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Goldener Fonds

Das Gleichnis vom dem, der säet. (Lk. 8,5-15)

31. Oktober 2009
„Es gibt eine unendliche Vielzahl von Evangeliumsperikopen, die wir sehr lieben, die wunderschön sind, die wir sehr gut kennen, die wir jedem nacherzählen und erklären könnten. Doch werden sie nicht eines Tages, am Tag des Jüngsten Gerichts, vor uns stehen und uns anklagen? Nicht weil wir sie nicht begriffen haben, sondern viel mehr weil wir sie, obwohl wir sie verstanden haben, in unserem Leben keine Wirkung haben zeigen lassen". - aus der Predigt zum Gleichnis von dem, der säet von Metropolit Antonij von Sourosh

Es gibt im Evangelium eine Stelle, an der Christus zu uns sagt: Mekt auf! So, wie ihr es hört, ist es auch. Achtet darauf, wie ihr auf etwas hört, was euch zu Ohren kommt. Uns scheint es immer, dass wir hören und zugleich auch verstehen.

Heute nun wurde für uns wieder das Gleichnis vom dem, der säet, vorgelesen. Wir haben es schon viele Male gehört. Ja und? Was nun weiter? Es scheint so eindeutig zu sein und so einprägsam, dass man meinen könnte, dass man es gar nicht noch einmal hätte vorlesen brauchen. Wir könnten es auch so wiederholen, einfach nacherzählen und erklären. Doch wer von uns kann von sich sagen, dass er auch in irgend einem Maße nach ihm zu leben begonnen hat? Deshalb sind hier nun die Worte Christi: Achtet darauf, wie ihr das Wort Gottes hört, durchaus angebracht. Wir hören und erinnern uns. Wir hören mit den Ohren und erinnern uns mit unserem Gedächtnis. Doch gelangt das Wort auch in unser Herz? Das lebendige Wort Gottes bringt nämlich, auch wenn es in unseren Gedanken nachklingt, ohne jedoch dabei unser Herz zu berühren, keinerlei Frucht.

Lasst uns also darüber nachsinnen. Es gibt eine unendliche Vielzahl von Evangeliumsperikopen, die wir sehr lieben, die wunderschön sind, die wir sehr gut kennen, die wir jedem nacherzählen und erklären könnten. Doch werden sie nicht eines Tages, am Tag des Jüngsten Gerichts, vor uns stehen und uns anklagen? Nicht weil wir sie nicht begriffen haben, sondern viel mehr weil wir sie, obwohl wir sie verstanden haben, in unserem Leben keine Wirkung haben zeigen lassen.

Das heutige Geleichnis spricht genau darvon. Es gibt Menschen, deren Herz sehr tief ist, tief „durchflügt" duch Leid, Mitgefühl, Liebe und Kummer, die begriffen haben, wie unendlich einsam ein Mensch ist, in dessen Leben Gott nicht ist. In ein solches Herz fällt das Wort Gottes wie ein Samen und wird aufgenommen wie von guter Erde. Es dringt tief in es ein und schlägt Wurzeln und lebt auf mit all der Erfahrung dieses Menschen, sowohl durch Leid als auch durch Freude. Es nährt sich von allem und wächst heran und bringt Früchte. Doch wie wenige dieser Worte haben wirklich Frucht gebracht im Leben eines jeden von uns, in meinem Leben und vielleicht auch in euren Leben?

Wie viele Male haben wir das Lebendige Wort Gottes vernommen, waren aufgewühlt und tief berührt, einen Augenblick später jedoch, bereits vor dem Verlassen der Kirche, hat der Strom all unserer hohlen Gedanken, des Geredes und des Tratsches uns wieder in der Hand und uns wieder leer gemacht und nichts ist geblieben vom Wort Gottes. Von diesem Keim, der hätte wachsen und Früchte bringen können, ist nichts mehr übrig, weil der Samen selbst vom Wind fortgetrieben wurde, vom Sturm der fremden, leeren Worte wie auch durch unser eigenes hohles Gerede.

Manchmal jedoch ist das Wort in uns hängen geblieben, als ob es in eine Spalte jenes Steins gefallen ist, den wir in uns tragen, den wir Herz nennen oder aber auch Bewußtsein. Es ist dort hängen geblieben und beginnt größer zu werden. Doch auch dort hat es keine lange Bleibe, weil es keine Wurzeln schlagen kann in einem kalten, harten Herz aus Stein. Und so stirbt das Wort. Es wollte sich erheben und man hätte Hoffnung haben können, dass es Frucht bringen würde, aber nichts ist von ihm geblieben.

Es gibt aber auch Herzen, die tiefer sind, die das Wort Gottes aufnehmen können. Ein jeder von uns hat ein solch tiefes Herz, denn wir selbst nur lassen es hart werden und erkalten. Ein solches Herz muss vom Leben, von den Menschen, von Gott selbst wie mit einem Hammer dann wieder aufgeschlagen werden, dass sich wenigstens ein Spalt ergeben möge, damit unter der erfrorenen und zu Stein gewordenen Schale, die Erde hervorscheinen kann, jene fruchtbare Erde, die Frucht bringen kann.

Denkt an die Worte Christi: „Hört!" und denkt darüber nach wie wir hinhören. Ohne jegliche Folge? Sich selbst zum Gericht und zur Verdammnis oder aber zum Ewigen Leben? Wie barmherzig ist jedoch unser Gott. Er sagt uns, dass es einigen gegeben ist zu verstehen. Durch sie erklärt Er es den anderen, die es nicht verstehen, damit es auch diese begreifen. Anderen jedoch muss man es nicht erklären, denn wie groß wird ihre Verantwortung sein, wenn sie es zwar mit dem Kopf verstehen, sich mit dem Herzen jedoch abwenden!  Jesus Christus spricht: Für jene spreche ich in Gleichnissen, damit sie es zwar hören jedoch nicht verstehen, damit die, die nur tot und kalt mit dem Kopf begreifen können, die nur mit einem toten Glauben dem Verstande nach glauben können, nicht verurteilt würden. Das Gleichnis eröffnet sich uns in dem Maß wie offen wir selbst sind, wie wir es selbst verstehen können. Verstehen mit dem Herzen, nicht mit dem Kopf, denn nur mit der Erfahrung des Lebens, mit Blut beginnt man das Wort Gottes zu verstehen.

Lasst uns nun in Verlaufe der gesamten kommenden Woche darüber nachdenken, wer wir in diesem Gleichnis sind. Wohin fällt der Same in uns? Wohin fällt das Wort Gottes? In die Dornen, die es stumm werden lassen, ersticken und töten? Auf die Steine, wo es zwar anwächst, aber zugleich wegen der Hitze und Trockheit erstirbt? Oder auf den Weg, wo der Wind es fortträgt oder es von den Geiern des Lebens geraubt wird? Oder aber in ein gutes Herz? Wenn unser Herz jedoch ein solches nicht ist, dann lasst uns die Frage vor uns aufwerfen, wie wir diesen Stein zertrümmern können, wie wir unser erkaltetes Herz wieder zu neuem Leben erwecken können?

Amen.                

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