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Das schwächere Gefäß

18. November 2009
Am 27. Oktober 2009 fand in der Moskauer Geistlichen Akademie das studentisch-wissenschaftliche Seminar „TEKNA“ statt, im dessen Rahmen Priester Vadim Korzhevsky, Student des 1. Studienjahres, folgenden Vortrag hielt. Wir laden die Leser ein, sich mit dem Text in der Fassung des Autors vertraut zu machen und ihn zu diskutieren.

Vorwort des Autors

Nichts in der richtigen christlichen Erfahrung ist so wichtig wie die Erkenntnis und das Eingeständnis der eigenen Schwachheiten. Dafür sind uns ja auch die evangelischen Gebote gegeben, um uns unsere Gebrechen und Schwächen klarzumachen.[1] Ohne diese Erkenntnis ist keine Heilung möglich. Einer, der seine Krankheiten nicht kennt, sucht auch nicht nach Wegen, wie sie geheilt werden können, und ermöglicht damit ihren weiteren Fortgang.

Dieser Essay ist geschrieben worden, um den Charakter der Schwachheiten der weiblichen Natur so genau wie möglich zu bestimmen  - nicht, um die Helferin Adams zu drangsalieren, sondern um ihr bei der Überwindung der beim Sündenfall erhaltenen Verdorbenheit Beistand zu leisten. Der Essay stellt klar, dass die Hauptschwäche der weiblichen Natur ihre unmittelbare Abhängigkeit von der männlichen ist, sowohl spirituell als auch psychologisch. Deshalb richtet sich dieser Essay nicht auf die weibliche Hälfte als vielmehr auf die männliche Hälfte, da sie stärker und, folglich, geeigneter ist, die Schwachheiten der Schwachen zu tragen (Röm. 15, 1). Der Schöpfer von Mann und Frau hat den Mann zum Haupt der Frau bestimmt (1. Kor. 11, 3), und dieses „Haupt“ soll bestimmte Kenntnisse über den ihm von Gott anvertrauten Teil besitzen, um mit ihr nach Erkenntnis, als bei einem schwächeren Gefäße zu wohnen (1. Petr. 3, 7). Von dieser Erkenntnis hängt nicht nur das ewige Schicksal ab, sondern auch das Schicksal des Mannes kraft der Einheit ihrer Natur.

 

Versuch über die weibliche Psychologie im Kontext der männlichen

 Ihr Männer …, wohnet bei ihnen nach Erkenntnis, als bei einem schwächeren Gefäße, dem weibliche
(1. Petr. 3, 7)

Der Inhalt eines Gefäßes verleiht dem Gefäß selbst seine Bedeutung und bestimmt die Qualität seiner Natur. So werden gemeine Sachen gemeinhin in einem gemeinen Gefäß aufbewahrt, während es bei wertvollen Dingen angemessener ist, sie in einem wertvollen Gefäß aufzubewahren (2. Tim. 2, 20).

Der Mensch ist ein „wichtiges und wertvolles Gefäß“[2], das berufen ist, ein Gefäß Gottes zu sein. Darin sammelt und bewahrt Gott seinen Reichtum auf, wobei er das Ausmaß des Reichtums durch die Qualität des Gefäßes bestimmt. Die Bestimmung des Menschen ist, dass ein jeder von euch sein eigenes Gefäß in Heiligkeit und Ehrbarkeit zu besitzen wisse (1. Thess. 4, 4) und es zur Aufnahme der Göttlichen Gnade würdig macht. In der Erfüllung dieser Bestimmung besteht das Wohl für den Menschen, der es nicht vermag, die ihm von seinem Schöpfer von alters her zugedachte Bestimmung nicht zu erfüllen, ohne sich selbst zu schaden. In der Erfüllung der Bestimmung besteht die Seligkeit des Menschen, der für das mit unsagbarer Seligkeit erfüllte Leben erschaffen ist.

Der Mensch wurde durch Gott selbst erschaffen, was sowohl für die Herrlichkeit als auch für die Nichtigkeit seiner Natur spricht. Seine Herrlichkeit liegt in der Gottähnlichkeit seiner Natur, seine Nichtigkeit in seiner Insuffizienz, denn wie der Ton in der Hand des Töpfers, so der Mensch in der Hand Gottes (Jer. 18, 6), und so wie ein Töpfer ein Gefäß nach seinem Belieben erschaffen kann, so tut auch Gott nach seinem Belieben alles was ihm wohlgefällt (Ps. 115, 3).

Nachdem ER den Menschen in seinem Bilde, nach seinem Gleichnis erschaffen hat, sprach ER in sich selbst: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, seines Gleichen“ (1. Mose 2, 18).

Der Mensch, der mit Denk- und Gefühlsfähigkeit beschert worden war, sehnte sich nach einem ihm gleichenden Wesen, das er weder unter den sichtbaren noch den unsichtbaren Geschöpfen, weder unter der ihm unter- noch über sich fand. Der Mensch brauchte ein Geschöpf, das ihm im Wesen gleich, aber von einer anderen Hypostase wäre. Er brauchte es nicht wegen äußerer Ursachen, sondern aus innerer Notwendigkeit seines Daseins. ER brauchte ein Geschöpf, das fähig wäre, die Insuffizienz seines eigenen Daseins bzw., besser gesagt, seines Wohlseins, aufzufüllen.

Daraufhin baute ihm der allgütige Gott, der alle Bedingungen für das selige Leben des Menschen geschaffen hatte, was sein Herz ersehnte. Dazu nahm er Teil, den die Schrift als Rippe bezeichnet (1.Mose 2, 23)[3]. Aus dieser seiner Rippe, aus diesem verborgenen Teil, aus seiner mittigsten Mitte, aus dem Herzen erschuf ihm Gott der Herr seine Frau. „Merke dir die Genauigkeit der Schrift“, sagte der Hl. Johannes Chrysostomos. „Sie sprach nicht: erschuf (επλασεν), sondern baute (ψκοδομησεν — errichtete). Also nahm Gott einen Teil vom bereits Erschaffenen und gab sozusagen nur das hinzu, was noch fehlte“[4].

Nachdem der Mensch sie sah, rief er entzückt aus: „ Diese ist einmal Gebein von meinen Gebeinen und Fleisch von meinem Fleische; diese soll Männin heißen, denn vom Manne ist diese genommen“ (1. Mose 2, 23)! Der erste Mensch sah in ihr, wie in einem Spiegel, seine eigene vollkommene Natur und hing sogleich mit seiner ganzen Seele an ihr. Dabei prophezeite er: ein Mann wird seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden ein Fleisch sein (1. Mose 2, 24). Im Munde Adams bedeutet das Wort „Fleisch“ nicht den Körper als solchen, sondern die ganze geistig-körperliche Zusammensetzung des Menschen, da selbst die Heilige Schrift über den erstgeschaffenen Mann und die Frau sagt, dass sie beide zusammen ein Wesen darstellten - nämlich den Menschen (1. Mose 5, 2). Nicht nur körperlich vereinten sich Adam und Eva, indem sie sich küssten und umarmten[5], sondern auch seelisch, indem sie eine Seele in zwei Körpern darstellten[6]. Solcherart ist die Eigenschaft der Liebe, dass die Liebenden ein Ganzes und Untrennbares darstellen, da „die Liebe die Liebenden mit Gott und mit einander verbindet“[7].

In dieser Vereinigung miteinander bestand das nächste Ziel des erschaffenen Paares, durch dessen Erfüllung sie die Fülle des Seins in Gott erreicht hätten. Dafür wurde auch die Frau gebaut, um mit dem Mann und im Manne zu sein und dabei lebendige Widerspiegelung seiner Gottähnlichkeit darzustellen, um, nach der Aussage des Apostels, seine Herrlichkeit zu sein, die eigentlich die Herrlichkeit Gottes ist, deren Widerspiegelung der Mann selbst ist (1. Kor. 11, 7). Im Übrigen sollte die Frau selbst nicht bloß als passive Widerspiegelung der Vollkommenheit des Mannes dienen, sondern ihm vielmehr bei seiner Vervollkommnung  helfen und ihn anregen, göttliche Vollkommenheit erreichen zu wollen.

Dieser Berufung entspricht auch die Position, für die die Frau von je her bestimmt ist. Denn die Frau ist zwar dem Manne gleich, da sie dasselbe Wesen hat und ihm ähnlich ist, doch ist ihre Position  ihm untergeordnet und von ihm abhängig, denn sie wurde später als der Mann und für diesen geschaffen. Denn der Mann wurde auch nicht um des Weibes willen geschaffen, sondern das Weib um des Mannes willen (1. Kor. 11, 9). Der Mann wurde vor der Frau erschaffen, und deshalb hat er ihr gegenüber eine gewissermaßen vorrangige, selbstständige Bedeutung. Nicht der Mann ist auf den Bedarf der Frau hin zugerichtet, sondern die Frau auf den Bedarf des Mannes; nicht der Mann von der Frau genommen, sondern die Frau vom Manne; nicht der Mann ist die Herrlichkeit der Frau, sondern die Frau die Herrlichkeit des Mannes.

Die Bestimmung des Mannes bezüglich der Frau ist es, das Haupt der Frau zu sein. Die Bestimmung der Frau bezüglich des Mannes ist es, dem „Haupt“ Lebensfähigkeit zu spenden. Dieser Bestimmungen entsprechend haben beide voneinander verschiedene Eigenschaften und Fähigkeiten: im Mann herrscht die Denkfähigkeit vor, in der Frau Fähigkeit zum (Mit-)Gefühl.

Der Verstand ist das Symbol des männlichen, das Herz das des weiblichen Wirkprinzips. Und so wie Verstand und Herz in ihrem Dasein miteinander untrennbar verbunden sind, so dass sie ohne einander nicht existieren können, so kann der Mann ohne die Frau und die Frau ohne den Mann nicht existieren; dennoch ist weder das Weib ohne den Mann, noch der Mann ohne das Weib im Herrn (1. Kor. 11, 11). Also ist nicht nur die Frau vom Mann, sondern auch der Mann von der Frau abhängig, so wie der Verstand vom Herzen abhängig ist.

Im Menschen hat der Verstand ohne das Herz keine Energie, und das Gefühl entsteht nicht ohne die Wirkung des Verstandes. Die Aktivität des Verstands verwirklicht und äußert sich im eigentlichen Herzen, im Bereich der Gefühle. Der Verstand kleidet sich in Gefühle wie in Kleidung, weshalb er manchmal Sinnesgefühl[8] genannt wird. Die Erkenntnis der spirituellen Welt kann weder allein mit dem Verstand noch mit dem Gefühl allein gelingen. Weder das Weib ohne den Mann, noch der Mann ohne das Weib im Herrn  kann in Gott verbleiben (1. Kor. 11, 11). ER ist für jeden einzelnen von ihnen unzugänglich. ER wird von ihnen unter Bedingung ihrer Einigung und hierarchischen Unterwerfung untereinander erkannt.

Das Werk des Mannes ist Bearbeitung dessen, was er unmittelbar von Gott erlangt.  

Das Werk der Frau ist Aufbewahrung dessen, was sie vom Mann erlangt, in ihrem Herzen.

Der Mann erschafft die Leibesfrucht, er befruchtet, und die Frau bewährt, trägt und gebärt sie.

Das Weibliche ohne das Männliche ist fruchtlos, während das Männliche ohne das Weiblich leblos ist. 

Eva heißt „Leben“ (1. Mose 3, 20), da in ihrer Natur die fühlende Herzenskraft überwiegt, denn das Gefühl ist ein Indiz und eine Bedingung des Lebens. Das Herz ist die Fähigkeit, sich selbst und seine Existenz zu spüren sowie das eigene Verhältnis zu allem, was sich außer- oder innerhalb befindet.

Adam war fähig, ins Wesen der von Gott erschaffenen Tiere einzudringen und ihnen angemessene Namen zu geben, wegen der Vorherrschaft der denkenden Kraft der Seele, die ihn prägte. Der Verstand ist die herrschende Kraft der Seele, die zur Führung bestimmt ist und, dieser Funktion entsprechend, mit Erkenntnisfähigkeit ausgestattet ist - also der Fähigkeit, zu wissen, was sich außerhalb von ihm befindet.

Die Frau ist gegenüber äußeren Energien empfindlicher. Bei der Frau beherrscht die Empfindungsfähigkeit die Denkfähigkeit. Während der männliche Verstand eher auf abstrakte Ideen reagiert, reagiert der weibliche Verstand eher auf äußere Wahrnehmungen. Für die Frau ist die äußere Natur jener leitende Geist, dessen Anweisungen sie folgt. Der Mann agiert selbstständig, aus sich selbst heraus; seine Taten richten sich von innen nach außen. Die Frau aber ist ihrem Wesen nach passiv; sie nimmt getreulich das wahr, was ihr angeboten wird und bewahrt es mit Liebe auf. 

Der menschliche Verstand soll nach seiner Natur beim Herzen sein, er soll sich mit dem Herzen vereinen, um eine ganzheitliche seelische Struktur zu bilden, die fähig ist, die Göttliche Energie zu empfangen. Ihre gegenseitigen Beziehungen sollten sich als ständige und unablässige Kontrolle des Verstandes über das Herz bzw. der Eindringung des Verstandes in die Sphäre des Inhaltes des Herzens äußern, um allen im Herzen entstehenden Bewegungen eine Richtung zu geben. Die Verwirklichung und die Aufbewahrung dieses Verhältnisses zwischen Verstand gegenüber und Herz heißt das Verbleiben im Herzen[9], das Innere Verbleiben[10]. Das Wesen dieses Verbleibens besteht darin, dass das Bewusstsein im Herzen eingeschlossen sein und alle im Herzen entstehenden ungeregelten Bewegungen regeln soll - also die guten belassen und die bösen ausmerzen. Ein Herz, das sich selbst überlassen bleibt und nicht auf die Anweisungen der Vernunft achtet, wird in seinen Trieben unmäßig, ungeregelt, lüstern und blind[11].

Wie das Verhältnis zwischen Verstand und Herz soll auch das natürliche Verhältnis von Mann und Frau sein. Nicht das Herz sollte den Verstand zu dem drängen, was es sich wünscht, sondern der Verstand sollte das Herz dahin bringen, was er selbst nach seiner Natur anstrebt - also zu Gott. Dieses Ziel des Herzens soll angestrebt und nicht verfehlt werden. Die Frau, die sieht, dass ihr Mann Gott und sie in Gott liebt,  soll sich ihm mit Liebe unterwerfen.

Die Liebe der Frau ist Hingabe. Die Frau liebt nur dann richtig, wenn sie sich um ihres Mannes willen vergisst, indem sie sich konzentriert und sein Leben lebt. Für den Mann ist seine geliebte Frau eine Schatzkammer, eine Anlegestelle, wo er seinen Reichtum anlegt. 

Die Liebe des Mannes ist formbildend. Der Mann verleiht seine Form demjenigen, den er liebt, indem er dem von ihm geliebten und zu ihm anhängenden Wesen eine bestimmte Form aufprägt. Die Frau dagegen ist, wenn sie liebt, bestrebt, sich selbst zu vergessen, sich in eine solche Form einzuschmiegen und für seine Bestrebung ein Ideal zu bilden. Es kann gesagt werden, dass die Frau  dem Mann ein lebendiges Material gibt, dem der Mann seine Form gibt, die er unter der Wirkung der Göttlichen Gnade erarbeitet. Getrennt vom Mann kann die Frau weder eine Frucht erzeugen noch ein Ziel wählen, wodurch ihr Leben göttliche Eigenschaften erlangen könnte, weder erschaffen noch wählen.

Adam erhielt von Gott Anweisungen, wie Gottesähnlichkeit erreichbar sei. Durch ihren Mann wusste es auch Eva. Der schlaue, aber böse Geist wusste seinerseits, dass es schwer, ja praktisch unmöglich sein würde, Adam, dessen Verstand durch die Gnade Gottes erleuchtet war, durch böse Gedanken zu verführen. So begann er, auf dessen Frau einzuwirken, die weniger vernünftig[12] und durch körperlich-seelische Beweggründe beeinflussbarer war.

Er begann die Verführung „bei dem minderen Teil des Menschenpaares (…), um stufenweise zum Ganzen zu gelangen“.[13] Der Teufel berechnete richtig, dass der Mann der Abirrung der Frau nachsichtig begegnen würde, wenn auch nicht aus eigenem Wunsch, sondern um der Liebe zu ihr willen. Nicht umsonst sagte der Apostel: Adam wurde nicht betrogen, das Weib aber wurde betrogen (1. Tim. 2, 14). „Er will damit andeuten“, sagte der Sel. Augustinus, „dass Eva die Worte, die die Schlange an sie richtete, als Wahrheit hinnahm, während Adam mit seiner einzigen Gefährtin eben verbunden bleiben wollte, selbst in der Gemeinschaft der Sünde“[14].

Adam beging ein Verbrechen, aber nicht, weil er betrogen oder von einer Leidenschaft mitgerissen wurde, sondern indem er seiner Frau folgte. Er wusste, was er tat. Er übertrat bewusst das Gebot Gottes, wobei er sich höchstens in einem täuschte, nämlich dass er das von ihm begangene Verbrechen für entschuldbar hielt. Er wurde aber weder vom altbösen Feind noch von der Frau verführt; denn er behauptete nicht, dass die Schlange oder die Frau ihn verführt hätte, sondern einfach, dass er gegessen hätte, was ihm seine Frau gegeben hatte (1. Mose. 3, 12). Die Frau aber gestand, dass die Schlange bzw. der Teufel sie betrogen hatte. (1. Mose 3, 13).

Also zeigte das weibliche Geschlecht bereits damals seine Schwäche und Unvermögen. Der Apostel sagte nicht, dass Eva betrogen wurde, sondern das Weib, und wies damit auf den Leichtsinn als prägende Eigenschaft der weiblichen Natur generell hin. „Leicht ist dieses Geschlecht“, sagte der Sel. Theophylaktos, „leicht empfänglich und leicht verführbar“[15].

Von der Frau steht geschrieben als von dem schwächeren Gefäße, dem weiblichen (1. Petr. 3, 7). Ihre Schwäche besteht hauptsächlich darin, dass sie den Naturkräften unterworfen ist, sowohl innerlich als auch äußerlich. Sie lebt in der Fülle des natürlichen Lebens, ohne sich im Geiste über die Natur zu erheben und ohne über diese zu herrschen. Darin besteht der radikale Unterschied zwischen der männlichen und der weiblichen Psyche in Bezug auf ihre Natur. „Der Mann lässt sich zur Natur herab, indem er über sie herrscht und sie befehligt. Die Frau lebt nach der Natur, indem sie sie bis zum Zustand der höchsten für sie möglichen Spiritualität erhebt. Daher stammt das Verlangen der Frau nach dem Manne als dem lebendigen Vermittler dessen, dass ihr natürliches Leben im Geiste fortgesetzt wird“[16].

Da die Frau durch die Natur lebt, aber nicht höher als diese steht, zeigen sich in ihr Schwächen wie mangelnde Selbstkontrolle, fehlendes Urteilsvermögen, Unterordnung unter spontane Triebe und ungeregelte Gefühle. In ihrer ganzen Kraft erwiesen sich diese Schwächen nach dem Sündenfall. Unter dem geheimnisvollen und schrecklichen Einfluss der Sünde nahmen alle ihren seelischen Bewegungen eine verkehrte Gestalt an. Zum Bespiel wandelten die Neigung zur aufmerksamen Beobachtung über den Lauf des aktiven Lebens und die Beachtung von Einzelheiten sich bei ihr in haltlose Neugier und Flatterhaftigkeit um; die Fähigkeit, ins Herz einzudringen und nach dem bloßen Gefühl die wahre Ordnung der Dinge zu erkennen, wurde zum Hang, zu intrigieren und zu heucheln; das Bedürfnis, nützlich und erwünscht zu sein, wurde zum Drang, zu gefallen und zu verführen; die Zärtlichkeitsfähigkeit ging in Koketterie über, die Eindrucksempfindlichkeit in Launenhaftigkeit, das Verlangen zum Manne in Lüsternheit usw.

Da bei der Frau die Bewegungen des Herzens bzw. des Blutes [17] dominieren, müssen in ihr auch all die unterschiedlichsten Bewegungen des fühlenden Teiles der Seele mit besonderer Kraft wirken, von denen einige sich unter der Wirkung der Sünde in morbide und leidenschaftliche Bewegungen umkehren, die anderen dagegen - unter der Wirkung der Gnade – in gesunde und tugendhafte Bewegungen. Bei einer ausführlicheren Betrachtung der sündigen Wirkungen der gefallenen Natur können in der Frau ihre vorwiegenden Leidenschaften hervorgehoben werden, von denen die wichtigsten Eitelkeit, Lüsternheit und List sind[18].

Die Eitelkeit in der Frau ist direkt mit dem Bedürfnis verbunden, die Aufmerksamkeit des Mannes auf sich zu ziehen. In der Tiefe der Seele der Frau verbirgt sich das Streben, etwas Größeres zu sein oder zu scheinen, als es die Wirklichkeit und ihre realen Fähigkeiten zulassen. So erklärt sich ihre Neigung zur Schauspielerei. Jede Rolle wird in Abhängigkeit von der Situation und der Meinung der Umgebung gewählt. Die Frau gibt sich so, wie sie wünscht, gesehen zu werden. Die Meinung der Umgebung ist der Spiegel, vor dem sie posiert. Als Beweis dafür, dass sie diese Leidenschaft hat, dienen Äußerungen ihrer Seele wie Ungeduld gegenüber Vorwürfen, Bedürfnis nach Lob und ständige Gedanken über die Reaktion der Anderen auf ihre eigenen Taten. Dabei geht es ihr nicht unbedingt darum, dass sie Lob erheische. Für sie ist das Schrecklichste eben die Gleichgültigkeit der Umgebung und die Gefahr, unbemerkt zu bleiben. Sei braucht immer viel Zeit und wünscht sich genau so viel Anerkennung. Ihre Hauptfrage ist: „Sehe ich gut aus?“.

Dazu mischt sich auch ihr instinktiver Drang, sich selbst zu verschönern. „Frauen können es nicht lassen, sich selbst zu verschönern“, sagen die mit dem Heiligen Geiste erleuchteten Väter, „und ihnen darf nicht untersagt werden, sich selbst zu verschönern“[19]. Nicht nur verbietet der Apostel Paulus den Frauen nicht, sich zu schmücken, sondern gebietet es ihnen sogar; doch nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, da all das ihr keine Schönheit verleiht, wenn es in ihrer Seele keine Schönheit gibt; sondern durch gute Werke, die die einzigen Mittel sind, die fähig sind, die Seele zu verschönen (1. Tim. 2, 10). Fehlt die seelische Schönheit, verliert sogar die physische Schönheit ihren Reiz. „ein goldener Ring in der Nase eines Schweines, so ist ein schönes Weib ohne Anstand“ (Sprüche 11, 22)[20]. Die wahre weibliche Schönheit ist die innere Schönheit (Röm. 7, 22; Eph. 3, 16). Als Einziges, was schön ist, wird von allen die Tugend anerkannt: „Nur die Tugend wirft durch ihre Schönheit das Licht auf den Körper; sie verschönert ihn wie eine Blume; sie weist die Holdseligkeit der Mäßigkeit auf, die die guten Sitten beleuchtet, wie ein Lichtschein, auch die Form“[21]. Wahrlich kann weder etwas die Frau verschönern, was sich nicht auf ihre Natur bezieht (Putz, Schmuck, Salben, Schminke), noch etwas, das sich auf ihren leidenschaftlichen Teil bezieht (gezierter Gang, zimperliche Stimme, schwärmerischer Blick usw.). All das sind Symbole der Ausschweifung und Äußerungen der Lust und der Lüsternheit. Sogar das, was als Zierde der Frau gilt – ihre Schüchternheit und Schamhaftigkeit – ist die Wirkung derselben Leidenschaften – der Eitelkeit und der Lust des Fleisches.

Die Schüchternheit erscheint aus dem Wunsch, die Beste zu sein und der Unsicherheit, ob es gelänge. Das Schrecklichste für die Schüchternheit ist das Risiko, nicht zu gefallen bzw. lächerlich oder dumm zu erscheinen. In akuter Form äußert sich die Schüchternheit im Gefühl, dass die ganze Welt sie beschaue, und zwar missbilligend und spottend. Verdeckte Schüchternheit ist auch die falsche Bescheidenheit, die erwartet, Komplimente zu ernten.

Neben dieser unbescheidenen Bescheidenheit steht die sich bedeckende weibliche Schamhaftigkeit da – eine Tugend, die nach dem Sündenfall kam. Vorher waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und sie schämten sich nicht (1. Mose 2, 25); aber nach dem Fall nahm in ihrer Natur die Sinnlichkeit überhand, da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, daß sie nackt waren (1. Mose 3, 7). Die Scham ist eine Folge der sündigen Empfindungen des Fleisches. „Wann erscheint in einer Jungfer die Schamhaftigkeit? Dann, wenn sie beginnt, in sich die Bestimmung der Frau zu spüren. Die Schamhaftigkeit ist der Vorhang vor der Sünde, und nicht der Schein der Heiligkeit.“[22] „Eine Jungfrau senkt die Augen, wenn in ihr eine sündige Empfindung erscheint; in ihrer Unschuld schaut sie geradeaus“[23]. Allerdings sollte die kindliche Unschuld von der bestialischen Schamlosigkeit unterschieden werden. Zwar verspüren beide keine Scham; doch ist der Wert des letzteren für die menschliche Natur fraglich. Ein gerader, aber sinnlicher Blick ist eine Art Frechheit[24] und ein Zeichen der Verdorbenheit.

Was die weibliche Schamlosigkeit bewirken kann, demonstriert bildhaft der alttestamentarische Weise, indem er die bekannte Situation ausmalt, dass eine untreue Frau einen unvernünftigen Jungen verleitet, indem sie ihn durch alle möglichen Mittel verführt, was ihn das Leben kostet (Sprüche 7, 6-23). Die Kraft der weiblichen Liebreize und die Schädlichkeit der Schamlosigkeit erkennen auch die neutestamentarischen Weisen an, indem sie sagen, dass der all-weise Herr, der die menschliche Schwäche kennt, seine größte Gnade und Vorsehung darin erweist, dass er „die Schamlosigkeit des weiblichen Geschlechts mit der Scham wie mit einem Zügel aufhält; denn wenn Frauen auf Männer selbst zurennen würden, wäre kein Fleisch gerettet“[25].

Auch wenn es der Frau nicht gelingt, den Mann auf diese Weise zu verführen, bedeutet das noch nicht, dass sie ihn durch nichts mehr verführen kann. Die Frau wird weder von Besonnenheit noch von geistlicher Vernunft geleitet, sondern von den Gefühlen des durch die Sünde verdorbenen Herzens[26]. Ohne es selbst zu wollen, kann sie von Gefühlen mitgerissen werden und in Leidenschaft nicht nur zu einem Jungen, sondern auch zu einem Greis entflammen. Nachdem sie so entbrannt ist, wünscht sie sich, den Gegenstand ihrer Leidenschaft zu beherrschen und verschmäht keine Wege, um ihr Ziel zu erreichen. Im Besonderen benutzt sie die List, mit der sie die in ihr vorhandenen Leidenschaften, die sie umtreiben, verbirgt[27].

All das ist die Folge des Sündenfalls. Solche Eigenschaften und Fähigkeiten äußert die Frau, wenn sie nach den gesetzeswidrigen Regeln ihrer gefallenen Natur, geleitet von ihrem ungezügelten Blut, und nach den im Herzen entstehenden, ungeregelten Gefühle und Wünschen agiert. Der Heilige Johannes Chrysostomos, empört über die gelegentlichen sündigen Äußerungen der weiblichen Natur, sagte, dass es anscheinend in der ganzen Welt unter dem Himmel kein Tier gäbe, das einer bösen Frau gleichkäme[28]. Die Bestätigung für seine Worte findet er in den Worten des weisen Salomo, der mehrmals gesagt hatte, kaum eine Bosheit ist wie Frauenbosheit (Sir. 25, 19), besser ist es, in einem wüsten Lande zu wohnen, als ein zänkisches Weib und Ärger (Spr. 21, 19) oder lieber mit einem Löwen oder Drachen zusammenhausen, als bei einer bösen Frau wohnen (Sir. 25, 16), und es sei besser auf einer Dachecke wohnen, als ein zänkisches Weib und ein gemeinsames Haus (Spr. 25, 25).“Oh du, das Böse, der du aller Bösen Bösestes bist, du böse Frau! Ist sie arm, bereichert sie sich mit Bosheit; verfügt sie aber über Reichtum, der die List fördert, ist es doppelt schädlich. Die Frau ist ein ungeduldiges Tier, eine unheilbare Krankheit, eine unzähmbare Bestie. Ich habe sowohl die unzähmbare Aspis gesehen, die gezähmt wurde, als auch gezügelte Löwen, Einhörner und Bären; aber eine böse Frau zürnt, wenn sie zurechtgewiesen wird, und wird eitel, wenn ihr zärtlich ins Gewissen geredet wird. Wenn ihr Mann ein mächtiges Amt bekleidet, verdirbt sie ihn Tag und Nacht mit ihren Reden und regt ihn zu bösen Taten an, wie Herodias Herodes; hat sie aber einen reichen Mann, diffamiert sie alle; denn sie bändigt weder ihre Zunge aus Gottesfurcht, noch fürchtet sie das ihr bevorstehende Gericht, noch befiehlt sie sich Gott an, noch beachtet sie die Gesetze der Liebe“[29].

Solch eine traurige Erscheinung ist das Herz, das nicht von Vernunft geleitet und durch Sünde verdorben ist, in dessen Tiefe böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsch Zeugnis, Lästerungen geboren werden und aus ihm hervorgehen (Mt. 15, 19). Eine Menschentochter, die solch ein Herz besitzt, wird Tochter Belials[30] genannt (1. Sam. 1, 16). Solch eine Frau ist bitterer ist als der Tod, denn sie gleicht einem Netz, und ihr Herz ist wie Fanggarn, dessen Hände Fesseln sind (Ekkl. 7, 26), und gibt nichts ist, was stärker als ihre „Schwäche“ wäre. So wie ein Herz, das sich dem Verstand entgegensetzt, diesen fast immer verleitet und herabsetzt, indem sie verschiedene Gedanken hervorruft, ebenso zeigt auch die Frau nach der Eigenschaft ihrer Natur ähnliche Fähigkeiten in Bezug auf Männer, die alles vernachlässigen und ihr erstaunt zuhören und sie mit offenem Mund beschauen, und sie mehr als Gold und Silber und alle kostbarsten Dinge begehren (2. Esr. 4, 19).

Zorobabel erzählte von Apamina, einer Konkubine des Königs, die ihre Macht ausgespielt hatte, indem sie vom Haupt des Königs das Diadem genommen und es sich selbst aufgelegt und den König mit der linken Hand auf die Wange geschlagen hatte; und dabei hatte der König sie mit offenem Munde beschaut, und als sie lachte, lachte auch er; wenn sie aber zornig war, liebkoste er sie, bis sie sich mit ihm versöhnte (2. Esr. 4, 30-31). Salomo wandte sich unter dem Einfluss seiner heidnischen Frauen von Gott ab, weil er mit seinem ganzen Herzen an ihnen hing und sich anderen Göttern zuwandte (1. Kön. 11, 4). Samson war von seiner Frau die Voraussetzung für die Göttliche Gnade genommen worden, die ihn begleitet und durch ihn gewirkt und von ihr den Fremden zur Schändung und Hinrichtung übergeben worden war (Richter 15, 4-21). Durch das Verschulden der Frau war der schöne und adlige Josef als Verbrecher ins Verlies geworfen worden (1. Mose 39, 20). Johannes, der Vorläufer des Herrn, wurde durch das Wirken und die Arglist weiblicher Bosheit brutal enthauptet (Mt. 14, 8-11). Diese und ähnliche Beispiele beweisen mit unzweifelhafter Offensichtlichkeit die Wahrheit der Worte der Heiligen Schrift, die besagen, dass viele angesichts weiblicher Antlitze wahnsinnig wurden und ihre Sklaven wurden, und viele wegen den Weibern untergingen und sich verführen ließen und sündigten (2. Esr. 4, 25-26). Solcherart sind die schädlichen Äußerungen des weiblichen Herzens, das vom Gift der Sünde vergiftet ist, welche in die Natur des Menschen eingedrungen ist und alle „Weiden des Herzens“[31] in ihre Gewalt bekommen hatte.

Dennoch ist das allseitige Streben nach dem Bösen, das die gefallenen Geister prägt, der gefallenen Menschheit nicht eigentümlich. In ihr ist das Böse mit dem Guten vermischt. Das Herz ist diese „unüberblickbare Untiefe“[32], in der nicht nur alle Arten des Bösen, sondern auch alle Arten des Guten  enthalten sind. „Das Herz“, sagte der Hl. Makarios der Große, „ist ein kleines Gefäß; doch gibt es da Schlangen, dort gibt es Löwen, dort gibt es gifttragende Tiere, dort gibt es alle Schätze der Laster, dort gibt es raue und störrische Wege, dort gibt es Untiefen; doch gibt es dort auch Gott, dort gibt es Engel, dort gibt es Leben und Reichtum, dort gibt es Licht und die Apostel, dort gibt es Schätze der Gnade, dort gibt es alles“[33]. Auch in der weiblichen Natur gibt es „alles“. Die Frau verfügt über eine große Kraft  - nicht nur zum Laster, sondern auch zur Tugend[34].

Es können genügend Bespiele für Frauen angeführt werden, die außerordentliche Tugend aufzeigten, indem sie nachwiesen, dass die Bewegungen des Herzens nicht nur böse, sondern auch gut sein können.

Die größte Nächstenliebe zeigte, zum Beispiel, die reiche Sunemin, die ihren Mann bat, für Elisa den Propheten ein Gemach herzurichten, wo er sich erholen und mit Essen stärken könnte (2. Kön. 4, 9-10). Verdientes Lob bekam auch jene arme Witwe, die, trotz ihrer Bedürftigkeit, Elias dem Propheten zu Essen gegeben und ihm ihre letzten Vorräte angeboten hatte (1. Kön. 17, 12). Mitleid und Barmherzigkeit sind dem weiblichen Wesen ihrer Natur nach zu eigen, so wie sie jedem Herzen, das unbefleckt und rein ist, innewohnen. Das reine Herz ist voller Erbarmen und Mitleid. Solch ein Herz kann „Schaden oder Trauer, den die Geschöpfe erleiden, nicht ohne Kummer sehen oder hören“[35]. Auch eine Frau, die nach dem in ihrem Herzen geschriebenen Gesetz Gottes lebt, kann nicht anders als so sehen und hören. Sowohl ihre Seele als auch ihr Körper ist durch die Zärtlichkeit des Aufbaus gekennzeichnet[36]. Das Gewebe ihrer Nerven ist zart und fügsam[37]. Einer Frau, deren Herz von einem kummervollen Anblick nicht berührt wird, fehlt eine der Haupteigenschaften, die die Grundlage der weiblichen Natur ausmachen.

Während die männliche Seele idealerweise über Eigenschaften wie Festigkeit, Unabhängigkeit, Härte, Stärke und Mut verfügt, zählen als ideale Eigenschaften der weiblichen Seele: Zärtlichkeit, Weichheit, Nachgiebigkeit, Schüchternheit und Schwäche. 

Diese Eigenschaften der weiblichen Natur erwecken im Mann die edelsten Züge seiner Natur – Mut und Verantwortlichkeit - und mildern die Eigenschaften, die harsch und grob sind. Die Frau ist fähig, ihren besorgten Mann zu beruhigen und seine unnötigen schweren Gedanken zu verscheuchen, da die weibliche Natur mit den unschätzbaren Gaben von Mitgefühl, Feingefühl und Inspirationsfähigkeit ausgestattet ist. In den Notizen der Hl. Zarin und Märtyrerin Alexandra ist der Gedanke zu finden, dass die Macht der wahren Weiblichkeit in ihrer Reinheit und Lauterkeit besteht, und ihre Kraft in ihrer Sanftheit[38].

Besonders lebhaft begannen die guten Eigenschaften des weiblichen Herzens sich zu äußern, als der Herr die weibliche Natur in Person der All-Reinen und Ganz Makellose Jungfrau Maria erneuerte und heiligte. Sie wurde zu seinem auserwählten Gefäß, worin ER seine kostbarste Perle, den Samen der Gnade des Heiligen Geistes hineinlegte. Und sie, indem sie diesen Göttlichen Samen empfang und von sich etwas eigenes (also ihr Fleisch) hinzufügte, vollbrachte das Mysterium der Rettung der Menschheit, durch die sündlose Geburt des Gottmenschen in diese Welt. Dieses Mysterium war eben nur durch die Haupttugenden der weiblichen Seele möglich.

Beim Vergleich des Verhaltens von Eva, der Urmutter der Menschheit, und Maria, ihres gesegneten Zweiges, ist ein wesentlicher Unterschied bemerkbar, der in einem Fall dem Beginn der Sünde diente, im anderen Falle aber dem Beginn der Rettung. Da zeigte Eva der ganzen Welt ihren Unglauben an Gott; hier verehrt die Welt mit Ehrfurcht den tiefsten Glauben Marias, die glaubte, dass es möglich sei, dass der unfassbare Gott in den beschränkten Raum des menschlichen Mutterleibes hineingehe. Da stimmte Eva leichtsinnig dem betrügerischen Vorschlag zu, ohne Mühe und Gottes Hilfe Vergöttlichung zu erreichen; hier akzeptiert Maria die direkte Verheißung, das Gefäß der Gottheit zu sein - nicht sofort, sondern mit Bedenken und nur unter Voraussetzung der Beibehaltung ihres Gelübdes der Keuschheit. Da erweckten die verlockenden Reden des gefallenen Engels in der Seele Evas Stolz, hier versetzten die größten Verheißungen des Engels des Lichtes Maria nicht nur nicht in Hochmut, sondern brachten sie vielmehr in Verlegenheit wegen ihres Bewusstseins der eigenen Unwürde und Unvollkommenheit. Da verleiteten sinnlicher Genuss und Eitelkeit Eva zu dem Wunsch, trotz angedrohter Bestrafung gegen den Willen Gottes zu handeln; hier wird Maria, trotz der Gefahr der Schande seitens der Menschen, durch allseitige Hingebung und Liebe zu Gott getrieben, sich ganz dem perfekten Willen Gottes zu unterwerfen. All das – der lebendige Glaube, die jungfräuliche Reinheit, die tiefste Demut, die ganz perfekte Liebe und Hingabe – beriefen die Jungfrau Maria zum Empfang des Sohnes Gottes!

Dieselben guten Eigenschaften erweckte der Herr durch seine evangelische Lehre und sein gottgefälliges Leben in vielen weiblichen Herzen. Das Evangelium zeigt uns Fälle, in denen Frauen in ihrer Tugendhaftigkeit die Männer deutlich übertreffen. Zum Beispiel schaffte es Nikodemus nach dem Gespräch mit dem Herrn nicht, an IHN als den Sohn Gottes zu glauben, während die Samariterin nicht nur begann, an Christus zu glauben, sondern sich bemühte, diesen Glauben auch Anderen zu vermitteln (Joh. 4, 43). Der Herr weist Simon den Pharisäer deswegen zurecht, dass er solch eine Frau verurteilte, die ihn mit ihren Taten des Glaubens und der Liebe übertraf, welche wertvoller waren als alle seine „gerechten“ Taten zusammengenommen (Lk. 7, 36-50). Auch am Beispiel der kanaanäischen Frau verurteilt der Herr den Unglauben, die Heuchelei und die Lieblosigkeit der Pharisäer, der ER am vorangegangenen Tag begegnet war (Mt. 15, 22-28). Die blutflüssige Frau, die an einer Krankheit litt, die ihre weibliche Würde „erniedrigte“, schämte sich nicht nur, vor Allen einzugestehen, von welcher Krankheit sie dank des Herrn geheilt worden war (indem sie dadurch seine Göttliche Kraft vor allen bekannte), sondern auch, dass sie es wagte, im Zustand der „Unreinheit“ den Herrn zu berühren (Mt. 9, 20-22)[39]. Es darf auch nicht die Tatsache verschwiegen werden, dass der Herr in schwierigen Augenblicken von seinen Jüngern verlassen worden war, doch nicht von seinen Jüngerinnen. Ihre hingebende Liebe zum Herrn überwand ihre Angst vor der Gefahr und gab ihnen Mut und Stärke, um die moralische Qual zu ertragen, die sie bei der Anschauung des Leidens und des Todes am Kreuz ihres liebsten Lehrers erlitten. Unter denjenigen, die am frühen Morgen zum Grab des Herrn gingen, um IHN mit dem wohlriechenden Myron  zu salben fand sich kein Mann, so dass Verlegenheit darüber entstand, wer den Stein vom Grufteingang wegwälzen solle; denn sie selbst waren in ihrer Schwäche nicht in der Lage, dies selbst zu tun (Mk. 16, 3). Aber sie waren durch ihre unveränderliche Liebe und Hingabe zum Herrn doch getrieben, morgen früh zu seinem Grab zu gehen. Der Herr belohnte ihre große Bereitwilligkeit und tiefe Bindung, indem er ihnen zuerst erschien, so dass dieses „so verachtete Geschlecht als erste die Betrachtung der höchsten Güte genoss“[40].

All das bekamen sie dafür, dass ihre Herzen dem Herrn gehörten. Auf IHN konzentrierten sich alle ihrer Gedanken und Wünsche. Seine Lehre empfingen sie als einen Schatz, nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen, und bewahrten sie sorgfältig in den schwächeren Gefäßen ihrer Seelen – nach dem Vorbild der Heiligen Jungfrau Maria, die als erste begonnen hatte, in ihrem Herzen die Worte ihres Sohnes zu wägen (Lk. 2, 9). Es sollte erwähnt werden, dass im Evangelium, so wie übrigens auch in allen Büchern des Neuen Testaments, keine Frau erwähnt wird, die gegen die Lehre Christi auftrat oder etwas gegen Christus selbst hatte, während IHM seitens der Männer öfter Unglauben, Undankbarkeit, Verachtung und sogar Hass entgegenschlug. Das kann dadurch erklärt werden, dass Männer vorwiegend vom Verstand leben und geleitet werden, der, was seine Eigenschaften betrifft, von kalter Rationalität, Wissbegierde und Neigung zu Zweifeln geprägt ist. Frauen leben dagegen vom Herzen; mit dem Herzen nehmen sie auch jedwede Wahrheit wahr, ohne rational-logische Beweise zu benötigen. In Bezug auf das Christentum ist dieser Weg der Erkenntnis der Wahrheit häufig richtiger und zuverlässiger. So sagte ein Heiliger, nicht das Weise, sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, auf daß er die Weisen zu Schanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, auf daß er das Starke zu Schanden mache (1. Kor. 1, 27).

Ein bildhaftes Beispiel, das diese Worte bestätigt, ist das Vorbild der Heiligen Myronträgerinnen, die der ganzen Welt die Wahrheit bewiesen, dass die Kraft Gottes in Schwachheit vollbracht wird (2. Kor. 12, 9). Warum dies? Da unser ganzes Leben einschließlich des geistlichen Lebens sich eigentlich im Bereich des Herzens verwirklicht und äußert. „Das Herz ist der Anfang und die Wurzel all unserer Werke“,[41] sagten die Heiligen Väter. Aufgrund dessen raten sie dazu, jedwede Wahrheit ins Herz hineinzubringen, und zwar durch die Erregung des Mitgefühls. Wenn die Wahrheit zum Gefühl wird und ins Herz hineingeht, dann wird sie sich in das eigentliche Wesen der Seele umwandeln. So bildet sich die durch nichts erschütterbare Überzeugung von einer Wahrheit. Damit die Wahrheit beginnt, in der Seele zu wirken, ist es erforderlich, sie durch Mitgefühl ins Herz zu bringen. Wenn die Wahrheit aber durch das Gefühl ins Herz hineinkommt, dann lebt die Seele in Wahrheit.

Doch bevor die Wahrheit ins Herz übergeht, muss sie erst gefunden und dann zum Herzen hingebracht werden. Dazu ist die männliche Psyche eher geeignet als die weibliche. Die weibliche Psyche hat quasi keine feste und deutliche Gestalt. Weibliches Denken ist ungeformtes Material, das aber bereit ist, jede Form anzunehmen. Männliches Denken unterscheidet sich vom weiblichen durch sein Bedürfnis nach deutlichen und festen Formen[42]. Der Mann verfügt über denselben psychischen Inhalt wie die Frau, aber in einer zergliederten Form. Da, wo weibliche Erlebnisse unbestimmt und vage sind, hat der Mann bereits scharfe, deutliche Vorstellungen, die mit ganz bestimmten Gefühlen einhergehen. Dem Mann ist es möglich, zwischen Gedanken und Gefühlen zu unterscheiden, während diese Fähigkeit der weiblichen Natur nicht zu Eigen ist. Zudem strebt der weibliche Verstand nicht danach, in die „Tiefe der Dinge“ einzudringen. Er ertastet die Gegenstände quasi nur, kostet sie, gleitet über ihre Oberfläche; doch kann er weder ihr Wesen begreifen, noch bestimmte Begriffe über sie bilden. Solches Denken kann weder selbstständig sein noch allein bleiben, ohne seine Hilfslosigkeit zu spüren.

Dieses Gefühl von Einsamkeit, Verlassenheit, Hilfslosigkeit und Unbestimmtheit ist eben das, worin die weibliche Schwäche sich sehr markant äußert. Nach dem Sündenfall sagte der Herr zu Eva: „Nach deinem Manne wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen“ (1. Mose 3, 16). Dieses „Verlangen“ nach dem Mann ist offensichtlich weniger körperlich, sondern psychisch und „wirkt in allen einsamen Frauen, indem es sich unbewusst ganz unterschiedlich äußert und verschönert“[43]. Deswegen ist es für eine Frau schwer, sogar fast unmöglich, allein zu sein. Sie braucht es mehr als der Mann, geliebt, bemitleidet und getröstet zu werden, da sie sich selbst nicht trösten kann. Sie mag ein gutes Gedächtnis haben und vieles behalten können; doch fällt es ihr schwer, die erhaltenen Erkenntnisse zu analysieren und selbstständig logische Schlüsse zu ziehen. Viele Lebenseindrücke, insbesondere negative, bleiben im weiblichen Bewusstsein unerklärt. Sie vermag es nicht, die in ihrem Gehirn entstehenden Widersprüche selbstständig zu lösen, was nicht selten zu hysterischen Reaktionen führt[44]. Es ist für sie unbedingt notwendig, dass jemand ihre Probleme erklärt und löst. Dieser jemand ist der Mann.[45] Von ihm verlangt die Frau immer bestimmte Ansichten, um die Möglichkeit zu haben, sie von ihm zu entlehnen. Das ist eben das, worauf ihre psychische Abhängigkeit vom Mann gründet. Die von Adam Genommene ist zu ihm hingezogen, da sie sich die Stütze und den Platz wünscht, den sie vorher in ihm besetzte.

Zugleich agiert sie selbst nicht, sondern wartet auf die Handlungen des Mannes. Tief in ihrer Seele erwartet sie, dass man kommt, sie zu suchen; auch wenn sie darauf ihr ganzes Leben lang warten muss. So ist die natürliche Ordnung der Dinge: nicht das Herz steigt zum Verstand auf, sondern der Verstand kommt ins Herz hernieder. Die Stelle des Lebens ist das Herz; dort fokussieren sich alle Kräfte der Seele. Der ins Herz herniedergekommene Verstand beginnt die Gesamtheit der seelischen Kräfte (Energien) zu bewirtschaften und zu verändern. Dadurch gestaltet er die Seele um und bereitet sie auf den Empfang der Gnade vor. Das Herz ist zur Neueinrichtung der Seele bzw. ihrer Neuzusammensetzung berufen, die durch den Verstand erschaffen und dann zur Einigung mit der Gottheit befähigt wird.

Diese Organisation der Seele nannten die Heiligen Väter „Kirche“.[46] Auch der Ehebund eines Mannes und einer Frau wird „Kirche“ genannt (Röm. 16, 4-5). Bekannterweise ist das Haupt der Kirche Christus. Und so wie Christus das Haupt in Bezug auf die Kirche ist, in diesem Sinne ist auch der Mann das Haupt in Bezug auf seine Frau (Eph. 5, 23). Christus ist der zum Haupt der Kirche durch ihre Errettung geworden. ER ist der Erretter seines Leibes, also der Kirche (Eph. 1, 23). Auch ein Mann ist das Haupt seiner Frau sowie ihr Erretter. Eben dies ist der Gedanke des Apostels: so wie Christus, das Haupt der Kirche, über diese wacht und sie rettet, so ist auch der Mann der Retter der Frau[47]. Aufgrund dessen wird von der Frau auch Unterwerfung unter ihren Mann als dem Herrn (Eph. 5, 22) verlangt, oder, anders gesagt, Unterwerfung unter den Herrn durch Unterwerfung unter ihren Mann. Der Mann ist der Vermittler zwischen der Frau und dem Herrn, und ohne diesen Vermittler kann die Frau nicht zum Herrn kommen[48]. Aber auch der Mann kann ohne Frau nicht mit dem Herrn leben, da ihm sonst seine Wurzel und sein vitales Element entnommen wären[49]. „Ein wackeres Weib, wer wird es finden? Denn ihr Wert steht weit über Korallen“, sagt die Heilige Schrift. „Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und an Ausbeute wird es ihm nicht fehlen.  Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens“ (Spr. 31, 10-12). Die gute Frau hilft ihm bei der Erreichung der wichtigsten Tugenden des Herzens – des lebendigen Glaubens, der unverweslichen Reinheit und der selbsthingebenden Liebe, weswegen er die Gnade Gottes, nach den Worten: wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden und hat Wohlgefallen erlangt von Jahwe (Spr. 18, 22). Daher ist es dem Mann geboten, die Einigung mit der Frau durch die hingebende Liebe zu ihr anzustreben (Eph. 5, 25). Denn davon hängen sein eigenes Leben und Wohl ab. Wer sein Weib liebt, liebt sich selbst (Eph. 5, 28), da sie ein Teil von ihm selbst ist, Gebein von seinen Gebeinen und Fleisch von seinem Fleisch, und wer sich um den Wohlstand seines Leibes nicht kümmert, der kümmert sich auch nicht um seinen eigenen Wohlstand. Die Frau ist die Helferin des Mannes im Werk ihrer gemeinsamer Rettung, und dem Mann obliegt es, sich um sie ebenso zu kümmern, wie es der Seele obliegt, sich um ihren Leib zu kümmern, dadurch, dass sie sie nährt und pflegt, so wie Christus seine Kirche nährt und pflegt (Eph. 5, 29). Und so wie das Ziel der Fürsorge Christi über die Kirche darin besteht, sie von Laster, Sünde und Abweichung vom Bilde Gottes zu erretten und ihre ehemalige Herrlichkeit, Heiligkeit und Makellosigkeit zurückzuholen (Eph. 5, 27) und ihr den übernatürlichen Zustand der Vergeistigung durch die Einigung mit der Gottheit zu ermöglichen, so sollen auch Männer sich um ihre Frauen sorgen und sie - und durch sie auch sich selbst - damit in diesen übernatürlichen und engelsgleichen Zustand umgestalten, von dem geschrieben steht: da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Weib; denn ihr alle seid einer in Christo Jesu (Gal. 3, 28).

Die Erreichung dieses Zustandes ist die Erlangung des Reiches Gottes. Diese geschieht auf eine geheimnisvolle Weise in der Tiefe jeder menschlichen Seele (Lk. 17, 21). Aber dieses Geheimnis ist groß (Eph. 5, 32), und es wird sich nicht früher geschehen als die herrliche Ankunft unseres Herrn Jesu Christi - Denn dir gebührt alle Herrlichkeit und Macht und Ehre und Anbetung, samt deinem anfanglosen Vater und deinem allheiligen und guten und lebendigmachenden Geiste, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit! Amen[50]

 

Nachwort

Dieser dem Leser dargebotene Essay ist ein kurzes, thesenartiges Skript, das hinter jeder seinen Redewendungen eine Menge geistlicher Begriffen verbirgt, die erst im Zuge des Nachdenkens und des Erwerbs verschiedener Kenntnisse der geistlichen Wissenschaft begriffen werden können. Obwohl dieser Essay eine tiefe Besinnung über jeden Gesichtspunkt voraussetzt, reicht Besinnung allein hier nicht aus. Das hier Verkündigte besteht nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch Geistliches deuten (1. Kor. 2, 13), durch die Münder der gottestragenden Väter, deren Gedanken in diesem Essay in systematischer Abfolge dargestellt wurden. Nach dem Gesetz der Natur nimmt der natürliche Mensch aber nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit. Und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich, mithilfe geistlicher Begriffe beurteilt wird (1.Kor. 2, 14). Deshalb, oder auch aus anderen Ursachen, könnten einige der vorgebrachten Thesen falsch oder unverständlich wirken. Da wo wir dafür verantwortlich sind, übernehmen wir noch eine Aufgabe: die unverständlichen Stellen und Wendungen näher zu erklären. Das werden wir gerne tun, sobald wir konkrete Fragen der Leser an unsere Adresse vadim_korzhevski@mail.ru bekommen haben werden. 



[1] Hl. Symeon der Neue Theologe: Св. Симеон Новый Богослов. Т. 2. Деятельные и богословские главы. Гл. 4. С. 509.

[2] Hl. Mönch Makarios von Ägypten: Преп. Макарий Египетский. Духовные беседы. Бес. 16. § 7. М., 1994. - С. 143.

[3] Das griechische πλευρά, übersetzt als „Rippe“, bedeutet im Allgemeinen „Weiche, Seite“ oder „Teil der Seite“. Zum Beispiel verwendet Prophet David dieses Wort (Ps. 48, 3; ins Deutsche als „Nordseite“ übersetzt) für den Berg Zion, der sich im nördlichen Teil des Gebirges von Jerusalem befindet.

[4] Hl. Johannes Chrysostomos: Св. Иоанн Златоуст. Т. 4. Кн. 1. Беседы на кн. Бытия. XV. § 2. М., 1994. - С. 122.

[5] Hl. Irenäus von Lyon: Св. Ириней Лионский. Доказательство апостольской проповеди. Гл. 13. // Творения. М., 1996. - С. 575. Davon, dass liebevolles Küssen körperlich vereinen kann, schrieb der Hl. Johannes Chrysostomos in der Auslegung zu 1. Kor, 16, 20. Selbst der Begriff „Küssen“ (russ.: целование (zelowanije))  schließt sich an den Begriff „das Ganze“ (russ. целое (zeloje) an.

[6] Hl. Clemens von Rom: Св. Климент Римский. 2Кор. Гл. 12. // Ранние Отцы Церкви. Брюссель. 1988. - С. 92.

[7] Abba Thalassius: Авва Фаласий. Добротолюбие. Т. 3. О любви. 1-я сотница. Сл. 1. Гл. 1. Свято-Троицкая Сергиева Лавра. 1991. С. 291.

[8] Hl. Gregor Palamas: Св. Григорий Палама. Триады в защиту священно-безмолвствующих. I. 3. § 20. М.: Канон. 1996. - С. 80-81.

[9] Hl.Diadochos von Photiki: Св. Диадох Фотикийский. Добротолюбие. Т. 3. Гл. 57. С. 37.

[10] Hl. Theophan der Klausner: Св. Феофан Затворник. Путь ко спасению.1994. С. 271.

[11] Hl. Theophan der Klausner: Св. Феофан Затворник. Начертание христианского нравоучения. Т. 1. Изд. Свято-Успенского Псково-Печерского монастыря, 1994. С. 196.

[12] Hl. Gregor der Wundertäter nennt sie schwach im Verstand (Творения. Т. 2. На благовещение. М., 1996. - С. 132).

[13] Sel. Augustinus: Блаж. Августин. О граде Божием. Кн. 14. Гл. 11. М., 1994. - С. 31.

[14] Ebenda, С. 32.

[15] Sel. Theophylaktos von Ochrid: Блаж. Феофилакт. Толк. на посл. Ап. Павла. Скит. 1993. - С. 496.

[16] Рупышев Понтий, прот. Не оставлю вас сиротами. М., 1999. - С. 168.

[17] Als Blut nennt die Hl. Schrift die Seele eines tierischen Organismus (Lev. 17, 14). Im Blut befindet sich das Leben (1. Mose, 9, 5), und das Blut ist eben die Voraussetzung aller vitalen Erscheinungen der Seele, aber jener Seele, die tierisch und fühlend ist.

[18] Hl. Ignatios Brjantschaninow: Св. Игнатий Брянчанинов. Т. 5. Приношение современному монашеству. Гл. 42. Свято-Троицкая Сергиева Лавра.  1991. -С. 318.

[19] Hl. Theophan der Klausner: Св. Феофан Затворник. Толк. посланий ап. Павла. 1-е послание к Тимоф. 2;2. Изд. Свято-Успенского Псково-Печерского монастыря., 1995. - С. 264.

[20] Die Einstellung des Christentums zur physikalischen Schönheit als solcher ist bedingungslos positiv. Die weibliche Schönheit wird von Gott selbst gesandt. Das Hohelied besingt entzückt alle physischen Anmutungen der weiblichen Natur. Wenn die asketischen Werke auf die große Gefahr hinweisen, die von der weiblichen Schönheit ausgeht, entspricht dies einem Hinweis auf die Gefahr von Sonnenschein für Augenkranke oder auf die Schädlichkeit von Quellwasser für einen, der an Fieber leidet. Die gesunden Gefühle können nicht anders, als von der Frau entzückt zu sein. In diesem Fall wäre Gleichgültigkeit unangemessen, und Hass gegen die Natur. Beides ist eine Folge seelischer oder der körperlicher Leidenschaften. Gleichgültigkeit oder sogar Ekel des Mannes gegenüber der Frau und umgekehrt ist häufig eine Folge verzerrter Geschlechtsorientierung (см.: Розанов В.В. Люди лунного света. М., 1990. - С. 211-214). Wer gesunde und reine Gefühle hat, wendet bei einer Begegnung mit der weiblichen Schönheit seinen Verstand dem Urheber dieser wundersamen Schönheit zu und preist seine Weisheit, Güte und Schönheit (Klimax: Лествица. 15;59).

[21] Clemens von Alexandria: Климент Александрийский. Педагог. Кн. II. Гл. 12. М., 1996. - С. 209.

[22] Hl. Ignatios Brjantschaninow: Св. Игнатий Брянчанинов. Христианский пастырь и христианин-художник. // Богословские труды. № 32. М., 1996. - 279.

[23] Ebenda, С. 295.

[24] Hl. Abba Dorotheus: Преп. Авва Дорофей. Поучения. Поуч.4. С. 66.

[25] Hl. Johannes Klimakos: Преп. Иоанн, игумен Синайской горы. Лествица. 15;72. С-ПБ.1996. - С. 133.

[26] Hl. Ignatios Brjantschaninow: Св. Игнатий Брянчанинов. Т. 5. Приношение современному монашеству. Гл. 42. С. 317.

[27] Um der Wahrheit Willen ist anzumerken, dass die List der weiblichen Natur in ihr kraft der Unvollkommenheit ihres Bewusstseins aufscheint. Sie betrügt meist unbewusst und ist dabei manchmal nicht in der Lage, die wirklich geschehenen Ereignisse von den Gespinsten ihres Einbildungsvermögens zu unterscheiden. Wenn ein Mann, im Gegensatz dazu, schon betrügt, dann betrügt er bewusst und verfolgt dabei bestimmte Ziele. Daher stammen die charakteristischen Unterschiede zwischen männlicher und der weiblicher List. Der Mann, der betrügt, vertraut selbst niemanden und verdächtigt auch andere; die Frau dagegen ist bei all ihrer natürlichen List manchmal zugleich auch unvernünftig vertrauensselig, d.h., sie betrügt, denkt aber nicht daran, dass sie auch selbst betrogen werden kann.

[28] Св. Иоанн Златоуст. Слово на усекновения главы Предтечи и Крестителя Иоанна. // Беседы на Евангелие от Иоанна Т. 2. М., 1993. - С. 607-608.  

[29] Ebenda, С. 608-609.

[30] Also des Teufels (2. Kor. 6, 15).

[31] Hl. Makarios der Größe: Преп. Макарий Египетский. Бес. 50. § 5. С. 317.

[32] Ebenda, Сл. 1. Гл. 1. С. 344.

[33] Ebenda, Бес. 43. Гл. 7. С. 280.

[34] Hl. Johannes Chrysostomos: Св. Иоанн Златоуст. Беседы на Евангелие от Иоанна. Т. 1. Бес. 61. § 4. М., 1993. - С. 401.

[35] Hl. Isaak der Syrer: Св. Исаак Сирин. Слова подвижнические. Сл. 48. М., 1993. С. 208.

[36] Clemens von Alexandria: Климент Александрийский. Педагог. Кн. 3. Гл. 3. С. 225.

[37] Deshalb ist die Frau für Nervenstörungen (Melancholie, Trübsinn, Hysterie) anfälliger und von einer Wechselhaftigkeit der Launen gekennzeichnet.

[38] Hl. Zarin und Märtyrerin Alexandra: Св. царица-мученица Александра. О браке и семейной жизни. М., 1996. - С. 27.

[39] Das Alte Testament nannte die periodischen weiblichen Ausflüsse Unreinheit. Auch in den Fällen, wenn die Ausflüsse, so wie bei der evangelischen Blutflüssigen, krankhaft waren, wurden keine Ausnahmen gemacht. Es wurde geglaubt, dass die Frau, die sich in diesem Zustand befand, ihre Unreinheit  allem mitteilte, was sie berührte (Lev. 15, 19-27). Doch warf der Herr, wie wir wissen, der kranken Frau nicht vor, dass sie seine Kleidung berührt hatte, und zeigte damit ein Beispiel der gehörigen Einstellung zu diesem Zustand der weiblichen Natur im Neuen Testament.

[40] Hl. Johannes Chrysostomos: Св. Иоанн Златоуст. Толкование на св. Матфея Евангелиста. Кн. 2. Бес. 88. § 2. М., 1993. - С. 870.

[41] Hl. Tichon von Sadonsk: Св. Тихон Задонский. Т. 2. О истинном христианстве. Ст. 2. Гл. 1. § 33. Изд. Свято-Успенского Псково-Печерского монастыря., 1994. С. 110.

[42] Diese Eigenschaft spiegelt sich auch in der körperlichen Organisation des Mannes im Gegensatz zu der der Frau wider. Die Gesichtszüge sowie auch der Körperbau des Mannes sind von größerer Festigkeit, Schärfe und Deutlichkeit geprägt - im Vergleich zur Weichheit, Rundlichkeit und Unschärfe der weiblichen Figur und Gesichtszüge.

[43] Igumen Nikon Worobjow: Воробьев Никон, игум. Нам оставлено покаяние. Письмо 154. М., 1997. - С. 219.

[44] Vielleicht ist das der Grund dafür, dass Hysterie bei Frauen häufiger als bei Männern vorkommt. Allerdings wird angenommen, dass die Hauptursache der Hysterie Eitelkeit und Lobgier sind. Eine hysterische Person leidet sehr unter fehlender Aufmerksamkeit und bemüht sich, diese um jeden Preis herbeizuführen, auch durch negatives Verhalten.  

[45] Der Hl. Gregor der Theologe nennt den Mann „das Auge des Lebens der Frau und Leiter ihrer Absichten“ (Св. Григорий Богослов. Т. 2. Советы Олимпиады. М., 1994. С. 250).

[46] Hl. Makarios der Ägypter: Преп. Макарий Египетский. Бес. 37. § 8. С. 261.

[47] Sel. Theophylaktos von Ochrid: Блаж. Феофилакт. Толкование на послания ап. Павла. С. 359.

[48] Auch als Nonne kann die Frau ohne Vermittlung des Mannes oder zumindest des männlichen Bewusstseins keine Vollkommenheit erreichen. Die Hauptaktivität jedes Mönches und jeder Nonne ist das Gebet, das mit dem Verstand im Herzen zwecks der Bildung der seelischen Einrichtung erfolgt, die zur Einigung mit Gott taugen soll. Diese seelische Einrichtung, in der der Verstand und das Herz – Symbole des männlichen und des weiblichen Wirkprinzips – sich entsprechend dem durch Gott festgesetzten hierarchischen Aufbau „in einem Leib“ vereinigen, ist eben die Kirche, deren Haupt Christus ist. Die Errichtung einer solchen Einrichtung bedarf aber des männlichen Verstandes, der über die natürlichen, nicht-geistlichen Beweggründe der Frau herrscht. Hier muss der Verstand nach dem apostolischen Prinzip das Haupt des Herzens sein, genau so wie der Mann das Haupt der Frau. Während eine solche Struktur in der männlichen Psyche vorhanden ist, wenn auch in potentia, fehlt sie in der weiblichen Psyche und zeigt damit die Schwäche ihrer Natur und die Unfähigkeit zum selbstständigen geistlichen Wachstum. Ausnahmen (z.B., die Hl. Maria von Ägypten) bestätigen die Regel. Sie bezeugen nur die Einmischung von IHM, DER, wenn er will, die Ordnung der Natur ändert. 

[49] Im Mönchstum drückt dies sich durch die Fruchtlosigkeit des geistlichen Lebens beim Fehlen der inneren Arbeit des Verstandes (des männlichen Wirkprinzips) an der Bildung des Herzens (des weiblichen Wirkprinzips) aus. Allerdings wird heutzutage Empfindungslosigkeit und Herzlosigkeit von Vielen als Zeichen der Abgeschiedenheit von der Welt und der geistlichen Liebe zu Gott missverstanden, während es in der Tat versteinerte Gefühllosigkeit ist, die nicht das Leben der Seele, sondern ihren Tod bezeugt.

[50] Teil des Gebets, das beim Trauunungsmysterium gesprochen wird. (Anm.d.Ü.)

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