Функционирует при финансовой поддержке Федерального агентства по печати и массовым коммуникациям
Goldener Fonds

«Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Kirche haben ihre Grenzen», - so Patriarch Kyrill

22. Februar 2010
Der Vorsteher der Russischen Orthodoxen Kirche erläuterte, welche Denkweise häretisch ist.

Am 21. Februar, am ersten Sonntag der großen Fastenzeit, an dem die Kirche das Fest des Triumphes der Orthodoxie begeht, vollzog der Heiligste Patriarch von Moskau und ganz Russland Kyrill die Göttliche Liturgie des Erleuchters Basilius des Großen in der Christus Erlöser Kathedrale. Nach der Evangelium- Lesung hielt er eine Predigt.

«Dieses Fest, das wir am ersten Sonntag der großen Fastenzeit begehen, wurde im IX. Jahrhundert in das Kirchenkalender eingeführt. Die Einführung des Festes 'Triumph der Orthodoxie' soll uns an den Sieg der Kirche über den Ikonoklasmus (zu altgriech. εἰκών, 'Bild, Abbild' und κλᾶν, 'zerbrechen'; Zerstörer der Heiligen Bilder, Ikonen) auf dem VII. Ökumenischen Konzil, das im Jahr 787 stattfand, erinnern. Zugleich gedenkt die Kirche auch die Siege über die anderen Häresien, die eine große Gefahr für das Innenleben der Kirche und ihre Mission im ersten Jahrtausend darstellten. Seit jener Zeit begehen wir jeden ersten Sonntag der großen Fastenzeit diese Gedenkfeier, wir erinnern uns an diese herausragenden Ereignisse; und jedes solcher Sonntage gibt uns Ansätze darüber nachzudenken, was die kirchliche Einheit und was eine Häresie bedeutet», - sagte der Vorsteher der Russischen Kirche.

«Die Kirche, - setzte er fort, - ist eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die an die Heilige Dreiheit und an unseren Herrn und Erretter Jesus Christus glauben». «Doch der Mensch», erläuterte er weiter, «ist im Besitz der Freiheit, und mit dieser ihm von Gott gegebenen Freiheit hat er die Möglichkeit, nicht nur gute Werke zu tun, sondern auch das Sündhafte». «Es ist offensichtlich, dass freie Menschen zu einer bestimmten Sache verschiedene Ansichten haben können, sowas nennen wir Meinungsverschiedenheit. Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Kirche sind erlaubt, darüber erzählt auch der heilige Apostel Paulus: «Denn es muss Parteiungen geben unter euch; nur so wird sichtbar, wer unter euch treu und zuverlässig ist» (1. Kor 11. 19). Wenn Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind, und wenn zwei Parteien aufeinander Treffen, so tritt oft durch die Konfrontation die Wahrheit Gottes ans Licht, denn nur auf solche Weise wurde der Glaube an Christus gefestigt. Auf den Ökumenischen Konzilen gab es oft keine Gleichgesinnung: die Menschen hatten verschiedene Ansichten, doch sie haben stets einen Lösungsweg gefunden».

«Jedoch haben die Meinungsverschiedenheiten in der Kirche ihre Grenzen. Wenn neue Ansätze das Fundament des Glaubens untergraben, den Glauben verunstalten, so werden die Menschen der Errettung verlustig, und solche Ansätze, solches 'Andersdenken' nennen wir Häresie. Die Häresie wurde von der Kirche stets verurteilt und auf dieselbe Weise wird auch heute mit ihr verfahren», - betonte der Heiligste Patriach Kyrill. «Wenn wir die Entstehungsgeschichte der Häresien betrachten, so können wir unschwer erkennen, dass sie anscheinend unter gütigem Vorwand auftraten, und die Häretiker [Ketzer] haben sich von guten Vorsätzen leiten lassen. Ihnen schien es, dass der Glaube verständlicher, logischer und überzeugender gemacht werden sollte, und indem sie sich ihre Auffassung vom Glauben in den Vordergrund rückten und die allgemein- kirchliche Auffassung ignorierten, kamen sie zu derartigen Schlussfolgerungen, die selbst für die Existenz der Kirche gefährlich waren», - unterstrich der Vorsteher der Russischen Kirche.

Seinen Worten nach, «steht vor der Kirche stets die Aufgabe den Glauben den Menschen verständlich zu machen, die Botschaft Christi immer als eine aktuelle Botschaft zu verkünden, damit entsprechende Ziele erreicht werden können, die heute, und auch immer dieselben waren, - damit das Licht Christi das All erleuchtet, damit die Menschen sich aufrichtig und mit Vernunft zum christlichen Glauben bekennen, indem sie auch ihm [dem Glauben] ihr Herz und ihren Verstand widmen. Doch auf der Suche nach der aktuellen Deutung des Glaubens dürfen die Grenzen nicht überschritten werden. Deutung, um der aktuellen Deutung willen, ist Zerfall».

«Warum verteidigt die Kirche so eifrig den wahren Glauben? – stellt Patriarch Kyrill die Frage. – Warum verteidigt sie den Glauben mit dem Wort der Überzeugung, mit Liebe, durch die kirchliche Satzung? Die Kirche verteidigt den wahren Glauben, weil er nicht nur für die Kirche lebensnotwendig, sondern für das ganze Menschengeschlecht, sogar auch für jene, die der Kirche nicht angehören, und für jene, die Mitglieder anderer Religionen sind. Was haben aber die Nichtgläubigen und Mitglieder anderer Religionen hiermit zu tun?». Der Patriarch betonte die Besonderheit des christlichen Glaubens: «Dieser Glaube betrifft unser Leben, die ganze menschliche Existenz. Dieser Glaube beinhaltet Wahrheiten, die dem Menschen helfen, nicht vom Weg abzuirren». «Durch diesen Glauben kann die Kirche mit dem Menschengeschlecht das Fundament der menschlichen Existenz bewahren», - erläuterte der Patriarch.

Die Zerstörung dieser Basis führt das Menschengeschlecht unvermeidlich an den Abgrund seiner Existenz. «Das ist der Grund, warum die Kirche so standhaft, nicht selten auch heftig, den wahren Glauben, die Orthodoxie, verteidigte und verteidigen wird. Wir glauben daran, dass diese Mission der Kirche 'Errettung des Menschengeschlechtes' und 'Wahrung der Moralbasis für das menschliche Zusammenleben' bis in die Ewigkeit fortgesetzt wird. Wenn aber, eschatologisch gesehen, irgendwann die Geschichte der Menschen ihr Ende findet, das Böse über das Gute siegen wird, so wird es nur dann geschehen, wenn die Menschheit sich gänzlich von der Moralbasis ihrer Existenz lossagen wird, wenn die Stimme der Kirche nicht gehört werden wird und wenn die Menschen nicht mehr in der Lage sein werden die Göttliche Wahrheit aufzunehmen», - warnte der Vorsteher der Russischen Kirche.

«Die irdische Kirche wird auch als eine 'kriegerische' Kirche bezeichnet – d.h. eine Kirche, die sich im Kampf befindet. Unser Kampf aber ist nicht mit menschlichen Ansichten und Überzeugungen, nicht wider Fleisch und Blut; unser Kampf ist gegen die Mächte der Finsternis. Unser Kampf ist für den wahren Glauben, allein durch den die Moral des Menschengeschlechts bewahrt werden kann. Der wahre Glaube Christi kann gleich einem 'Gärmittel', gleich Hefe die ganze Welt, die ganze Schöpfung verklären», - äußerte seine Überzeugung der Heiligste Patriarch Kyrill.
 
http://rusk.ru/
Weitere Nachrichten der Rubrik Dogmatische Theologie
Andere Nachrichten
февраль 2010
Пн Вт Ср Чт Пт Сб Вс  
1 2 3 4 5 6 7  
8 9 10 11 12 13 14  
15 16 17 18 19 20 21  
22 23 24 25 26 27 28  
добавить на Яндекс добавить на Яндекс