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EKD reagiert mit Unverständnis auf Äußerungen aus russisch-orthodoxer Kirche - Konservative sehen Befürchtungen bestätigt

17. November 2009
Hannover/Hamburg (epd). Die Absicht der Russischen Orthodoxen Kirche, wegen der Wahl von Bischöfin Margot Käßmann zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die zwischenkirchlichen Kontakte auszusetzen, stößt bei der EKD auf großes Unverständnis. Dies verdeutlichten Käßmann und EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte in einem Schreiben an den Moskauer Patriarchen Kyrill I., wie die EKD am Freitag in Hannover mitteilte. Konservative evangelische Christen erklärten dagegen, durch die Haltung der russisch-orthodoxen Kirche sähen sie ihre Befürchtungen bestätigt. Rückendeckung bekam Käßmann unterdessen von der serbisch-orthodoxen Kirche.

In dem Schreiben kritisieren Käßmann und Schindehütte, einige Vertreter des Außenamtes der russisch-orthodoxen Kirche hätten die Wahlen zum EKD-Rat in "unangemessener Weise" kommentiert. Zugleich versichern sie aber, dass die EKD an einer Fortsetzung des Dialogs interessiert sei.

Vertreter des Außenamtes der Russischen Orthodoxen Kirche hatten angekündigt, dass die Beziehungen zur EKD beendet würden. Dabei stellten sie einen Bezug zur Wahl Käßmanns zur EKD-Ratsvorsitzenden am 28. Oktober her. Eine Frau im Bischofsamt sei aus orthodoxer Sicht nicht mit den Prinzipien des Evangeliums vereinbar. Die für Ende November geplanten Feiern zum 50-jährigen Bestehen des Dialogs zwischen orthodoxer Kirche und EKD vor 50 Jahren seien auch das Ende der Gespräche, wurde der Leiter des kirchlichen Außenamtes, Erzbischof Hilarion, von der Zeitung "Kommersant" zitiert.

Nicht nur die russisch-orthodoxe Kirche, sondern auch viele lutherische Christen in Russland und aller Welt sähen in der Wahl der hannoverschen Landesbischöfin Käßmann "einen weiteren Sieg der liberalen, feministisch-ideologischen Strömung", sagte der Vorsitzende der konservativen Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Deutschland, Ulrich Rüß, am Freitag in Hamburg. Dies schade nicht nur der Ökumene, sondern auch der Einheit der evangelischen Kirche insgesamt. Diese wachse allein "mit der Treue zur Bibel und zum Bekenntnis sowie mit der ideologiefreien Zentrierung auf Christus und im Bezeugen des Dreieinigen Gottes".

Die EKD bedauere die "kürzlich eingetretene Entwicklung" sehr, stellen die Ratsvorsitzende und der Auslandsbischof fest. Ein für 30. November in Berlin geplantes Treffen zum evangelisch-orthodoxen Dialog seit 1959 findet nach Angaben der EKD nicht statt. Als Begründung wird die Absage von Erzbischof Hilarion genannt. Hilarion steht seit März an der Spitze des Außenamtes des Moskauer Patriarchats.

Die evangelische Kirche sei weiter an einer Fortsetzung des wichtigen theologischen Dialogs "über christliche Zentralfragen" interessiert, schreiben Käßmann und Schindehütte an das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche. Sie erinnern daran, dass unterschiedliche Auffassungen über den geistlichen Dienst von Frauen in der Kirche bisher "kein Hinderungsgrund für fruchtbare zwischenkirchliche Beziehungen auf bilateraler und multilateraler Ebene" gewesen seien.

http://www.epd.de

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