Freude der Eltern, die selbst vor kurzem in die Kirche gekommen sind, und zum Unglück seiner geistigen Gesundheit.

Nehmen wir an, dass man das Gesetz als eine Familientradition weitergeben kann. Und ist es möglich, eine p rivate Beziehung weiterzugeben?

Die Entdeckung eines Kindes des Christentums als die Religion von Christus ist eine ganz andere Sache. Aber um Christus als seinen Retter und seinen Erlöser zu erkennen, soll es verstehen, wovon es zu retten ist und was zu büβen ist. Und das Kind kann das bis zu einem bestimmten Alter einfach nicht verstehen! Deshalb sehe ich nicht, dass es eine große Gefahr ist, dass die Kinder in einem Raum einer weitgehend formalen Einhaltung der äuβerlichen christlichen Vorschriften, in eniem solchen Paradigma des Alten Testaments leben, in welcher es ein klares Gesetz, Strafe, Belohnung gibt, - aber mit einer klaren Perspektive der Entwicklung in der Richtung der christlichen Werte.

Ist es nicht so, wenn der Mensch in Adoleszenz die Grenzen seiner Freiheit untersucht, so kann es so sein, dass der Gott, der fürchterlich ist und bestrafen kann und das ganze Gesetz einen Protest hervorrufen können?

Ich würde Ihnen eher zustimmen. Aber wenn wir über kleine Kinder sprechen, so würde ein anderer Ansatz die Verwischung der Kriterien bedeuten. Kompetente, gute,, erfahrenen Psychologen empfehlen, die Beziehungen zu den Kinder so zu bauen , dass sie deutlich verstehen, wo der Raum ihrer Freiheit ist, wo sie bedingt begrenzt sind und wo sie absolut begrenzt sind, wo die "Sperrzone" ist. Und wenn das Kind das nich hat, dann wird es denken, dass alles ihm erlaubt ist, wenn die Eltern das nicht sehen. Das Verstehen, dass das richtige Verhalten nicht ein Versuch ist, die Bestrafung zu vermeiden und Dividenden im Himmlischen Königreich zu verdienen, sondern ein einziges normales Benehmungsmodell ist, der einzige mögliche Ausdruck der Dankbarkeit für Christus für das, was er für uns getan hat, ist, - soll an einem gewissen Punkt in dem Kind reif werden. Und i ch denke, dass die jugendlichen Krisen gerade - Momente des Reifens dieses Verständnisses sind, etwa das Keimen durch dieses alttestamentliche Paradigma der kindlichen Religion in etwas Erwachsenes ist..

Irgendwo habe ich
von einem solchen Fall gelesen:am Karfreitag standen zwei Mädchen aus der Sonntagsschule, die in die Kirche gingen und waren in das Gemeindeleben vollständig integriert, plötzlich vor den Kreuz, blickten den gekreuzigten Christus an, und ein Mädchen sagte dem anderen mit Schrecken in den Augen: "Warte, hat man Ihn für uns getötet?" Diese Kinder haben plötzlich verstanden, dass das Evangelium nicht ein Mythos war, nicht eine lehrreiche Geschicht war, die sehr lange her vorgefallen war und die sich auf dich konkret nicht bezog, sondern mit dir persönlich verbunden ist. Alles, was sie zuvor über Christus gehört hatten, existierte als eine Grundlage, aber erreichte die Seele nicht. Die Kinder haben tatsächlich ihre eigene Logik. Und bei jedem Kind (und auch bei den Erwachsenen - es geht nicht um das Alter) erfolgt sehr unterschiedlich die persönliche Begegnung mit Christus. Und das Moment, wenn der mit allen Elternbemühungen gepflügte Boden den Keim der persönlichen Beziehung des Kindes zu dem Gott gibt und in welcher Form es sein wird - in Form der Dankbarkeit, in Form der Überwindung einer akuten Krise,eines akuten Schmerzes, einer Trauer - hängt von uns vollkommen nicht ab! Es ist das Werk des Gottes und des Kindes.

Was wird in solchem Fall von uns verlangt?

Von uns wird verlangt - nicht zu stören, die Bedingungen vorzubereiten, das Kind, einerseits, in Frömmigkeit, aber, andererseits, in einer gesunden,offenen Atmosphere zu erziehen. Und alles andere regiert der Herr selbst. Hier sollen wir nicht als Vermittler oder als Übersetzer handeln - das ist sein Werk.

Die STRENGE SOLL dem ALTER PROPORTIONAl SEIN

Vater Paul, und wie verhalten sich Ihre eigenen Kinder zu der Kirche?

Meine älteste Tochter lebt in einer anderen Stadt, nicht bei uns, und sie ist gerade in dieser so komplizierten halbwüchsigen Periode, aber sie verliert die Verbindung mit der Kirche nicht – sie geht auf die Dienste, beteiligt sich an den Sakramenten. Das ist natürlich nicht mit einer solchen Häufigkeit und Intensität, wie ich es mir gewünscht hätte, aber sie geht. Sie fastet, und wieder in dem Maß, das für sie jetzt für akzeptabel ist. Ich kann nicht sagen, dass ich absolut ruhig für sie bin, aber ich verstehe, dass sie sich jetzt in einer aktiven Suche nach sich selbst befindet. Und ich sehe nicht solche Formen der Suche, die bei mir einen starken Widerstand oder einen Protest erregen würden. Was meine anderen Kinder betrifft, so ist es alles sehr unterschiedlich. Einer meiner Söhne kann während des ganzen Dienstes in der Kirche mit Freude stehen, und ohne sich zu bewegen, mit Freude, ohne sich besonders abzulenken und alles erledigend, was notwendig ist - zum Beispiel im Altar beim Diest helfen. Der andere Sohn wird ein wenig stehen, dann beginnt er sich zu quälen, ohne zu wissen, wo zu bleiben, womit sich zu befassen, wird von einer Ecke in die andere gehen, mit jemanden reden und so weiter. Unterschiedliche Persönlichkeiten, verschiedene Charaktere! Aber im groβen und ganzen ist der Tempel für sie d er Ort, wohin sie mit Freude laufen.Und ein Versäumnis des Gottesdienstes ist etwas Schmerzhaftes. Selbst wenn ein Kind krank ist, so kann es weinen, verstimmt werden Schreien, aufgeregt, wenn ich es in den Tempe nicht mitneheme. Ich denke, dass das unter anderem auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass wir ein sehr reiches Programm für Kinder in der Gemeinde haben: das Trickfilmstudio, und die Stunden der Kalligraphie und die Sonntagsschule und der Musikunterricht, wo sie die Lieder lernen, um während der kindlichen Liturgie zu singen l(das ist der Dienst, in dem die Kinder im Altar beten, lesen Gebete und singen. - Ed.), und die Stunden der sogenannten praktischer Naturwissenschaft, wenn sie die Eigenschaften von verschiedenen Materialien erlernen oder Grußkarten mit einer mechanischen oder elektrischen “Füllung” machen.

Aber man sagt, dass, wenn es die Kinder mit demTempel nur Aufläufe, Hobbies verbindet, so werden sie alles verlassen, wenn sie erwachsen werden...

Vielleicht ist es da eine gewisse Wahrheit. Aber in jedem Fall, wie ich denke, ist es viel wichtiger, wie die Kinder den Raum der Kirche wahrnehmen. Wenn es ein Raum der Aufmerksamkeit und der Liebe zu ihnen ist, und nicht das Territorium des Gestztes und der Bestrafung ist, so ist es nicht so wichtig, was dort geschieht.Die Kinder fühlen, dass man für sie einige Aktivitäten organisiert, um nicht einen Bericht an das Patriarchat zu senden,sondern, weil man sie hier liebt.

Und inwiefern brauchen die Kinder die kirchliche Disziplin, das Pflichtgebet, obligatorische Besuche der Kirche, Fasten?

Die Kinder sollen auf jeden Fall diszipliniert werden. Die Kinder sollen in einem gut definierten, bezeichneten Raum leben, weil das dem Kind hilft, das Leben zu strukturieren. Es ist eine andere Sache der Maß der Strenge dieser Disziplin. Ich denke, sie soll dem Alter des Kindes umgekehrt proportional sein. Je jünger das Kind ist, desto größer soll der Grad der Disziplin sein. Es geht nicht darum, dass man das Kind zu etwas zwingt, es soll in der Familie eine solche Stimmung herrschen, dass, wenn zum Beispiel alle in die Kirche gehen, so gibt es bei uns keine anderen Varianten. Wir stellen sogar nicht einmal die Frage: nun, was, gehen wir in die Kirche oder gehen wir nicht? Wenn das Kind eine Frage stellt:” Warum gehen wir sonntags in die Kirche?”, so können wir ihm das erklären.

Und wenn das Kind sagt: "Darf ich an diesem Sonntag in die Kirche nicht gehen?

Man kann beispielsweise so sagen:" Warte mal, und was hast du vor? Gehst du schlafen? Bitte, geh schlafen, und wir gehen in den Tempel und kommen glücklich und zufrieden zurück. "Ich denke, es ist eine ideale Situation, die der Erzpriester Wladiimir Worobjow zu seiner Zeit beschrieben hat: in der sowjetischen Zeit sollte man einen Besuch der Kirche in den religiösen Familien verdienen! Und bei uns, wie ich sehe, ist, wie ein Wunder, ein solches Modell der Kinderbeteiligung an dem Gottesdienst und der Sättigung des Gemeindelebens, der Aktivitäten auβerhalb des Gottesdienstes hier bei unserer Pfarrei aufgebaut worden, bei welchem die Kinder in die Kirche laufen. Für sie ist es ein Feiertag, und kein Problem, kein Kopfschmerz oder die "verlorene persönliche Zeit." Ich weiß nicht, was weiter passiert, wenn die Kinder erwachsen werden. Schauen wir!

Es gibt eine solche Sicht: wenn das Kind aufwächst und beginnt, sich von seinen Eltern zu trennen, soll neben ihm ein autoritativer Erwachsener sein - ein Taufpate, der für es eine Autorität sein soll. Was würden Sie dazu sagen?

Sie wissen, dass meine persönliche Meinung so ist: ich habe noch wenig Vertrauen in die Institution der Taufpaten, weil es ein groβes Problem ist, zu einer Autorität für ein Kind zu werden. Nicht jeder Elter ist für sein Kind eine Autorität, und ein Fremder, eine externe Person, der nicht in der Familie lebt, mit den Kindern ständig nicht kommuniziert, wie kann er bei den Kindern das Vertrauen erwecken? In der Theorie kann ich das zugeben, aber ich denke, es ist vielmehr eine Ausnahme, als eine allgemeine Praxis. Eine reale Erziehung kann nur dann sein, wenn Sie an dem Familienleben Ihres Patenkindes beteiligt sind: wenn Sie mindestens einmal pro Woche in die Familie kommen können und mit ihm verkehren können und das Kind für einen Spaziergang irgendwohin (nicht unbedingt in denTempel) mitnehmen können. Und die Rolle eines Menschen, der einmal in 6 Monate in dem Haus erscheint, ist fraglich. Es ist eine andere Sache, dass unter den veränderten Umständen alles um 180 Grad drehen kann. In der Adoleszenz ist es durchaus möglich, dass das Kind dem Taufpaten nachstrebt, sich mit ihm befreunden will, seine Unterstützung gewinnen will. Ich würde die Möglichkeit der Beteiligung der Taufpaten im Leben ihrer Taufkinder in solchen Krisenzeiten vollständig nicht ausschlieβen. Aber Gott sei Dank, dass mindestens jede zehnte Familie einen Taufpaten hätte, der das fallendene Banner der Autorität der Eltern auffangen und es tragen kann. Ich bin es leider nicht.

SAUERSTOFF DER EWIGKEIT

Haben Sie eine Krise des Glaubens in der Adoleszenz erlebt?

Ich war gerade in diesem Alter, mit 17 Jahren getauft - es muss gesagt werden, ich wurde ohne Katechisation, ohne jede Erklärung getauft, aber nur, weil ich ein sehr kränkliches Kind war. Aber dabei war ich auf irgendwelche Weise innerlich mit der Taufe einverstanden.Nach einer Weile habe ich beschlossen, in den Tempel zu kommen: da ich getauft worden bin, orthodox bin, wollte ich wissen, was ich weiter tun soll. So begann mein kirchliches Leben. Aber ich hatte schon in diesem Alter eine Lebenserfahrung außerhalb der Kirche: ich verstand, was bleibt, wenn man aus dem Leben die Kirche entfernt. Und bei den Kindern, im Glauben erzogen, gibt es kein solches Verständnis. Und sie brauchen oft diesen Unterschied zu sehen! Der schlimmste Eindruck, der in der Seele eines Kindes nach dem Besuch des Tempels bleiben kann, ist ein hartes, aggressives, feindseliges Verhalten von den Mitarbeitern der Kirche, von dem Beichtvater, und so weiter. Und wenn ein Kind in der Adoleszenz in die Welt weggeht und dort einen echten Mut, Heranziehung zu irgendeiner Sache "mit brennenden Augen," einen wahren Opfermut, Liebe, eine echte gegenseitige Hilfe, die er in der Kirchenumgebung nicht kannte, findet (und diese Eigenschaften können dabei sogar künstlich hervorgehoben werden, das kann durch "rosarote Brille" der jugendlichen Romantik gesehen werden), so ist das das Schlimmste, was es nur sein kann! Denn dann wird bei ihm eine innerliche klare Abneigung gegen die Kirche geboren, die Vorstellung davon, dass alles dort falsch ist. Wie einst Wladimir Wysotskiy sang: "Nein! Es ist in der Kirche nicht so, alles ist nicht so, wie es sein solll! " Und dieser Mensch wird kaum zurückkehren ... Wenn aber das Kind " in die Freiheit gerät " und sieht,dass es in der Welt alles cool, aber kalt und leer ist, und zur gleichen Zeit das mit seiner vorherigen Erfahrung vergleicht und begreift, dass es in der Kirche etwas wärmer ist,dass es in der Kirche menschlicher ist und die Leute nicht so sagen, solche Gemeinheiten zu einander nicht machen, und dass man eine solche Wut, einen solche Hass, eine solche Bosheit hier nicht findet, so dreht sich sein Kopf nach der Bekanntschaft mit der Welt allmählich zurück in die Richtung der Kirche, und er denkt: "Ja, aber es ist besser, mit der Kirche zu sein!" Die Kirche, wie der Metropolit Filaret (Wakhromejew) zu seiner Zeit sagte, soll mit dem"Sauerstoff der Ewigkeit" gefüllt werden, aber sie soll auch der Raum einer enormen herzlichen Güte und Wärme sein. Wenn es in der Kirche keine Wärme ist, dann weiß ich nicht, was es ist. Es ist alles andere, aber nicht die Kirche als der lebendige Leib von Christus.

Ist der Aufruf an Eltern, an Kirchenvertretern, an Gemeidemitgliedern, wie auch immer, sowieso dersellbe: vor allem auf sich selbst aufzupassen?

Ja, aber, wer kann von sich selbst sagen: "Ich bin ein guter Elter, ich entspreche immer dem, was ich sage”? Wir müssen den Mut haben, unseren Kinder zu erklären, dass wir auch unvollkommen sind, dass wir auch im Prozess des Kampfes, auf dem Wege sind. Die einzige Eigenschaft der Eltern, an der die Kinder nie zweifeln sollen, ist ihre Liebe. Sie sollen sicher sein, dass die Mutter und der Vater sie aufnehmen, darunter auch unabhängig davon, ob sie der Kirche gehören. Die Kinderpsychologen sagen immer: zunächst soll das Kind verstehen, dass seine Eltern es so aufnehmen, wie es ist - und das ist das Wichtigste! Es kann auch sein, dass sie mit etwas in seinem Leben nicht einverstanden sind, dass sie streiten. Das Kind soll daran nicht zweifeln, dass die Mutter und der Vater es lieben, unabhängig davon, ob sein Verhalten gut oder schlecht ist .Die Liebe stellt keine eigenen Anforderungen und keine Bedingungen. Und auf diese Weise zeigt sich ihre Macht.

добавить на Яндекс добавить на Яндекс