Функционирует при финансовой поддержке Федерального агентства по печати и массовым коммуникациям
Goldener Fonds
Leserkommentare rss

Gottesdiener über die Sprache des Gottesdienstes

23. April 2010
In welcher Sprache sollen wir heute den Gottesdienst abhalten – auf Russisch, auf Kirchen-Slawische oder auf irgendeiner anderen Sprache? Diese Frage versuchen einige Gottesdiener der Russischen Orthodoxen Kirche zu beantworten.

Zwei griechische Metropoliten – Bischof von Nikolsk Meletios und Metropolit Stiatistsk Paulos – halten seit dem Beginn dieses Jahres den Gottesdienst auf Neugriechisch. Die ganze Griechische Kirche hält sich an das Vollziehen des Gottesdienstes in der Sprache der Byzantinischen Epoche, was dem modernen Griechen das Verstehen der Heiligen Schrift und der Gottesdienstgesänge erschwert.

Als der griechische Synod Rechenschaft von dem Bischof Meletios forderte, antwortete er: „Ich trage Verantwortung für meine Herde“.

Wie allgemein bekannt ist, bleibt das Streitthema Gottesdienstsprache in der Russischen Kirche immer noch aktuell: das Kirchen-Slawische ist dem modernen Russen genau so unverständlich [oder teils verständlich], wie das Altgriechische für den modernen Griechen. Die Vertreter der Neueinführung stützen ihre Argumentation darauf, dass der Besucher den Gottesdienst gedanklich verarbeiten soll; die Gegner deuten auf den Sinn- und Ästhetikverlust bei einer Übersetzung.

„Gibt es ein Problem in der Russischen Kirche, was die Sprache betrifft? Wie soll, ihrer Meinung nach, das Problem gelöst werden? Gibt es schon Ansätze in diese Richtung?“, - das sind die Fragen der REGIONS.RU – Reporter an die Gottesdiener der Orthodoxen Kirche.

Der Erzpriester Boris Michailow, der Vorsteher der Schutzkirche in Filjach, meint, dass das Problem wirklich als solches da ist.

„Das Streitthema erreichte seinen Höhepunkt bereits im XIX. Jhr. Die Versuche, das Problem zu lösen, gab es sowohl auf der Vorbereitungsetappe, als auch auf dem Lokalkonzil in den Jahren 1917-1918. Doch aus den uns allen bekannten Gründen, ist das Vorhaben des Konzils unvollendet geblieben. Zu unserer Zeit ist das Problem der Sprache aktueller denn je geworden“, - meinte er.

„Es wurden bereits Schritte eingeleitet, um den Gottesdienst verständlicher zu machen. Ich, zum Beispiel, lese das Evangelium im Gottesdienst sowohl auf Kirchen-slawisch, als auch auf Russisch. Dies hilft sehr in der Predigt“, - erzählte Vater Boris.

„Das Kirchen-Slawische bleibt jedoch eines der wichtigsten Elemente einer großen Kultur. Es ist ein Heiligtum der Kirche, keiner wird seine Wichtigkeit für gering erachten. Wenn wir aber die Offenheit der Kirche verkündigen, wenn wir auf die Menschen zugehen, so, denke ich, müssen wir einen Platz im Gottesdienst für die Russische Sprache finden“, - schloss der Erzpriester ab.

Der Erzpriester Alexander Borisow, der Vorsteher der Kirche der Heiligen Kosmas und Damian in Schibine, bemerkte ebenfalls, dass das Problem der Gottesdienstsprache sowohl in Russland, als auch in Griechenland existiert.

„Die Evolution der Sprache ging immer in die Richtung, dass der Gottesdienst verstanden werden sollte. Wir sehen es ganz klar an dem Beispiel der Bibel, die es bereits in so vielen Sprachen gibt. Je mehr wir uns der modernen Zeit nähern, desto mehr Elemente der modernen Alltagssprache finden wir in den Büchern“, - sagte er.

„Mir scheint es, dass die Rolle der modernen russischen Sprache nach und nach an Wichtigkeit zunimmt. Genauer, ich kann mir vorstellen, dass der Prozess der Russifikation des Kirchen-slawischen mehr an Intensität gewinnen wird. Deswegen sollten wir mehr über die Russifikation reden als über eine Übersetzung der Gottesdiensttexte ins Russische. Dieser Weg muss aber langsam angegangen werden, ohne dass dabei Konflikte entstehen. In einigen Gemeinden, so denke ich, können wir einige experimentelle Formen zulassen, in den Klöstern dagegen, wäre es ratsam auf der strengen Tradition zu beharren“, - meint der Erzpriester.

„Zweifellos, ist dies ein Problem, bei welchem die Lösung dessen eine erachtenswerte Zahl der Menschen in die Kirche führen würde“, - schloss er ab.

Der Erzpriester Maxim Koslow, der Vorsteher der Kirche an der Moskauer Universität, merkte an, dass das Verleugnen des Sprachproblems sinnlos wäre.

„Es würde ausreichen, die Menschen zu fragen, die am Gottesdienst teilnehmen, was sie verstanden und neues an Erkenntnis für sich gewonnen haben“, - meinte der Priester.

„Eine andere Sache ist es, dass die Lösung des Problems nicht in der Übersetzung liegt. Auf der einen Seite ist es wichtig, dass die Texte deutlich und vernünftig gesungen und vorgelesen werden. Auf der anderen Seite, müssen die Gläubigen, die am Gottesdienst teilnehmen, mit genügend Hilfsliteratur ausgestattet werden, in unserem Fall wären es Paralleltexte, was bereits in einigen Gemeinden die Praxis ist», - sagte Vater Maxim.

«Wir müssen aber beachten, dass dieses Problem bei einigen in der Psychologie der Wahrnehmung des Gottesdienstes ihre Wurzel hat. Einige bemühen sich überhaupt nicht um einen gemeinsamen Gottesdienst. Sie benutzen den Gottesdienst eher für einen Ort für ihre eigenen Gebete und Meditationen. Deswegen sehe ich unsere Aufgabe nicht in der Übersetzung. Die Übersetzung ist eine große Last, die nicht nur langjährig und niederdrückend wäre, sondern auch theologische, liturgische und philologische Probleme nach sich ziehen würde. Wir müssen unsere allgemeingültige Herangehensweise an den Gottesdienst ändern. Der Gottesdienst ist nicht etwas, was der Mensch «durchstehen» muss. In diesem Zusammenhang müssen nicht nur die Geistlichen, sondern auch die pflichtbewußten Laien 'anpacken'», - schloss er ab.

Der Erzpriester Alexander Iljaschenko, der Vorsteher der Erretterkirche auf der Nowoslobodaja (Moskau), ist der Meinung, dass die Diskussion über die Gottesdienstsprache nicht in der Besorgnis um die realen Interessen der Kirche oder der Herde ihre Wurzeln hat, sondern im Bildungsmangel.

«Meiner Meinung nach, wird der Wechsel der Gottesdienstsprache sowohl für den Gottesdienst, als auch für die Kirche als ganzes verderblich sein. Die Gottesdienstsprache muss etwas besonderes sein. Wir können keine Alltagsprache im Gottesdienst benutzen, sowie wir keine 'Tupperware' für die Eucharistiefeier benutzen können», - bekräftige er seine Position.

«Nehmen wir als Beispiel die Katholische Kirche. Das Wechsel der Gottesdienstsprache (Latein) in die moderne Sprache, veranlasste viele Gläubige aus ihrer Kirche auszutreten. Die eine Gottesdienstsprache ist das wesentliche, vereinigende Element für die Gläubigen verschiedener Nationalitäten», - erinnerte Vater Alexander.

«Mir scheint, dass es viel einfacher wäre, den Gläubigen Kirchen-slawisch beizubringen, als neue Veränderungen von Außen einzuführen, indem auch dabei das Risiko eingegangen wird, die mystische Beziehung zum Gottesdienst zu zerstören. Ich bin der Meinung, dass es besser wäre, an die Gläubigen zu appellieren, von dem Reichtum der kirchen-slawischen Sprache zu schöpfen», - schloss der Erzprieter ab.

Der Igumen Meletij (Sokolow), eine Lehrkraft des Geistlichen Seminar von Moskau, sieht kein besonderes Problem in der Gottesdienstsprache: Kirchen-slawisch.

«Sicherlich, kann ein Neuankömmling nicht auf Anhieb alles verstehen, was in der Kirche gelesen und gesungen wird. Doch das ist ein anderes Problem, das ihren Kern in der Unterbrechung der Tradition hat», - meint er.

«Das Kirchen-slawische ist eines der Funktionsstile der russischen Sprache, der für den kirchlichen Gottesdienst bestimmt ist. Es gibt den einen Stil für den Alltagsgebracht, der andere ist sakral und nur für den Gebrach in der Kirche geeignet. Deswegen ist es unnütz, den Gottesdienst in die moderne russischen Sprache zu übersetzen», - schloss Vater Meletij ab.

Der Igumen Luka (Stepanow) von der Rjasansker Universität des S. Esenin, sieht im Sprachproblem eine Schranke zwischen der Kirche und der modernen Gesellschaft.

Vater Luka erinnerte, dass der Erleuchter Feofan der Klauser bereits an der Pforte zur 900-jährigen Jubiläumsfeier der Russlandtaufe die «Reformierung» der kirchen-slawischen Sprache vorschlug. «Es wäre ratsam die Gottesdienstbücher nicht ins Russische zu übersetzen, sondern einige Formulierungen zu ersetzen, da diese selbst von den Spezialisten schwer verständlich sind».

Der Vorsitzende der Abteilung für Jugendfragen der Rjasansker Diözese, Priestermönch Platon (Worobjew) sieht im Kirchen-slawischen kein Problem.

«In der Kirche gibt es kein Sprachproblem. Es ist sinnlos den Gottesdienst ins Russischen zu übersetzen, denn wir werden der ganzen Schönheit der Heiligen Schrift und der Gottesdiensttexte verlustig werden», - meint er.

Nach der Meinung des Priesters, «muss der Gottesdienst in kirchen-slawischer Sprache vollzogen werden».

«Was aber die Menschen betrifft, welche die Sprache nicht verstehen, so ist es für sie ratsam, selbst aktiv zu werden und auf diesem Gebiet an Wissen nachzuholen, denn jener, der nach dem Verstehen trachtet, der wird zum Verständnis gelagen», - schloss Vater Platon ab.
 
http://www.regions.ru/
Weitere Nachrichten der Rubrik Apologetik (Fundamentaltheologie)
Andere Nachrichten
апрель 2010
Пн Вт Ср Чт Пт Сб Вс  
1 2 3 4  
5 6 7 8 9 10 11  
12 13 14 15 16 17 18  
19 20 21 22 23 24 25  
26 27 28 29 30  
добавить на Яндекс добавить на Яндекс