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Goldener Fonds

Das Gleichnis vom reichen Kornbauer (Lk. 12,16-21)

5. Dezember 2009
„Lasst uns deshalb nicht weiter in der Schatzkammer unseres Herzens, unseres Verstandes und  unseres Lebens all das sammeln und horten, was viel zu klein für uns ist und was uns kleinkariert werden lässt. Lasst uns lieber ... in all unseren Lebenssituationen ... uns immer wieder selbst die Frage stellen: Wie würde ich jetzt verfahren, wenn dies der letzte Augenblick in meinem Leben wäre?   Wenn wir uns dies allein immer wieder bewußt wären - oh gütiger Gott - wie tief und bedeutsam wird dann unser Leben, wie wichtig wird dann jeder Mensch und wie reich wird dann unser Leben sein an Taten, die wirklich einem menschlichem Leben, unserer menschlichen Größe und der unseres Gottes würdig sind!" - aus der Predigt zum Gleichnis vom reichen Kornbauern von Metropolit Antonij von Sourozh  

Zu jenem Menschen, der sich überlegt hatte, all seinen Reichtum einzulagern, dass er ihm nicht mehr weggenommen werden könne, sagte Christus: Du Narr! In dieser Nacht, wird man von dir dein Leben zurückfordern und was dann? Auf jeden von uns wartet der Tod. Darauf weisst uns das Evangelium immer wieder hin. Es erinnert uns nicht deshalb an den Tod, um uns zu erschrecken, sondern um unserem Leben eine neue, eine völlig andere, eine bisher unerreichte Tiefe zu geben. Wir leben oberflächlich, wir umgeben uns mit einer Unzahl von Dingen, die eigentlich viel zu unbedeutend sind für unser menschliches Herz oder unseren Verstand. Wie viele leere, sinn- und fruchtlose Gedanken gehen uns allein an einem Tag durch den Kopf, wie viele verschiedene Gefühle lösen in unsere Seele einander ab, ohne eine tiefere Spur zu hinterlassen? Alle diese Gedanken und Gefühle kommen und gehen einfach nur so, ohne Sinn, so wie Wolken am Sommerhimmel. All dies ist viel zu klein und unbedeutend für einen Menschen, d.h. für jeden von uns. Der Herr erinnert uns ständig in Seinem Evangelium, wie auch durch das Leben selbst, dass der Tod auf wundersame Weise uns allen nahe ist und dass nur er die Dinge ins rechte Licht rücken kann.

Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Mutter im Sterben lag. Wir beide wussten, dass der Tod bald kommen wird. Er kam uns immer näher und er war drei Jahre lang unser ständiger Begleiter. Während dieser drei Jahre jedoch ist eines sehr klar geworden: Gerade weil der Tod so nahe ist, ist das Leben so kostbar. Nicht in dem Sinne, dass man um es kämpfen sollte, um es zu verlängern, um noch nicht allzu bald sterben zu müssen, sondern in dem Sinne, dass das Lebenund all sein Inhalt eine wundersame Tiefe erlangen kann. Diese jedoch vermag nur der Tod zu eröffnen.  Jedes Wort, welches wir sagen, kann das letzte sein. Sollte es daher etwa nur so leer und unbedeutend dahingesagt oder - was noch schlimmer wäre - im gereizten Ton, voller Bitterkeit und Bosheit ausgesprochen werden? Sollte es ein Wort sein, das alles zerstört? Alles, was wir tun, könnte unser letztes sein. Sollte es nicht deshalb ein Ausdruck all des Wunderbaren und Tiefen sein, was die Beziehung zweier Menschen ausmacht? Wir vergessen dies allzu oft, weil es uns scheint, dass vor uns noch viel viel Zeit liegt, dass wir unsere Fehler später berichtigen können, seelische Wunden später  heilen und einen Menschen später trösten können. Aber es könnte dann schon zu spät sein. Wir  oder der andere könnten dann schon gestorben sein.

Aber auch dann muss es noch nicht zu spät sein, dann kann man sich an Gott wenden, Der uns versöhnen kann. Für einige Dinge jedoch kann es allerdings dann schon zu spät sein. Zu spät um zu trösten, um zärtlich zu sein, zu spät, um jemandem eine Freude zu machen oder einem Menschen auf der Erde ein letztes Glück zu bereiten. In diesem Sinne erinnert uns der Tod daran, dass das Leben, welches wir mit unseren vielen tausend Kleinigkeiten immer oberflächlicher machen, eine wunderbare Tiefe haben kann. Das Evangelium, Christus, das Leben selbst stellt den Tod nicht vor uns, um uns Angst zu machen, sondern damit wir mit einer neuen Tiefe leben, nach dem Maß unseres tiefen, feinsinnigen menschlichen Herzens und unseres weiten und verständlichen menschlichen Verstandes.

Lasst uns deshalb nicht weiter in der Schatzkammer unseres Herzens, unseres Verstandes und  unseres Lebens all das sammeln und horten, was viel zu klein für uns ist und was uns kleinkariert werden lässt. Lasst uns lieber vor jeder Begegnung, in all unseren Lebenssituationen, bezüglich unseres Verhältnisses zu jedem Menschen und zu allem im Leben, uns immer wieder selbst die Frage stellen: Wie würde ich jetzt verfahren, wenn dies der letzte Augenblick entweder in seinem oder in meinem Leben wäre? Was würde ich dann sagen, was würde ich tun, wie würde ich mich verhalten zu ihm, zu ihr oder zu ihnen? Wenn wir uns dies allein immer wieder bewußt wären - oh gütiger Gott - wie tief und bedeutsam wird dann unser Leben, wie wichtig wird dann jeder Mensch und wie reich wird dann unser Leben sein an Taten, die wirklich einem menschlichem Leben, unserer menschlichen Größe und der unseres Gottes würdig sind!

Amen       

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