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Walter Nigg - Glauben in der „Gemeinschaft der Heiligen"

14. Februar 2010
Vater Walter Nigg, Pastor und Professor, einer der bedeutendsten Theologen seiner Zeit... Was ist die Faszination von seinen zahlreichen Bücher über Heilige, Engel, Pilger und Mystiker? Wie gelang es ihm, Forschung und Leben, Wissen und Glauben miteinander zu verbinden? Was ist die Bedeutung seiner Werke für Bildung und Erziehung, also für die Vermittlung von Werten an nachfolgende Generationen?

1. Licht aus dem Osten

Der große Schweizer Theologe Walter Nigg (1903-1988) gehörte zu den bedeutendsten religiösen Autoren seiner Zeit. Er veröffentlichte 60 Bücher über Heilige, Engel, Pilger und Mystiker. Sie erreichten eine Gesamtauflage von über drei Millionen und wurden in viele Sprachen übersetzt. Mit „Grosse Heilige" (1946) schrieb er eines der berühmtesten spirituellen Bücher des 20. Jahrhunderts. Nigg war Pfarrer der reformierten Kirche in der Tradition Zwinglis. An der Universität Zürich lehrte er Kirchengeschichte. Sein ökumenischer Blick auf die Heiligen war entscheidend durch die Begegnung mit der russischen Dichtung und den großen Gestalten der Russischen Orthodoxen Kirche inspiriert. Seine biographischen Portraits über große russische Dichter und Heilige warten noch auf eine Übersetzung ins Russische. Sie wäre ein bedeutsamer Beitrag zur Geschichte der Ökumene. Denn ähnlich wie Edzard Schaper (1908-1984) hat sich auch Walter Nigg durch die Begegnung mit den Quellen der russischen orthodoxen Spiritualität inspirieren lassen.

 

2. Ein Kind des Dreikönigstages: Welchem Stern folgst du?

Am Dreikönigstag des Jahres 1903 erblickte Walter Nigg im katholischen Luzern das Licht der Welt. Seine Geburt am Epiphanie-Fest machte ihn von frühester Kindheit an empfänglich für die Welt der Heiligen und ihre Symbolik. Kaspar, Melchior und Balthasar gehörten zu dem lebendigen Brauchtum wie der Besuch des heiligen Nikolaus am 6. Dezember. Mit der Erinnerung an diese Heiligen verband Nigg ein Gefühl von Geborgenheit und zugleich eine Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies der Kindheit, aus dem er mit jäher Gewalt vertrieben worden war. Walter Nigg gehörte zu jenen Menschen, in deren Seele die Kindheit wie die ersten Jahresringe in der Mitte eines alten Baumes ruhen. Aus ihr lebte er und zog auch die Kraft, den Witterungen und Widrigkeiten des Lebens zu trotzen. Er hatte eine romantische Natur, doch besaß er zugleich einen wachen Geist und einen scharfen Verstand, die ihn vor einer Flucht aus der Gegenwart bewahrten. Wie die drei Könige blickte er nach vorne und begab sich auf den Pilgerweg, getrieben von der Suche nach einem Ort der Anbetung und der Erfahrung Gottes. Noch im hohen Alter erinnerte ihn das rote Gewand des Nikolaus an frühe Kindheitsszenen. Zeitlebens wollte Nigg begreifen, was ihn einst ergriffen hatte. Sah er später in den Weisen aus dem Morgenland Urbilder der mystischen Anbetung und der Erfahrung der Geburt Gottes in der Seele, so erkannte er in der Gestalt des Bischofs von Myra das Urbild eines erzieherischen Gespräches mit den Heiligen. Die Weisen aus dem Morgenland und der Bischof von Myra symbolisieren die beiden Pole, um die Niggs Hagiographie kreisen wird. Es geht um Anbetung des Heiligen und einen Weg der Heiligung, um Spiritualität und Erziehung des Menschengeschlechtes und die große Frage: Welchem Stern folgst du?

 

3. Kindheit: Verlust der Einheit und Erfahrung der Fremdheit

Vier Schlüsselerlebnisse aus früher Kindheit gewähren einen ersten Einblick in Walter Niggs Persönlichkeitsstruktur und ihre entscheidenden Prägungen. Sie dokumentieren die wiederholte Erfahrung der Fremdheit eines Kindes aus konfessionsverschiedener Ehe. 1. Das erste Schlüsselerlebnis ist die Flucht des Vierjährigen aus dem Sandkasten mit der Begründung, er fühle sich von den anderen Kindern in seinem Bedürfnis nach Alleinsein gestört. 2. Das zweite erinnert an die Erfahrung der konfessionellen Ausgrenzung durch den katholischen Zweig der Verwandtschaft. Walter Nigg und seine evangelisch getaufte Mutter werden in Luzern als Ketzer verspottet. 3. Das dritte Schlüsselerlebnis ist der Freitod des Vaters (1914) und das Krebsleiden der Mutter, das sie mit Liebe, Güte und Geduld annimmt. Ihr Sterben (1916) wird ihm zum Grundmuster einer Leidensmystik, das er in zahlreichen Lebensläufen der Heiligen wiederfindet. Auf dem Sterbebett nimmt ihm die Mutter das Versprechen ab, ein guter Mensch zu werden. 4. Dem Versuch der katholischen Verwandtschaft, das Waisenkind zu bekehren, entzieht sich Nigg durch Flucht. Als Vollwaise ist der Vierzehnjährige auf sich allein gestellt.

 

4. Jugend: Hermann Kutter - die Vaterfigur

Durch die Begegnung mit Eduard Thurneysen im Zürcher „Christlichen Verein junger Männer" (CVJM) kommt Walter Nigg 1919 in Kontakt zu Hermann Kutter und Karl Barth und wird somit Zeuge einer Schlüsselsituation der Theologie des frühen 20. Jahrhunderts. Niggs unveröffentlichte Aufzeichnungen über diese Besuche und seine Barth-Vorlesung zeigen diese Epoche aus einer neuen Perspektive. Der familiäre Umgang im Pfarrhaus von Safenwil gibt dem jungen Nigg Einblicke in Barths Persönlichkeitsstruktur, die ihn fasziniert und zugleich irritiert. Kutter dagegen erlebt Nigg als heiteren und zugleich verbindlichen Seelsorger. Er tritt neben das Vorbild der Mutter. Nigg bleibt ihm zeitlebens auch darin verpflichtet, dass er Leben und Werk der Heiligen und Mystiker hinfort als Einheit betrachtet. Kutters theozentrische Theologie des Unmittelbaren und die Mystik des Dominikaners Meister Eckhart prägen Niggs Interesse an einer erfahrungsbezogenen Rede von Gott. „Mystik ist nichts anderes als Liebe" zu Gott und den Menschen, formuliert er später in „Große Heilige". Die zahlreichen Lektürespuren in den ab 1919 erworbenen theologischen und literarischen Werken dokumentieren Niggs Bedürfnis nach einer Zusammenschau unterschiedlicher spiritueller Strömungen. Nigg sucht die Einheit im Urgrund gemeinsamer Erfahrung von Gottes Gegenwart. Rudolf Ottos Begriff des Heiligen erlaubt es ihm, von Gott als einem unergründlichen Geheimnis zu sprechen. Die paradoxe Erfahrung des Heiligen findet der junge Nigg auch in den Romanen Dostojewskijs wieder. In Sonja Marmeladowa sieht er das Urbild eines neuen Heiligentypus, in dem sich die Erfahrung von Leid und Geborgenheit zu einem Bild der Nachfolge Christi vereinen. Ziel ist die Heiligung als Einswerdung mit dem Willen Gottes. Dieser Prozess, so glaubt Nigg unter Berufung auf Kierkegaards Existenzphilosophie, verlangt immer die Entscheidung des Einzelnen.

 

5. Fjodor Dostojewskis Romane: Moderne Heilige

Was Walter Nigg bei den russischen Schriftstellern suchte, war konkrete Lebenshilfe: „In der russischen Literatur kommt ein Suchen nach Gott und der Wahrheit zum Ausdruck, wie dies im Abendland nur die Heiligen und Mystiker kannten. Diese Dichtung steht gleich der Bibel im Dienste der Verwirklichung der Gerechtigkeit. Ihre Solidarität mit den Leidenden hat weltanschaulichen Charakter. In ihren großen Vertretern erhebt sich die russische Literatur zu überstürzenden Visionen über das Kommende. Sie trifft den Leser mitten ins Herz. Wer den russischen Roman als religiöses Erzeugnis wachen Geistes in sich aufgenommen hat, dem ist eines der wesentlichsten Erlebnisse widerfahren, das eine tiefgreifende Veränderung in seinem eigenen Seelengewerbe bewirkt."[1]

Zu den frühen Schlüsselerlebnissen gehörte die Lektüre der Romane Fjodor Dostojewskis. Dabei wurden Sonja Marmeladowa und der Mönch Aljoscha wegweisend für Walter Niggs Auffassung einer neuen Heiligengestalt. Raskolnikoff hatte einen Menschen getötet. Aber er sah darin keine Schuld. Erst durch die Begegnung mit Sonja wird ihm die Schwere seiner Tat bewusst. Raskolnikoff gesteht den Mord und wird nach Sibirien verbannt. Sonja folgt ihm freiwillig. Durch ihre bedingungslose Liebe beginnt er sich zu wandeln und die Schuld zu sühnen:

„Das Leiden auf dich nehmen

und dadurch Erlösung finden,

das sollst du."[2]

Dies ist nicht nur ein Schlüsselsatz für Niggs Biographie, sondern für die Erwartung einer ganzen Epoche nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges und dem Ausbruch der Russischen Revolution. Sonja wurde für Walter Nigg zum Idealbild einer bedingungslosen Liebe und einer Seelenführerin. „Erstmals hat Dostojewskij diesen neuen religiösen Menschen in der Gestalt der Sonja Marmeladowa zu zeichnen versucht. Obschon ihr Leben in eine unsagbare Traurigkeit eingehüllt ist, wirkt sie nicht nur als das lichteste weibliche Wesen, das Dostojewskij geschaffen hat, sondern ist sie eine der ergreifendsten Frauengestalten der ganzen Weltliteratur überhaupt. Vom äußeren Standpunkt der Moral aus betrachtet ist sie ein Mensch, der hinübergeschritten ist und Hand an sich gelegt, der sein Leben zugrunde gerichtet hat und deswegen zu den Verfluchten gehört. Aber von innen her mutet sie einen wie eine Schwester zu Theresia vom Kinde Jesu an, die inmitten ihrer grauenhaften Umgebung eine nicht weniger ekstatische Seele bewahrt hat als die Verfasserin der ‚Geschichte einer Seele'."[3]

Die Dirne Sonja ist für Nigg eine paradoxe „moderne Inkarnation einer Heiligengestalt".[4] Während die klassische Hagiographie die Heiligen im Goldglanz der Legende über allem Irdischen schweben ließ, lag ihr Bild tief verborgen in den Dunkelheiten der Welt. Sonja wurde für Nigg auch zu einer Erscheinung der göttlichen Sophia. „Nur zu einem solchen Menschen, der selbst im Schlamm des Lebens stand und doch nicht von ihm besudelt wurde, konnte der namenlos unglückliche Raskolnikoff mit seiner Beichte gehen".[5] Wie Maria von Magdala, so war auch Sonja-Sophia tief in die Leidensmystik eingetaucht. „Ihr übermenschlich schweres Leben konnte Sonja nur aus der Verbundenheit mit Gott ertragen. Aus dieser Beziehung zu Gott floss das unerschöpfliche Mitleiden, das sie ungeachtet der eigenen schweren Last anderen Menschen entgegenzubringen imstande war. Das tiefste Geheimnis dieser Gestalt liegt in ihrem Schicksal beschlossen, das äußerstes Ausgesetztsein in der Welt und zugleich die stärkste Geborgenheit in Gott darstellt. Aus diesem grandiosen Doppellos ist ihr ganzes Wesen zu verstehen. Nur ungern gab sie dieses religiöse Geheimnis ihrer Seele, das sie mit einer echten Keuschheit in sich verschlossen hatte, preis".[6]

 

6. Aljoscha: Mönch, Pilger, Erzieher

Das Urbild des Seelsorgers sah Walter Nigg in dem Starez Amwrosij von Optina (1812-1891). Zu Dostojewskijs Lebenzeiten war Amwrosij der berühmteste Starez. Daher suchte ihn der Schriftsteller nach dem Tod seines jüngsten Sohnes im Jahre 1878 zusammen mit dem russischen Religionsphilosophen Wladimir Solowjew (1853-1900) auf und wohnte zwei Tage in seiner unmittelbaren Nähe. Amwrosij wurde bekanntlich Vorbild für die Gestalt des Starez Sossima in dem Roman „Die Brüder Karamasow". Der sterbende Starez Sossima fordert seinen Lieblingsschüler Aljoscha auf, das Kloster zu verlassen, um seine Sendung als Mönch im Dienst an den Menschen in der Welt zu erfüllen: „Ich segne dich zu einem großen Dienst an der Welt. Du wirst noch lange zu pilgern haben. Auch heiraten wirst du müssen. Alles wirst du ertragen müssen, bis du abermals hierherkommen wirst. Wirst vieles bewirken müssen. Aber ich zweifle nicht an dir, deshalb sende ich dich aus. Christus sei mit dir. Bewahre Ihn, und Er wird dich bewahren. Großes Leid wird dir widerfahren, und in diesem Leid wirst du glücklich sein. Das ist mein Vermächtnis: Im Leid suche Glück. Arbeite, arbeite unermüdlich."[7] Aljoscha ist Mönch, Pilger und Erzieher. In ihm sah Walter Nigg das Ideal eines verborgenen Heiligen, an dem er sein eigenes Leben seit früher Jugend ausgerichtet hat.

 

7. Studium in Göttingen: Drei weitere literarische Schlüsselerlebnisse

Martin Bubers Legenden von den charismatischen Männern des osteuropäischen Judentums zeigen Nigg 1921 einen narrativen Weg der Darstellung von Gotteserfahrungen im Alltag. Buber inspiriert ihn auch zur Wahrnehmung des Heiligen im jüdischen Kontext und beeinflusst Niggs Anthropologie: In dem Heiligen erscheint der Mensch in seiner ursprünglichen Gestalt als Ebenbild Gottes. Zwei weitere Schlüsselerlebnisse sind die Lektüre von Gottfried Arnolds alternativer Kirchengeschichtsschreibung „Unpartheiische Kirchen- und Ketzerhistorie" und die Entdeckung von Gerhard Tersteegens „Leben heiliger Seelen" in der Göttinger Bibliothek seines Lehrers Erik Peterson (Sommersemester 1923). Beide Autoren sind als Leitbilder unabhängigen Denkens prägend für Niggs hagiographische Arbeiten. Durch Gerhard Tersteegen erfährt Nigg ein vertieftes Verständnis der spanischen Leidensmystik. Vor allem aber lernt er über den Horizont der eigenen Tradition hinaus den Reichtum der ganzen christlichen Überlieferung wahrzunehmen und zu vergegenwärtigen. Damit positioniert sich Nigg gegen die dialektische Theologie, in der er einen Anachronismus („Repristination") sieht. Das Göttinger Semester endet mit einer Enttäuschung. Nigg hatte einen Lehrer gesucht und in Karl Barth einen Gegner gefunden.

 

8. Studium in Zürich: Heinrich Pestalozzi und Franz Overbeck

Im Rückblick auf seine Studienzeit in Zürich (WS 1924/25 - WS 1927/28) übergeht Nigg alle theologischen Lehrer, als verdanke er ihnen keinerlei Anregungen. Selbst der Kirchenhistoriker Walther Köhler, der seine Dissertation und Habilitation mit großem Wohlwollen gefördert und auf Niggs Werke in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) hingewiesen hat, bleibt unerwähnt. Dafür wird Jakob Hausheers Einfluss und seine herausragende Persönlichkeit als Vorbild unbestechlicher Wahrheitsliebe und Authentizität hervorgehoben. Die Dissertation über „Das religiöse Moment bei Pestalozzi" (1923) und die Habilitation über Franz Overbeck (1928) sind ein weiterer Schritt zu einem neuen Heiligenverständnis jenseits moralischer Idealisierung und Stilisierung. Sie zeigen die erzieherische Dimension von religiösen Vorbildern. Hagiographie wird im Sinne Pestalozzis auch eine Erziehung des Herzens. Was nach Franz Overbecks Kritik an der Theologie bleibt, ist allein das Zeugnis des gelebten Lebens. Für Nigg ist somit das Ende der Theologie die Rückkehr zur Hagiographie als Urliteratur des Christentums.

 

9. Pfarramt und Lehrauftrag: Einheit von Leben und Lehre

Das Streben nach einer Einheit von Leben und Lehre zeigt sich auch in Niggs Seelsorge, seinen Predigten und ersten Vorlesungen (ab 1932) an der Zürcher Universität über Mönche, Ketzer, Heilige und Reich Gottes-Erwartung. Durch die im Zürcher Exil lebende Jüdin Margarete Susman und seinen von den Nationalsozialisten ermordeten Schwager Walter Kölliker (1938) kommt Nigg in unmittelbare Berührung mit der Schreckensherrschaft in Deutschland. In seinen Predigten über Heilige und das Ideal der Heiligung (ab 1932) hält er dem Nihilismus der Zeit ein Bild des Menschen in der Nachfolge Christi entgegen: „Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung" (1 Thess 4,3). Sein Erfahrungsort im sakramentalen Dienst der Kirche ist für den Pfarrer Nigg das Abendmahl.

In drei wissenschaftlichen Werken erfolgt eine theoretische Grundlegung der Hagiographie als einer neuen Kirchengeschichtsschreibung, die neben der historisch-kritischen Methode die transzendente Dimension der Geschichte und der Kirche in den Blick rückt, aus der für Nigg letztlich jeder Heilige mit seiner Erfahrung von Gottes Gegenwart zu verstehen ist. Methodische Anregungen findet Nigg bei Künstlern und Schriftstellern wie Georges Bernanos, Ernst Hello und Reinhold Schneider. Der entscheidende Durchbruch zur Hagiographie als Erzählkunst erfolgt jedoch erst nach dem Freitod von Lily Nigg, die sich infolge eines schweren Gemütsleidens in der Rolle einer Pfarrfrau und zweifachen Mutter überfordert sieht. Nigg übernimmt ihre Selbstdeutung des Suizids als Opfertod und setzt ihr mit dem Martyrolog „Wie Lily Nigg-Kölliker starb" (1942) ein Denkmal, das nicht frei von kühner Stilisierung den Leidensweg eines Menschen im Licht der Verklärung sieht, ein Muster, das später in vielen Heiligenportraits aufgenommen wird. Hagiographisches Schreiben wird zur Sinnstiftung.

 

10. Große Heilige: Die wiedergefundene Einheit in der Communio Sanctorum

Heiligung ist für Nigg ein Weg des Eintauchens in das Geheimnis der Passion Christi. Durch sie ist „Das ewige Reich" (1944) schon jetzt im Geheimnis des Glaubens gegenwärtig. Daher fordert er die innere Sammlung in Gebet und Konzentration auf das Eine, das nottut (Lk 10,42). In einem mystischen Schlüsselerlebnis, das Nigg später in seinem Mystik-Buch „Heimliche Weisheit" (1959) veröffentlicht, erfährt er (um 1942) die immerwährende Gegenwart Gottes als Gottesfreundschaft. Damit bekommt das Gebet für seine Arbeit und seinen Blick auf die Heiligen eine Schlüsselfunktion. Die neun Heiligen aus „Große Heilige" (1946), darunter drei Frauen und der reformierte Christ Gerhart Tersteegen, sind große Beter. Auch der Schutzumschlag der Erstausgabe - Dürers betende Hände - verweist auf die Umkehr als Gebot der Stunde.

Das Abendland liegt in Trümmern. Nigg aber richtet mit seinem Hohenlied der Liebe den Blick auf die ewig gültigen christlichen Werte. Jenseits aller konfessionellen Verengungen sieht er in den großen Heiligen Beispiele des Glaubens, die allein aus der Gnade leben und die fortdauernde Offenbarung in Christus bezeugen: „Alles ist Gnade!" (Therese von Lisieux). Nigg erkennt in den Heiligen von Gottes Gnade ergriffene Menschen und damit sichtbare Zeichen seines Reiches. Diesen Blick auf das gemeinsame christliche Erbe nennt Nigg „überkonfessionell". Der Begriff ist problematisch, kann doch die Präposition „über" als elitäre oder die leibhaftige Kirche spiritualisierende Haltung missverstanden werden. In einer Zeit konfessionalistischer Verhärtungen, unter denen Nigg selbst in seiner Kindheit gelitten hatte, und angesichts einer nahezu generellen Ablehnung der Heiligen in der eigenen reformierten Kirche wollte Nigg jedoch mit seiner überkonfessionellen Optik das gemeinsame Erbe wieder in den Blick nehmen und damit zum Eintritt in einen Prozess der Buße und Umkehr auffordern. Er sah sich darin auch Niklaus von Flüe als einer Heiligengestalt der Schweiz verpflichtet.

 

11. Der Starez: Leben im Licht Gottes

Die hesychastische Mystik hat eine lange Geschichte, deren Wurzeln bis zu den Wüstenvätern reicht. In der Tradition der „Philokalie" („Liebe zur Schönheit") wurzelt auch die Spiritualität der „Aufrichtigen Erzählungen eines russischen Pilgers", deren zweiter Teil im Nachlass des Starez Amwrosij von Optina gefunden wurde. Der Starez ist für Walter Nigg der von Gottes Gegenwart im Heiligen Geist verklärte Mensch. Seine Worte bilden kein angelesenes Wissen, sondern sind erfahrene Weisheit. Der Starez spricht daher aus eigener Erfahrung. Vor seinem inneren Auge wird auch das Herz des Besuchers durchsichtig. „Um das Chaos in der Seele des Menschen zu ordnen und Licht in das Dunkel zu bringen, betätigten die Starzen eine überlegene Seelenführung, die als ein Charisma nicht erlernt werden kann. Bei ihnen steht man vor einer seelischen Betreuung im Vollzug, die sie mit einer wirklich führenden Hand betätigten. Sie besaßen die Fähigkeit, in einen anderen Menschen einzugehen, seine Hüllen zu durchbrechen und die verschüttete Seele zu wecken. Was therapeutische Seelenführung im wahren Sinn des Wortes ist, das haben wenige Christen so gut verstanden wie sie. Die Starzen erkannten mit hellseherischer Begabung den seelischen Zustand der Hilfesuchenden, nur zu oft konnten sie vom Gesichtsausdruck die Krankheit einer Seele ablesen".[8] Das berühmteste Beispiel einer geradezu hellseherischen Begabung hat Nikolai A. Motowilov in seinen Gesprächen mit Seraphim von Sarow überliefert. Walter Nigg widmete diesem russischen Heiligen einen Aufsatz. Außerdem[9] schrieb er über „Die alten Heiligenviten", Feodossij aus Kiew, Sergij von Radonezh, „Russische Frömmigkeit", Leo Schestow[10] und verwies immer wieder auf Pavel Florenskij und Sergij Bulgakov als Quellen der Inspiration seines Heiligenbildes.

Aufgrund seiner eigenen Erfahrung war Nigg der therapeutische Aspekt der russischen Seelsorger besonders wichtig. „Wer nur ein wenig um die oft undurchdringliche Dunkelheit Bescheid weiß, die in einer Seele lastet", wer wie er „die heimliche Angst vor der großen Rechnung, die eine psychiatrische Sprechstunde in der Regel zur Folge hat"[11], kennt, der weiß das Charisma dieser Seelsorger zu schätzen und ihren Mut, klare Anweisungen zur Lebensführung zu geben. Der Starez stellt seinen Besucher in das Licht Gottes. Dieses Taborlicht aber lässt nichts als die Wahrheit gelten. Es fordert Gehorsam und das beständige Ringen mit sich selbst. In diesem Licht wird der Mensch durchsichtig. Nigg setzt die Erfahrung einer unmittelbaren Gottesbegegnung in Kontrast zum bürgerlichen Christentum: „Die meisten Menschen haben trotz ihrer Kirchlichkeit nur ein Gottesverhältnis zweiter Hand, das sich auf die Dauer als unbefriedigend auswirkt. Zwischen ihnen und Gott steht eine fremde, trennende Vermittlungsinstanz. Die Starzen versuchen dagegen, mit ihrer Anweisung des Stehens vor Gott, den Menschen wieder in eine unmittelbare Gottesbeziehung zu bringen, welche die seligste und zugleich die anstrengendste religiöse Arbeit ist, die ein Christ auf sich nehmen kann. Das direkte Gottesverhältnis verlangt vom Menschen ein intensives Denken an das Ewige, das ihn Tag und Nacht nicht mehr loslässt und das alle andern Interessen zum Verblassen bringt".[12]

Von der östlichen Mystik erhoffte sich Nigg Anregungen für das westliche Christentum. Keine neue Theologie und keine Kirchenreform könne den modernen Nihilismus überwinden, sondern allein die Rückkehr zu den Quellen des geistlichen Lebens. Deshalb haben Christen „solche Brennpunkte des inneren Lebens zu schaffen, die ein Christentum pflegen, das nicht mehr ausschließlich auf Predigt und Liturgie eingestellt ist, sondern ein viel menschlicheres Verhältnis anbahnt, das im wesentlichen auf seelsorgerliche Gespräche begründet ist, die sich unmittelbar von Seele zu Seele auswirken".[13] Nigg hat das Pilgerbuch als seinen Beitrag zur Ökumene verstanden und sich damit deutlich in Position gesetzt, indem er den ökumenischen Konferenzen eine klare Absage erteilte. Unter der Leitung von Nathan Söderblom hatte bereits im Jahr 1925 die Stockholmer Weltkirchenkonferenz „Life and Work" getagt. Auf der Gründungsversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Amsterdam (1948) dominierten unter der Leitung des Generalsekretärs Willem Vissert t'Hooft die Grundsätze der Theologie Karl Barths.

„Segen über die in Stockholm und Amsterdam versammelte Ökumene; ihren Bestrebungen ist nur Erfolg zu wünschen. Man darf sich aber keiner Täuschung hingeben, die auf diesem Weg erhoffte Kircheneinheit wird immer nur ein frommer Wunsch bleiben und schwerlich je eine Bedeutung von religiöser Tragweite erlangen. Die wahre Einheit, die über allem Trennenden das Verbindende viel stärker erlebt, kann doch nicht durch Konferenzen bewerkstelligt werden, weil sie nie und nimmer eine Angelegenheit der Organisation ist, in der sich stets menschlicher Geltungsdrang ungebührlich in den Vordergrund schiebt. Wer jedoch die drei Pilgerleben in sich aufnimmt, der erhält eine Ahnung davon, dass es heute einzig eine Ökumene des glaubenden Herzens gibt, die über allen Zweifel erhaben ist. Die Una Sancta braucht nicht erst mühsam begründet zu werden, sie war in unsichtbarer Weise schon immer vorhanden. Sie ist eine von Gott geschaffene Wirklichkeit, der alle jene Menschen angehören, die wieder als ewige Pilger an die Tore unserer Welt klopfen".[14]

Der russische Starez verkörpert dieses Denken aus der Mitte des Herzens. Hier befragt die Vernunft nicht mehr den Glauben, sondern der Glaube nimmt die Vernunft in seinen Dienst. Am Ende seines Pilgerbuches kommt Nigg somit noch einmal indirekt auf seinen Vorbehalt gegen die akademische Theologie zu sprechen. Es geht ihm um ein neues Denken, „das auch Symbole und Mythen wieder real und nicht psychologisch versteht und deswegen allein religiös schöpferisch zu werden vermag"[15], und um ein religiöses Denken, das in der Erfahrung wurzelt ist und deshalb echte Lebenshilfe sein kann. Dieser Gott liebenden Vernunft setzt er die kalten Abstraktionen reiner Theologik entgegen: „Das schauende Herz vertritt gegenüber dem rationalen Denken das eigentlich religiöse Denken, wie es dies auch Pascal betont hat. Entweder gewinnt die Christenheit dieses Denken des Herzens zurück, oder sie verfällt immer mehr der geistigen Unfruchtbarkeit".[16]

 

12. Christus, die Quelle der Einheit

Niggs Heiligenbegriff stellt die Erfahrung der Gnade und das Christuszeugnis in den Mittelpunkt. Das gemeinsame Zeugnis von dieser Erfahrung wird auch durch Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Ut unum sint" (25. Mai 1995) als Aufgabe des geistlichen Ökumenismus beschrieben: „Diese Heiligen kommen aus allen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften [...]. In der Ausstrahlung, die vom ‚Erbe der Heiligen' ausgeht, die allen Gemeinschaften angehören, erscheint der ‚Dialog der Bekehrung' zur vollen und sichtbaren Einheit nun unter einem Licht der Hoffnung. Diese Allgegenwart der Heiligen liefert nämlich den Beweis für die Transzendenz der Macht des Geistes. Sie ist Zeichen und Beweis für den Sieg Gottes über die Kräfte des Bösen, die die Menschheit spalten" (Nr. 84)

Zur Aufgabe dieses geistlichen Ökumenismus gehört auch ein Nachdenken über hagiographische Inhalte religiöser Erziehung in Kirche, Schule und Kindergarten. Nigg selbst hat in seiner Kindheit durch die Begegnung mit den Legenden von Bischof Nikolaus und den heiligen drei Königen entscheidende Impulse bekommen und immer wieder die Bedeutung frühkindlicher religiöser Erziehung für das spirituelle Leben der Heiligen betont.

Über historische Quellen fand Walter Nigg Zugang zu Identifikationsgestalten und konnte somit nicht nur Forschung und Lehre, sondern vor allen Dingen Forschung und Leben, Wissen und Glauben sowie Bildung und Erziehung miteinander verbinden. Für die Grundlegung einer kirchenhistorischen Hermeneutik und Didaktik hat Walter Nigg daher eine herausragende Bedeutung. Sein Lebenswerk verweist zudem auf die christlichen Quellen und den Traditionsstrom, dem die Schweiz und Europa ihre herausragenden Ideen verdanken. Das Wissen um die eigene Herkunft ist gerade in einer offenen Gesellschaft eine notwendige Voraussetzung für Identitätsbildung, Dialogfähigkeit und interkulturelle Kompetenz. Walter Niggs Werk zeigt mit seinen ethischen Implikationen auch, dass die Vermittlung von Werten an nachfolgende Generationen nur über authentische Vorbilder gelebten Lebens gelingen kann.

 

Bibliographie (Auszug): Bücher von Walter Nigg

- Das religiöse Moment bei Pestalozzi. Preisschrift an der theologischen Fakultät der Universität Zürich mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Walter de Gruyter Verlag. Berlin 1927.

- Franz Overbeck. Versuch einer Würdigung. Beck'sche Verlagsbuchhandlung. München 1931.

- Die Kirchengeschichtsschreibung. Grundzüge ihrer historischen Entwicklung. Beck Verlag. München 1934.

- Geschichte des religiösen Liberalismus. Entstehung - Blütezeit -Ausklang. Max Niehaus Verlag. Zürich und Leipzig 1937.

- Kirchliche Reaktion. Dargestellt an Michael Baumgartens Lebensschicksal. Verlag Paul Haupt. Bern und Leipzig 1939.

- Martin Bubers Weg in unserer Zeit. Verlag Paul Haupt. Bern 1940. (Religiöse Fragen der Gegenwart. Bausteine zu einem kommenden Protestantismus. Herausgegeben von Josef Böni und Walter Nigg. Heft 1)

- Hermann Kutters Vermächtnis. Verlag Paul Haupt. Bern 1941. (Religiöse Fragen der Gegenwart. Bausteine zu einem kommenden Protestantismus. Herausgegeben von Josef Böni und Walter Nigg. Heft 3)

- Religiöse Denker. Paul Haupt Verlag. Bern und Leipzig 1942.

- Soeren Kierkegaard. In: Religiöse Denker. Paul Haupt Verlag. Bern und Leipzig 1942. S. 9-108.

- F.M. Dostojewski 1821-1888. In: Religiöse Denker. Paul Haupt Verlag. Bern und Leipzig 1942. S. 109-198

- Friedrich Nietzsche. In: Religiöse Denker. Paul Haupt Verlag. Bern und Leipzig 1942. S. 199-286.

- Das Ewige Reich. Geschichte einer Sehnsucht und einer Enttäuschung. Eugen Rentsch Verlag. Erlenbach-Zürich 1944.

- Große Heilige. Artemis Verlag. Zürich 1946.

- Das Buch der Ketzer. Artemis Verlag. Zürich 1949. 51970.

- Maler des Ewigen. Band I. Meditationen über religiöse Kunst. Mit 48 Abbildungen. Artemis Verlag. Zürich 1951.

- Vom Geheimnis der Mönche. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1953.

- Des Pilgers Wiederkehr. Drei Variationen über ein Thema. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1954.

- Das Ewige Reich. Geschichte einer Hoffnung. Artemis Verlag. Zürich 21954.

- Der christliche Narr. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1956.

- Berauscht vom himmlischen Wahnsinn: Cervantes' „Don Quijote". In: Der christliche Narr. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1956. S. 221-283.

- Nur schön, weil er lächerlich ist: Dostojewskijs „Idiot". In: Der christliche Narr. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1956. S. 349-403.

- Prophetische Denker. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1957.

- John Henry Newman. In: Prophetische Denker. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1957. S. 131-222.

- Sören Kierkegaard. In: Prophetische Denker. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1957. S. 223-346.

- Fedor Dostojewskij. In: Prophetische Denker. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1957. S. 347-438.

- Friedrich Nietzsche. In: Prophetische Denker. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1957. S. 439-538.

- Heimliche Weisheit. Mystisches Leben in der evangelischen Christenheit. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1959.

- Margarete Susmann. 1959. 18 Seiten. Sonderdruck.

- Maler des Ewigen. Band II. Moderne Ikonen. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1961.

- Große Heilige. Artemis Verlag. Zürich und München 71962.

- Legenden in legendarischer Sicht. In: Glanz der Legende. Eine Aufforderung, die Einfalt wieder zu lieben. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1964. S. 9-34.

- Sankt Georg. In: Glanz der Legende. Eine Aufforderung, die Einfalt wieder zu lieben. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1964. S. 97-111.

- Wallfahrt zur Dichtung. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 1966.

- Felix und Regula. Die Stadtheiligen von Zürich. Aneignung einer Legende. Fretz und Wasmuth Verlag. Zürich 1967.

- Botschafter des Glaubens. Der Evangelisten Leben und Wort. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1968.

- Das Buch der Ketzer. Artemis Verlag. Zürich und Stuttgart 51970.

- Das Buch der Büßer. Neun Lebensbilder. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1970.

- Fedor Dostojewski. In: Das Buch der Büßer. Neun Lebensbilder. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1970. S. 151-170.

- Der Heilige pocht an unsere Tür. In: Der exemplarische Mensch. Begegnungen mit Heiligen. Herder Verlag. Freiburg 1970. (Herderbücherei Band 384) S. 105-126.

- Besuch bei Felix und Regula. In: Der exemplarische Mensch. Begegnung mit Heiligen. Herder Verlag. Freiburg 1970. (Herderbücherei Band 384) S. 35-78.

- Sprich mir schweigend von Gott: Simone Weil. In: Das Buch der Büßer. Neun Lebensbilder. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1970. S. 219-242.

- Der verborgene Glanz oder die paradoxe Lobpreisung. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1971.

- Johann Christoph Blumhardt. In: Der verborgene Glanz oder die paradoxe Lobpreisung. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1971. S. 231-285.

- Matthias Claudius. In: Der verborgene Glanz oder die paradoxe Lobpreisung. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1971. S. 183-230.

- Drei große Zeichen. Elias, Hiob, Sophia. Walter Verlag. Olten und Freiburg. 1972.

- Die Stimme eines Rufenden: Hermann Kutter. In: Was bleiben soll. Zehn biographische Meditationen. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1973. S. 17-44.

- Ein Narr auf eigene Faust: Albert Schweitzer. In: Was bleiben soll. Zehn biographische Meditationen. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1973. S. 45-71.

- Christen, wenn ihr wüsstet: Georges Bernanos. In: Was bleiben soll. Zehn biographische Meditationen. Walter Verlag. Olten 1973. S. 72-97.

- Vom Morgenstern beschienen: José Orabuena. In: Walter Nigg. Was bleiben soll. Zehn biographische Meditationen. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1973. S. 98-123.

- Die vierfache Überraschung: Julien Green. In: Walter Nigg. Was bleiben soll. Zehn biographische Meditationen. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1973. S. 124-152.

- Ein Leben an der Grenze: Romano Guardini. In: Was bleiben soll. Zehn biographische Meditationen. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1973. S. 153-178.

- Die Zeit für die ich geboren bin: Reinhold Schneider. In: Was bleiben soll. Zehn biographische Meditationen. Walter Verlag. Olten 1973. S. 205-230.

- Suchen wir gemeinsam den Weg: Martin Buber. In: Was bleiben soll. Zehn biographische Meditationen. Walter Verlag. Olten 1973. S. 231-260.

- Der unbekannte Heilige - Maximilian Kolbe. In: Walter Nigg. Was bleiben soll. Neun Leitbilder und Wegweisungen. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1974. S. 207-224.

- Heilige im Alltag. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1976.

- Das Leben in der Ehe. In: Heilige im Alltag. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1976. S. 47-72.

- Im Gespräch mit der Jugend. In: Heilige im Alltag. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1976. S. 25-46.

- Don Bosco. Ein zeitloser Heiliger. Don Bosco Verlag. München 1977.

- Der Heilige in einer unheiligen Zeit. In: Walter Nigg. Vom beispielhaften Leben. Neun Leitbilder und Wegweisungen. Walter Verlag. Olten und Freiburg 31978. S. 11-28.

- Drei brennende Kerzen der Ostkirche. In: Vom beispielhaften Leben. Neun Leitbilder und Wegweisungen. Walter Verlag. Olten und Freiburg 31978. S. 141-206.

- Der Heilige von heute. In: Walter Nigg. Heilige ohne Heiligenschein. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1978. S. 9-27.

- Marie Noel und das Gewitter der Seele 1883-1967. In: Walter Nigg. Heilige ohne Heiligenschein. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1978. S. 166-196.

- Jakob Künzler - ein Krüppel geht ins Gottesreich ein. In: Heilige ohne Heiligenschein. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1978. S. 197-221.

- Léon Bloy, der bellende Bluthund Gottes. In: Heilige ohne Heiligenschein. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1978. S. 222-246.

- Die einsam dastehende Maria-Figur. In: Vom beispielhaften Leben. Neun Leitbilder und Wegweisungen. Walter Verlag. Olten und Freiburg 31978. S. 247-263.

- Maler des Ewigen. Meditationen über religiöse Kunst. Mit 48 Abbildungen. Walter Verlag. Olten und Freiburg. 31979.

- Gespräch mit den Heiligen. In: Heilige und Dichter. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1982. S. 11-27.

- Die heimliche Geliebte: Die Dichtung. In: Walter Nigg. Heilige und Dichter. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1982. S. 141-155.

- Der helfende Dichter: José Orabuena. In: Walter Nigg. Heilige und Dichter. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1982. S. 203-226.

- Eine unter tausend: Ida Friederike Görres. In: Heilige und Dichter. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1982. S. 227-249.

- Vergängliches und Unvergängliches: Reinhold Schneider. In: Heilige und Dichter. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1982. S. 250-271.

- Erasmus von Rotterdam. Christliche Humanität. Schwabenverlag. Ostfildern 1983.

- Mary Ward. Eine Frau gibt nicht auf. Don Bosco Verlag. München 21985.

- Rebellen eigener Art - Eine Blumhardt-Deutung. Quell Verlag. Stuttgart 1988.

- Das mystische Dreigestirn. Eckhart, Tauler, Seuse. Artemis Verlag. Zürich und München 1988.

- Hedwig von Schlesien. Mit einem Vorwort der Bischöfe von Oppeln und Würzburg Alfons Nossol und Paul-Werner Scheele. Echter Verlag. Würzburg 1991.

- Friedrich von Spee. Ein Jesuit kämpft gegen den Hexenwahn. Bonifatius Verlag. Paderborn 1991.

- Der Pfarrer von Ars. Mit einem Essay von Heinrich Spaemann. Herder Verlag. Freiburg 1992.

- Die Hoffnung der Heiligen. Wie sie starben und uns sterben lehren. Herder Verlag. Freiburg 1993. (Herderbücherei 1800)

- Friedrich Nietzsche. Mit einem Nachwort von Max Schoch. Diogenes Verlag. Zürich 1994. (detebe 22742)

- Das ewige Reich. Geschichte einer Hoffnung. Diogenes Verlag. Zürich 1996. (detebe 22945)

- Michael Bakunin. In: Große Unheilige. Diogenes Verlag. Zürich 1996. S. 145-182. (detebe 22865)

- Der Teufel und seine Knechte. Diogenes Verlag. Zürich 1997.

- Gerhard Tersteegen. Der Verstand des Herzens. Ein Lebensbericht. Brunnen Verlag. Giesen und Basel 1997. (Nachdruck des Tersteegen-Kapitels aus „Große Heilige").

- Sören Kierkegaard. Dichter, Büßer und Denker. Diogenes Verlag. Zürich 2002. (detebe 23316)

 

Sekundärliteratur

Uwe Wolff. „Das Geheimnis ist mein". Walter Nigg - Eine Biographie. Theologischer Verlag Zürich 2009.


[1] Walter Nigg. Des Pilgers Wiederkehr. S. 132f. Die Schreibung des Namens Dostojewskij variiert bei Nigg. Zu seiner Dostojewskij-Rezeption vgl. seine Arbeiten: F.M. Dostojewski 1821-1888. In: Walter Nigg. Religiöse Denker. Paul Haupt Verlag. Bern und Leipzig 1942. S. 109-198; Nur schön, weil er lächerlich ist: Dostojewskijs „Idiot". In: Walter Nigg. Der christliche Narr. S. 349-403; Fedor Dostojewskij. In: Walter Nigg. Prophetische Denker. S. 347-438; Die das letzte Wort sprechen: Fedor Dostojewski. In: Walter Nigg. Das Buch der Büßer. Neun Lebensbilder. Walter Verlag. Olten und Freiburg 1970. S. 151-170.

[2] Fedor Dostojewskij. Rodion Raskolnikoff (Schuld und Sühne). Zwei Bände. Piper Verlag. München 1920. Band II. S. 233.

[3] Walter Nigg. Religiöse Denker. S. 179.

[4] Ibid., S. 180.

[5] Ibid.

[6] Ibid.

[7] Ibid., S. 126f.

[8] Walter Nigg. Des Pilgers Wiederkehr. S. 153.

[9] Walter Nigg. Drei brennende Kerzen der Ostkirche. In: Walter Nigg. Vom beispielhaften Leben. 1974. S. 141-206.

[10] Walter Nigg. Erhellter Schattenriss. Leo Schestow. In: Walter Nigg. Was bleiben soll. 1973. S. 261-288.

[11] Walter Nigg. Des Pilgers Wiederkehr. S. 151. Vgl. S. 172: „Was die psychiatrische Behandlung selten erreicht, dem Strannik ist es gelungen: Er hat über allen Trübsinn triumphiert."

[12] Ibid., S. 160.

[13] Ibid., S. 163.

[14] Ibid., S. 26.

[15] Ibid.

[16] Ibid., S. 189.

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