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„Ohne die Kirche ist die Kultur auf dem besten Wege dahin eine Antikultur zu werden“, - so Metropolit Ilarion 10. März 2010
Wenn die Kultur heute nicht mit der Kirche in der Wechselbeziehung stehen wird, so riskiert sie eine Antikultur zu werden, die in sich eine Wurzel der negativen Moral trägt, erklärte das Haupt des Kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats (KAMP), der Metropolit von Wolokolamsk Ilarion, in einem Interview mit der RIA „Новости“.
Indem er über den von dem Geweihten Synod gegründeten Kulturrat des Patriarchats sprach, kommentierte er: „Es geht hier nicht um Kontrolle oder Zensur. Hier ist die Rede von einer konstruktiven Wechselbeziehung der Kirche und den Vertretern der Weltkultur, die den Wunsch haben, mit uns zu arbeiten. Die Kirche will niemandem etwas aufzwingen, die Kirche bietet lediglich nur Hilfe denen an, die es auch wollen“, - sagte der Metropolit Ilarion.
Nach seinen Worten, hat die Kirche keine eigene „Ideologie“, wenn man „ihre Berufung die Menschen zu erretten und ihr Leben zu verbessern“ nicht zu einer Ideologie zählt. „Doch ohne ein geistlich-moralisches Fundament ist dies [die Errettung] unmöglich“, - äußerte seine Überzeugung der Gebieter. Er betonte, dass die Kultur dabei nicht neutral in geistlich-moralischer Beziehung sein kann – «sie kann sowohl eine positive, als auch eine negative moralische 'Wurzel' haben, sie kann aufbauend oder zerstörerisch wirken». «Wenn die Kirche nicht in der Entwicklung des Kulturlebens eine Rolle spielen wird, so riskiert die Kultur sich zu einer Antikultur zu entwickeln. Die Vergangenheit bietet uns hierzu viele Beispiele», - warnte der Vorsitzende des KAMP. Damit die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden, bot der Gebieter Ilarion an, «endlich die Mauer zwischen Kirche und Kultur niederzustürzen, die während des Sowjetregimes aufgebaut wurde», und «solches Modell der Wechselbeziehung zwischen Kirche und Kultur zu schaffen, das in keiner Weise die Kultur einklemmt, sondern im Gegenteil, ihre Blüte und ihre Entwicklung auf allen Gebieten fördert». Indem er auf die Frage über den entfachten Streit zwischen der Kirche und den Museen im Zusammenhang der Rückgabe der Museumsexponate beantwortete, äußerte der Metropolit Ilarion seine Überzeugung, dass die Kirche und die Vertreter der Museen das Problem der Erhaltung der Exponate gemeinsam lösen müssen. «Der Austausch der offenen Briefe und das einander Beschuldigen sind keine effektiven Lösungen bei diesem Problem. Ein direkter Dialog zwischen beiden Parteien wäre in dem Zusammenhang ein konstruktiver Ansatz. Solch ein Dialog kann im Kulturrat des Patriarchats stattfinden», - betonte der Oberhirte. Seinen Worten nach, «ist der Tempel Gottes kein Museum», «der Platz für eine Ikone ist gewiss kein Museum», und «der Heilige Kelch und der Diskos haben auch in einem Schaufenster nichts verloren. Sie gehören auf den Altar und nicht hinter das Glas». Das heißt aber nicht, fügte der Metropolit von Wolokolamsk Ilarion hinzu, «dass die alten Tempel, die ein Kulturerbe darstellen, nicht gleichzeitig als Museen funktionieren können, und dass die Ikonen, indem sie ihren Platz in solch einem Tempel-Museum haben, nicht unter dem Schutz stehen können». Als beispielhaftes Verhalten nannte der Vertreter der ROK die Zusammenarbeit der Tretjakow-Galerie und der Kirche des St. Nikolaus in Moskau: «vor den hier ausgestellten Ikonen beten die Gläubigen im Gottesdienst, die restliche Zeit funktioniert die Kirche als ein Teil des Museums». „Es muss einfach noch mehr solcher Beispiele geben“, - meinte der Gebieter Ilarion. Als weitere Bereiche, mit denen sich der Kulturrat des Patriarchats beschäftigen wird, wurden Restauration der alten Denkmäler sowie Architektur, Literatur, Kunst, Kino und Fernsehen genannt. Besondere Aufmerksamkeit sollte, nach der Meinung des Metropoliten Ilarion, der zugleich ein Komponist ist, dem Musikleben in den Ländern der Postsowjetunion zugesprochen werden. «Die Kirche muss für die Popularisierung der Musikkompositionen sorgen, die einen positiven geistlich-moralischen Kern in sich haben, indem sie die jungen Komponisten und Musiker fördert», - bekräftigte seine Eminenz. Der Rat wird sich neben der geistlichen Kultur, auch der «Sportwelt» widmen. «Es ist durchaus selbstverständlich, dass das Haupt des Rates der Patriarch sein wird», - erläuterte der Gebieter. In der nächsten Sitzung des Geweihten Synods wird der Bestand des Rates gewählt. Als Sekretär des Rates wurde der Vorsteher des Begegnungsklosters, Archimandrit Tichon (Schewkunow) gewählt, der in seinem Erstberuf Regisseur war.
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