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Der Hl. Bischof Optatus von Mileve und die ihm zugeschriebenen Predigten

13. Mai 2010
Dieser Approbationsartikel von dem Studenten der Moskauer Geistlichen Akademie, Priester Ioann Kechkin, ist dem Hl. Optatus von Mileve und den ihm zugeschriebenen Werken gewidmet und wird hier in der Ursprungsfassung publiziert.

Optatus von Mileve ist dem breiten Lesekreis wenig bekannt, verdient aber genauere Betrachtung wegen der Bedeutsamkeit seines Traktats „Contra Parmenianum Donatistam“ („Gegen Parmenianus den Donatisten“) über die Herkunft und Entwicklung des donatistischen Schismas.

Der Hl. Optatus trat mit dem ganzen Mut des katholischen Bischofs gegen die sich damals verbreitende Kirchenspaltung auf. In seiner Abhandlung ist es ihm gelungen, alle Fehler und Irrtümer der Schismatiker aufzuzeigen – sowohl im theologischen als auch im historischen Sinne. Viele frühe kirchliche Schriftsteller stellten den Hl. Optatus von Mileve in eine Reihe mit solchen Leuchten der Kirche wie den sel. Augustinus und den Hl. Hierarchen und Erleuchter Ambrosius von Mailand.

Dieser Artikel ist einem noch wenig studierten Thema über die Zugehörigkeit einiger Werke des Hl. Optatus von Mileve gewidmet. Bemerkenswert ist, dass über diese Problematik in der russischen kirchlichen und säkularen Wissenschaft noch keine Studie existiert.

 

Das Leben des Hl. Optatus

Über das Leben des Heiligen Bischof Optatus von Mileve[1] ist praktisch nichts bekannt[2]. Die Wissenschaftler äußerten bisher lediglich einige Vermutungen über sein Leben und Wirken. Betrachten wir diese Hypothesen im Folgenden etwas genauer.

Die einzige Erwähnung, die uns einen etwaigen Zeitrahmen vorgibt, befindet sich im Werk des Hl. Hieronymus „De   viris   illustribus“: „Optatus von Afrika, Bischof von Mileve, schützte in den Jahren der Regierung der Kaiser Valentinian und Valens die Katholiken und verfasste sechs Bücher gegen die Verleumdungen des Donatus und seiner Anhänger, in denen er nachwies, dass Übertretungen der Donatisten fälschlicherweise den Anhängern des Katholizismus zugeschrieben wurden.“[3]

Es wird angenommen, dass die Regierung der Kaiser Valentinian und Valens von März 364 bis August 367 dauerte[4]. In Anlehnung an diese Erwähnung äußerte der französische Experte für die Schriftwerke Nordafrikas, Paul Monceaux(1859-1941), die Vermutung, dass Optatus sich zu diesem Zeitpunkt „in der Blüte seines Lebens und Talentes“[5] befunden und bereits ein angesehener Bischof sowie über die Geschehnisse des donatistischen Schismas bestens informiert gewesen sein müsse.

Ausgehend davon nahm Monceaux an, dass der Hl. Optatus etwa um das Jahr 320 geboren wurde. Die meisten Forscher schweigen sich allerdings über das Datum der Geburt des Hl. Optatus aus. Dort, wo immerhin die Frage aufgeworfen wird, überwiegt die Meinung von  Monceaux. Unter anderen zählen zu denen, die sich ihm anschließen, der Kirchenhistoriker Prof. Erwin Amann(1880-1948)[6] und der italienische Patrologe G.Bosio[7]. Es gibt auch Spekulationen über ein früheres Geburtsdatum, nämlich das Jahr 315[8].

Alle Forscher sind der Meinung, dass die Heimat des Hl. Optatus in Nordafrika lag. Diese Meinung beruht auf der Aussage des Optatus selbst, der seinem Gegner, dem donatistischen Bischof Parmenian, mehrmals vorhielt[9], dass dieser Ausländer und nicht afrikanischer Herkunft war. Einige Wissenschaftler[10] sind der Meinung, sein Geburtsort liege in ebenjener Stadt, in der der später auch seinen bischöflichen Dienst ausübte – Mileve.

Im Altertum war diese Stadt von großer kirchlicher Bedeutung, was daraus ersichtlich wird, dass dort zur Zeit des Hl. Augustinus mehrere Konzile stattfanden[11]. Die Stadt Mileve lag im Nordwesten der Provinz Numidien, an der Grenze zu Mauretanien[12]; oft wurde ihre Lage beschrieben in Bezug auf eine andere Stadt, Cirta (heute Constantine in Algerien). Das antike Mileva heißt heute Mila, ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und befindet sich im Nordosten von Algerien.

In seinem Werk „De   doctrina   Christiana“ schreibt der Hl. Augustinus, der Optatus mit Cyprian,  Lactantius  und Victorin vergleicht, dass dieser in seiner Jugend ein Heide gewesen sei[13]. Eine interessante, aber nicht-beweisbare Version schlägt Monceaux vor: der Hl. Optatus stamme aus einer Familie römischer Söldner.[14]

Die meisten Forscher gehen aufgrund des Werkes von Optatus selbst davon aus, dass er eine für die damalige Zeit gute Ausbildung erhalten hätte.[15] Bosio schreibt, dass der Hl. Optatus die klassischen Schulen für Rhetorik und Philosophie besuchte.[16] Der englische Wissenschaftler John Chapman meint, er wäre ein hervorragender Rhetoriker gewesen.[17] Prof. Labrousse ist der Meinung[18], dass der Hl. Optatus außer einer hervorragenden säkularen Ausbildung auch eine fundierte geistliche Ausbildung[19] durch vertiefte Studien der Heiligen Schrift und theologischer Werke erhalten hätte – insbesondere jener der nordafrikanischen Schule, etwa von Tertullian und dem Hl. Cyprian von Karthago.

Leider gibt es keine Bezeugungen darüber, auf welche Weise die Bekehrung des Hl. Optatus zum Christentum vor sich gegangen sein könnte. Diesbezüglich schlägt Monceaux die Version vor, dass der Hl. Optatus sich auf seiner Suche nach Wahrheit nicht länger mit den Erkenntnissen von Rhetorik und Philosophie begnügt hatte[20].

Nach der Meinung von Monceaux[21] lebte der Hl. Optatus in Numidien, wo er auch sein Werk gegen Parmenianus geschrieben haben soll.

Über den Tod des Hl. Optatus gibt es nur Vermutungen. Die meisten Forscher datieren es grob auf das Ende des 4. Jahrhunderts. Es gibt aber auch genauere Datierungen im Zeitraum zwischen 385 und 400, also zwischen dem letzten im Traktat Optatus erwähnten Ereignisse und der Bezeugung des Hl. Augustinus.

Bezüglich des Zeitpunktes des Todes scheint die wissenschaftliche Vermutung plausibel, dass der Hl. Optatus nicht vor dem Jahr 392 dahinschied, die Zeit, auf die sich die letzte Revision seines Traktats bezieht,  die von ihm selbst im hohen Alter oder unter seiner Ägide besorgt wurde. Ein weiteres wichtiges Indiz ist die Tatsache, dass der Hl. Augustinus, der sein kirchliches Wirken Anfang der 390er Jahre begonnen hatte, nirgendwo erwähnt, dass er den Hl. Optatus jemals selbst getroffen habe.

Die Verehrung des Bischofs von Mileve setzte fast sofort nach seinem Dahinscheiden ein. Bereits Ende des 4. bzw. Beginn des 5. Jahrhunderts bezeichnet der Hl. Augustinus ihn als katholischen Bischof des ehrwürdigen Gedenkens[22] und stellt ihn in eine Reihe mit dem Hl. Hierarchen und Erleuchter Cyprian von Karthago,  Lactantius, Marin Victorin, dem Hl. Hierarchen und Erleuchter Hilarius von Poitiers[23] und dem Hl. Hierarchen und Erleuchter Ambrosius von Mailand[24].

Ein Jahrhundert später nannte der Hl. afrikanische Bischof Fulgentius Ruspensis ( 532) Optatus einen „Heiligen“[25] wegen dessen gerechten Lebens und profunder Kenntnis der Heiligen Schrift und stellte ihn auf eine Stufe mit solchen Leuchten der westlichen Kirche wie den Hl. Hierarch und Erleuchter Ambrosius und den sel. Augustinus[26].

In der Römisch-Katholischen Kirche wird Optatus von Mileve im Chor der Heiligen verehrt. Sein Gedenken wird am 4. Juni zelebriert. Honorius Augustodunensis schreib in seinem Buch „De scriptoribus Ecclesiasticis“, dass die Verehrung bereits 1122 einsetzte.[27] Aufgrund der afrikanischen und römischen Quellen wurde unter Papst Gregor XIII. (1572-1585) der Name von Optatus von Mileve ins Martyrologium Romanum hineingenommen[28].

In der Russischen Orthodoxen Kirche wird des Hl. Optatus von Mileve dagegen nicht gedacht[29]; nach Meinung von Erzbischof Sergij (Spasskij) ist dies dadurch zu erklären, dass das östliche Menologion zu wenig Heilige der Weltkirche zum Gedenken empfiehlt, insbesondere Karthago und Afrika[30].

Das Hauptwerk des Hl. Bischof Optatus von Mileve ist das siebenbändige Traktat „Contra Parmenianum Donatistam“ („Gegen Parmenianus den Donatisten“). In der wissenschaftlichen Welt gibt es keinen Zweifel an seiner Autorschaft[31]. Die Bezeugungen des sel. Hieronymus und die uralten Manuskripte geben uns keine genaue Name dieses Werkes. Viele moderne Forscher verwenden die Bezeichnung „Adversus   Parmenianum   Donatistam“.  Nach der angesehenen Meinung von Professor Simonetti ist diese Bezeichnung nicht ursprünglich, gibt aber eine klare Vorstellung über den Inhalt des Werkes[32].

 

Die zugeschriebenen Werke

Die uralten Autoren schrieben Optatus nur ein Werk zu, sie erwähnten keine anderen[33]. Aber in der modernen Wissenschaft ist die Meinung aufgetaucht, der Hl. Optatus von Mileve habe noch weitere Werke verfasst – etwa die Predigten des Pseudo-Augustinus.

 

I.  Die Weihnachtspredigt

Die meisten Diskussionen ruft die Weihnachtspredigt hervor, die mit den Wörtern „Advenit ecce   dies   qua sacramentum“ beginnt. Versuchen wir die unterschiedlichen Meinungen der Wissenschaft bezüglich Entstehungszeit und Autorschaft dieses Schriftdenkmals chronologisch nachzuzeichnen.

André  Wilmart entdeckte die Predigt in einem Manuskript aus dem 8. Jahrhundert wieder, die sich in der Munizipalbücherei von Orleans befand. Sie erhielt den Namen   Codex Florianensis   (F). Im Manuskript war diese Predigt mit dem Namen „Optatus“ unterschrieben. Wegen Ausbruch des Ersten Weltkrieges konnte Wilmart die Predigt aber nicht veröffentlichen.

1917 veröffentlichte der bekannte Patrologe Germain Morin (1861-1946) mitsamt einigen vorher nicht-publizierten Predigten von Augustinus und Werken anderer Autoren auch die Predigt „Sermo   in   natali   infantum“ (nach Codex   Guelferbytanus  N° 4096 (G), einem Manuskript aus dem 9. Jahrhundert.[34] In diesem Manuskript stand kein Autorenname, und Morin war der erste, der zu Recht annahm, dass es aus einem afrikanischer Kloster stamme.

Später verwarf er in seinem Artikel die zunächst vermutete Autorschaft des karthagischen Bischofs Quodvultdeus( 454)[35] und hielt Bischof Optatus für den wahrscheinlichen Verfasser. Allerdings stimmten  nicht alle Wissenschaftler mit dieser Meinung überein. So bestritt Carl Weyman in einer Rezension die Autorschaft des Hl. Optatus, indem er auf stilistische Unterschiede zwischen dieser Predigt und dem Hauptwerk des Bischofs von Mileve hinwies.[36]

1922 veröffentlichte Wilmart diese Weihnachtspredigt erneut,[37] diesmal bereits auf Grundlage zweier Manuskripte – F und G. Im Manuskript F war die Predigt mit dem Namen „Optatus“ unterschrieben, und sie war diejenige, die der Verleger für aussagekräftiger hielt; seiner Meinung nach stammte diese Predigt vom Hl. Optatus von Mileve.

In der Predigt ist vor allem von den Taten des Herodes und die Gaben der Heiligen Drei Könige die Rede. Die Abfassung dieser Predigt schätzte Wilmart auf die Zeit der Verfolgungen unter Kaiser Julian dem Apostaten in den Jahren 362 und 363.[38] Nachdem der Forscher beide Predigten studiert hatte, behauptete er, dass die Predigt ursprünglich dem Weihnachtsfest gewidmet war und später, im 5./6, Jahrhundert, zum Fest zu Ehren der ermordeten Kinder von Bethlehem adaptiert wurde[39], wobei auch des ursprüngliche Name geändert worden sei. Daraus zog der Wissenschaftler den Schluss, dass dies die älteste Weihnachtspredigt sein müsse, die bis in unsere Zeit erhalten blieb.[40] Als Argumente, die die Autorschaft des Optatus beweisen sollten, führt Wilmart an:

  • die Ähnlichkeit zwischen der Predigt und dem Hauptwerk des Hl. Optatus, die mittels einer lexikalisch-stilistischen Analyse festgestellt wurde;
  • die häufige Verwendung des Wortes „Engel“, die für die anti-donatistische Polemik charakteristisch ist.

Er entdeckte zwar auch Unstimmigkeiten zwischen dieser Predigt und dem Haupttraktat des Bischofs von Mileve, was er aber durch die Verschiedenheit der Ziele, der Methoden und der Argumente erklärte.[41] Die Meinung und die Beweise Wilmarts sind Grundlagen für diejenigen, die den Hl. Optatus als Autor der Weihnachtspredigt anerkennen. Direkt nach Veröffentlichung der Predigt musste Wilmart allerdings harte Kritik hinnehmen.

Zu seinem wissenschaftlichen Hauptopponenten in dieser Angelegenheit wurde der italienische Wissenschaftler Alberto Pincherle, der 1923 einen Artikel über die dem Bischof Optatus zugeschriebene Weihnachtspredigt veröffentlichte[42] In seinem Artikel analysierte er die Argumente Wilmartsin allen Einzelheiten und kam zu dem Schluss, dass diese schwach und nicht überzeugend seien. Pincherle nannte folgende Argumente gegen die Urheberschaft des Hl Optatus:

  • der zweite Teil der Predigt, der den Namen Optatus enthält, sei nicht echt; da die Predigt deutlich afrikanischer Herkunft sei, wäre der Name wegen seiner Berühmtheit dort von einem Kopisten hinzugefügt worden;[43]
  • die stilistischen und lexikalischen Schlüsse von Morin und Wilmart seien nicht nachvollziehbar, da sich die Begriffe, die in der Predigt vorkommen, in der gesamten nordafrikanischen Tradition[44] widerfinden, nicht nur in den Texten des Hl. Optatus;
  • Unstimmigkeiten zwischen Predigt und Traktat[45];
  • Wilmarts These über die Verwendung des Wortes „Engel“ sei schwach, da dieses Thema auch von den Donatisten viel behandelt worden war; deshalb hätte auch der Hl. Optatus es in seinem Traktat angesprochen.

Pincherle kam zum Schluss, dass die Weihnachtspredigt ein Werk aus dem donatistischen Umkreis sein müsse. Seiner Meinung nach bestehe die Hauptidee der Predigt darin, dass die Unschuldigen schon immer verfolgt worden seien, was eine typische These der Donatisten gewesen sei.[46] Ein weiteres wichtiges Argument ist für ihn die Tatsache, dass in der Predigt eine Einstellung zur staatlichen Regierung deutlich wird, die dem Traktat des Hl Optatus völlig widerspricht. Pincherle macht auf das Lob der Armut und der Distanzierung von irdischen Gütern aufmerksam, was der donatistischen Tradition entsprochen habe.[47]

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Pincherle auf die Nachteile der Argumentation der Befürworter der Autorschaft des Hl. Optatus hingewiesen unddie stilistischen und lexikalischen Schlüsse von Wilmart durch den Nachweis einer gemeinschaftlichen nordafrikanischen Terminologie widerlegt hat. Auch konnte er nachweisen, dass die Predigt viele Ideen des Donatismus enthält. Pincherle ist der Meinung, dass es unmöglich sei, einen Autoren für die Predigt zu ermitteln; doch glaubt er, dass dieser ein Bischof aus der donatistischen Partei gewesen sein müsse.

Einige Jahre nach der Publikation von Pincherles Artikel kritisierten viele Forscher seine Thesen und Argumente. Die Wissenschaftler der 1920er und der 1930er Jahre neigten großenteils wieder der Analyse von Wilmart zu. So meint Amann in Anlehnung an die Studien von Morin und Wilmart[48],  dass die Weihnachtspredigt eindeutig vom Hl. Optatus stamme.[49] Der Forscher Bernard  Botte, der die Autorschaft des Hl. Optatus anerkannte, beurteilte diese Predigt als eines der ältesten und wertvollsten Werke über die Geschichte des Weihnachtsfestes.[50]

Nach einem langen Zeitraum publizierte Pincherle 1947 einen weiteren Artikel unter dem Titel „ Due   postille   sul   donatismo“ , welcher jener dem Optatus zugeschriebenen Weihnachtspredigt gewidmet war[51]. Pincherle verfocht darin seine vorige These, dass diese Predigt von den Ideen des Donatismus, nicht denen der katholischen Kirche, geprägt sei. Noch früher hatte er den Gedanken geäußert, dass ihr Autor einer der grimmigsten und brutalsten Donatisten – Bischof Optatus von Tamugas – gewesen sein könne.[52] In den nachfolgenden Jahren konkretisierte Pincherle diese Vermutung.[53]

Nach dieser zweiten Publikation Pincherles zerfiel die wissenschaftliche Meinung in zwei entgegengesetzte Lager. Die Einen verwarfen die Schlüsse Pincherles und hielten die Autorschaft des Optatus von Mileve für erwiesen  die Anderen glaubten an die donatistische Herkunft der Predigt.

Als Parteigänger der Autorschaft des Optatus sind einige Wissenschaftler aus der zweiten Hälfe des 20. Jahrhunderts erwähnenswert. So hält G. Low die Predigt für eines der ältesten Schriftdenkmäler, die dem Weihnachtsfest gewidmet sind (um das Jahr 360)[54]. E. Dekkers  trug dieWeihnachtspredigt ins Clavis Patrum Latinorum  als Werk des Hl. Optatus ein[55].

Prof. Sven Blomgren(1908-2004), ein schwedischer Forscher des Traktats„Contra Parmenianum Donatistam“, hält aufgrund eines textologischen Vergleiches die Weihnachtspredigt ebenfalls für ein Werk des Bischof von Mileve[56]. Der deutsche Patrologe AlfredStuiber (1912-1981) sagte, dass von allen Werken, die Optatus zugeschrieben werden, nur die Weihnachtspredigt echt sei[57].

Also neigte Mitte des 20. Jahrhunderts[58] ein bedeutsamer Teil der angesehenen Wissenschaftler zur Anerkennung des Hl. Optatus als Autor der Weihnachtspredigt.

Aber bereits in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts genoss die Version von Pincherle größere Verbreitung. Die Zugehörigkeit dieses Schriftdenkmals zum Donatismus wurde von einem der angesehensten modernen Forscher des Donatismus, Prof. William Frend(1916-2005), unterstützt, da seiner Meinung nach in der Predigt die Mentalität der Donatisten lebhaft aufscheine.[59]

Damit war auch der katholische Theologe Kardinal Yves Congar (1904-1995) einverstanden[60]. Auch Simonetti, ein angesehener moderner italienischer Patrologe, ist der Meinung, dass „gewisse Besonderheiten des Textes (die Umstände der Verfolgungen,  die Entfremdung von der Welt) uns dazu zwingen, seinen Ursprung in donatistischen Kreisen zu suchen. Ihr Autor war vermutlich Optatus von Tamugas, einer der donatistischen Führer.“[61] Prof. Labrousse  behauptet in ihrem Artikel, in dem sie auch die Thesen von Morin und Wilmart erwähnt, dass diese von Pincherle argumentativ widerlegt worden seien[62].

Weitere Stimmen für die Autorschaft des donatistischen Kreises und eine neue Auffassung dieser Frage erhoben moderne Wissenschaftler wie der italienische Professor Francesco Scorza Bacellona und der spanische Professor Eugenio Romero Pose (1949-2007).

Der erste von ihnen weist in seinem Artikel „La   celebrazione   dei   santi   Innocenti   nell'omiletica   latina   dei   secoli   IV-VI“[63] die donatistische Herkunft der Weihnachtspredigt nach. Dabei hält Scorza Bacellona die Meinung Pincherles über die Autorschaft des Optatus von Tamugas nur für eine Hypothese.[64] Am Ende seines Artikels behauptet er aber, dass diese Predigt nicht dem Hl. Optatus zugeschrieben werden könnte[65].

In seiner nächsten Publikation „ L'interpretazione   dei   doni   dei   Magi   nel   sermone   natalizio   di[Pseudo]   Ottato   di   Milevi”[66], die 1978 erschien, bestreitet er nach wie vor die Autorschaft des Optatus von Mileve und äußert die Vermutung, dass die Weihnachtspredigt mit den Kommentaren zur Apokalypse des Donatisten Tichonius ( 390/400) im Zusammenhang stehe. Die Frage nach der Autorschaft der Weihnachtspredigt bleibt also offen.

In seinen weiteren Artikeln behauptet Prof. Scorza Bacellona ebenfalls, dass diese Predigt aus der donatistischen Umgebung stamme; sie zeige dabei aber auch Parallelen zu einem Werk des Donatisten Tichonius.[67]

Der spanische Patrologe Prof. Romero Pose führt in seinem Artikel „Ticonio   у   el   sermón   In   natali   sanctorum innocentium (Exegesis   de   Mt.   2) [68] eine ernsthafte textologische Analyse durch, woraus er den Schluss zieht, dass die biblischen Zitate, die in der Weihnachtspredigt vorkommen, keinem katholischen Autor wie dem Hl. Optatus von Mileve, Quodvultdeus oder dem Hl. Caesarius von Arles zugeschrieben werden könnten.

Die Auszüge aus der Heiligen Schrift, die in der Predigt benutzt werden, sind nach Meinung von Romero Pose der Textologie und dem Stil des Donatisten Tichonius ähnlich.[69] Er vermutet, dass die Weihnachtspredigt ursprünglich ein Teil eines Werkes des Tichonius ausgemacht hätte, von dem wir ansonsten nur den Namen kennen. Er schreibt, es bedürfe noch ausführlicher Studien über die donatistische Literatur, um die Autorschaft genau zu bestimmen.[70]

Fazit von alledem ist, dass in der wissenschaftlichen Welt der Streit über die Autorschaft der Weihnachtspredigt bis heute weitergeht. In letzter Zeit neigen die meisten Forscher jedoch zu der Meinung, dass die Predigt donatistischer Herkunft sei.[71]

 

II.  Die Predigten zur Erscheinung des Herrn (Epiphania)

Auch darüber, ob die Predigt zur Erscheinung des Herrn vom Hl. Optatus von Mileve stamme, sind wissenschaftliche Diskussionen entstanden.

1923 veröffentlichte Morin diese Predigt, die im Wiener Kodex aus dem Jahre 1616 unter den Predigten des Augustinus erhalten blieb[72] und mit folgenden Worten beginnt: Meminit   sanctitas   vestra,   dilectissimi   fratres,   ante   paucosdies“. Aufgrund der Ähnlichkeit mit der Weihnachtspredigt, die er dem Hl. Optatus zugeschrieben hatte, warMorin der Meinung, dass auch die Erscheinungs-Predigt vom Bischof von Mileve  stammen müsse.[73] Außerdem nahm Morin an, dass unter den Predigten des Pseudo-Augustinus noch zwei weitere Predigten eventuell den Werken des Hl. Optatus zugehören könnten.[74]

Nach der Publikation von Morin wollen viele Forscher seine Annahmen nicht nachvollziehen. So zählt Dekkers  in „Clavis Patrum Latinorum“ diese drei Predigten den zweifelhaften Werken zu.[75] Hamman veröffentlichte dieErscheinungs-Predigt nach dem Text von Morin inPatrologiae Latinae Supplementum“  (1. 297-300) und hielt sie auch für ein zweifelhaftes Werk Optatus’[76].

Unter den wenigen Befürwortern der Autorschaft des Optatus von Mileve war der französische Wissenschaftler Lambo[77], der 1958 einen Artikel darüber veröffentlichte. Er beschäftigte sich mit den Studien des Kodex, den Morin benutzt hatte, und kam bezüglich der Autorschaft zu derselben Meinung.[78]

Die Mehrheit der Wissenschaftler ist jedoch der Meinung, dass der Hl. Optatus nicht der Verfasser gewesen sei. Altendorf meinte, dass sie den Gedanken nach den Predigten des Hl.Quodvultdeus näher stehe und auch einige Gedanken des Augustinus enthalte, weshalb sie höchstwahrscheinlich erst nach dem Tod des Hl. Optatus geschrieben worden sei.[79]

Dieser Meinung war auch Hubert Silvestre, der behauptete, dass diese Predigt nach dem Tod des Augustinus(430) geschrieben worden sein müsste und also keineswegs den Werken des Optatus von Mileve zugehören könne.[80] 

Prof. Simonetti erwähnt eine Predigt zur Erscheinung des Herrn, welche eindeutig nicht von Optatus stamme,[81] sondern dass sie „irgendjemand, wer auch immer, zusammenstellte, aber keinesfalls Optatus“. Auch Prof. Scorza Barcellona ist der Meinung, dass diese Predigt mit dem Hl. Optatus sicherlich nichts zu tun habe.[82] Labrousse   nennt drei Predigten zur Erscheinung des Herrn „unglaubwürdig Trois   sermons   inauthentiques»).[83]

Als Fazit können wir ziehen, dass die meisten Wissenschaftler den Hl. Optatus von Mileve nichtfür den Autor dieser Predigt(en) zur Erscheinung des Herrn halten.

 

III.  Die Osterpredigt

Außer den obengenannten Werken werden Optatus von Mileve  auch zwei Osterpredigten zugeschrieben.

Die erste Predigt  wurde 1929 von Wilmart nach dem Worcester-Kodex aus dem 12. Jahrhundert (F. 93) publiziert.[84] Sie beginnt mit den Worten “Solemne   tempus   devota   religione   peregrinus“  und galt als eine der Predigten des Augustinus. Wilmart führte eine stilistische und lexikalische Analyse der Predigt durch und folgerte daraus, dass dieses Schriftdenkmal afrikanischer Herkunft sei und nicht vom Hl. Augustinus stamme. Er vermutete, dass der Stil dieses Werkes auf den Stil der dem Hl. Optatus zugeschriebenen Weihnachtspredigt hinweise, war sich allerdings nicht sicher.[85]

Diese Meinung wurde 1930 auch von Morin geäußert.[86] Dekkers, der sich dabei auf die Thesen von Wilmart und Morin bezog,  platzierte die Predigt im „ Clavis   Patrum   Latinorum “ unter den zweifelhaften Werken des Optatus von Mileve[87]. Gegen die Autorschaft des Hl. Optatus äußerte sich Altendorf, der die Wilmarts Argumente für nicht überzeugend hielt[88].

Also war keiner der oben genannten Wissenschaftler der vollen Überzeugung, dass dieses Werk der Feder des Hl. Optatus von Mileve entstamme. Im Gegenteil lehnt ein bedeutsamer Teil der Forscher diese These ab.

Diezweite Predigt beginnt mit den Worten : „Maria   veniens   ad   Christi   Domini   monumentum“.  Sie wurde zuerst 1852 von dem Kardinal und Philologen Angelo Mai(1782-1854) veröffentlicht. 1968 wurde sie von Hamman im „Patrologiae   Latinae   Supplementum“neu herausgegeben,[89] und 1970 wurde eine kritische Ausgabe des Textes publiziert – durch den bekannten Kirchenärchäologen und Historiker Victor Saxer (1918-2004).[90]

In seiner Analyse behauptete Saxer, dass das Werk nach Stil und Lexik auf einen nordafrikanischen Autoren schließen lasse. Hinsichtlich der Datierung war Saxer der Meinung, dass die Predigt entweder im 4. Jh. oder in der ersten Hälfte des 5. Jh. – eventuell sogar von einem Schüler des Augustinus, der ihm zeitlich nahe gestanden habe – geschrieben worden sei.[91] Als spätesten Zeitpunkt der Abfassung dieser nannte Saxer das Jahr 450 – die Zeit der Vandalenherrschaft[92]. Saxer nahm an[93], dass aufgrund der Ähnlichkeit der Gedanken, Bilder und Begriffe mit den anderen Werken des Hl. Optatus (insbesondere der ihm zugeschriebenen Weihnachtspredigt, nach der Ausgabe von Wilmart) dieser als Autor angesehen werden könne.[94]

Die meisten Wissenschaftler neigen allerdings einer anderen Meinung zu und bezweifeln die Zugehörigkeit dieses Schriftdenkmals zu den Werken des Hl. Optatus. Prof. Scorza Barcellona hielt die These von Saxer für nicht überzeugend.[95] Patrologe Simonetti spricht nur vor einer Osterpredigt und bezieht sich dabei auf den Artikel von Saxer,[96] schreibt sie aber nicht dem Hl. Optatus zu.[97]

Fazit bezüglich der Predigten, die dem Hl. Optatus von Mileve zugeschrieben werden, ist also, dass sie alle hinsichtlich ihrer Autorschaft ungewiss sind. Die Argumente der Befürworter einer Autorschaft des Bischofs von Mileve sind zuweilen schwach und wenig überzeugend, wie ihre Opponenten überzeugend deutlich machen. Leider ist bislang keine dieser Predigten ins Russische übersetzt worden.

Сборник студенческих научных работ / Под ред. А. К. Светозарского;
Кафедра Церковной истории МПДА. С. 4 – 22. Сергиев Посад, 2010.
   



 

[1] In dieser Arbeit schreiben wir über den Hl. Optatus [Bischof] von Mileve. Diese Benennung ergibt sich daraus, dass er in frühen Manuskripten und Publikationen Optatus Milevitanus genannt wurde. In der russischen Übersetzungstradition gibt es die Varianten Милевитский, Милевийский und Милевитанский.

 

 

[2] Erzbischof Philaret (Gumilewski), Kirchenhistoriker und Patrologe des 19. Jahrhunderts, schreibt in seinem Werk „Die historische Lehre über die Kirchenväter“ (« Историческое учение об отцах Церкви»): „Optatus von Mileve (…) wurde durch seinen Kampf gegen den Donatismus bekannt; seine anderen Lebensumstände dagegen sind völlig unbekannt“. [ Филарет (Гумилевский), архиеп . Историческое учение об отцах Церкви. Киев. 2007. Том 2. §123. C. 63]. Dieser Ansicht sind auch westlichen Historiker und Patrologen. S.:  Amann E.  Optat // DTC. 1931. Vol. 11. P. 1077. (далее  Amann E.  1931);  Simonetti M.  Optat // Quasten "Patrology". Westminster 1986. Vol. 4. P. 122. (далее   Simonetti M.   1986);  Optat de Milève. Traité contre les donatistes. Introd., texte critique, trad. et notes par  Labrousse M. Paris. 1995. Vol.1 P.10. (далее   Labrousse M.   1995).

 

 

[3] Hieronymus Stridonensis. De viris illustribus. 110 PL 23, 705В.

 

 

[4] In diesem Zeitraum regierten diese zwei Kaiser gemeinsam; im August 367 kam der Ko-Regent Gracian dazu.

 

 

[5] Monceaux P.   Histoire litteraire de l'Afrique chretienne depuis les origines jusqu'a l'invasion arabe . Paris, 1920. Vol. 5. Saint Optat et les premiers ecrivains donatistes. Р. 245. (далее   Monceaux P.   1920.)

 

 

[6] Amann E.   1931. P. 1078.

 

 

[7] Bosio G.   Santo Ottato, vescovo di Milevi // Bibliotheca sanctorum. 1967. Vol. 9. P. 1307. (weiterhin   Bosio   G.   1967).

 

 

[8] Dieser Version ist heutzutage eher in populärwissenschaftlichen Publikationen und im Internet verbreitet. Dabei werden die genauen Lebensjahre des Optatus als 315 bis 386 angegeben, u.a. von dem Baptisten und Donatismus-Experten Alexander Waliljew und den Autoren des Artikels über Optatus in den Enzyklopädien von Brockhaus und Efron und im enzyklopädischen Lexikon „Das Christentum“. S.:  ВалиевА.   Осмысление раскола донатистов. Электрон. ресурс: www.krotov.info/libr_min/v/valiyev.html; Б-в Н. Оптат // Энциклопедический словарь Брокгауза и Ефрона Электрон. ресурс: http://www.vehi.net/brokgauz/index.html 25.09.09; Оптат // Христианство. М. 1995. Т. 2. С. 245.

 

 

[9] Optatus   I, 5, 4; II, 7, 4; III, 3, 2.

 

 

[10] Monceaux P.   1920. P. 243 ;  Bosio G.1967. Р. 1307;  Labrousse   M.  1995 P.11; Labrousse M.  Optat de Mileve // DSp. 1982. Vol. 11. Col. 824. (далее  Labrousse   M.  1982).

 

 

[11] Monceaux P.  1920. P. 242;  Aldridge R. E.  Peter and the «Two Ways» // Vigiliae Christianae.1999. Vol. 53. №. 3. P. 245;  Leclerq H.  Milève  //  DACL XI, 4 (1933). P. 1103.

 

 

[12] Prof. Labrousse hat 1982 in ihrem Artikel irrigerweise, dass die Stadt Mileve sich in der Mitte von Numidia befindet. S.:  Labrousse   M.  1982. Col. 824. Bereits in ihrem nächsten Werk, das der tiefen Analyse des Traktats hat Prof. Labrousse ihre damaligen Behauptungen geändert.

 

 

[13]  Augustinus Hipponensis . De doctr. Christiana II, XL, 61.

 

 

[14] Monceaux P.   1920. P. 243.

 

 

[15] Кутепов   Н.  О расколе донатистов. Казань. 1884. С. 67. (weiterhin  КутеповН.   1884).

 

 

[16] Bosio   G.1967. Р. 1307.

 

 

[17] Chapman J.  Optatus // The Catholic Encyclopedia. New York, 1913., Vol. XI, P. 262.

 

 

[18] Labrousse   M.   1982. Col. 824.

 

 

[19] Dieser Meinung ist auch N.Kutepow. S.:  Кутепов   Н.   1884. С. 67

 

 

[20] Monceaux P.   1920. P. 244.

 

 

[21] Monceaux P.   1920. P. 243.

 

 

[22] Augustinus Hipponensis . Contra Parmeniani I, 3, 5. PL 43, 37. «Venerabilis memoriae Milevitanus episcopus catholicae communionis Optatus».

 

 

[23] Augustinus Hipponensis . De doctrina christiana II, XL, 61. «...de Aegypto Cyprianus doctor suavissimus et martyr beatissimus? quanto Lactantius? quanto Victorinus, Optatus, Hilarius...». PL 34, 63.

 

 

[24] Augustinus Hipponensis . Ep. ad Catholicos sive de unitate Ecclesiae. XIX, 50. PL 43, 430.

 

 

[25] Fulgentius Ruspensis. Ad Monimum liber II, 15, 2. PL 65, 193A. «Sanctus autem Milevitanus episсopus...».

 

 

[26] Fulgentius Ruspensis. Ad Monimum liber II, 15, 2. PL 65, 196A «...sive quod sanctus Ambrosius, sive quod sanctus Augustinus, sive quod sanctus Optatus...».

 

 

[27] Honorius Augustodunensis . De Scriptoribus Ecclesiasticis I, 111. PL 172, 208C-208D.

 

 

[28] Martyrologium Romanum, ad diem IV Iunii: «Milevi in Numidia sancti Optati episcopi doctrina и sanctitate conspicui». Zit. nach:  Labrousse   1995. P. 10. Davon Philaret (Gumilewskij), wo er schreibt, dass  die Verehrung des Hl. Optatus am 4. Juni nur von der Westkirche verrichtet wird. S.:  Филарет (Гумилевский), архиеп. Историческое учение об отцах Церкви. Киев, 2007. Том 2. §123. C. 64.

 

 

[29] Diese Behauptung beruht auf dem fundamentalen hagiographischen Werk von Erzbischof Sergius (Spasskij): „Das volle Menologion des Ostens“ (« Полный Месяцеслов Востока»).  Сергий (Спасский) архиеп . Полный Месяцеслов Востока. М. 1997. Том II.

 

 

[30] Сергий (Спасский), архиеп . Полный Месяцеслов Востока. М. 1997. Том I. С. 405.

 

 

[31] Manlio Simonetti schreibt, dass die frühesten Schriftsteller nur ein Werk Optatus kannten, das gegen den donatistischen Bischof Parmenian gerichtet gewesen sei.  Simonetti   M.  1986. P. 126.

 

 

[32] Simonetti   M.  1986. P. 122. In der Migne-Patrologie heißt das Werk des Optatus “De schismate donatistarum adversus Parmenianum“. PL 11, 883.

 

 

[33] Simonetti M.  1986. P. 126.

 

 

[34] Morin   G.   S. Aureli Augustini tractatus sive s ermo nés inediti ex codice Guél-férbytano 4096..., accedunt S.S Optati Milevitani, Quodvultdei Carthaginiensis episcoporum aliorumque ex Augustini schola tractatus novem,  Campoduni et Monaci 1917. Р. 167-178: «De natale Domini». (далее Morin   G.  1917).

 

 

[35] Morin   G.   Pour une future édition des opuscules de S. Quodvultdeus, évêque de Carthage au V-e siècle // RB 31 (1914-1919) Р. 161.

 

 

[36] Weyman   C, рец. на: Morin 1917 // «Historisches Jahrbuch» 39 (1919) Р. 301-302.

 

 

[37] Wilmart   A.   Un sermon de Saint Optât pour la fête de Noel  //  RSR 2 1922. Р. 271-302. (weiterhin   Wilmart   А. 1922).

 

 

[38] Wilmart war der Meinung, dass die Predigt unbedingt in der Zeit der Verfolgung geschrieben worden sei; das ergibt diese Datierung als Periode der Verfolgung unter Kaiser Julian. S.:  Wilmart   А. 1922. Р. 278.

 

 

[39] Wilmart vermutet, dass dies der Hl. Caesarius von Arles (543) getan haben könnte. S.:  Wilmart   А.   1922. Р. 279.

 

 

[40] Wilmart   А.   1922. Р. 279-280.

 

 

[41] Wilmart   А.   1922. Р. 293.

 

 

[42] Pincherle   A.  Un sermone donatista attribuito a S. Ottato di Milevi  //  Bilychnis, 12 (1923),Р 34-148. ( далее   Pincherle A.   1923).

 

 

[43] Pincherle   vermutete, dass dies der Hl. Caesarius von Arles (+543) oder sonst jemand sein könnte. S.:  Pincherle   A.1923. Р. 134-134.

 

 

[44] Dieser Gedanke wurde auch von Forscher PierreCourcelle   unterstützt, der sie gegen die Behauptung Wilmarts vorgeschlagen hat.S.:  Courcelle   P.  Histoire littéraire des grandes invasions germaniques. Paris, 1948. Р. 137-138.

 

 

[45] Unter den Hauptunterschieden sollten die Militärredewendungen in der Predigt erwähnt werden, die im Traktat ganz fehlen. S.:  Pincherle   A.  1923. Р. 142.

 

 

[46] Pincherle   sagt, dass diese Predigt in der Zeit einer Verfolgung geschrieben sein könnte, allerdings nicht der in der Regierungszeit Kaisers Julian. S.:  Pincherle A.  1923.Р. 144-146.

 

 

[47] Pincherle A.  1923.Р. 146-147.

 

 

[48] Durch seinen Artikel fügt Prof. Amann nichts Neues hinzu, er wiederholt lediglich bereits angeführte Argumente anderer Wissenschaftler. Als Hauptargument wird die stilistische und lexikalische Ähnlichkeit angesehen. S.:  Amann   E.  1931. Р. 1077-1084.

 

 

[49] Amann E.  1931.Р. 1083.

 

 

[50] Botte   B. Les origines de la Noël et de l'Epiphanie. Étude historique. Louvain. 1932. Р. 39-40;Botte   B.  Les évangiles du temps de Noël // Les questions liturgiques et paroissiales. 17 1932. Р. 298-299.

 

 

[51] Pincherle   A.  Due postille sul donatismo  //  RR 18 1947.Р. 161-164.

 

 

[52] Pincherle   A.   Ottato // Enciclopedia Italiana Treccani. XXV 1935. Р. 771.

 

 

[53] Pincherle   A. Ottato // EC IX 1952. Р. 449-451;Pincherle   A.  Cristianesimo antico e moderno. Roma 1956. Р. 76-79.

 

 

[54] Low G. Natale // EC VIII 1952. Р. 1670.

 

 

[55] Dekkers  war der Meinugn, dass es unmöglich ist, die These von Pincherle zu glauben. S.:  Dekkers   E.  Clavis Patrum Latinorum,  nn. 244 ss., Steenbrugis. 1951. Р. 48-50.

 

 

[56] Blomgren vergleicht z.B. die Verben nudare und denudare in den Texten des Traktats und der Weihnachtspredigt, erwähnt dabei den Text der Predigt nach Wilmart und sonst keine anderen Forscher. S.:  Blomgren S.  Eine Echtheitsfrage hei Optatus von Mileve. Stockholm. 1959. P. 20. (weiterhin  Blomgren S.  1959).

 

 

[57] Stuiber A.   Optatus // Lexikon für Theologie und Kirche. VII (1962). Р. 1180-1181.

 

 

[58] Damit sind die 1950er und 1960er Jahre gemeint.

 

 

[59] Die Zeit des Schreibens dieser Predigt sei, so Prof. Frend, das Jahr 350. S.:  Frend   W. H. C.  The Donatist Church. A Movement of protest in Roman North Africa. Oxford. 1952. P. 196; 320-321. (далее   Frend W. H. C.  1952).

 

 

[60] Congar   Y. M.-J.  Introduction et notes in «Oeuvres de Saints Augustin» 28. Traités antidonatistes, I, «Bibl. August.». Paris. 1963.Р. 62.

 

 

[61] Simonetti M.   1986. P. 126.

 

 

[62] Labrousse   M.   1982. Col. 826-827.

 

 

[63] Scorza Barcellona   F.   La celebrazione dei santi Innocenti nell'omiletica latina dei secoli IV-VI // Studi Medievali. 15 (1974). P. 705-767. (weiterhin  Scorza Barcellona   F.  1974).

 

 

[64] Scorza Barcellona   F.   1974. Р. 709.

 

 

[65] Prof. Scorza Barcellona   schreibt: „Uns erscheinen die Einwände bezüglich des donatistischen Charakters der Predigt überzeugend … und in diesem Falle kann sie Optatus von Mileve nicht zugeschrieben werden“ (Scorza   Barcellona   F.1974. Р. 709).

 

 

[66] Scorza Barcellona   F.   L'interpretazione dei doni dei Magi nel sermone natalizio di [Pseudo] Ottato di Milevi  //  SSR 2 (1978). Р. 129-149.

 

 

[67] Scorza Barcellona   F.   Il donatismo negli studi di Alberto Pincherle  //  SSR 4 (1980). Р. 155-165.

Scorza Barcellona   F.   Ottato  //  DPAC II (1984). Р. 2549-2552.

 

 

[68] Romero Pose   E.   Ticonio y el sermón In natali sanctorum innocentium (Exegesis de Mt. 2) // Gregorianum 60 (1979). Р. 513-544. (weiterhin  Romero Pose   E.  1979.)

 

 

[69] Romero Pose   E.   1979. Р. 515-516.

 

 

[70] Bezüglich des Namen der Predigt nimmt Prof. Romero Pose an, dass er gallikanischer Herkunft sei (eventuell vom Hl. Caesarius von Arles), und der Name des Optatus später hinzugeschrieben worden und eine Einfügung sei.  S.: Romero Pose   E.  1979. Р. 515-516.

 

 

[71] Unserer Meinung nach wäre es falsch, diese Predigt vorbehaltlos für ein Werk des Hl. Optatus von Mileve zu halten, wie etwa Hegumen Dionisy Shlyonov in seinem Artikel, der dem Weihnachtsfest gewidmet ist. S .:  Дионисий (Шлёнов), иг.  Празднование Рождества и Крещения согласно древним свидетельствам и памятникам полемической письменности середины XI века [Электрон. ресурс]. - Электрон. дан. - Сергиев Посад: Научный богословский портал «Богослов.Ru», 2007-2009. - Режим доступа: http://www.bogoslov.ru/text/373000.html, свободный.

 

 

[72] Morin   G.   Deux sermons africains du Ve/VIe siècle avec un texte inédit du symbole. //  RB 35 (1923). Р. 233-236.

 

 

[73] Morin   G.   Deux sermons africains... Р. 236.

 

 

[74] Eine der Predigten (№131 aus den Predigten des Augustinus) beginnt mit den Worten: „Sicut   dies   hodiernus anniversarioreditu“.  Die zweite Predigt(№132) beginnt mit den Worten: „Domini et Salvatoris nostri lesu Christi adventus“.   S .:Morin   G.   Deux sermons africains... Р. 236.

 

 

[75] Dekkers   E.   Clavis Patrum Latinorum,  nn. 247-249. Steenbrugis. 1951. Р. 45

 

 

[76] Hamman A.  (ed.). Optatus Milevitanus episcopus: Sermo de Epiphania (ed. G. Morin) // PLS I, 1. 1958. Р. 297-300.

 

 

[77] Lambo   C.   Sermon inédit de Saint Augustin pour une fête de martyrs dans un homiliaire de type ancien,  intr. et éd. crit. // RB 68 (1958). Р. 187-199.

 

 

[78] Lambo   C.  Sermon inédit de Saint Augustin pour une fête de martyrs...Р. 191.

 

 

[79] Altendorf H.-D.   рец. на   Blomgren S.   1959 // ThL 85 (1960). Р. 600.

 

 

[80] Silvestre   H.   Trois sermons à retirer définitivement de l'héritage d'Optat de Milève  //  Proceedings of the African Classical Association. 7 (1964). Р. 61-62.

 

 

[81] Simonetti M.   1986. P. 126.

 

 

[82] Scorza Barcellona   F.   Ottato  //  DPAC II (1984). Р. 2551.

 

 

[83] Labrousse   M.   1982. Col. 827.

 

 

[84] Wilmart   A.  Un prétendu sermon pascal de S. Augustin  //  RB 41 (1929). P. 197-203.

 

 

[85] Wilmart   A.   Un prétendu sermon pascal... Р. 202.

 

 

[86] Morin formulierte seine Aussage sehr vorsichtig. S.:  Morin   G.  //  Miscellanea Agostiniana.   I. Roma. 1930. Р. 766.

 

 

[87] Dekkers   E.  Clavis Patrum Latinorum.  Steenbrugis 1951. N. 246. Р. 45.

 

 

[88] Altendorf H.-D.   рец. на   Blomgren S.   1959 // ThL 85 (1960). Р. 600.

 

 

[89] Hamman   A.   (ed.) . PLS IV. 2. Р. 665-667.

 

 

[90] Bereits 1956 veröffentlichte Saxer den Text einer mittelalterlichen Predigt zu Ehren der Maria Magdalena, die, seiner Meinung nach, die Adaption einer uralten Predigt sei. S .:   Saxer   V.   Un sermon médiéval sur la Madeleine. Reprise d'une homélie antique pour Pâque attribuable à Optât de Milève (+392)  //  RB 80 (1970). Р. 17-50. (далее   Saxer   V.   1970).

 

 

[91] Aufgrund einer detaillierten Studie des Textes schloss es Saxer aus, dass die Predigt zu Ehren der Maria Magdalena zu den Zeiten Tertullians oder Cyprians gezählt werden könne. Außerdem bestritt er auch die Autorschaft des Augustinus. S.: Saxer   V.  1970. Р. 17-50. Zit. nach:  Mazzucco   C.  1993. P.71.

 

 

[92] Diese Behauptung von Saxer gründet sich auf die Zugehörigkeit der Predigt zur Campagne-Sammlung, die direkt nach der Vandaleninvasion zusammengestellt worden war. S.:  Saxer   V.  1970. Р. 17-50. Zit. nach: Mazzucco   C.  1993. P.71.

 

 

[93] Die Annahme von Saxer ist gar keine absolute Behauptung, da er selbst die große Ähnlichkeit der Predigt mit den Werken des Augustinus vermerkt, was auch die Tatsache anzeige, dass die Predigt unter die Werke des Augustinus gestellt wurde. S.:  Saxer   V.  1970. Р. 36.

 

 

[94] Außer Wilmart äußerte sich so (allerdings mit einigem Vorbehalt) auch Guillaume, Autor eines Artikel über Maria Magdalena im Wörterbuch „Dictionnaire de Spiritualité ascétique et mystique“. S.:  Guillaume   P.-M.  Marie Madeleine, sainte  //  DSp X. (1980). Р. 566-567.

 

 

[95] Scorza Barcellona   F.   Ottato  //  DPAC II (1984). Р. 2551.

 

 

[96] In seiner Bibliographie weist Simonetti nur auf das Werk Saxers über die Osterpredigten hin (Saxer   V.  Un sermon médiéval sur la Madeleine. Reprise d'une homélie antique pour Pâque attribuable à Optât de Milève (+392)  //  RB 80 (1970). Р. 17-50). См.:  Simonetti   M.  1986. P. 126.

 

 

[97] Simonetti   M.  1986. P. 126.

 

 

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Комментарии (2)

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17.05.2010 в 13:33

Благодарим будущего (надеемся) доцента свящ. Иоанна за знакомство русского читателя с этой проблемой.

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архим. доц. Павел Стефанов, Болгария, Шумен
13.05.2010 в 17:53
Очень качественная статья для студента богослова, которая доказывает его почти доцентский уровень знаний.
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