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Goldener Fonds

Auf halbem Wege durch die Fastenzeit

5. März 2010

„Unser Heil besteht nicht darin, dass wir uns mühen, um irgendwelche Ergebnisse vorweisen zu können. Unser Heil besteht in jener Sehnsucht der Seele, die uns zum Lebendigen Gott hinzieht, in jener Liebe, die uns zu Christus treibt. Auch wenn wir stürzen  - und was ich jetzt sage, gilt auch für unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen - dann sollten wir nie vergessen, wie der Apostel Petrus, nachdem er seinen Herrn dreimal verleugnet hatte, Ihm, Christus, dem Heiland auf Dessen dreimal gestellte Frage geantwortet hat. Auch wir können sagen: Herr, Du weisst alles. Du kennst meine Schwachheit, meine Stürze, mein Schwanken, meine Untreue. Doch Du weisst auch, dass ich Dich liebe und dass dies letzte das tiefste ist, was ich habe ..." aus einer Predigt zur Ermutigung in der Fastenzeit von Metropolit Antonij von Sourozh
16. März 1980

Die Wochen der Großen Fastenzeit vergehen eine nach der anderen. Begonnen haben wir sie voller Elan und Kraft und Bereitschaft, den Weg durch diese Wochen würdig zu meistern. Wenn wir nun jedoch dem Ende immer näher kommen - manchmal ist auch das Ende noch lange nicht in Sicht - dann fühlen wir, dass wir nichts von dem erreicht haben, was wir zu tun erhofften. Wir nahmen uns vor, streng und ehrlich zu fasten, wirklich zu beten, uns von all dem loszureissen, was uns im Verlaufe unseres Lebens gefangen hält, von Dingen, die uns interssant erscheinen oder die wir meinen, erledigen zu müssen, Dinge, die uns aber praktisch vom wirklich Wichtigen abhalten. Und so kommt der Moment, in dem das Ende des Weges in Sichtweite rückt, und wir begreifen ganz plötzlich, dass wir nichts oder nur ganz wenig von dem, was wir erträumten, getan haben. Und hier können nun Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit uns erfassen, unsere Seele zersetzen und uns auch noch die letzen Kräfte rauben, indem sie uns quälen und fragen: Wie willst du so die Karwoche gehen, wie mit Jubel und Herrlichtkeit die Auferstehung Christi feiern?

Hier nun müssen wir aus der Weisheit des Christentums schöpfen und ebenfalls auf Gott vertrauen. Unser Heil besteht nicht darin, dass wir uns mühen um irgendwelche Ergebnisse vorweisen zu können. Unser Heil besteht in jener Sehnsucht der Seele, die uns zum Lebendigen Gott hinzieht, in jener Liebe, die uns zu Christus treibt. Auch wenn wir stürzen  - und was ich jetzt sage, gilt auch für unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen - dann sollten wir nie vergessen, wie der Apostel Petrus, nachdem er seinen Herrn dreimal verleugnet hatte, Ihm, Christus, dem Heiland auf Dessen dreimal gestellte Frage geantwortet hat. Auch wir können sagen: Herr, Du weisst alles. Du kennst meine Schwachheit, meine Stürze, mein Schwanken, meine Untreue. Doch Du weisst auch, dass ich Dich liebe und dass dies letzte das tiefste ist, was ich habe ...

Dann können wir weiter gehen, so wie auch Petrus weiter Christus gefolgt ist, denn er wußte, dass Gott an unsere Liebe glaubt, dass Er uns vertraut, an uns glaubt und dass wir immer weiter gehen können, wenn auch schwankend, wenn auch oft unsicher, wenn auch mit Höhenflügen und tiefen Abstürzen. Doch möge sich dabei unser Herz nie von Gott losreissen und wir nie aufhören, weiter voranzugehen. Denn wir gehen vorwärts, um an irgendeinem Tag - in zwei oder drei Wochen - vor den Leiden unseres Herrn zu stehen, dass heisst der Liebe ins Angesicht zu schauen, mit der Er uns liebt. Das auszuhalten, was Er um unser Heil willen ertragen hat, ist nur möglich, wenn die Liebe unerschöplich und abgrundtief ist.

Wenn es uns nicht gelingen sollte, auf geheimnisvolle Weise mit Christus Eins zu werden, indem wir versuchen durch Gebet, geistige Schau und eigene Mühen an Seinem Weg zum Kreuz Anteil zu nehmen, dann lasst uns wenigsten am Rande Seines Weges oder in einiger Entfernung zu Seinem Kreuz stehen und voller Aufmerksamkeit und erschrockener Ehrfurcht und Rührung  auf das schauen, was Liebe bedeutet und wie Gott uns zu lieben vermag. Und lasst uns Ihm, selbst wenn unsere Seele vielleicht weder Grauen noch Rührung dabei empfindet und wir nichts anderes sagen können, einfach Danke sagen. Ich danke Dir Herr, dass Du mich, der ich abgestorben bin, zu Stein geworden, gefühllos und leblos bin, so liebst, dass auch für mich der Tag kommen wird, an dem ich Deine Worte, mit denen Du Dich an Lazarus gewandt hattest, hören werde: Lazarus, komm aus deinem Grab! Jeder von uns wird diese Worte auf seine Weise hören. Nicht erst am Ende der Zeit, wie Marfa es glaubte, sondern jetzt, in einem für uns sehr unerwarteten Moment, in dem der Herr uns rufen wird und wir erneut quasi in einem Augenblick zu neuem Leben erwachen werden, zu einem Leben in der Zeit, wie auch in der Ewigkeit ...

Auch dem Osterfest können wir entgegengehen, obwohl wir wissen, dass wir nichts getan haben, was der jubelnden Schau der Auferstehung würdig wäre, dass wir nichts getan haben, was uns das Recht geben würde, uns zu freuen. Was sagt Johannes Chrysostomos in seiner Predigt zum Osterfest? Ihr, die ihr gefastet habt und ihr, die ihr nicht gefastet habt, ihr, die ihr euch bemüht habt und ihr, die ihr faul wart, ihr alle kommt, weil der Herr euch alle gleich bei Sich aufnimmt. Den einen gibt Er, was Er ihnen für ihre Mühen schuldig ist, den anderen schenkt Er einfach Seine Liebe. Uns wird Er sicher nichts schulden, denn wir haben uns nicht wirklich bemüht. Doch Seine Liebe wird Er jedem von uns schenken. In welcher Verfassung wir auch sein sollten, wie faul wir auch gewesen sein mögen, wie wenig wir auch getan haben mögen, lasst uns in die letzten verbleibenden Fastenwochen gehen, Schritt für Schritt hin zu dem Licht, um dort auch selbst von der Herrlichkeit entflammt und vom Licht der Auferstehung durchflutet zu werden und dem Brennenden Dornbusch gleich zu sein, der brannte, aber nicht verbrannte in den Flammen der Göttlichen Liebe.

Amen     

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