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Goldener Fonds

 Leichtsinn als moralische Wahl (anhand von Materialien der russischen Philosophie)

17. Juni 2010
Einigen Philosophen zufolge ist Leichtsinn eine Art Freiheit. Aber welcher Freiheit? Ist Leichtsinn vielleicht eine Art, vor Verantwortung wegzulaufen? Ist es angemessen, Leichtsinn für unmoralisch zu halten? Kann die Kleinbürgerlichkeit mit moralischem Leichtsinn verbunden sein? Diese Fragen werden im folgenden Artikel von Priester Stefan Domuschi erörtert.

Sobald der Mensch dem Bösen begegnet und sich durch ehrliches Urteil bewusst macht, dass er selbst dafür die Verantwortung trägt, wünscht er sich, vor dieser Verantwortung zu fliehen, sie von sich wegzuschieben und nicht an sie zu denken. Dies kann auf zweierlei Wegen geschehen – entweder, indem man einen anderen (Gott, die Welt, einen Menschen) beschuldigt, oder aber behauptet, dass das Böse der Welt an sich kein Wesen hat, und dem Bösen damit zustimmt. Die erste Vorgehensweise eröffnet sich bei der Rechtfertigung Gottes (Theodizee) und der Welt (Kosmodizee), die zweite bei der Verneinung der Existenz eines Sinnes der Welt und des Menschen (wobei diese Verneinung reflektiert oder unreflektiert sein kann). Beide Vorgehensweisen zeigt uns Fjodor Dostojewski. Die erste, emotional und philosophisch beladene, sehen wir bei Iwan Karamasow, der auf die Idee [der Existenz] Gottes verzichtet und daraus schließt, dass „alles erlaubt“ sei[1]. Die Worte über die zweite, nicht verwirklichte [Vorgehensweise] äußert der Teufel, der Iwan erscheint und, während er mit ihm über das Leiden spricht, folgende Worte sagt:

„Ich würde dieses ganze überirdische Leben und alle Titel und Ehren dafür hingeben, wenn ich mich in einer siebenpudschweren Kaufmannsfrau verkörpern und dem lieben Gott Kerzen in der Kirche aufstellen könnte“[2], was als Bereitschaft verstanden wird, auf die gesamte Komplexität und Tragik zu verzichten, auf dass das ganze Leben leicht zu verstehen sei und die tragische Komplexität aus ihm verschwinde.

Die russische Literatur hat einen langen Weg durchmessen: vom Problem des kleinen Menschen, der zunächst von verschiedenen Autoren gerechtfertigt wurde, indem dieser das brutale und seelenlose System beschuldigte, über die Rechtfertigung dass es nicht nur die Schuld des Staates sei, sondern auch darin begründet liege, dass die Geringfügigkeit des Menschen in seiner eigentlichen Natur bestehe und sie dem Heldenmut eigen sei – bis zum Problem des Menschen, der klein sein will, da es für ihn bequem ist, klein und geringfügig im Herzen zu sein.

Es ist wichtig, den Zusammenhang zwischen Leichtsinn und Kleinbürgerlichkeit zu erkennen und zu bezeichnen, sowie zu zeigen, ob Leichtsinn immer ein unmoralischer Verzicht auf Tiefe ist, und inwiefern Kleinbürgerlichkeit mit moralischem Leichtsinn zusammenhängt.

Wie Iwan Iljin in seinem Werk „Das singende Herz - Ein Buch stillen Schauens“ anmerkte, gibt es zwar spirituell richtigen Optimismus (denn ohne Zuversicht wäre es unmöglich, voranzuschreiten) doch gibt es auch einen spirituell falschen Optimismus – dieser, so Iljin, „ist physiologisch erklärbar und seelisch motiviert, aber weder sachlich noch metaphysisch begründet, und er [ein solcher Optimist] übernimmt für ihn keine Verantwortung“. Iljin bemerkte, dass der richtige Optimismus jener sei, der „in spiritueller Reifung erlangt wird“ und folglich keine Flucht vor den „verdammten Fragen“ sei[3].

In seinem Werk „Ich schaue ins Leben. Ein Buch der Besinnung“ führt Iljin ein Kapitel über den Leichtsinn an, in dem er ihm eine direkte Definition gibt: „Leichtsinn ist eine Art Freiheit durch seelische Abstreifung der erhaltenen Bürde; eine Freiheit, die nicht durch Kraft, Bezwingung und Macht erreicht ist, sondern eher durch das Fehlen von Problemen. Die Aufgaben werden nicht gelöst, und es entsteht der Anschein, dass sie gar nicht existierten“[4]. Wir sehen, dass Iljin davon spricht, dass sich ein leichtsinniger Mensch bewusst weigert, die Komplexität und Unberechtigtheit von Allem, was im Leben geschieht, zu akzeptieren; er behauptet sogar, dass „Leichtsinn auch vom obersten Leben des Lebens frei ist“, da er „ohne Nachdenken lebt und, wenn er glücklich zu sein versucht, keinerlei Rücksichten kennt“[5].

Also weist Iljin auf einige wichtige Dinge hin: Leichtsinn ist bewusste Flucht vor den Fragen, die sich auf den Sinn des Lebens beziehen; eine gewissermaßen bewusste Vergessenheit, die dem Menschen das Leben erleichtert.

Darüber, dass diese Flucht vor der Wahrheit bewusst stattfindet, haben mehrere russische Philosophen geschrieben. So schrieb Leo Schestow in seinem Werk „Dostojewski und Nietzsche“ sehr harte Worte über Lew Tolstoi: „… in seiner Person haben wir ein einzelnes Beispiel eines genialen Menschen, der sehr darum bemüht ist, sich dem kleingeistlichen Mittelmaß anzugleichen und selbst kleingeistliches Mittelmaß zu werden“[6]. Tolstoi „verdamme (...) von Grauen gepackt, (…) alle höchsten Anforderungen an die Seele und begann von Mittelmaß, Durchschnitt und Fadheit zu lernen, da er richtig gespürt hatte, dass nur aus diesen Elementen jene Wand aufgebaut werden kann, die die entsetzliche ‚Wahrheit’ verdeckt – wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für lange Zeit“[7].

Schestow wies auf die bewusste Erschaffung eines eigenen Koordinatensystems aus „Gut und Böse“ hin, das als Puffer zwischen den tragischen Lebensfragen und der Welt des beruhigten Gewissens fungieren muss. Über die Erschaffung eines solchen Koordinatensystems schrieb Nikolaj Berdjajew in seinem Artikel „Die Tragödie und der Alltag“: „Im ‚Mainstream’ unterzukriechen und sich an etwas anzuhängen, was dort als Wert gilt – das bedeutet eben, einen Platz im Leben zu finden und sich im Rahmen des alltäglichen und universalen ‚Gut und Böse’ zu platzieren“[8].

Nach Berdjajews Auffassung besteht die Tragödie darin, dass der Mensch seine Abgetrenntheit von der Welt erlebt; er schreibt, dass dieses Erlebnis auch „bei den alltäglichsten Menschen, die die Tragödie nicht begreifen“ vorkommt, wenn ein Leben vom durch den Tod zerrissen wird. „Objektiv ist jedes menschliches Leben tragisch, doch subjektiv empfinden nur diejenigen die Tragödie, denen sich die Frage nach ihrem individuellen Schicksal bewusst und akut gestellt hat, und die alle anerkannten universalen Werte herausgefordert haben“[9].

Im Thema der Tragik des menschlichen Lebens und der Flucht von ihr in den Leichtsinn und den Alltag geht die russische Philosophie den Weg der russischen Literatur, insbesondere den von Gogol und Dostojewski. Das Thema des „kleinen Menschen“, der keine Lust hat, sich für irgendetwas zu verantworten und sich durch seine Geringfügigkeit zu rechtfertigen und hinter der Mehrheit zu verstecken wünscht, behandelt auch Konstantin Leontjew in seinem Werk „Der Durchschnittseuropäer als Ideal und Werkzeug der Weltzerstörung“ („Средний Европеец как идеал и орудие всемирного разрушения“). Bereits am Titel können wir sehen, dass für den Philosophen das Problem der kleinbürgerlichen gemeinen Wahrnehmung der Welt nicht nur ein theoretisches Problem ist, sondern mit der Existenz der Welt selbst direkt zusammenhängt. Für Leontjew beginnt die Problemstellung mit der Beobachtung, dass unsere ganze Zivilisation auf den Durchschnittsmenschen zugeschnitten ist und alles Anders- und Einzigartige vom Erdboden verschwindet. Mehr noch - er behauptet, dass alles „zur baldigen  Erzeugung eines universalen durchschnittlichen Typen geht“[10]. Indem er davon schrieb, dass Proudhon, so wie Basarow[11], gewünscht hatte, dass alle Menschen „wie Birken im Wald einander ähnlich werden“, erinnerte sich Leontjew an Alexander Herzen, der von „der prosaischen Perspektive der Reduzierung aller Menschen zum europäischen Bürgertypen“ so erschrocken war, so dass er wieder an die Einzigartigkeit Russlands und dessen Sonderweg zu glauben begann.

Zweifellos sehen wir heute einen in vielerlei Hinsicht bereits abgeschlossenen Prozess, dessen Beginn von Leontjew [bezeugt war. Er sagte, dass in Europa alle Bevölkerungsschichten zu etwas Durchschnittlichem verschmelzen – in etwas, was keine Unterschiede hat und auch keine Unterschiede duldet. Er führte die Worte Proudhons an: „Ohne vollkommene intellektuelle Gleichheit wird die Arbeit immer für Einige ein Privileg und für die Anderen eine Bestrafung bleiben“, und wies darauf hin, dass selbst die öffentliche Meinung die Meinung der mittleren Klasse, die Meinung der Mehrheit sei. Was aber die Mehrheit betrifft, sei diese „nichts anderes als eine vereinigte Geistesarmut“, Dabei nannte er den Fortschritt, dem alle sich damals so kritiklos verschreiben hatten, direkt als „die unheilbare, prämortale Krankheit der sekundären Mischvereinfachung“. Zu dem naiven Glauben daran, dass der industrielle Fortschritt und Komfort allmählich die Welt verändert würden, schrieb Leontjew: „… das Ideal des „allmählichen“ Fortschrittes, d.h. der legalen Prozession zum unmöglichen Reichtum der Güte und universalen Wahrheit auf Erden… Das Böse ist der moralischen Natur des Menschen ebenso innenwohnend wie der Schmerz und das Leid seinem Körper. Der Glaube der Liberalen und der friedlichen Progressisten ist aber blind“[12].

Bei der Zitierung vieler europäischer Philosophen führte der Autor die Worte von John Mill an: „Nachdem die Menschheit zu einem Typen reduziert worden sein wird, wird alles, was von diesem Typen abweicht, ihr unmoralisch und monströs vorkommen“.

Bei der Bewertung der spirituell-politischen Weltsituation erkannte  Leontjew dass Russland zwischen den Zivilisationen des Osten und des Westen stehe und stellte die Frage, deren Antwort zu seiner Zeit nicht offensichtlich war, aber heute offensichtlich ist. Diese lautet: „Ob wir als Staat und Kultur erhalten bleiben?“. Die heutige Welt ist durchmischt, und im gesellschaftlichen Leben des Ostens und des Westens bleibt fast keine politische und fast keine spirituelle Einzigartigkeit. Indem Leontjew die Möglichkeit einer solchen Ausgangs prophezeite, sagte er, dass an dem Gebäude des allweltlichen Staates „das letzte ’Mene mene tekel ufarsin’ geschrieben wird, und wir damit die Geschichte beenden und die Menschheit zugrunde richten“[13]. Das macht ihm Angst, und er behauptete, dass es vollkommen „unzulässig ist, von der universalen Wahrheit auf Erden, von irgendeiner universalen mystischen Liebe zu träumen, (…) denn (…) diese universalen Güter verfügen nicht einmal über sittliche, moralische Glaubwürdigkeit, da die oberste Sittlichkeit nur in Kampf und Gefahr erkannt wird…“[14] Heute, wo Wohlergehen und erfolgreiche Leben für viele Menschen am Erstrebenswertesten sind, und der Mensch, ohne sich zum Tolstojanismus zu bekennen, allein von der Bestrebung lebt, das Leiden, die Unbeständigkeit und die Schwierigkeiten in allen Bereichen zu besiegen, geht es  in erster Linie um den spirituell-moralischen Bereich. Leontjew begriff das, daher schrieb er auch: „indem man dem Menschen die Möglichkeit des hohen persönlichen spirituell-moralischen Kampfes nimmt, nimmt man der gesamten Menschheit die Moral, man entnimmt ihr das sittliche Lebenselement“. Das materielle Wohlergehen und die politische Gerechtigkeit, also das, was die Gesellschaft Jahrhunderte lang angestrebt hat, während sie diverse politische und soziale Prüfungen zu bestehen hatte, nannte er das oberste Maß an Unsittlichkeit, wobei er präzisierte, dass es notwendig sei, das Wort „Unsittlichkeit“ nicht im herkömmlichen Sinne zu verstehen, sondern als eine Organisation des gesellschaftlichen Bewusstseins, bei der „es weder Ausschweifung noch Tugenden geben wird; die erste wird nicht zugelassen, und die zweite wird nicht nötig (…) da alle gleich und unterschiedslos sind“[15].

Die Berauschung im „Hier und Jetzt“, die wechselhaften Moden, die Bereitschaft, Freiheit und Persönlichkeit aufzuopfern - all dies ist nicht so gefahrlos, wie es die Hedonisten, die Prediger des sorglosen Lebens und des unendlichen Spaßes behaupten. Darüber schrieb Leontjew so „Die Murmolka-Mütze[16], das Käppi und ähnliche Dinge sind viel wichtiger, als man denket: die äußeren Formen des Alltags und der Kleidung, die Riten, die Moden, all diese Unterschiede und Nuancen der lebendigen gesellschaftlichen Ästhetik – also nicht jener Darstellungsästhetik bzw. Ästhetik des Friedhofs, an derer (häufig gedankenlosen) Verehrung in Museen und auf Ausstellungen man gewöhnt ist – all diese äußeren Formen sind weder Kapriolen noch Unfug, noch sind sie rein ‚äußere Dinge’… sie sind unvermeidlichen Folgen der Veränderungen unserer inneren Welt; sie sind unvermeidliche Symbole der Ideale, die in uns (fast) gereift sind“[17].

In gleichem Sinne, doch mit anderer Betonung behandelt Nikolai Fjodorow die Fragen des alltäglichen Bewusstseins und der Flucht von der Wahrheit in die eigene „bequeme Wahrheit“ in seinem Artikel „Die Ausstellung 1889“ («Выставка 1889 года»). Der Autor zeigt die Mechanismen dessen auf, wie die Menschheit (für  Fjodorow Bourgeois bzw. Biedermeier)  - durch den Glauben an den Fortschritt und die Erfolge der Industrie – „auf den Gottesstaat, das zukünftige himmlische Leben mit allen unseren Ahnen, um des irdischen Wohls willen, um des materiellen und sittlichen (?!) Wohlergehens der Mehrheit verzichtet…“[18] Hier stellt das sittliche Wohlergehen sicherlich die sittliche Beruhigung der Seele und des Gewissens dar, hier ist das Wohlergehen kein Wohlstand. Alles, was eine Ausstellung ausmacht, „die Fuhrwerke, die Einrichtung und generell alles, was zur Abendgesellschaft gehört, sind Spielzeuge; nicht für Erwachsene (…) sondern für Unmündige, wie alt sie auch immer sein mögen; diese Unmündigkeit [die offensichtlich bewusst ist. – D.S.] dient den Besitzern und den Sklaven dieser Spielzeuge als Rechtfertigung“[19]. Wofür ist denn die Rechtfertigung dieses ganzen Lebens nötig, was soll existieren und was nicht? Fjodorow antwortet wie Swidrigajlow[20]: „Die Abendgesellschaft,  die den Tod fürchtet, bemüht sich, so zu tun, als ob es keinen Tod gäbe[21]“. Um der Todesangst zu entkommen, werden Krankheiten und Tod als „eine natürliche, unvermeidliche und normale Erscheinung“ angesehen, und um „die schmerzliche Wahrheit zu verdecken (…) die Begräbniskunst die größte Falsifikation ist, die sich bemüht, selbst dem Tode die Form des Lebens zu geben…“[22]. Wie die Ausstellung den Menschen den Infantilismus beibringt, zeigte Fjodorow durch die Beschreibung der ausgestellten Kleider: „Dies sind Kleider für Bräutigame und Bräute, nicht für Väter und Mütter und nicht für Söhne und Töchter; aber in der Stadt gibt es nur Bräutigame und Bräute, [sie bleiben es] von der Kindheit bis ins hohe Alter“. Die ganze Ausstellung sah er unter dem Motto: „Iß, trink, sei fröhlich“[23]; anderes Wohl und andere Güter als das, was auf diesem Schandplatz ausgestellt ist, gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Sachen dienen als Götzen, und es gibt keine andere Götter außer diesen Fetischen“. Die Epoche der Ausstellung war nicht einfach die Epoche des Festhaltens an der eigenen Minderjährigkeit, sie war die Jagd auf das, was durch seine Existenz dem Menschen für einen Augenblick das Gefühl der Stabilität, der Genügsamkeit, der Zufriedenheit mit dem Leben gibt. Die Epoche der Ausstellung ist die Epoche des Konsums.

Die vom Philosophen notierte Abgrenzung zwischen Wissen von Schönheit sowie Schönheit von Sittlichkeit führt zu totem Wissen und sinnlichem Erlebnis, das nur für den Augenblick existiert. Was Güte ohne Wissen betrifft, so macht sie sich entweder nicht einmal Gedanken über die Vernichtung des Bösen oder wird zur „bürgerlichen Tugend, die darin besteht, dass den Einen wirklich Böses angetan wird, und zwar dergestalt, dass den Anderen Gutes getan wird

Fjodorow, der auf die Bestrebung des Leichtsinns hinweist, vor Problemen in Fortschritt, Errungenschaften der Zivilisation und angebliche Unsterblichkeit zu flüchten, schlägt vor, die Ausstellung mit einer Exposition der Begräbniskunst zu beenden, die an die Verweslichkeit erinnert und zur Verzicht auf die falschen Grundlagen des Lebens antreibt.[24] Dem Menschen falle es schwer, das Tragische in sich selbst allein zu bekämpfen, und deshalb versammelten sich die Menschen in Städten, wobei die Bedeutung des Staates in „der Verneinung des Zieles und des Sinnes des Lebens“ sei. Diese ziemlich unerwartete Schlussfolgerung zieht Fjodorow aus dem Urteil, die Ausstellung sei ein Hinweis auf den Sinn der Zivilisation und der Stadt als ihrer Äußerung „die Darstellung des Verrats der Väter durch ihre Söhne, die der Schönheit der Frauen verfallen sind; dies ist die Defraternisierung durch Depatriation. (…) Die Söhne haben, nachdem sie die Asche der Väter verlassen haben, die Stadt gebaut und die Bezeichnung ‚Söhne’ in ‚Menschen’ geändert, damit nichts an den Tod und an ihre gestorbenen Väter erinnert. Die Stadt sollte das ewige Hochzeitfest sein…“[25]

Jedoch ist der durch Iljin, Leontjew und Fjodorow gezeigte Ausweg – also der Pfad des Leichtsinnes, der auf das Nachdenken über die verdammten Fragen nach dem Weltbau verzichtet, - ist ein Ausweg, der möglich, aber nicht der einzige ist. Sicherlich kann es gelingen, sich durch Willensanstrengung dazu zu zwingen, diese Fragen nicht zu beantworten - wobei diese Anstrengung des Willens bald zur Gewohnheit wird, sich generell keine Gedanken zu machen, da, wie Fjodorow schrieb, „die Ausstellung (…) diese Eitelkeit der Eitelkeiten, die alle Kräfte der Seele auffrisst, Gedanken über Gott weder Platz noch Zeit gibt, geschweige denn [gottgefälligen] Taten, der Erfüllung des Gebotes der Steuerung über die blinden Kräfte, also das Einzige, was uns vom Joch dieser Kraft und jeglicher Eitelkeit befreit“[26]. Zweifellos zeigt der heutige Drang des Menschen, sich die Zeit mit irgendwelchen Freizeitaktivitäten oder Späßen zu vertreiben, eben diese Angst, sich mit den Fragen nach dem Sinn der Welt und des Menschen, dem Guten und dem Bösen zu beschäftigen.

Ein anderer Weg ist das Sichbegnügen mit vorgefertigten Antworten, die durch irgendeine Instanz abgesegnet sind, sie es  eine Autorität oder die öffentliche Meinung oder auch die Wissenschaft oder, in einigen Fällen, auch die Religion.

Gegen diese Kultur des Alltags, diese Kultur von Menschen, die bereit sind, alle möglichen Rechtfertigungen für das Böse in der Welt und die Unvollkommenheit des Lebens zu finden und allzu einfache Antworten zu geben, bloß um das Gewissen zu beruhigen, trat Leo Schestow in seinem Werk „Dostojewski und Nietzsche“ auf. Jede Behandlung des Problems von Gut und Böse, die eine Beruhigung des Gewissen bewirkt, ist für ihn unakzeptabel. Er spitzte das Problem der in diesem Bereich vorhandenen unmittelbaren alltäglichen Lösung extrem zu und behauptete, dass, wenn das Gute existiere, rufe er es zur Verantwortung für sein eigenes Schicksal. Er akzeptiere keine „kommende Freude“, „wenn jedes individuelle menschliche Wesen nicht ewig leben wird und ihm keine höchste Freude, Kraft und Vollkommenheit bereitet werden“[27].

Mit aller Härte „sprach Schestow das sittliche Urteil für das Gute und rief es zur Rechenschaft für alle Opfer, mit denen dieses ‚Gute’ die Geschichte bespickt hat“.[28] In seinem kommentierenden Artikel zeigte Berdjajew den Gedankengang von Schestow, der „die Ersetzung der Moral des Alltags durch die Moral der Tragödie verlangte“. Es ist wichtig, den Aufstand Schestows richtig zu verstehen, denn dies war ein Aufstand gegen das alltägliche Gute, das Gute in Anführungszeichen, „im Namen des anderen Guten, ohne Anführungszeichen, des Oberen und Wahren, des Guten der Tragödie“. In seinem Kommentar zum Werk Schestows deckt Berdjajew die Verlogenheit der Philosophie des Alltags und die Sittenlosigkeit des alltäglichen Guten auf. Aber wenn der Positivismus „aus dem Leben alles Problematische (...) wegjagen will“, strebe der Idealismus danach, „insbesondere der kantische Idealismus, den Alltag zu befestigen, er erschafft ein System aus Ideen und Normen, mithilfe derer die Erkenntnis und die Sittlichkeit, das menschliche Leben generell sich einordnen“.

Da wo der alltägliche Mensch haltmache, also an der Linie, hinter der „das Tragische“ der Welt beginnt, beginne der Philosoph der Tragödie erst seinen Weg. Als eines der Verdienste von Schestow sah Berdjajew „die Entblößung der Kraftlosigkeit des Guten“ – die sehr wichtige Empfindung der Unmöglichkeit, mit dem Bösen einverstanden zu sein. Der philosophische Weg Schestows drückte Berdjajew als Übergang von der „Moral“ zur „Metaphysik“ aus, wobei er behauptete, dass „das Leben keiner moralischen, alltäglichen, sondern einer metaphysischen, transzendenten Sanktion bedarf“. Bei der Erinnerung an das durch Iwan Karamasow gestellte Problem der Berechtigung der Tränen eines gequälten Kindes[29] sprach er davon, dass es für einen sensiblen Menschen sittlich unmöglich sei, „einem menschlichen Wesen, das von dem tragischen Horror des Lebens wahnsinnig geworden ist, über die ‚ethischen Normen‘ zu sprechen“. In seinem Wunsch, das sich quälende Gewissen zu trösten, flüchtet der Mensch in die Alltäglichkeit einfacher Fragen, er „legt viel Wert auf die ‚Gesetzmäßigkeit‘, die Festigkeit, die Stabilität der Erfahrung“.  Die Alltäglichkeit würde die Tragödie besiegen, wenn letztere nicht durch die alltägliche Erfahrung bestätigt würde. Die wirklich Lösung moralischer Probleme beginnt, so Berdjajew, dort, wo die Tragödie beginne; und nur derjenige, der sie durch seine eigene Erfahrung erkannt habe, sei berechtigt, von Gut und Böse zu reden.

Welche Erfahrung kann also dem Menschen geraten werden? Indem der Mensch durch sittliche Qualen geht und sich dabei von ihnen weder in einfache alltägliche Antworten noch in leichtsinnige Nicht-Einmischung und schon gar nicht in intellektuell begründete Absurditäten der Welt[???] abweicht, sucht er nach sich selbst, darum „kann das sittliche Problem nur individuell gelöst werden“. Jegliche Abweichung von der Suche nach solch einer Lösung ist ein Versuch, einen bequemen und leichten Weg zu rechtfertigen. Also tritt Berdjajew gegen die einfache und alltägliche Güte auf – also gegen das Gute, das dem Bösen zustimmt und mit einem Gleichstand einverstanden ist. Ein ehrlicher und sittlich sensibler Mensch versteht, dass das Gute, welches das Böse in sich absorbiert, eine „Teufelsgüte“[30] ist. Der Kampf  zwischen Tragödie und Alltäglichkeit ist der Kampf zwischen entgegengesetzten Prinzipien des Lebens. Darin stoßen zwei Moralsysteme aufeinander – die Moral des Alltäglichen und die Moral der Tragödie, wobei die erstere, die „die Maske der Ewigkeit angezogen“ habe, der grausamste Feind sein müsse.

Das Problem des Tragischen als etwas, dem wir im Alltag permanent begegnen, wird von Iljin in einem Kapitel seines Buches „Die Axiome der religiösen Erfahrung“ behandelt. Nach Iljin „ist Tragödie (…) die Tragödie des lebendigen Daseins“[31], denn etwas Nicht-Lebendiges kennt sie nicht. Die eigentliche Möglichkeit der Entstehung des Gefühls des Tragischen verband Iljin mit den Kategorien der Freiheit und der Verantwortlichkeit. Das Wesen der spirituellen Tragödie liegt darin, dass der Mensch im irdischen Leben eine unlösbare und unüberwindbare Schwierigkeit entdeckt, die nicht von ihm, sondern von der objektiven Natur der Dinge abhängt. Sehr ausführlich beschrieb Iljin mögliche Situationen, in denen der Mensch mitsamt seines Gewissens, des Verantwortungsgefühls und der Rechtfertigungsnotwendigkeit auf unüberwindbare Objektivität stößt. Die Tragödie ist in die eigentliche „Grundlage des Daseins, in dem die Naturgesetze (…) in das Missverhältnis zwischen Zielen und Mitteln“ hineingelegt sind; sie liegt „in der Unmöglichkeit, das Pflichtgemäße und das Unvermeidliche in Einklang zu bringen, das Inakzeptable zu beseitigen; (…) im Hindernis, das einem unschuldigen Helden Schuld auferlegt, im unheilbarer Qual durch die unveränderlichen Bedingungen des menschlichen Lebens; im Leiden eines Nicht-Schuldigen für die Schuld der Schuldigen“[32]. Selbst die Welt ist von der Tragödie erfüllt, und der Mensch ist dafür verantwortlich, ob er die Tragik der Welt fühlt oder nicht. Iljin schrieb: „Da, wo ein nicht-spiritueller Mensch – ein herz- und gewissenloser Biedermeier – die Aufgabe des Arrangierens des persönlichen oder des Familienlebens sieht, dort trägt ein sensibler Geist die Bürde der Lebenstragödie“[33]. In der Tragödie ist eine besondere sittliche Spannung zu spüren, in der ein spirituell entwickelter Mensch wünscht, die Wahrheit über die Wirklichkeit zu erfahren, sein wahres Leben zu finden, dabei aber nicht wünscht, die Ungerechtigkeit des Lebens und der Welt fälschlicherweise zu rechtfertigen.

Dafür, dass derartiges „Sehen“ oder auch „Nicht-Sehen“ der Tragödie in der Welt häufig nicht einfach Leichtsinn, Blödsinn oder spiritueller Infantilismus sei, spricht ein interessanter Fakt, den Olga Sedakowa[34] in einer ihrer öffentlichen Vorlesungen anführte: „Indem Dietrich Bonhoeffer die deutsche Gesellschaft der Nazizeit analysierte, entdeckte er, dass Blödsinn als Eigenschaft oder Nachteil, der traditionell für angeboren gehalten wird, in Wirklichkeit Ergebnis einer persönlichen Wahl ist, wobei diese Wahl politisch motiviert ist. Es gibt bestimmte Bedingungen, unter denen die Gesellschaft total verblödet; sie beginnt, mit ihrer ganzen Seele ‚nicht zu verstehen‘ oder an etwas zu ‚glauben‘, was völlig unwahrscheinlich ist“. In diesem Falle werden der Leichtsinn oder das kleingeistige Mittelmaß nicht als Eigenschaft des Charakters oder des Verstandes, sondern als sittlicher Akt betrachtet.

Sedakowa nannte ihre öffentliche Vorlesung „Mittelmaß als soziale Gefahr“ und schlug vor, das Wort Mittelmaß“ [russ. посредственность „posredstwennost“)] eher nicht als „etwas, was zwischen dem Bösen und dem Guten liegt“ bzw. „ein Mittelding“, sondern als etwas, was dem Wort „Unmittelbarkeit“ [russ. непосредственность „neposredstwennost“] zu betrachten. Im Verhältnis mit dem Unmittelbaren sieht das Mittelmäßige „vermittelt“, indirekt und nicht ganz „wirklich“ aus.

Die Menschen des Mittelmaßes seien durch Bedürftigkeit nach fertigen Wegen, auf denen bereits alles gelöst und entschieden ist, gekennzeichnet. Sie seien zu einer freien Tat nicht fähig und gegenüber der Welt der Moral oder der Kunst nicht offen. Für sein Leben muss der leichtsinnige Mensch Mittelmaß werden, nach einem Schema leben, alles zuordnen und entscheiden. So wie Fjodorow sagen konnte, dass es in jedem Alter möglich sei, Bräutigam oder Braut zu sein, so könne der Mensch, auf welcher sozialen Stufe er sich auch befinde, „ein Kleingeist“ sein. Sedakowa sagte: „Kleingeist nenne ich den Menschen der Panik, den panischen Menschen, dessen vorherrschende Beziehung zur Realität Angst und Misstrauen sind und der Wunsch, an jeder Stelle die ‚vor dem Leben’ schützende Festungen zu bauen“[35]. Manche machten den Leichtsinn zu so einer Festung, manche vorgefertigte Antworten, manche den Atheismus im Stil von Iwan Karamasow.

Der Mensch der Alltäglichkeit lebt leise und unauffällig; er macht sich nicht zum Helden, und er hebt nicht ab; für ihn ist es bequem, so wie alle anderen zu leben und Mittelmaß zu sein. Es stellt sich die Frage, ob es überhaupt möglich ist, Mittelmaß zu bewerten – ethisch, soziologisch, religiös…

Sozial gesehen sei dies eine gefährliche Erscheinung, da der leichtsinnige Mensch „ein Mensch ist, der unendlich manipulierbar ist, also einer, der leicht zu etwas zu verführen ist, der zu allen möglichen Zwecken zu benutzen ist“[36]. Er bestehe auf „der immer dichter werdenden Hermetisierung der Welt, auf der Abgeschlossenheit von allem, da für ihn in allem Anderem, im Offenen und Unvorhersagbaren“ ein Risiko verborgen liege.

Über den Zusammenhang des Leichtsinns und der Sünde schrieb der orthodoxe Theologe Olivier Clément in seinem Buch „Sillons de Lumière“: „Die Handlungen eines Künstlers, die Handlungen jedes Menschen, der sich vom Somnambulismus des Alltäglichkeit losgerissen hat, ist eine Suche, ein Durchbruch, eine Befragung oder, um es einfacher und in einem zusammenfassenden Wort zu sagen, ein Erwachen. Die uralten Asketen hatten gesagt, dass die größte Sünde eben die Vergessenheit ist, also der Zustand der Intransparenz, der Empfindungslosigkeit, der Betriebsamkeit und der Verarmung des Herzens“.[37] Durch die Analyse der Erscheinung des Leichtsinns sehen wir, dass solche „Vergessenheit“ ein bewusster Akt ist – ein Zustand, in dem der Mensch sich über sich selbst und über sein Leben belügt, was im Christentum „Prelest“ (verführende Selbsttäuschung) genannt wird. Solche eine konsumtive und auf Tiefe verzichtende Vorgehensweise wird von Simone Weil mit der Sittenlosigkeit in Verbindung gebracht. So schrieb sie in ihrem Buch „Schwerkraft und Gnade“: „Niedrigkeit und Oberflächlichkeit befinden sich auf demselben Niveau“.[38] Oberflächlichkeit kann nicht sittlich rein sein, da ihre Grundlage der bewusste Verzicht auf die adäquate Wahrnehmung der Realität, Prelest und Widerwille der Wahrheit gegenüber sind.

Dennoch: obwohl eine solche Rechtfertigung in vielerlei Hinsicht die Vergessenheit des wahren Lebens ist, ist es unzulässig, diese Erscheinung einseitig zu betrachten. Es ist unzulässig, den Menschen auf seinen Irrtum zu reduzieren. Davon schrieb sehr richtig der Protopresbyter Alexander Schmemann in einer seiner Tagebuchnotizen: „Jedes Mal, wenn ich einen Mann oder eine Frau mit Einkäufen nach Hause gehen sehe, denke ich: also geht er oder sie nach Hause, ins eigene wahre Leben. Und dann fühle ich mich wohl, und diese Menschen werden mir irgendwie so nah (...)  ‚Spießerglück’ ist ein Begriff, der von verschiedenartigen Aktivisten ausgedacht wurde, um Verachtung und Verurteilung auszudrücken. Das sind Menschen, denen im Grunde genommen das Gefühl der Tiefe des Lebens als solches fehlt; die denken, dass es vollständig in Taten und Angelegenheiten zu zergliedern wäre"[39]. Tatsächlich ist es notwendig, die Tatsache zu begreifen, dass Leichtsinn und Mittelmaß bzw. sittenlose Flucht vor der Verantwortung keineswegs mit einer bestimmten Ausbildung oder einem bestimmten sozialen Status oder einer bestimmten Beschäftigungsart verbunden sind. Der Mensch muss eben, wer auch immer er ist, der Welt und der Wahrheit gegenüber offen sein. Er muss ohne die von einem verstimmten Gewissen erschaffenen Illusionen leben und mit seinem Leben ehrlich und verantwortungsvoll umgehen.



[1] Vgl. „Iwan hat keinen Gott. (…) Ich sagte zu ihm: ‚Dann ist also alles erlaubt, wenn es so ist?’“ Fjodr Dostojewski. Die Brüder Karamasow. http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&xid=455&kapitel=73&cHash=a383eb13fcchap073#gb_found. (Anm.d.Ü.)

[2] Ebenda, http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&xid=455&kapitel=78&cHash=a383eb13fcchap078#gb_found. (Anm.d.Ü.)

[3] Iljin, Iwan. Das singende Herz - Ein Buch stillen Schauens.

[4] Ильин И.А. Я вглядываюсь в жизнь. Книга раздумий. http://www.ruskolokol.org/biblio/iljin/kr/33.html

[5] Ebenda.

[6] Шестов Л. Достоевский и Ницше. // Избранные сочинения. М.: Ренессанс, - 1993. - стр.208.

[7] Ebenda, S. 211

[8] Бердяев Н.А. Трагедия и обыденность. http://www.vehi.net/berdyaev/shestov3.html

[9] Ebenda.

[10] Леонтьев Н.К. Средний Европеец как идеал и орудие всемирного разрушения. http://knleontiev.narod.ru/texts/evropeetz.htm

[11] Jewgenij Basarow ist ein Charakter aus Turgenjews Roman „Väter und Söhne“, ein Anhänger des Nihilismus, der i praktisch alle in der Gesellschaft geltenden Werte verneint. (Anm.d.Ü.)

[12] Леонтьев Н.К. Передовые статьи "Варшавского дневника" 1880 года. http://knleontiev.narod.ru/texts/peredovie_1880.htm.

[13] Леонтьев Н.К. Средний Европеец как идеал и орудие всемирного разрушения http://knleontiev.narod.ru/texts/evropeetz.htm .

[14] Ebenda.

[15] Ebenda.

[16] Murmolka ist eine Fell- oder samtene Mütze mit einem flachen Hutboden. (Anm.d.Ü.)

[17] Леонтьев Н.К. Средний Европеец как идеал и орудие всемирного разрушения http://knleontiev.narod.ru/texts/evropeetz.htm .

[18] Федоров Н.Ф. Выставка 1889 года. // Собр. соч. в 4-х тт. Том. 4. - М.: Издательская группа «Прогресс», 1995. - стр.442

[19] Ebenda, S. 445.

[20] Vgl. den bekannten Satz von Swidrigajlow: „ich fürchte den Tod und liebe es nicht, wenn man von ihm spricht“. http://www.zeno.org/Literatur/M/Dostoevskij,+Fëdor+Michajlovič/Romane/Verbrechen+und+Strafe+(Schuld+und+Sühne)/Zweiter+Band/Sechster+Teil/3.

[21] Федоров Н.Ф. Выставка 1889 года. // Собр. соч. в 4-х тт. Том. 4. - М.: Издательская группа «Прогресс», 1995. - стр.445.

[22] Ebenda, S. 446.

[23] S. Lk.12, 19.

[24] Vielleicht sollte hier daran erinnert werden, dass das [heutzutage im Russischen häufig verwendete ] Wort Glamour, mit dem wir etwas Modisches, Luxuriöses und Attraktives bezeichnen, vom englischen Wort. glamour stammt und „Magie, Zauber, Hexerei bedeutet. Es kann gesagt werden, dass die Glamour-Welt  im bestimmten Sinne die Welt der Illusion ist, die quasi bewusst verzaubert ist – eine Welt des glänzenden, aber unwirklichen Lebens.

[25] Федоров Н.Ф. Выставка 1889 года. // Собр. соч. в 4-х тт. Том. 4. - М.: Издательская группа «Прогресс», 1995. - стр.453.

[26] Ebenda, стр. 454.

[27] Шестов Л. Достоевский и Ницше. // Избранные сочинения. М.: Ренессанс, - 1993. - стр.308

[28] Бердяев Н.А. Трагедия и обыденность. http://www.vehi.net/berdyaev/shestov3.html

[29] „Tränen eines Kindes“  ist ein Bild, das aus dem Werk „Die Brüder Karamasow“ von  Dostojewski ( Buch 5, Teil  stammt und benutzt wird, wenn es um das Problem des Verhältnisses zwischen Zweck und Mittel geht und man sagen möchte, dass es nicht zulässig ist, zu versuchen, höhere Ziele auf Kosten des Leidens unschuldiger Menschen zu erreichen. (Anm.d.Ü.)

[30] Ebenda, in der deutschen Übersetzung: „verdammte Güte“ (http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&xid=455&kapitel=35&cHash=a383eb13fcchap035#gb_found)

[31] Ильин.И.А. Аксиомы религиозного опыта. http://psylib.org.ua/books/iljii01/txt21.htm.

[32] Ebenda.

[33] Ebenda.

[34] Olga Sedakowa (geb. 1949 in Moskau) ist eine russische Dichterin, Schriftstellerin, Übersetzerin, Philologin und Ethnographin. (Anm.d.Ü.)

[36] Ebenda.

[37] Клеман О. Отблески света. // ББИ, - 2004. - стр.53.

[38] Вейль С. Тяжесть и благодать, - Русский путь, - 2008,- стр.30.

[39] Шмеман А. прот. Дневники, - Русский путь: 2005, - с.56.

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